Ausprobiert: Sonos SUB: Gib mir Bass!

18. Juli 2012 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Wer hier ein paar Tage mitliest, der weiss: ich habe ein Sonos-System. Ich berichtete hier im Blog schon oft über das drahtlose System, welches meine Bude hier beschallt. Audio ist eine Philosophie für sich, es gibt Menschen, die können dem drahtlos übertragenen Sound nichts abgewinnen, ich für meinen Teil möchte nicht mehr ohne die Möglichkeit leben, von Android, iOS, Mac oder Windows meinen Sound in jedem Raum zu steuern – egal ob ich ihn lokal, aus meinem Netzwerk oder aus dem Internet streame.

Entweder lokale Musik, Musik vom NAS oder auch Radio, Spotify, rdio und Co – geht ja bekanntlich alles. Sonos – das war bisher der Lautsprecher Play:5 oder der Play:3. Autarke Lautsprecher. Klingt unspannend, ist es aber auf keinen Fall. Ihr habt dabei eine Box, in der ein Tief-, zwei Mittel- und zwei Hochtöner verbaut sind. Hat man mehrere Boxen, so kann man diese auch koppeln.

Vor knapp zwei Monaten dann die Ansage von Sonos, dass man einen Subwoofer auf den Markt bringen wolle. SUB heißt er. 699 Euro. Puh – das ist kein Schnäppchen, kommt man doch so auf locker auf 1300 Euronen, wenn man sich SUB und 2 Play:3 leistet. Ich selber bin bislang für die Raumbeschallung ohne den Sub glücklich gewesen, für Ramba Zamba habe ich ein Soundsystem, welches über einen Sub und 5.1-Lautsprecher verfügt – und in Summe wahrscheinlich günstiger ist – dafür aber nicht über die Bequemlichkeit der Sonos Software verfügt.

Vor zwei Wochen kam dann das von mir angeforderte Testsample des Sonos SUB an. Mein lieber Scholli, ich dachte, der wäre etwas kleiner – aber er ist wirklich groß, schwer und anscheinend etwas für Menschen, die Klavierlack und etwas Design mögen. Ich raffe den Hype um Klavierlack immer noch nicht. Furchtbar. Mitgeliefert wurden des Spaßes halber Ohrstöpsel. Bass? Ohrstöpsel? Als ob das helfen würde.

Vorab technische Daten? 16 Kilo Gewicht, 402 x 158 x 380 mm Abmaße, zwei digitale Verstärker der Klasse D, Frequenzgang bis 25 Hz. Sämtliche Einstellungen für Filter, Equalizer und Zeitangleichung werden digital über einen DSP-Schaltkreis (Digital Signal Processing) festgelegt, sodass keinerlei Verluste hinsichtlich Audioqualität und Energie entstehen.

Integration in das bestehende Sonos-System? So easy, wie das Einbringen eines neuen Lautsprechers. In der Software nach einer neuen Komponente suchen. Connect-Knopf am Gerät drücken. Fertig. Fertig? Nicht ganz! Man muss dem Sub einem Lautsprecher zuordnen. Dabei ist es egal wo der Bass steht – aber er muss ja auch irgendwie angesprochen werden. Die Einrichtung ist nach dem Abspielen diverser Klänge bereits abgeschlossen, diese dienen dem Anpassen des Subs. Er kann in mehreren Stufen eingestellt werden, ich bin eher Freund des satten, aber dennoch runden Basses, sodass ich die Standardeinstellung wähle – wer will, der kann auch mit dem Pegel nach oben gehen und es sich mit allen Nachbarn verscherzen.

Und nun versucht mal, einen Bass mittels Text zu beschreiben. Machbar? Boah! Der zieht euch die Schuhe aus. Wirklich! Satter, fetter Bass – vom feinsten. Was ich aber auch gemerkt habe ist die Tatsache, dass sich der Bass erst „entfaltet“, wenn man zwei Sonos-Boxen zu einem Paar zusammen legt und so eine etwas ausfüllende Beschallung hat.

Der komplette Klang wird durch den zusätzliche Bass im Gesamten runder, die Lautstärkeregelung muss mit Bedacht gewählt werden – mit dem Ding pustet ihr das ganze Haus um. Dabei muss es sich übrigens nicht nur um Musik handeln, die von ihrem Bass lebt, auch Klassik oder Metal mit wenig Bass profitieren vom wärmeren Grundsound. Grund des Ganzen sind laut Sonos die Force-Cancelling-Lautsprecher, die sich gegenseitig beschallen – andere Subwoofer strahlen ja ganz gerne mal nach vorne ab.

Der SUB von Sonos ist nicht irgendeiner dieser vielen Subwoofer, die man mittlerweile zu fast jedem Bluetooth-Soundsystem bekommt, er ist ein Teilstück der Sonos-Philosophie, des Sonos-Netzwerkes. Er funktioniert halt nur mit den Geräten, die ihre Stärken durch die vielen Streaming-Möglichkeiten ausspielen.

Für wen ist der Sonos SUB etwas? Ich versuche es mal so auszudrücken: wer eine Sonos-Box hat und diese zur Dudelei nebenher benutzt, der braucht den Sub vielleicht gar nicht. Seine volle Stärke spielt der SUB in Verbund mit zwei Boxen in großen Räumen aus (meine Meinung!).

Wer das nötigte Kleingeld hat, der bekommt einen satten Bass nebst gar nicht mal so unschicken Design, der ordentlich Druck auch für größere Räume mit sich bringt. Sonos ist mit seinen Lautsprechern und dem SUB in Verbindung mit den Streaming- und lokalen Musikdiensten eine Klasse für sich, sodass ich schwer Alternativen oder Vergleiche ziehen kann. Super Bass mit hohem Preis.

Aber: für eben jenes Geld bekommt ihr bereits Soundsysteme, die zwar nicht über das Sonos-System verfügen, sich aber sicherlich irgendwie mit euren Hörgewohnheiten in Einklang bringen lassen. Falls ihr das nötige Kleingeld habt: könnt ihr ungehört kaufen, kann ich empfehlen. Wer interessiert ist, aber vom Klarlack abgeschreckt: abwarten, kommt bald eine matte Version, die sogar günstiger ist.

Pro:

– kein Kabelsalat
– kinderleichte Einrichtung
– tolles Design
– satter und warmer Bass
– nach der Hörprobe willst du ihn behalten

Cons:

– hoher Preis
– spielt seine Stärken m.M. nach erst mit 2 Sonos-Boxen aus



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Über den Autor: caschy

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