Xiaomi klagt gegen die USA

Wir erinnern uns: Xiaomi wurde von der Trump-Administration bezichtigt, zum chinesischen Militär zu gehören. Xiaomi reagierte flott und gab ein Statement heraus, dass dies nicht der Fall wäre. Alles andere wäre vermutlich eine große Überraschung gewesen. Durch das Setzen von Xiaomi auf eine Sperrliste würden US-Investoren die Möglichkeit verlieren, in das Unternehmen zu investieren, ferner müssten US-Investoren in einer gewissen Zeitspanne ihre Anteile veräußern. Diese Liste ist nicht zu verwechseln mit der, auf der Huawei steht, da geht es bekanntlich noch um den Technologieaustausch mit US-Unternehmen.

Xiaomi hat nun jedenfalls eine Klage gegen das US-Verteidigungsministerium und das Finanzministerium eingereicht, um die Anfang des Monats getroffene Entscheidung zur Aufnahme auf die Sperrliste rückgängig machen zu lassen. In der Klageschrift steht, dass Xiaomi „ein unmittelbarer, schwerwiegender und nicht wiedergutzumachender Schaden droht, wenn die Designation bestehen bleibt und die Beschränkungen in Kraft treten“.

Das Unternehmen sei gesetzeskonform und arbeitet in Übereinstimmung mit den relevanten Gesetzen und Vorschriften der Länder, in denen es seine Geschäfte tätigt. Xiaomi teilte bereits im ersten Statement Mitte Januar mit, dass es Produkte und Dienstleistungen für die zivile und kommerzielle Nutzung anbietet. Das Unternehmen bestätigte, dass es sich nicht im Besitz des chinesischen Militärs befindet, von diesem kontrolliert wird oder mit ihm verbunden ist, und dass es kein „kommunistisches chinesisches Militärunternehmen“ sei.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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11 Kommentare

  1. In China gehören die Unternehmen der Regierung.
    In den USA gehört die Regierung den Unternehmen.
    Da hat jeder die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    (In Europa gibt es nichts zu wählen, weil man kaum vernünftige Tech-Unternehmen hat und viel zu viele unbedeutende Regierungen, die nicht Mal einen Impfstoff vernünftig organisieren können).

    • Schön geschrieben. Es wäre ein Traum, gäbte es konkurrenzfähige Software und Hardware aus Europa.

    • verstrahlter says:

      An anderen Stellen wäre der Kommentar stumpf gelöscht worden (was ich nicht befürworte).
      Tja, Richtung Wahrheit tut halt manchmal weh.

      Wobei ich noch nicht 100% überzeugt bin, dass CN alle Unternehmen betreibt.
      Durch entsprechenden Druck – nicht auf deren Sanktionsliste zu landen, mit entsprechender Entscheidungs(un)freiheit – geht es aber wohl sehr stark in die Richtung.

      Sollen / dürfen wir unseren Kindern das Märchen von „Made in Germany und die Qualität“ heutzutage eigentlich überhaupt noch erzählen, oder ist das doch mittlerweile zu utopisch ?
      ;oÞ

    • Ingo Bichoel says:

      Top Einschätzung!!!

    • Besser kann man es nicht ausdrücken. Chapeau…

    • Pauschalisierung und Populismus liegen ganz nah beieinander.
      Die Regierungen sind mit einer Pandemie zum ersten Mal konfrontiert, Fehler sind dann halt drin. Aber der Populist weiß es ja besser.

      • Wolfgang D. says:

        @Kasupke „der Populist weiß es ja besser“
        Klar, immer alles Bundestrainer, hier wie dort.

        Es geht ja nicht um Fehler, die man bei einem Lernprozess unweigerlich macht. Es fehlt einfach wie in unserer Gesellschaft schon länger üblich, ein konsequentes langfristig ausgerichtetes Handeln. Was im Moment in den Veröffentlichungen unserer Regierungen kommt, ist Populismus zum Besänftigen aufgeregter Seelchen. Diesen Wust aus Verordnungen etc. kann ich mir kein Stück mehr merken, zumal ein zentraler Anlaufpunkt fehlt. Auch Journalisten wedeln bereits mit der weissen Fahne

        Solange die Bevölkerungsbasis allerdings für Umweltschutz plädiert, aber gegen Endlager für strahlenden Müll ist, und lieber weiter auf Ausbeutung woanders setzt, damit hier blühende Landschaften entstehen, mit Wolf und Bär… wählen wir genau die Regierung, die wir verdient haben.

        On Topic: Die neue US Regierung muss jetzt im Umgang mit dem Prozess zeigen, wie sie die Abhängigkeiten künftig regulieren.

    • Wolfgang D. says:

      @mzcgn „In Europa gibt es nichts zu wählen, weil man kaum vernünftige Tech-Unternehmen hat“

      Nur weil du keine kennst, heisst es nicht, dass es keine gibt. ->Biontech, nur mal als prominentes Beispiel. Von daher, gehört auch bei uns die Regierung den Unternehmen. Wir sind schliesslich treue Vasallen, und liefern deshalb unser Know-How genauso brav an China, gegen Aktiengewinne.

      • Nur weil Biontech Tech im Namen hat, würde ich es nicht als Technologie Unternehmen in meinem Sinne sehen. Es nutzt Technologie zur Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen. Also Computer Chips, Smartphones und Clouds darf man von ihnen kaum erwarten.

  2. Wolfgang D. says:

    Da bin ich mal gespannt, wie die Sache ausgeht.

    Xiaomi hat jedenfalls schon mal seine „Xiaomi Privacy Policy“ für „weltweit“ überarbeitet. Mail kam heute früh, noch rechtzeitig vor den großen chinesischen Ferien.

  3. „Wenn sich Zwei(China+USA)streiten, dann freut sich der Dritte(EU)“ Das haben viele schon als Kinder gelernt. Nur die EU ist zu dumm für so etwas.
    Es sollte nicht um Made in Germany gehen, hier wäre Made in EU angebrachter.
    Man stelle sich vor die EU nimmt Geld in die Hand und macht selbst. Basiert Harmony OS nicht auch auf Android? Kann die EU nicht auch so etwas machen?
    Gelten deutsche E-Mailaddys nicht als extrem sicher? Braucht man da G-Mail? Braucht man G-Pay wenn es die EZB gibt und die eine Alternative bieten könnten wo sämtliche Banken in der EU verpflichtend dran teilnehmen müssten? Hat Nokia nicht Open Maps einst entwickelt?
    Wäre es also unmöglich? Denke nicht! Kostet halt. Aber was wurde nicht alles ausgegeben wegen Corona?
    Doch auf der anderen Seite, was würde man gewinnen? Arbeitsplätze in der EU. Serverfarmen in der EU. Apple soll vorbildlich mit Kundendaten umgehen? Was wäre wenn es noch sicherer wäre und nach europäischen Recht?
    Und nein, es würden keine Hersteller wegfallen, auch die Chinesen nicht. Würde dann halt noch eine EU-Version geben. Die werden sich den europäischen Markt nicht entgehen lassen.
    Und Kunden würden auch gewinnen, nicht nur in Sachen Datensicherheit, nein, bei einem europäischen Betriebssystem auf Android Basis, da könnte man auch festlegen, dass z.B. billigste Einsteigergeräte 2 Jahre und Flagships 4-5 Jahre mit Updates versorgt werden müssen und da die Chinesen und andere diesen Markt bestimmt nicht verlieren wollen, ja, die würden schon darauf achten, dass nur noch dafür geeignete Hardware verbaut wird.
    Natürlich würde es wohl etwas teurer werden. Aber ein Android-Gerät was so ungefähr mit einem Apple mithalten kann und dazu keine Daten Richtung China oder USA funkt, das sollte vielen etwas wert sein.
    Ja, viele Geräte würde es in Europa wohl nicht mehr geben, aber übertreiben es Xiaomi und co nicht auch etwas?
    Würde halt nur Mut und Geld kosten und könnte gewaltige Wellen schlagen. So einige Firmen könnten vielleicht wieder auf die Idee kommen in Europa Hardware zu produzieren.
    Nur leider leben wir in der EU und die ist ja bekannt dafür vor den USA zu buckeln und investieren ist da auch das Fremdwort. Schließlich schachert man ja sogar um den Preis von Impfdosen.
    Sogar Länder mit starker Produktion im KFZ-Markt, eigentlich Pioniere auf diesem Gebiet müssen sich von Tesla zeigen lassen wie es geht.
    Also wohl alles zu utopisch, die „alte Welt“ ist alt und wird sich wohl nie neu erfinden.

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