Samsung First Look auf der CES 2017: QLED-TVs sind da

4. Januar 2017 Kategorie: Hardware, geschrieben von: André Westphal

Samsung hat auf der CES 2017 seine neuen SUHD-, pardon, QLED-Fernseher vorgestellt. Allerdings geizte man mit technischen Daten und hob statt harter Specs allerlei andere Vorzüge der neuen TVs mit Ultra HD (3.840 x 2.160 Bildpunkte) hervor. Die neuen Serien erhalten nun völlig neue Bezeichnungen und werden als Q9, Q8 und Q7 den Markt beglücken. Zum einen will Samsung natürlich die Bildqualität in unermessliche Höhen schrauben. Zum anderen übt man sich allerdings auch in Convenience, was etwa die Anbringung an der Wand betrifft.

Ich bin selbst beim FirstLook-Event vor Ort gewesen und konnte die neuen QLED entsprechend direkt in Augenschein nehmen. Wie man bereits anhand des Namens erahnen kann, suchten die Südkoreaner zahlreiche Vergleiche zu OLED-Modellen. Dabei nahm Samsung für seine neuen QLED-TVs deutlich bessere Farbwiedergabe und eine wesentlich höhere Helligkeit in Anspruch. Bei den Vergleichsdarstellungen, Samsung positionierte QLEDs und OLEDs direkt untereinander, gewannen die QLED in der Tat sichtbar. Allerdings wissen wir alle, dass derartige von Herstellern angebotene Vergleiche immer mit Vorsicht zu genießen sind. So wird Samsung sich schon das richtige Material herausgepickt und an den Einstellungen passend gespielt haben.

Das ändert aber nichts daran, dass die QLED-Modelle für sich genommen natürlich fantastisch aussahen. Samsungs Kopf der Sparte für Visual Displays, HyunSuk Kim, sprach gar von einer neuen Ära fürs Heimkino. So stellen die neuen QLED-TVs etwa den DCI-P3-Farbraum komplett und akkurat dar. Die Fernseher sollen bei allen Helligkeitseinstellungen die Farben zu 100 % genau wiedergeben. Auch bei 1.500 oder gar 2.000 Nits soll die Präzision erhalten bleiben – das ist natürlich besonders wichtig für die HDR-Wiedergabe.

Erreicht hat Samsung diese Genauigkeit laut eigenen Aussagen über neue Materialien für seine Quantum Dots. Am Ende soll die Helligkeit eben nicht mehr für erhöhte Farbtreue geopfert werden oder umgekehrt. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist für Samsung die Convenience: die QLED-TVs sollen nur noch ein einziges, transparentes Kabel vom TV führen. Genaueres werde ich hierzu berichten, wenn ich auf der Messe mal angesehen habe, ob sich das Ganze lohnt. Denn mir persönlich ist wurscht, ob nun drei oder vier Kabel am TV hängen. Wer allerdings viel Wert auf Design und Optik legt, könnte hier einen entscheidenden Vorteil erkennen.

Viel Tamtam machte Samsung auch um seine neue Wandhalterung, welche den Abstand der TVs zur Wand drastisch absenkt. Zudem soll die Anbringung leichter vonstatten gehen und eine Person nur noch ca. 15 Minuten kosten. Hier bin ich wiederum skeptisch, denn wer sich einen High-End-TV für tausende Euros kauft, wird vermutlich eher auf Sicherheit als auf Schnelligkeit bei der Anbringung achten.

Dann zeigte Samsung auch noch neue Ständer für die QLED-TVs: Die Modelle solle mit „Studio Stands“ in den Handel kommen, welche einer Staffelei ähneln, oder aber mit „Gravity Stands“, die an moderne Skulpturen erinnern (siehe Bild mit beiden Varianten). Nette Spielereien, wobei ich die sehr unauffälligen Ständer der 2016-Serien schon als extrem gelungen empfand.


Ich bin gespannt, ob die Bezeichnung QLED, eine recht deutliche Attacke auf LGs OLED-Modelle, die Kunden nicht etwas verwirrt: Mancher Laie wird hinter dem Marketingbegriff vermutlich eine völlig neue Display-Technologie vermuten. Sicher ist, dass Samsung mit den neuen TVs nochmal gegenüber 2016 deftig eins draufsetzt. Nichts sagte man allerdings zu HDMI 2.1, Dolby Vision oder der Einbindung dynamischer Metadaten. Ich werde mir Samsungs QLED-Serien nochmal auf dem Showfloor ansehen und in den nächsten Tagen weitere Eindrücke posten. So soll nämlich auch LG in puncto Wandhalterungen übrigens noch etwas in petto haben…Dazu bald mehr.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei
Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich
eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das
erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto
auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 2550 Artikel geschrieben.