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Ultra HD Blu-ray: Endlich Details zu Dolby Vision bekannt

12. Juni 2016 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: André Westphal

Ultra_HD_Blu-rayIch habe bereits in einem Beitrag im Februar darauf hingewiesen, dass die aktuelle Hardware für Ultra HD lediglich eine Zwischenstufe ist. So befinden sich vor allem die Ultra HD Blu-ray und entsprechende Abspielgeräte noch im Reifungsprozess. Zuletzt gab es durch die ersten 100-GByte-Disks einen Sprung nach vorne. Jene sind natürlich zu den bereits erschienenen Playern kompatibel. Anders sieht es mit Dolby Vision, sozusagen einer verbesserten Variante des aktuellen HDR, aus. Nun dringen aus Japan endlich mehr Details an die Öffentlichkeit, welche unterstreichen, dass ihr mit dem Kauf einer neuen Gerätekette eventuell noch warten solltet.

Dolby selbst hat verraten, dass spezielle Abspiel- und Darstellungsgeräte notwendig sein werden, um Dolby Vision zu nutzen. Ultra HD Blu-ray sollen eine spezielle Datenschicht erhalten, welche dann die notwendige, dynamischen Metadaten speichern wird. Dabei sollen die Player und Disks abwärtskompatibel zu bestehenden Geräten sein, auf denen dann eben nur mit dem schlechteren HDR10 wiedergegeben werde. Um Kompatibilität zu Dolby Vision herzustellen, werden zwei HEVC-Decoder notwendig sein. Wer also gehofft hatte, die Unterstützung sei an aktuellen Abspielgeräten eventuell durch Software-Updates herzustellen, wird nun endgültig eines Besseren belehrt.

ultra hd blu-ray dolby vision

Zeitgleich wurde Dolby natürlich nicht müde, die Vorteile von Dolby Vision gegenüber dem aktuell implementierten HDR10 hervorzuheben. Dolby Vision ermöglicht dank 12-bit-Unterstützung die Darstellung von noch mehr Farben und Kontrasten und soll eine Helligkeit von bis zu 10.000 Nits unterstützen. Normales HDR10 endet bei 1.000 Nits.

dolby vision hdr10 vergleich

Ein wesentlicher Vorteil von Dolby Vision gegenüber HDR10 ist die Einbindung dynamischer statt statischer Metadaten. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass die HDR-Bildeinstellungen bei der Bearbeitung bzw. Wiedergabe von Szene zu Szene einzeln angepasst werden können. Statt also einmal Werte festzulegen, die sich z. B. für eine dunkle Szene optimal eigenen können, bei einer sehr hellen aber eher semi-geeignet sind, variieren die Metadaten.

dolby vision dynamische metadaten

Dolby hat als Partner bereits Warner Bros, Sony, MGM und Universal bestätigt. Alle genannten Studios werden in Zukunft Ultra HD Blu-ray mit Dolby Vision veröffentlichen. Einen Zeitrahmen nannte Dolby jedoch noch nicht. Ich gehe stark von Anfang 2017 aus – erstmal müssten ja überhaupt entsprechende Player in den Handel kommen. Zumindest LG hatte vage für Endes des Jahres den ersten UHD-Player mit Dolby Vision in Aussicht gestellt. Die Südkoreaner haben bereits OLED-TVs mit Dolby Vision auf den Markt gebracht.

Fazit für euch? Aktuelle Ultra-HD-Fernseher aber auch Abspielgeräte werden Dolby Vision nicht unterstützen. Innerhalb der Industrie ist man sich allerdings einig, dass Dolby Vision „das echte HDR“ sei. Sollte es euch wichtig sein, die bestmögliche Qualität zu erhalten, wenn ihr schon in eine neue Gerätekette investiert und jene womöglich über mehrere Jahre nutzen wollt, empfehle ich auf die ersten Player zu warten.

(via Minkabu)


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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