HDMI 2.1 ist da und führt endlich Dynamic HDR ein

4. Januar 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: André Westphal

Wer meine bisherigen Beiträge zu Ultra HD gelesen hat, ist es vielleicht mit der Zeit leid geworden, dass ich immer wieder darauf verwiesen habe mit dem TV-Kauf bis zur Finalisierung von HDMI 2.1 abzuwarten – bereits im März 2016 hatte ich Gerüchte zum neuen Standard aufgegriffen. Jene haben sich dann letzten Endes auch bewahrheitet: Unter der Bezeichnung „Dynamic HDR“ läutet HDMI 2.1 mit der Unterstützung dynamischer Metadaten für HDR10 quasi die Zukunft des Standards ein. Tatsächlich unterstützt HDMI 2.1 nun aber auch 8K-Auflösungen mit 60 Bildern pro Sekunde sowie 4K mit 120 Bildern pro Sekunde.

Auch ist nun eine gesteigerte Datenbandbreite via 48G-Kabel drin. Der neue Standard ist abwärtskompatibel, so dass die neuen Kabel sich auch an alten Geräten verwenden lassen und umgekehrt. Zur Nutzung der neuen Features wie eben Dynamic HDR ist aber eine komplette HDMI-2.1-Gerätekette die Voraussetzung. Sagt bitte nicht, ich hätte euch diesbezüglich nicht gewarnt. Was Dynamic HDR aber nun bringt? Bisher mussten beim Mastering für den gesamten Film bestimmte Parameter  für Helligkeit, Kontrast und Farben gesetzt werden. Für HDR ist das aber eigentlich suboptimal, da Filme nunmal sowohl dunkle als auch helle Szenen enthalten und viele Regisseure auch gerne je nach Szene mit den Farben spielen. Dadurch kam es dann auch vielfach zu Kritik, dass HDR die Wiedergabe negativ beeinflussen könne bzw. das Originalmaterial verfälsche.

Dynamic HDR ist jetzt wesentlich flexibler und erlaubt über dynamische Metadaten, also unterschiedliche Einstellungen, die je nach Aufnahme greifen können, eine viel individuellere Anpassung. Jetzt können die HDR-Daten für einzelne Szenen oder sogar einzelne Aufnahmen unterschiedlich gesetzt werden. Genau darauf habe ich persönlich lange gewartet und denke, dass damit endlich der Meilenstein erreicht ist, der einen Einstieg in den Markt für Ultra-HD-Hardware lohnenswert macht.

Neu ist auch eARC, wodurch objektbasiertes Audio unterstützt wird und weitere Steuerungsmöglichkeiten für das Audiosignal und die automatische Erkennung der Geräte Einzug halten sollen. Für Gamer ist wiederum der VRR-Spielemodus spannend, denn hier soll eine variable Bildwiederholfrequenz angelegt werden, so dass Effekte wie Stottern und Tearing drastisch reduziert werden könnten.

Eingeführt wird HDMI 2.1 Anfang des zweiten Quartals 2017. Ob es eventuell möglich sein wird alte Geräte eventuell doch in Ausnahmefällen (PS4 Pro, Xbox One S) über Software-Updates nachzurüsten, ist aktuell nicht bekannt. Weitere Informationen könnt ihr zusätzlich in der offiziellen Pressemitteilung nachlesen. In englischer Sprache als PDF ist jene auch nochmal hier zu finden. Wie gesagt, habe ich lange auf HDMI 2.1 gewartet und freue mich, dass der neue Standard alle Erwartungen erfüllt. Ich bin extrem auf die ersten Geräte mit der Schnittstelle gespannt.

UPDATE:

Vor Ort in der Fragerunde nach der offiziellen Präsentation gab es die Ansage, dass es von den Herstellern und technischen Voraussetzungen der Produkte abhängig sein wird, ob ein reines Software-Upgrade ausreichen könnte, um Kompatibilität zu HDMI 2.1 herzustellen. Die HDMI Association deutete an, dass die meisten TV-Hersteller sicherlich keine derartigen Updates ausliefern dürften bzw. das Proceder technisch zu schwierig sein könnte. Allerdings dürfte es für Besitzer von beispielsweise einer Microsoft Xbox One S oder Sony PlayStation 4 Pro hingegen durchaus Hoffnung geben. Danke an Byron Jochims von Ultra-HDTV.net für die zusätzlichen Informationen!


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1951 Artikel geschrieben.