Sonos One: Der Neue mit Alexa-Anbindung im Test

18. Oktober 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: caschy

Der Sonos One ist der neue Lautsprecher von Sonos. Die große Neuerung ist sicherlich der integrierte Support von Amazon Alexa. Das könnte für viele interessant sein, die Alexa-Funktionalitäten und besseren Sound wollen. Auf den Sound gehe ich übrigens nicht großartig ein, was bei einem Lautsprechertest sicherlich quatschig wirkt.

Aber: Der Sonos One ist in Sachen der Lautsprecher wohl identisch mit dem Sonos Play:1, den ich damals schon ausführlich getestet habe – und selbst gegen den Amazon Echo habe antreten lassen. Einen Unterschied höre ich zumindest nicht – also von Sonos One zu Sonos Play:1. Außerdem setzt man weiterhin auf 10/100 MBit/s RJ 45 oder 2,4 GHz WLAN wie beim Play:1.

Lest euch gerne also meinen Testbericht zum Play:1 durch, den ich für seine Maße durchaus wohlklingend finde. Hier ein Ausriss:

Zum Sound: Was soll dieser kleine Kasten mit seinen kleinen Lautsprechern schon an Sound und Klang liefern? Eine Frage, die man sich definitiv stellen kann. Ich für meinen Teil bin positiv überrascht. Der Sound ist sehr warm und kann auch mit einer guten Dynamik aufwarten, hier musste ich aber erst Hand anlegen und in den Einstellungen der Software den Bass ein wenig höher regeln. Hier stellt sich nun die Frage, wie groß die zu beschallenden Räume sind. Ich testete den Lautsprecher in meinem Arbeitszimmer, welches recht überschaubar ist und im der Küche mit angrenzendem Wintergarten. Beide Räume ließen sich hervorragend beschallen, wobei bei einer Party eher eine größere Lautsprechervariante zum Einsatz kommen sollte.

Ich habe seit Jahren einen Play:1 im Badezimmer und einen im Schlafzimmer, sicherlich eher für die leiseren Töne, da in diesen Räumen keine Partys stattfinden (if you know what i mean), aber der Play:1 und somit auch Sonos One können definitiv mehr als ich für gewöhnlich brauche in den Räumen. Und wenn es mehr sein soll, dann kann man eben auch Gruppen nutzen oder die Player zu einem Stereopaar zusammenschließen.

Und nun sind wir bereits mitten im Thema, denn der Sonos One lässt sich nicht mit einem Play:1 zusammenschließen. Wollt ihr also ein Stereopaar erstellen, dann müsst ihr euch zwei Sonos One zulegen. Die Einrichtung eines One von Sonos läuft so ab wie bei jedem Lautsprecher, allerdings ist eben Alexa mit an Bord, was bedeutet, dass ihr den Sonos One via Sprache befehligen könnt. Das könnt ihr derzeit bei den älteren Lautsprechern von Sonos nur, wenn ein Echo oder Echo Dot im Haus ist und dieser via Skill mit euren Sonos-Lautsprechern verbunden ist.

Gesetzt dem Fall, dass ihr keinen Echo habt oder der Sonos One euer erster Sonos-Lautsprecher ist, so habt ihr nun das komplette Amazon-Skill-Universum vor euch. Ihr könnt also auch über den Sonos One eure Lampen steuern, nach dem Wetter fragen. Eben all das, was ihr einen Amazon Echo fragen könnt – denn der Amazon-Lautsprecher greift auch nur auf Alexa, die Intelligenz in der Cloud, zurück. Dies macht auch der Sonos One und die Lautsprecher anderer Hersteller.

Ihr ruft also: Alexa, gefolgt von eurem Befehl – und der Sonos One führt ihn aus oder gibt euch Antwort. Kein Hexenwerk. Was nicht geht, das sind spezifische Echo-Funktionen. Nachrichten empfangen oder senden funktioniert nicht – und auch das Dropin funktioniert mit einem Sonos One nicht. Dies bleibt Echo-Besitzern vorbehalten. Hat man Echo oder Echo Dot im Einsatz sowie einen Sonos One, so wird an nur am Echo über eingehende Nachrichten informiert, kann diese auch nur da abhören.

Und wo wir bei den fehlenden Funktionen, Stand jetzt, sind. Die Funktion zur Raumerkennung und der damit verbundenen Sound-Optimierung namens TruePlay funktioniert derzeit nicht. Des Weiteren sind in Sachen Musikdiensten momentan nur Amazon Musik Unlimited, Amazon Music und TuneIn via Sprache mit drin (alle anderen wie immer via App). Allerdings will man in diesem Jahr die komplette Sprach-Unterstützung für Spotify nachreichen. Das mag für Amazon-Musik-Unlimited-Kunden egal sein, mich stört das Fehlen von Spotify oder auch Apple Music schon sehr, da ich hier meine Musik lagere.

Natürlich kann ich auch Spotify, Apple Music und meine anderen Dienste abspielen – aber eben nicht per Sprache den Sonos One zum Abspielen befehligen. Das fühlt sich unfertig an. Ein bisschen wie der Alexa-Skill für die anderen Lautsprecher, der ja auch tatsächlich Beta ist.

Kann man einen Sonos One befehligen, einen anderen Player (zum Beispiel in einem anderen Raum) anzusteuern, sofern dieser an Alexa angebunden ist? Ja, das funktioniert. Konkretes Beispiel: Sonos One im Büro und einen alten Play:3 auf der Terrasse. Dieser ist per Alexa-Skill angebunden und befindet sich im Alexa-Backend eingegliedert im Raum „Terrasse“.

Alexa, spiele Rockmusik auf (der) Terrasse: Rockmusik wird gespielt – von Amazon Musik.

Alexa, nächster Song auf (der) Terrasse: Nächster Song wird gespielt

Alexa, wie heißt der Song? Sonos One sagt den Namen an.

Alexa, Pause Musik auf (der) Terrasse: Pause

Alexa, lauter auf (der) Terrasse: Musik wird lauter

Alexa, leiser auf (der) Terrasse: Musik wird leiser

Alexa, Lautstärke 4 auf (der) Terrasse: Terrasse unterstützt das nicht.

Alexa, Lautstärke 5 auf (der) Terrasse: Lautstärke 5 ist an (50%).

Alexa, Lautstärke 4 auf (der) Terrasse: Terrasse unterstützt das nicht.

Alexa, Lautstärke 4 auf (der) Terrasse: Wenn du mit deiner Stimme die Lautstärke einstellen willst, dann benutze bitte ganze Zahlen von Null bis Zehn.

Alexa, STELLE die Lautstärke auf Terrasse auf 8: Sonos One stellt sich auf 8

Alexa, STELLE die Lautstärke auf der Terrasse auf 4: Lautsprecher ist auf Lautstärke 4

Alexa, spiele Hip Hop auf der Terrasse: Audible wird auf diesem Gerät nicht unterstützt

Alexa, spiele Hip Hop Musik auf der Terrasse: Hip Hop wird abgespielt

Alexa, spiele Hubert Kah auf der Terrasse: Ich kann „Auf der Terrasse von Hubert Kah nicht in deiner Bibliothek finden“.

Ihr seht: Gerade bei der Lautstärke müsst ihr aufpassen und auf das korrekte Wording achten. Und wenn man nicht DIREKT den Sonos One anspricht, also ohne Raumnamen, dann wirds auch nichts mit Interpreten, das funktionierte in meinem Test nicht. Playlistennamen von Amazon wurden fehlerfrei erkannt, von daher freue ich mich, wenn Spotify und Co kommen. So ist das Ganze derzeit noch nichts für mich.

Abschließende Worte? Man kann keine abschließenden Worte für etwas finden, was noch in der Entwicklung steckt. Amazon Alexa ist es immer und auch Musikdienste müssen beim Sonos One noch eingebunden werden. Ich bin wirklich Fan von Spracheingabe, steuere meine Lampen und so. Wenn die Sprachbefehle sitzen: Toll. Allerdings ist es mit Musik so, dass ich lieber per App steuere, auch weiterhin.

Ich bin schon absolut genervt, wenn mich ein Lautsprecher mich beim ersten Mal nicht versteht, er mir antwortet und ich etwas mindestens noch einmal wiederholen muss. In der Zeit habe ich alles per App erledigt. Auf der anderen Seite bekommt der Käufer eines Sonos One auch ein Mehr in die Hand. Nämlich die komplette Welt der Alexa. Fußballergebnisse, Wissen aus dem Internet, den Wetterbericht und mehr. Und irgendwann auch einmal den Google Assistant.

Wer sich einen Echo oder Echo Dot nur für die Smart-Home-Steuerung gekauft hat, der fährt weiterhin gut, da die Kisten günstiger sind. Wer aber einen kraftvollen Sound möchte, der findet im Sonos One, auch ohne die Echo-eigenen Funktionen einen guten Partner. Sonos sollte allerdings die Beine in die Hand nehmen und die Dienste-Unterstützung in Sachen Audio erweitern.

Der Sonos One kostet 229 Euro und ist ab dem 24. Oktober 2017 erhältlich. Das ist der identische Preis des Play:1. Die große Frage, welchen man kauft, dürfte damit eigentlich nicht mehr zu stellen sein.

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Über den Autor: caschy

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