Angehört: die neue Sonos Play:5

29. Oktober 2015 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

IMG_9876Spricht man über drahtlos ansprechbare Lautsprecher, dann kann man eine Vielzahl von Herstellern nennen. Von günstig bis hochpreisig findet man so ziemlich alles im Angebot vor, ob WLAN- oder Bluetooth, auch das Koppeln mehrerer Lautsprecher ist kein Ding mehr. Eine Entwicklung, über die ich wirklich dankbar bin, da ich großer Freund der mobilen Steuerung von Lautsprechern bin. Ich selber habe schon diverse Geräte getestet und durchgehört, setze persönlich seit Ende 2010 auf die Sonos-Lautsprecher. Fast fünf Jahre verrichten die ersten Modelle nun schon ihren Dienst bei mir und noch immer bin ich hochzufrieden mit ihnen. 

Damals war es das erste Modell der Play:5, welches noch über einen Eingang verfügte, die Nachfolger Play:3 und Play:1 ließen diesen vermissen. Dies hatte schon damals bei der Play:5 den Vorteil, dass man auch andere, nicht unterstützte Eingabequellen anschließen konnte.

SOnos Play5

Ich nutzte dies bei der ersten Play:5 seinerzeit für AirPlay, mit einer AirPort Express wurde der Lautsprecher nicht nur für Eingaben aus seiner eigenen Software empfänglich, sondern ließ sich direkt vom iPhone aus mit AirPlay ansteuern. Damals mussten die Geräte noch direkt am Router angeschlossen oder über die Bridge ins Netz gebracht werden – dies hat sich heute ja erledigt, man muss diese Dinge nicht nutzen. Freunde des Eingangs können sich freuen, denn dieser ist bei der neuen Play:5 auch mit an Bord, sodass man wieder eine externe Audioquelle anschließen kann, sofern gewollt (Anlage, Computer, AirPort Express oder ein Chromecast Audio beispielsweise).

Im Laufe der Jahre passierte dann einiges, denn bei Sonos brachte man nicht nur die Play:3 und die Play:1 auf den Markt, sondern auch die Playbar, eine neue Bridge und den Subwoofer. Doch das sollte es nicht gewesen sein, denn Ende September 2015 zog man den neuen Play:5 aus dem Hut. Alter Name, neues Modell. Doch nicht nur der Name ist neu, sondern auch vieles andere.

Der neue Sonos Play:5 hat meines Erachtens ein wesentlich besseres Design als sein Namensvetter der alten Generation. Vergleicht man beide direkt, dann sieht man den Unterschied sofort, Tag und Nacht sage ich da mal. Der neue Play:5 ist aus einem Guss, hat also nicht den Fuß der alten Play:5, des Weiteren ist er aufgrund der Bauteile mit deutlich mehr Volumen und Gewicht ausgestattet. Es gibt verschiedene Modelle, ich persönlich habe das mattschwarze als Favoriten auserkoren, hier muss man vielleicht einmal mehr in der Woche mit dem Staubtuch drüber, wirkt auf mich aber edler und dezenter als das mattweiße Modell. Das ist natürlich eine Geschmacksfrage – hier dürft ihr euer Auge entscheiden lassen.

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Sonos verbaut insgesamt sechs Lautsprecher in der neuen Play:5, drei Mittel- und Hochtöner sorgen hier für den Sound in euren vier Wänden. Genutzt werden kann der Sonos Play:5 auf drei Arten. Ihr könnt ihn als Einzellautsprecher horizontal betreiben, um so euren Raum zu beschallen. Vertikal wird der Sonos Play:5 dann aufgestellt, wenn man einen zweiten Lautsprecher hat und beide im Stereo-Verbund betreibt. Die Ausrichtung der Mittel- und Hochtöner ist dabei so gestaltet, dass in der Mitte der beiden Sonos Play:5-Lautsprecher ein Sweet Spot mit dem gutem Stereosound entsteht.

Dieser Bereich ist allerdings etwas klein und das merkt man auch, ohne dass man sich Audiophiler schimpfen muss. Aber: man kann beide Lautsprecher auch horizontal aufstellen, und sie einzeln ansteuern.

Doch nicht nur das Design ist neu, sondern auch die Bedienung am Lautsprecher. Hatte man früher die klassischen „Klick“-Elemente, so hat man bei Sonos nachgearbeitet und das Ganze mit einer Touch-Oberfläche versehen. Über diese lässt sich ohne mechanischen Knopf die Lautstärke regeln, des Weiteren startet man hier direkt das Sound-Programm oder pausiert es. Das funktioniert sehr gut und geht einfach von der Hand.

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Die Einrichtung ist wieder sehr einfach, in ein bestehendes System ist der neue Play:5 in weniger als einer Minute gebracht. Mit Strom versorgen, in der Software als neues Modul hinzufügen und den Connect-Knopf auf der Rückseite betätigen, fertig. Schon kann direkt in den mobilen Apps oder über den PC gehört werden, Installation des Clients vorausgesetzt. Wer das Ganze nicht kennt: der Client dient als Schaltzentrale zur Welt der Musik.

Ihr könnt eigene, auf einem PC befindliche Musik in das System bringen und so auf wirklich jedem Lautsprecher nutzen, ich selber habe das über eine Netzwerkfreigabe auf meinem NAS realisiert. Doch da man schon kabellose Lautsprecher mit Multiroom-Unterstützung hat, ist man sicher auch ein Nutzer von irgendwelchen Streamingdiensten. Und gerade die Unterstützung zahlreicher Dienste lassen mich gerne zur Sonos greifen.

Spotify muss ich sicherlich keinem erklären, hier habt ihr Zugriff auf die Radiofunktionen und eure Playlisten, ebenfalls findet man Anbieter wie rdio, Deezer, Groove von Microsoft, Amazon Music und auch Google Play Musik vor. Apple Music soll noch in diesem Jahr integriert werden. Aber: ich bin Freund von Mixen und Mashups – und hier habe ich mir dann Dienste wie Mixcloud und Soundcloud eingebunden, damit ich auf meine favorisierten Tracks und Playlisten zugreifen kann. Und wer Radio will, der kann ja TuneIn nutzen – die Auswahl ist halt mannigfaltig.

Sound tweaken:

Ihr könnt nicht nur mobil, sondern auch am Desktop den Sound eines jeden Lautsprechers in eurem Sonos-System tweaken. In den jeweiligen Raumeinstellungen habt ihr nicht nur die Möglichkeit die weiße Status-LED zu deaktivieren, sondern eben auch den Equalizer aufzurufen. Über ihn lassen sich dann Bässe, die Höhen und die Balance steuern. Manch einer mag es ja eher noch basslastiger, hier sollte dann der Einstieg erfolgen.

Stereopaar erstellen:

Hat man die Möglichkeit gleich zwei der Play:5 einzusetzen, so kann man flott ein aufeinander abgestimmtes Stereopaar erstellen. Hierfür müssen beide Lautsprecher verbunden sein. Die Sonos-Software nutzt beim Erstellen des Stereopaars die hinten angebrachte Connect-Taste für die Identifizierung des linken Lautsprechers. Also einmal kurz drücken und das System weiss, wo links und rechts ist. Sind beide Boxen in einem paar, so geschieht auch die Lautstärkeregelung immer für beide Sonos-Lautsprecher parallel.

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Und was ist eigentlich Sonos Trueplay?

Mit Trueplay möchte Sonos besseren Sound unkompliziert in eure Bude bringen. Wie man das realisiert? Trueplay kann man als Tuning-Software verstehen, die auch mit der Play 1:, der Play:3 und der Play:5 der alten Generation funktioniert. Guten Sound liefern nicht nur die Lautsprecher, Nuancen kann man immer herausholen, hierbei sollte man den Raum und den Ort betrachten, an dem man sich häufig aufhält. Sonos ändert dies etwas, richtet sie den Lautsprecher danach aus, wo er von euch aufgestellt wurde.

Die App erkundet im Zusammenspiel mit einem Play:1, Play:3 oder Play:5 den Raum und passt den Klang des Lautsprechers entsprechend an. Der Lautsprecher sendet hierfür einen Impulston, der von der App analysiert wird. Die Einrichtung von Trueplay ist einfach gehalten und dauert auch nicht lange. Knapp drei Minuten gibt Sonos hierfür an. Gerade für Menschen, die nicht unbedingt wissen, wie man Sound an einen Raum anpassen kann, ist dies eine komfortable Lösung für einen besseren Sound.

Trueplay

In der App könnt ihr für jede Gruppe oder jeden einzelnen Lautsprecher die Trueplay-Einstellung vornehmen. Das dauert nicht lange, Sonos packt ein Video in die App, die die Vorgehensweise in wenigen Sekunden beschriebt. Ihr lauft quasi mit dem Smartphone durch den Raum, dabei wird über die Lautsprecher ein Testton abgespielt, das Ganze so vermessen. Am Ende nimmt die Software eigenständig Verbesserungen vor.

In meinem konkreten Fall habe ich das Ganze mit einem Stereopaar getestet und ich konnte eine merkliche Verbesserung des Klangs vernehmen, der Stereoeffekt hatte sich bei meinen Räumlichkeiten dadurch noch einmal verbessert. Ändert ihr die Gruppe oder den Stellplatz der Lautsprecher, dann muss die Konfiguration von Trueplay erneut durchlaufen werden. Trueplay muss nicht zwingend genutzt werden, sondern ist eine optional einstellbare Geschichte. (Trueplay kommt in einer kommenden Sonos-Version).

Subjektives Hörerlebnis

Ich, der nun alle Player aus dem Sonos-Portfolio kennt, bin beeindruckt. Der neue Sonos Play:5 kann ein erstaunlich breites Klangspektrum ausfüllen – und dieses auch in höheren Lautstärkeregionen. Verwaschene Mitten als Standard sucht man hier vergebens, die Höhen kommen präzise, die Bässe kraftvoll aber ausgeglichen. Immer mal wieder Tipp zum Test: Fugitive von den Pet Shop Boys im Richard X Extended Mix – dieser Song zeigt sehr schön das Klangbild eines Lautsprechers, wie ich finde.

Im Vergleich zur alten Play:5 von Sonos, die ich ebenfalls sehr schätze, schneidet die Neuversion besser ab. Musik wirkt volumiger, die Basstrennung etwas sauberer – das Ganze wirkt im direkten Vergleich etwas stimmiger. Der Erstling ist zwar günstiger im Netz zu bekommen, der Neuling aber für Menschen mit den entsprechenden Ohren besser.

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Abschließend: Weiterhin bleibt Sonos etwas, für das man etwas tiefer in die Tasche greifen muss. 579 Euro pro Play:5 (zu haben ab dem 25. November, vorbestellbar ab sofort) sind etwas, was mich schlucken lässt, zumal man für das wirklich optimale Stereoerlebnis zwei Lautsprecher kaufen sollte, wenn man den einen nicht etwas zentraler seinen Raum beschallen lassen kann. Das sind schon Preissphären, in denen sich sicherlich viele zwei Mail überlegen, ob sie diese spezielle – wenn auch überaus gute – Lösung benötigen.

Das Konzept Multiroom hat in den letzten zwei Jahren extrem an Fahrt aufgenommen und so gibt es viele Hersteller, die in diversen Preiskategorien um die Gunst der Kunden kämpfen. Sonos spielt weiterhin in der Champions League – nicht nur qualitativ, sondern auch im Preis. Mein Rat an Interessierte kann nur lauten, dass man sich den neuen Lautsprecher im Fachhandel ausgiebig anhört, die Ansprüche sind da ja verschieden. Alternativ bei Sonos bestellen, die bieten weiterhin ein 100-tägiges Rückgaberecht. Einsteigern mit Sonos-Ambitionen und bestehenden Soundsystemen kann auch der Erwerb einer Connect oder Connect:Amp ans Herz gelegt werden, diese Module statten bestehende Anlagen oder Lautsprecher mit den entsprechenden Sonos-Funktionalitäten in Sachen Software aus.

Ebenfalls zum Thema:

Ausprobiert: Sonos Play:1

Ausprobiert: Sonos Playbar

Ausprobiert: Sonos Play:3

Ausprobiert: Sonos Play:5 (Teil 1 / Teil 2)

Ausprobiert: Sonos Sub


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Über den Autor: caschy

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