LG zeigt auf der CES 2017 seine neuen Signature OLED TV W

4. Januar 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: André Westphal

Nachdem ich gestern abend beim Samsung First Look die neuen QLED-TV von Samsung in Augenschein nehmen konnte, ging es heute spannend mit LG weiter: Dabei verteilten die Südkoreaner von LG reichlich Seitenhiebe auf Samsung- LG dürfte sich sicherlich mit den neuen QLEDs beschäftigt haben und so konterte man in vielen Punkten ziemlich direkt. Auch seinen ersten Player für Ultra HD Blu-ray hatte LG in petto. Tada, jener unterstützt dann auch ab Werk Dolby Vision, was ich persönlich fantastisch finde. Für die TVs gilt das natürlich ebenfalls.

Auch LG schwieg zwar noch zu HDMI 2.1, setzte den Fokus aber ganz klar auf dynamische Metadaten:  So unterstützen die neuen Signature OLED TVs nicht nur HDR10 und Dolby Vision, sondern auch zwei völlig neue HDR-Modi namens „Hybrid Log Gamma“ (HLG) und den in Zusammenarbeit mit Technicolor eingeführten Modus „Advanced HDR by Technicolor“. Hier muss ich den Hut vor LG ziehen, denn HDR ist für mich DER Vorteil an Ultra HD – nicht die Auflösung an sich. In diesem Bezug verspricht LG auch eine um 25 % gesteigerte Helligkeit im direkten Vergleich mit den OLED-TVs des Jahres 2016. Zudem soll es erweiterte Kalibrierungsoptionen geben, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit Technicolor ausgetüftelt wurden.

Die Flaggschiffe sind die neuen Siganture OLED TV W – das „W“ hat laut LG mehrere Bedeutungen: Wallpaper, Window oder auch augenzwinkernd „Wow!“. Dabei handele es sich laut LG um die bisher dünnsten und leichtesten OLED-Fernseher aller Zeiten. Der 65-Zoller ist beispielsweise gerade einmal 2,57 mm dick. Auch kontert LG direkt Samsungs Wandhalterungen für die neuen QLED-Modelle: Die Signature OLED TV W nutzen eine Halterung, die mit Magneten arbeitet statt mit Schrauben, wodurch der TV zum einen sehr leicht anbringbar sein soll und zum anderen ebenfalls kein Abstand mehr zur Wand bestehe.

Neben Dolby Vision fürs Bild bietet die Serie übrigens auch noch Dolby Atmos für den Ton. Es handelt sich damit um das erste Mal überhaupt, dass interne TV-Lautsprecher die Technik verwenden. Hier hatte LG dann auch Giles Baker von Dolby Laboratories als Gast geladen, der die Kooperation mit den Südkoreanern sowie speziell die neue TV-Generation freilich mehr als überschwänglich lobte. Die neuen LG Siganture OLED TV W wird es dabei mit wahlweise 77 bzw. 65 Zoll geben. Zu Preisen und Erscheinungsdaten war seitens LG aber leider noch nichts zu vernehmen.

Als weitere Serien erscheinen die G7 (65 Zoll), E7 (65 / 55 Zoll), C7 (65 / 55 Zoll) und B7 (65 / 55 Zoll). Die neuen Geräte bieten auch eine Technik namens „HDR Effect“, was laut LGs Beschreibungen nach zu urteilen Samsungs HDR+ ähnelt: So werden über HDR Effect SDR-Inhalte zu HDR konvertiert. Via „Active HDR“ sollen dynamische Metadaten, wie sie auch HDMI 2.1 unterstützt, zudem nach Bedarf zu Content hinzugerechnet werden. Als Betriebssystem der neuen TVs dient dabei das webOS 3.5. Hier hat LG dann auch die Zusammenarbeit mit etlichen Content-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime Video, Vudu, BBC und Co. betont.

Als Seitenhieb auf die Konkurrenz betone LG zudem, dass andere Hersteller vernachlässigen würden, dass die meisten Nutzer nicht absolut gerade vorm TV sitzen. Man hätte selbst durch Studien ermittelt, dass 90 % der Zuschauer aus weniger optimalen Winkeln auf den Fernseher schauen. Deswegen sei Blickwinkelstabilität, speziell bei der Farbwiedergabe, von extremer Wichtigkeit. Kaum ein Hersteller berücksichtige das. LG wolle aber mit seinen neuen OLED-Fersehern „das Ende des Sweet-Spots“ auf dem Sofa einläuten. Wo die Konkurrenz stark bei der Farbgenauigkeit abbaue, sobald der Blickwinkel nicht optimal sei, könne LG hier punkten und biete bessere Blickwinkel mit exakter Farbgenauigkeit – konkrete Details zu den Blickwinkeln gab LG aber dann bei all den beeindruckenden Worten nicht heraus.

Ähnlich wie Samsung beruft sich auch LG darauf, dass die neuen OLED-TVs mehr als 100 % des DCI-Farbraumes abdecken. Hier stichelte LG aber dann nochmal direkt gegen die Landesgenossen und disste quasi die Quantum-Dot-Technologie dezent: Jene biete zwar immer höhere Helligkeit, verfälsche aber weiterhin die Farben – speziell beim bereits angesprochenem Blickwinkel-Problem. Hier sei LG am Drücker, wie auch der Partner Technicolor, der nun LGs OLED-TV bei internen Überprüfungen der Farbgenauigkeit als Referenzmodelle nutzt, bestätigte. Wer nun in der Praxis Recht behält, LG oder Samsung, muss jeder für sich überprüfen.

Insgesamt war LGs Präsentation durchaus beeindruckend: Man sieht, dass es mit Ultra HD vorangeht und der Fokus des Unternehmens auf HDR und Farbtreue ist in meinen Augen goldrichtig. Witzig an dieser Stelle: Weder Samsung noch LG hoben dann auch noch in irgendeiner Form die Auflösung hervor. Der Fokus lag bei beiden Herstellern klar auf Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe… Auch das Thema Curved spielte bei Samsung nur ganz am Rande und bei LG gar keine Rolle mehr. Der Markt für Ultra HD entwickelt sich nun langsam aber sicher in die richtige Richtung und ich bin sehr auf die weiteren Eindrücke vom Showfloor gespannt.



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Über den Autor: André Westphal

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