Test Samsung QLED Q7C: Quantensprung durch verbesserte Quantum Dots?

16. Juli 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: André Westphal

Im Januar bin ich in Las Vegas live dabei gewesen, als Samsung seine neuen QLED vorgestellt hat. Das zweite Mal konnte ich die Fernseher dann im März in Hamburg auf der Roadshow begutachten. In den letzten Wochen war es dann schließlich soweit und zum Testen erhielt ich für einige Wochen den Samsung QLED Q7C mit 55 Zoll Diagonale. Was ich von dem TV halte, auch im direkten Vergleich mit dem KS8090 aus dem letzten Jahr, verrate ich euch in meinem Erfahrungsbericht.

Dazu will ich gleich vorab sagen, dass ich euch keinen professionellen Test mit Farbmessgerät und allem Pipapo liefern kann. Seht meinen Bericht hier als den subjektiven Erfahrungsbericht eines TV-Enthusiasten. Ich komme von einem kalibrierten High-End-Plasma, dem Panasonic Viera TX-P65VT50E, und beobachte den Markt für Ultra-HD-Geräte weiterhin sehr interessiert. Ich bleibe aber immer noch unzufrieden: So stecken die Geräte meiner Meinung nach in einer Zwischenphase, in welcher der Markt noch reift. Beispielsweise wünsche ich mir endlich Fernseher mit HDMI 2.1, die Dynamic HDR und / oder Dolby Vision breit unterstützen. Dass die Technik gegenüber HDR10 mit statischen Metadaten einen sofort erkennbaren Unterschied macht, konnte ich in Präsentationen bereits deutlich sehen. Dolby Vision ist jedoch noch eine Nische und von Dynamic HDR fangen wir lieber gar nicht erst an.

Samsung kündigte bereits an ein eigenes Süppchen zu kochen, um HDR dynamischer zu verwende. Doch proprietäre Lösungen sind auch nicht der Weisheit letzter Schluss, wenn der Kunde hier kaum noch weiß, was er nun nutzen soll. Doch bevor ich hier vom Hundertsten ins Tausendste kommen, beschränke ich mich auf das, was vor meiner Nase steht: der Samsung QLED Q7C mit 55 Zoll. Das „C“ steht für curved. Ich persönlich bin absolut kein Fan von Curved-TVs, denn sobald man nicht mehr alleine vor der Glotze hängt, muss man arg kuscheln, damit alle Parteien noch im Sweet Spot sitzen. Curved-TVs sind daher meiner Ansicht am ehesten etwas fürs Schlafzimmer. Dort stellen sich aber natürlich nur wenige Freaks, wie z. B. ich, einen 55-Zoller auf.

Bevor es ans Eingemachte geht, sind hier noch einmal die technischen Daten des Samsung QLED Q7C in der Übersicht.

Samsung QLED Q7C - Technische Daten
Diagonale 55 Zoll, Curved, 16:9-Format
Art des Displays LCD mit Quantum Dots
Hintergrundbeleuchtung Edge LED
Auflösung 3.840 x 2.160 (Ultra HD)
Maximale Helligkeit 1.500 Nits
HDR Ja (echtes 10-bit-Panel)
Energieklasse B (Stromverbrauch maximal 190 Watt)
Maße 1224,1 x 704,2 x 91,2 mm (ohne Ständer)

1224,1 x 789,2 x 303,8 mm (mit Ständer)

Gewicht 18,4 kg (ohne Ständer)

21,6 kg (mit Ständer)

Preisempfehlung 2.799 Euro
Besonderheiten Gaming-Modus, Smart Hub, One-Connect-Box, transparentes Kabel, mit Ultra HD Premium zertifiziert, 100 % Farbvolumen

Software

Samsung bleibt bei Tizen als Betriebssystem: Das funktionierte ja auch schon bei den TV-Modellen der vergangenen Jahre recht gut. Gut, weil das System deutlich stabiler und problemloser läuft, als z. B. die Qual, die Sony da mit Android TV veranstaltet. Allerdings gab es letztes Jahr einigen Ärger mit z. B. der Netflix-App – deswegen nur recht gut. Trotzdem empfinde ich persönlich Samsungs Tizen auf den Smart-TVs als aufgeräumt und auch die Performance stellt zufrieden. Ich selbst werde zwar weiterhin bei Apps fürs Streaming und Co. lieber auf externe und flexiblere Lösungen wie die Nvidia Shield Android TV zurückgreifen, aber das ist auch eine Sache der persönlichen Vorlieben.

Samsung hat allerdings dazugelernt: Wechselt ihr zwischen verschiedenen Apps / Kanälen, dann könnt ihr beim erneuten Aufrufen der Anwendung dort fortsetzen, wo ihr zuletzt abgebrochen habt. Das ist hilfreich, falls euch beim Starten eines Netflix-Films einfällt, dass ihr eigentlich erst noch bei YouTube eine News von eurem Lieblingskanal durchschauen wolltet.

Es gibt auch noch andere Spielereien, wie etwa die Möglichkeit Musikstücke zu erkennen, während ihr gerade eine Serie oder einen Film schaut – je nachdem ob ihr z. B. ein Konto bei Spotify oder anderen Streaming-Anbietern vernetzt habt, wird dann auch direkt das Lied für euch bei der Plattform eurer Wahl herausgesucht.

Meine Einstellungen

Samsung hat mit den QLED vor neue Standards in Sachen Bildqualität zu setzen. Auf der CES 2017 machte man Anfang des Jahres viel Rummel um die TVs. Eine Zertifizierung der VDE bekräftigte Samsungs Aussagen: So wirbt Samsung sehr exzessiv damit, dass die aktuellen QLED die einzigen TVs sind, welche das gesamte Farbvolumen abbilden. Damit ist gemeint, dass die originalgetreue Farbdarstellung auch bei maximaler Helligkeit immer noch akkurat bleibt. Bisher gab es da immer einen Trade-Off: Wenn die Helligkeit sich steigerte, litt darunter die Farbstellung. Speziell für HDR ist das jetzt natürlich besonders relevant.

Doch Samsungs Sebstlob ist eine Sache: Wie sieht es denn in der Praxis aus? Folgende Settings habe ich für die Film- / und Serienwiedergabe über die Xbox One S bemüht:

Modus: Film

Digital Aufbereiten: Ausgeschaltet

Auto Motion Plus: Ausgeschaltet

Lokales Dimming: Standard

Kontrastverbesserung: Ausgeschaltet

HDR+: Ausgeschaltet

Hintergrundbeleuchtung: 4

Helligkeit: 0

Kontrast: 95

Schärfe: 0

Farbe: 50

Farbton (G / R): G50 / R50

Farbton: Warm 1

Gamma: BT.1886

BT.1886: 0

Nur RGB-Modus: Aus

Farbraumeinstellungen: Auto

Wie ihr seht, habe ich alle Eingriffe ins Bild ausgeknipst. Mein Ziel war es dabei, ein eher neutrales Bild zu erreichen – also keine übertriebenen Farben, eher niedrige Helligkeit, natürlicher, ausgewogener Eindruck. Bei Games habe ich den Spielemodus zugeschaltet, die restlichen Einstellungen aber identisch belassen. Ich habe die generelle Einstellung „Warm 1“ genutzt, da „Warm 2“ beispielsweise für einen sichtbaren Gelbstich sorgt.

Bei der HDR-Wiedergabe kann man die Kontrastverbesserung übrigens auch anschalten und mal etwas experimentieren. Teilweise lässt sich der HDR-Effekt damit sozusagen noch einen Tick aufblasen, wenn man das mag. Auch das lokale Dimming kann man entsprechend anpassen, die Standardeinstellung tut es aber auch. Wiederum habe ich die Hintergrundbeleuchtung sehr niedrig eingestellt, da ich den TV in einem gut abgedunkelten Raum genutzt habe und relativ lichtempfindlich bin. Da hängt viel von eurer Aufstellung ab, was den idealen Wert betritt.

Dass die Schärfe auf 0 steht, heißt übrigens nur, dass der TV nicht nachschärft und den Inhalt eben so wiedergibt, wie er ankommt. Bei Blu-rays und Ultra HD Blu-rays sowie beim Gaming ist eine Erhöhung der Schärfe daher kontraproduktiv. Einzig bei SD-Inhalten kann man dezent daran drehen, finde ich.

Nun gibt es noch weitere Feineinstellungen im Expertenmodus für die Farben und vielleicht staunt ihr nun, dass ich an jenen nicht gedreht habe: Jene Einstellungen sind derart feingliedrig und durch die Serienstreuung von Gerät zu Gerät individuell unterschiedlich zu setzen. Daher bringt es da z. B. auch nicht einfach Werte von Freunden oder aus dem Internet zu kopieren. Es ist klasse, dass jene Optionen für die Farben und auch Gamma vorhanden sind! Aber wer hier in die Tiefe gehen will, benötigt im Grunde Kalibrierungssoftware und ein Farbmessgerät. Im Rahmen des Tests wollte ich wiederum keine Kalibrierung beauftragen, die für euch als Leser sowieso keine Aussagekraft gehabt hätte, da die Werte nur ganz individuell für mein Muster gegolten hätten.

Film, Fernsehen und Ultra HD Blu-ray

Als ich damals über den Samsung KS8090 berichtet habe, hatte ich das Clouding des TVs nicht besonders hervorgehoben, auch wenn es in vielen Tests als Kritikpunkt im Zentrum stand. Dazu muss ich sagen, dass es je nach Anwendungsszenario auch stark schwankt und von „im Grunde nicht vorhanden“ bis zu „extrem auffällig“ variiert. Kürzlich hatte ich ein negatives Schlüsselerlebnis mit der Ultra HD Blu-ray zu „Logan“: Spannt man hier den KS8090 ein, ist sehr deutlich Clouding am unteren und oberen Bildrand zu sehen. HDR in Kombination mit dem ausgeblichenen Look des Films und dem Format 2,40:1 dürfte hier für diesen Effekt sorgen. Bei Games im Vollbild (16:9) oder Blu-rays wiederum sieht man Clouding entweder gar nicht oder nur bei sehr genauem Hinsehen.

Ich habe nun am Q7C den Härtetest gemacht und ebenfalls „Logan“ eingeworfen – die Zuspielquelle war identisch, die Xbox One S. Tatsächlich zeigt der Q7C hier eine sichtbare Besserung – ganz ohne Clouding bei der Wiedergabe bleibt aber leider auch Samsungs neuester UHD-TV eben nicht. Erneut sieht man oben und unten, wo eigentlich reines Schwarz bei einem 2,40:1-Film prangen sollte, sichtbare, weiße, wolkenartige Flecken – eben Clouding. Dass das Clouding speziell bei Content zu sehen ist, der unten und oben schwarze Balken aufweist, ist logisch: Die Edge-LED-Beleuchtung sitzt nämlich beim Q7C exakt oben und unten und strahlt also genau von den Bereichen aus, die eigentlich bei „Logan“ dunkel sein sollten. Das ist beim Q8 übrigens genau so – Samsungs Q9 verwendet zwar auch Edge-LED, allerdings von den linken und rechten Seiten aus.

Wer also gehofft hatte das Clouding wäre komplett beseitigt und empfindlich auf den Effekt reagiert: Zumindest bei Content mit HDR wird es euch auch beim Samsung QLED Q7C auffallen. Wie gesagt, wurde aber, das muss man Samsung zugestehen, eine starke Reduzierung gegenüber den Vorjahresmodellen erreicht. Und bei Blu-ray-Genuss, Fernsehprogramm oder Gaming fällt es nicht auf.

Neben „Logan“ und „The Revenant“ habe ich beispielsweise auch noch „Die Insel der besonderen Kinder“ sowie „Trainspotting 2“ am Q7C angesehen – beide Streifen nutzen nämlich mit 1,85:1 nahezu volles 16:9 aus. Hier ist das angesprochene Clouding dann auch nicht wirklich wahrnehmbar. Ergänzend habe ich natürlich noch darauf geachtet, wie sich HDR nun am Q7C im direkten Vergleich mit dem KS8090 macht. Denn während die maximale Helligkeit bei Samsungs SUHD-Modell von 2016 noch bei 1.000 Nits gelegen hat, klettert der QLED bis auf 1.500 Nits. Dolby Vision oder Dynamic HDR sind aktuell aber nicht drin. In der Tat wirkt HDR am Q7C aber nochmals eine ganze Ecke beeindruckender.

Besonders prägnant fand ich das Ergebnis bei „Die Insel der Besonderen Kinder“, wenn der Protagonist etwa das erste Mal das Waisenhaus erkundet. Die kräftigen Farben und die verschiedenen Lichtstimmungen kamen zwar auch schon am KS8090 sehr gut zur Geltung, wirken aber tatsächlich noch ausgewogener am Q7C. Auch die Darstellung von Kameraschwenks und Bewegungen ist sehr sauber, hier wird dann aber auch das Gaming der eigentliche Härtetest sein.

Ihr könnt übrigens am Samsung QLED Q7C auch wieder Samsungs künstliche HDR-Konvertierung beanspruchen, welche SDR-Inhalte umwandelt. Hat Samsung HDR+ getauft. Mir persönlich erscheinen die Ergebnisse sehr unnatürlich. In meinem Bekanntenkreis gab es auch auch Menschen, welchen der Effekt zusagte. Selbiges wird auch für die diversen Bild-Verschlimmbesserer gelten, auf die nicht noch einmal im Detail eingehen möchte und nur den Rat habe: Schaltet ab, was ihr abschalten könnt. All diese Zusätze bringen nämlich auch neue Probleme mit sich. Unterdrückt ihr etwa das Rauschen, bügelt ihr auch Details weg. Die Zwischenbildberechnung wiederum erzeugt den berüchtigten Soap-Effekt und wartet auch mit den üblichen Artefakten auf, welche dem geübten Auge auffallen,

Lediglich falls ihr viel SD-Fernsehen oder HD-Programme mit starker Kompression empfangt, kann es sinnvoll sein z. B. die Schärfe etwas zu erhöhen und die Option „Digital Aufbereiten“ zu beanspruchen. Diese Einstellung versucht Verpixelungen und Rauschen sowie Kompressionsartefakte zu korrigieren. Das klappt bei qualitativ minderwertigen Inhalten besser, als ich es erwartet hätte. Wenn das Material aber in guter Qualität vorliegt, solltet ihr darauf achten Digital Aufbereiten ausgeschaltet zu lassen, denn sonst verschlechtern sich Details und Schärfe eher.

Gaming

Ihr kennt meine Meinung: 4K bzw. Ultra HD ist für Games mit HDR meiner Ansicht nach aktuell noch wesentlich lohnenswerter als für Filme und Serien. Denn bei Spielen macht sich der zusätzliche Schärfe- und Detailgewinn wesentlich deutlicher bemerkbar. Wer einmal Titel wie „Horizon Zero Dawn“, „Uncharted 4: A Thief’s End“ oder auch „Final Fantasy XV“ mit HDR gezockt hat, der will nicht mehr zurückgehen.

Leider behält der Samsung QLED Q7C eine Marotte bei: Bei der Filmwiedergabe wechselt der TV bei HDR-Content automatisch zur maximalen Hintergrundbeleuchtung. Das bedeutet nicht, dass das Hintergrundlicht maximal strahlt, um euch zu blenden, sondern es entsteht sozusagen dadurch der notwendige Spielraum. Zockte ich an der PS4 Pro aber ein Spiel, das HDR aktivierte, musste ich die Hintergrundbeleuchtung manuell erhöhen. Vergessen sollte man das nicht, denn sonst bleibt das Bild viel zu dunkel und HDR wirkt sich negativ statt positiv auf das Bild aus. Das Nervige ist aber, dass man die Hintergrundbeleuchtung jedes Mal nach dem Zocken eines HDR-Games auch wieder herunterregeln muss. Vergisst man es, blendet einen der Q7C mit maximaler Leuchtkraft und ersetzt direkt die Zimmerbeleuchtung.

Der Spielmodus soll übrigens Input Lag und Latenzen verringern, indem bei der internen Bildverarbeitung sozusagen alle nicht unbedingt notwendigen Maßnahmen deaktiviert werden. Warum die Hersteller das dann nicht direkt als Standard immer einsetzen? Es kann dabei auch dazu kommen, dass die Bildqualität gegenüber den anderen Modi etwas unausgereifter wirkt. Man setzt im Spielmodus sozusagen etwas andere Schwerpunkte. Schon der Samsung KS0890 war super zum Spielen geeignet und das trifft auch auf den Samsung QLED Q7C zu.

Es ergeben sich im Grunde die gleichen, qualitativen Unterschiede zum KS8090, den ich noch gut im Kopf habe, wie schon beim UHD-Filmgenuss: HDR wird qualitativ nochmals eine Ecke aufgewertet, was sich bei den eingangs genannten Titeln bemerkbar macht. Was Input Lag betrifft, konnte ich beim Ausprobieren des Fernsehers keine wahrnehmbare Veränderung gegenüber dem KS8090 feststellen, der aber schlichtweg bereits einen sehr guten Eindruck hinterließ. Zum Zocken ist der Q7C also bestens geeignet und kann dank gesteigerter HDR-Qualität für beste Unterhaltung sorgen.

Sonstige Anmerkungen

Samsung setzt auch beim QLED Q7C auf die externe One-Connect-Anschlussbox, welche alle Schnittstellen integriert. Am TV selbst stöpselt ihr also nur direkt das Stromkabel und eben das Kabel der Box an. Neu ist das nahezu transparente Verbindungskabel, das vom TV zur Box läuft. Dadurch könnt ihr den Fernseher beispielsweise an der Wand anbringen und das sehr dünne, unscheinbare Kabel ist (zumindest bei weißen Wänden) kaum noch sichtbar.

Mir selbst ist sowas relativ schnurz, da ich den TV ohnehin mit dem Ständer aufstelle und Kabelsalat gewohnt bin. Aber wer es gerne aufgeräumt am Fernseher mag und seine Geräte mit Vorliebe aufhängt, wird diesen Aspekt am Q7C sicherlich zu schätzen wissen.

Außerdem liegt eine Premium Smart Remote bei, an der Samsung ebenfalls gefeilt hat: Statt nur auf Plastik zu setzen, wie etwa bei der Fernbedienung des KS8090, kommt dieses Mal vorwiegend Aluminium zum Einsatz. Sie lässt sich mit wenigen Tasten zur Steuerung des TVs nutzen und bietet, das war aber auch 2016 schon der Fall, eine dedizierte Taste sowie ein Mikro zur Sprachsteuerung. Außerdem werden externe Geräte über die One-Connect-Box nun direkt mit Namen erkannt. Statt „HDMI 3“ prangt automatisch „Xbox One“. Das klappte aber auch schon letztes Jahr mit zumindest einigen Quellen.

Lautsprecher hat der Q7C ebenfalls: Klingen nach meinem subjektiven Höreindruck sogar etwas voluminöser als die des KS8090 mit identischer Diagonale von 55 Zoll. Kann man jedenfalls für Filme, Serien und Spiele durchaus gebrauchen, wenn man es eh nicht auf Surround-Sound abgesehen hat und in einer Mietwohnung lebt, bei der man lieber die Nachbarn nicht akustisch belästigen möchte.

Fazit

Samsung hat mit dem QLED Q7C einen tollen Fernseher veröffentlicht, der meines Erachtens aber im Preis- / Leistungsverhältnis schlecht abschneidet. Es sind deutliche Verbesserungen bei der Bildqualität, speziell bei der Wiedergabe von HDR-Content, zu sehen – aber wer bereits ein Modell aus dem Jahr 2016 besitzt, für den lohnt sich das Upgrade definitiv nicht. Ich habe generell einfach Bauchschmerzen die TVs des Jahres 2017 zu empfehlen – nicht nur bei Samsung. HDMI 2.1 steht in den Startlöchern und damit auch Dynamic HDR. Im Bezug auf die QLED kommt hinzu, dass Samsung weiterhin nichts von Dolby Vision hält und auf Unterstützung verzichtet. Das könnte sich mittelfristig als Fehler erweisen. Denn mittlerweile ist mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ auch eine der ersten Ultra HD Blu-ray mit Dolby Vision angekündigt und die Filmstudios entwickeln Interesse. Wer also „Zukunftssicherheit“ erwartet, erhält diese bei aktuellen Ultra-HD-Fernsehern maximal für einige Monate. Da dürfte 2018 hoffentlich etwas mehr Stabilität in den Markt bringen.

Leider nicht mein Wohnzimmer

Beschränkt man den Blickwinkel auf den aktuellen Augenblick, ist Samsungs QLED Q7C ein wirklich toller Fernseher, der gegenüber den SUHD-TVs des letzten Jahres spürbar einen Zahn zulegt – das merkt man sowohl beim Gaming als auch beim Anschauen von UHD-Filmen. Die Bedienung ist dank Tizen wiederum sehr ähnlich, wurde aber um neue Feinheiten erweitert. Außerdem ist die Premium Smart Remote deutlich hochwertiger als die Pendants von 2016.

Ob ihr den Samsung QLED Q7C kaufen solltet, dürfte von eurem Geldbeutel und eurer Geduld abhängen: Aktuell handelt es sich hier um eines der Top-Fernsehgeräte – auch wenn andere Mütter natürlich auch schöne Töchter haben. Damit sind beispielsweise LGs OLED der Siganture Series gemeint. Es handelt sich bei dem QLED Q7C mit 55 Zoll jedenfalls um einen TV mit exzellenter Bildqualität, der zwar keinen Quantensprung zu den SUHD des Jahres 2016 darstellt, aber eine erkennbare Überlegenheit demonstriert – wenn auch zu einem hohen (Verkaufs)Preis.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei
Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich
eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das
erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto
auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 2543 Artikel geschrieben.