Nokia HERE: Amazon, Apple, Alibaba, Facebook, Baidu und andere sollen an Kauf interessiert sein

Dass Nokia seinen Kartendienst HERE abstoßen möchte, ist bereits bekannt. Eine Finanzspritze von 3,2 Milliarden Dollar erhoffen sich die Finnen aus dem Deal. Das Geld würde auch nicht ungelegen kommen, immerhin hat Nokia erst vor gut einer Woche den Netzausrüster Alcatel-Lucent für 15,6 Milliarden Euro übernommen. Nokia wendet sich beim Verkauf von HERE laut Bloomberg auch an die Großen der Branche. Apple, Amazon, Alibaba und Facebook gehören zu den Unternehmen, die ein Auge auf HERE haben.

Nokia Logo

Aber auch ein Verband von Automobilherstellern hat schon Interesse bekundet, ebenso wie mehrere Investor-Gemeinschaften. Sirius, der größte Satelliten-Radio-Anbieter, soll ebenfalls Interesse haben. Dem schließt sich Baidu, Chinas größte Suchmaschine, an. Es macht ganz den Anschein als würde Nokia keine großen Probleme haben, HERE loszuwerden. Gebrauchen könnten den Kartendienst im Prinzip alle, Google ist hier nach wie vor bestens aufgestellt. HERE ist bereits ein fertiges Produkt, das immer wieder Lob kassiert, nicht nur für das Kartenmaterial selbst, sondern auch für die gut gemachten, auf allen wichtigen Plattformen verfügbaren Apps.

Es wird durchaus interessant sein, wer letztendlich den Zuschlag erhält. Je nachdem könnte es für Nutzer dann nämlich auch schnell vorbei sein mit den guten Apps. Es sei denn, das kaufende Unternehmen entschließt sich dazu, HERE so zu belassen wie es ist, beziehungsweise es als eigenständiges Produkt weiterzuführen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Na dann hoffen wir mal, dass Apple leer ausgeht. Dort würden die Apps für fremde Plattformen wohl kaum weitergeführt werden.

  2. Ich denke auch, dass Nokia „Here“ sehr gewinnbringend abstoßen kann. Ich glaube aber auch, dass Microsoft hier auch eine Rolle spielen wird.

  3. Gab auch schon Meinungen, dass MS da egal sein kann, die Verträge laufen noch 10 Jahre und der neue Eigentümer müßte diese Verpflichtungen wohl übernehmen. Wäre aber wahrscheinlich eine Möglichkeit, zu Googe aufzuschließen. Ich weiß nicht, wie gut bing-Maps da aufgestellt sind….
    Man wird wohl abwarten müssen…. 😉

  4. Ich kann auch nur gegen Apple hoffen. Wenn die Here-Sparte nach Cupertino geht kann man die App-Angebot auf den Konkurrenz-Plattformen nach auslaufen der Verträge wohl vergessen.

  5. Apple würde HERE für den freien Markt killen. Warum nicht Microsoft, die nutzen es doch eh schon.

  6. @Behaviorist
    Es ist also gewinnbringend, wenn man ein Unternehmen für weniger als den ursprünglichen Kaufpreis von 8,1 Milliarden Dollar wieder abstößt? Oder was hatte Nokia für Navteq bezahlt?

  7. Nokia machte im letzten Jahr mit here einen operativen Verlust von ca. 1,2 Mrd zuzüglich einer Abschreibung von ca. 1 Mrd. Demnach wäre ein Verkauf zu 1 Euro schon gewinnbringend. Ferner gibt es einen Bieterwettbewerb, welcher den Preis noch treiben kann.

  8. @ Thomas Voiß naja, das mit dem Gewinn ist so ne Sache. Nokia hat Here nicht komplett selbst aufgebaut sondern seiner Zeit navteq für 5,7 Mrd. aufgekauft. Am Ende ist das wohl insgesamt ein Verlustgeschäft gewesen. Ein Gewinn im Sinne eines positiven Überschusses nach Abzug aller Kosten ist was anderes.

  9. @Stefan
    Welche Quelle hast du für den niedrigeren Preis? Meiner stammt aus einem „Handelsblatt“ Artikel. http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/navteq-uebernahme-durch-nokia-verloren-oder-gefunden/2867858.html

    Navteq hatte schon zur Zeit der Übernahme 2007 nur ein vierzigstel des Kaufpreises an Jahresumsatz, da ist Nokia seine Gier ganz schön teuer gekommen. Die jetzige Aktion ist eine Notbremse, und die potentiellen Käufer wissen auch, warum sie sogar den jetzigen Preis nicht zahlen wollen: Es rechnet sich nicht.

  10. Ach, klar, bei dir sind es Euro, bei mir USD.

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