Angeschaut: Enpass Passwortmanager

3. Juli 2016 Kategorie: Backup & Security, Software & Co, geschrieben von: caschy

enpass logoPasswortmanager sind immer so ein Ding für sich. Da gibt es ein unfassbar großes Feld in diversen Ausführungen und mit unterschiedlichen Funktionen – logo, die Ansprüche der Anwender sind unterschiedlich. Im Laufe der letzten Jahre hab ich mir viele der Manager angeschaut, ich persönlich hatte da meine Favoriten, die KeePass nebst Derivaten, LastPass oder auch 1Password heißen. Daneben gibt es natürlich weitere Lösungen, beispielsweise Dashlane, die wir hier im Blog vorstellten. 1Password nutze ich schon zufrieden auf allen Plattformen, lediglich das neue Lizenzierungsmodell empfinde ich nachteilig.

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Deswegen hat es mich mal zu Enpass hingetrieben. Einfach mal anschauen, welche meiner nicht großen Anforderungen erfüllt werden. Ich persönlich brauche eigentlich nur eine Synchronisation meiner Daten und ein bequemes Einfügen auf allen Plattformen und hier bin ich bereit, für gewissen Komfort Geld zu zahlen. Eben jenen finde ich persönlich bei KeePass nicht so gegeben. Super Programm, aber für mich eben nicht über Gerätegrenzen hinweg bequem nutzbar. Dennoch hier einmal der Hinweis an KeePass-Interessierte, ich habe einige Beiträge zum Thema:

Anleitung: KeePass mit dem Browser verheiraten

KeeWeb: KeePass-kompatible Lösung für alle Plattformen

MacPass: OS X-Client für KeePass-Datenbanken

KeePass für Android in Material Design-Variante

KeePass: Login per Tastaturkürzel

KeePass mit Android nutzen: KeePassDroid unterstützt endlich das Erstellen von Einträgen

Keepass2Android mit Browserintegration

Enpass ist nicht kostenlos, wohl aber gut kostenlos testbar. Bis zu 20 Elemente kann man kostenlos testen. Nutzt man nur den Desktop, so kann man die App generell kostenlos nutzen – Windows, macOS und Linux werden hier unterstützt. Ansonsten zahlt man halt auf mobiler Basis pro Plattform. 10 Euro iOS, 10 Euro Windows Mobile, 10 Euro Android und 10 Euro Blackberry. Besonderheit: die UWP-App kann halt auf Windows Mobile und Windows 10 genutzt werden, kostet 10 Euro. Wer kein UWP mag, nutzt die normale App für den Desktop kostenlos.
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Muss man natürlich schauen, wie sich das auf lange Sicht rechnet. Man kann Dienste wie LastPass oder Dashlane verstehen, die sich im Abo bezahlen lassen. Das bringt im besten Fall laufende Einnahmen, bei Einmalzahlungen ist halt nicht so gut planbar, wie es weitergeht. Da hat man vielleicht mal einen Peak und bei Marktsättigung stagniert die Einnahme. Einfache Lebensrechnung: Ich nehme monatlich oder jährlich lieber langfristig Kohle entgegen, bevor ich zur Einmalzahlung greife.

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Der normale Nutzer ist wahrscheinlich mit 10 Euro dabei, wer eben iOS und Android beackert, der zahlt 20 Euro bei Enpass. Bei der eigenständigen Nutzung verbleiben die Daten auf eurem Gerät, Synchronisation ist optional, WebDAV, Dropbox, OwnCloud, Google Drive, OneDrive, Box und iCloud werden da unterstützt. Verschlüsselt wird die Key-Datei mit der Open Source-Lösung SQLCipher mit 256 Bit AES. Die üblichen Funktionen sind mit drin: so lässt sich bei Enpass die Zwischenablage nach einem definierten Intervall löschen, die App sperren und und und und.

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Ich muss hier viel mit 1Password vergleichen, hatte ich die Lösung doch in den letzten Jahren hauptsächlich im Einsatz. Im Vergleich fiel mir halt sofort auf: Enpass kann momentan keine Anhänge verwalten. Fand ich nicht so schön, habe ich beispielsweise Lizenzdateien in 1Password gespeichert soweit einige Dokumente für Reisen. Nun gut, muss man nicht zwingend haben, das erledigen andere Tools auch, wäre aber aus meiner Sicht ein super Feature.

Import aus anderen Passwortmanagern? Ebenfalls kein Problem, man unterstützt da alle gängigen, im Falle von 1Password hat das gut geklappt. Ansonsten muss man festhalten, dass sich da optisch nicht viel zum Wettbewerb tut. Man kann über alle Objekte hinweg suchen, Logins von Webseiten verwalten, diese in diverse Kategorien packen, sichere Notizen erstellen und auch das Generieren von Passwörtern ist möglich. Generator zum Generieren der Zwei-Faktor-Authentifizierung? Jau, auch an Bord.

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Toll für die Passwort-Pflege: es werden Passwörter nach Alter visualisiert, zudem doppelte und schwache erkannt. Das machen andere Manager auch und hier kann man halt fein an der eigenen Passwortpflege arbeiten. Kann man ja an ruhigen tagen so nach und nach angehen. Schade: Enpass zieht keine Webseiten-Favicons heraus, stattdessen gibt es generische, aus denen man wählen kann.

Für die gängigen Browser stehen Erweiterungen bereit, Firefox, Chrome, Safari und Opera werden da unterstützt. Wer seine Passwörter nicht im Browser speichert und diese synchronisiert (u.a. Chrome und Firefox), der hat so schnell Zugriff auf seine Logins. Auch kann man bei neu erstellten Konten schnell seine eben erstellten Zugangsdaten speichern. So gut, so unspektakulär, weil gängig – und das ist nicht im negativen Sinne gemeint. Übrigens: an der Unterstützung für Chrome OS wird gebastelt.

Die mobilen Apps? Lassen sich zum Glück mittlerweile über den Fingerabdruckleser des Smartphones oder Tablets entsperren. Praktisch: mit der Android-Version kann man – sofern aktiviert – direkt in Apps oder Seiten einloggen. Wird ein Loginfeld erkannt, so wird eine Benachrichtigung eingeblendet, via der man sich direkt einloggen lassen kann. Wer das nicht will, der kann den klassischen Login-Weg über eine Dritt-Tastatur gehen, eine Sache, die ich bei allen Lösungen immer super unpraktisch fand.

Die Benachrichtigungen sind ab Android 5.0 möglich, im Chrome-Browser kann Autofill ab Android-Version 4.3 verwendet werden und in anderen Apps ist es ab Android-Version 4.1 möglich. Getestet, genutzt und festgestellt – ja, läuft. Unter iOS ist es etwas anders gelagert, hier könnte man sich über das Sharing-Menü in eine beliebige Webseite einloggen, ein bekannter Vorgang unter iOS, der auch von anderen Apps genutzt wird. Ein Einloggen ist hier aber nicht in einer App möglich, im Gegensatz zur Android-App. Übrigens: man bietet eine Apple Watch-App an.

Tja, eigentlich muss man nicht mehr darüber erzählen. Meine persönlichen Nutzungsszenarien deckte Enpass in meinem Test ab. Ob man wechseln muss, wenn man mit seiner derzeitigen Lösung zufrieden ist? Mitnichten. Wäre ja albern, wenn man 1Password gekauft hätte und man nun umschwenkt. Enpass ist dennoch für alle einen Blick wert, die vielleicht auf der Suche nach einer neuen Lösung sind. Preislich sind sie definitiv günstig, dass man die Desktop-App generell kostenlos nutzen kann und man nur mobil pro Plattform bezahlt, ist eine schicke Sache. Und selbst die mobilen Apps lassen sich mit max. 20 Einträgen kostenlos testen.

Falls ihr euch Enpass nun anschauen wollt, die Homepage findet ihr hier. Ich für meinen Teil werden die Lösung mal weiterhin nutzen, trotz Besitz von 1Password.



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Über den Autor: caschy

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