Nanoleaf Essentials A60 mit Thread im Test

Ein paar Wochen sind mittlerweile vergangen, seitdem Thread bei mir eingezogen ist. Den Standard erklärte ich schon einige Male und viele Hersteller werden zukünftig auf ihn setzen. Letzten Endes benötigen Smart-Home-Geräte keine klassische Bridge mehr zur Funktionssteuerung, sondern können in einem (Mesh-)Netzwerk aus verschiedenen Geräten angesprochen werden. Thread setzt auf einen Border-Router.

Die neuen Eero Pro, der neue Nest Wi-Fi sowie der Apple HomePod mini können das Ganze abwickeln. Wobei nach meinem Gefühl derzeit nur der HomePod mini im Gespräch ist, wenn es um Thread geht.

Den HomePod mini hatte ich schon zu seinem Erscheinen getestet und dazu habe ich mir noch einen Strip angeschaut, den Nanoleaf Essentials. Jener arbeitet mit Thread und dies richtig gut. Ich war früher kein großer Fan der ganzen Bluetooth-Lösungen und einige Hersteller bessern nun zum Glück bei ihren Produkten nach, wie beispielsweise Eve. Ein vermashtes Netz aus unterschiedlichen Produkten hat eine bessere Reichweite und ist auch stabiler zu benutzen (das beschrieb ich schon hier).

Durch diverse Umbauten im Smart Home und zwei Ausfällen bei Hue ist dann der Entschluss erwachsen, mal mehr in die Richtung Thread zu schielen. Normalerweise werden neue „Experimente“ in diesem Bereich erst einmal in meinem Arbeitszimmer durchgeführt. Im Falle von Thread haben wir aber schon den kompletten unteren Bereich des Hauses umgestellt. Dies kann aber auch Komplikationen bedeuten, sodass eine Umstellung momentan vermutlich nicht für alle so einfach ist.

Deshalb: Seht das Ganze nicht nur als Test – sondern als Erfahrungsbericht.

Bisher setzte ich bei uns im Haus größtenteils auf Philips Hue. Ich mag es gerne hell, bin aber kein Fan davon, dauerhaft die Deckenbeleuchtung anzulassen. Aus diesem Grunde stehen viele Lampen rum, die ich dann eben smart machte. Dazu hatte ich noch ein paar Strips fürs Ambiente verlegt. Philips hatte sich bei mir in den letzten Jahren als Favorit herauskristallisiert, da beispielsweise Yeelight teilweise super unstabil bei mir im HomeKit arbeitete und Meross zwar günstig, aber auch nicht wirklich toll ist. Nanoleaf kannte ich über die Panels. Deren App fand ich immer gruselig, die Home Kit-Einbindungen damals auch, aber dies hat sich ja verbessert – gerade beim Strip konnte ich das sehen.

Also kamen nun noch mehr Strips und die neue Nanoleaf Essentials A60 hinzu, quasi die klassische „Birne“ mit E27. Zum Zeitpunkt meines Beitrages gabs beide Lösungen noch leider nicht bei Amazon, doch der Shop von Nanoleaf hat auch ordentlich geliefert. Bei so einer E27 gibt es nicht ganz viel zu erzählen. Knapp 20 Euro werden pro Leuchtmittel fällig. Gearbeitet wird nach Energy-Standard A+, +16 Millionen Farben werden genannt und über die App kann man halt Szenen und all das „übliche Gedöns“ einrichten.

Ebenfalls laut Verpackung dabei: Adaptive Lighting. Adaptive Lighting soll die Leuchtmittel im Smart Home je nach Tageszeit in ihrer Farbtemperatur automatisch anpassen. Am Morgen könnte man somit automatisch mit kühlen Farbtönen geweckt werden, während man zum Abend hin den Blaulichtanteil der Beleuchtung absenkt. Sehr wichtig hier: Während Hue das Adaptive Lighting auch in der HomeKit-App von Apple anbietet, ist das bei Nanoleaf nur in deren eigener App möglich (Punkt: Circadian Lighting). Minuspunkt. Workaround: Die Nanoleaf-App sich um die Farbtemperatur automatisch kümmern lassen, aber HomeKit für alle anderen Lichteigenschaften nutzen. Dennoch: Es steht auf der Packung und ist nicht in HomeKit vorhanden.

Die Nanoleaf Essentials A60 schreibt sich 806 Lumen typische Helligkeit und eine Lebensspanne bis zu 25.000 Stunden auf die Verpackung. 806 Lumen typische Helligkeit entsprechen laut Verordnung EG Nr. 244/2009 der EU-Kommission einer äquivalenten Leistung von 60 Watt, allerdings haben die LED-Lösungen ja eine höhere Lichtausbeute als die klassischen Leuchtstofflampen oder Glühbirnen.

Die Nanoleaf Essentials A60 sieht etwas anders aus als der Wettbewerb. Da setzt man nicht auf die klassische Birne mit Rundungen. Sattdessen hat man hier quasi Ecken und Kanten. Die Einbindung erfolgt über die App, die ich weiterhin lala finde, oder über den mitgelieferten HomeKit-Code. Und hier wird es dann schon spannend für viele Leser von uns. Nanoleaf bietet ja auch die Canvas-Produkte an, die man beispielsweise in HomeKit, Google-Umfeld oder über einen Skill mit Amazon Alexa steuern kann. Das fällt derzeit bei den Essentials-Produkten raus.

Das war dann auch der Punkt, an dem ich der Familie erklären musste, dass etwas umgebaut wird. In der Vergangenheit machte sich Hue bezahlt, weil es überall funktioniert – in HomeKit sowie über Amazon Alexa. Die Essentials lassen sich über die App für Android und iOS steuern. Die Sprachsteuerung ist aber nur im Umfeld von HomeKit oder Google Assistant zu nutzen. Bedeutet: kein Amazon Alexa derzeit. Und derzeit wird, so Nanoleaf, nur der HomePod mini aktiv als Border-Router unterstützt. Bedeutet am Ende des Tages vermutlich: Die Nanoleaf Essentials sind derzeit eher etwas für Leute mit HomePod mini und Apple-Geräten.

Nach Einbau der Lampe kann man über die Nanoleaf-App und HomeKit zahlreiche Dinge automatisieren. Das funktioniert auch alles 1a. Wie erwähnt, nennt man da +16 Mio. Farben und einstellbare Weißtöne. In Sachen Temperatur ist man da zwischen 2700 und 6500 K unterwegs. Bei uns im Haus sind ja ein paar Lampen mit Thread verbaut. Zwei HomePod mini und eine Eve-Steckdose sind weitere Teile des Netzes. Das Schalten über die App und Sprache erfolgt fast instant. Ich kann nicht wirklich messbare Nachteile gegenüber der Hue-Installation feststellen.

In Kurzform vielleicht etwas zur Farbdarstellung: Gefühlt (!) meine ich weiter, dass Philips Hue in Nuancen bei der Farbe kräftiger wirkt. Die reine weiße Helligkeit scheint aber die Nanoleaf zu beherrschen. Ich habe dafür mal in der Dunkelheit ein paar Vergleiche gemacht, dabei auf Stimmungsgedöns verzichtet und nur anhand der Helligkeit gemessen. Wenn man sich dann Vergleichspreise anschaut für smarte Beleuchtung, dann wird man locker zu Nanoleaf greifen können – einer Hue stehen da zwei Nanoleaf Essentials A60 gegenüber. Und wenn man dann eh einen HomePod mini sein Eigen nennt, könnte die Entscheidung leicht fallen.

Ein erstes Fazit nach einiger Zeit der Nutzung? Als Besitzer des HomePod mini mit Thread ist es für mich quasi egal, ob ich da nun eine Hue Bridge habe oder nicht. In Sachen der Schaltgeschwindigkeit bin ich da identisch unterwegs. Vorteil Hue: Über die Bridge spricht man mit allen Assistenten, da ist Nanoleaf mit seinen Essentials derzeit nicht so weit – vielleicht irgendwann, wenn ein Unternehmen einen kompatiblen CHIP-Controller (Connected Home over IP) an den Start bringt. Wer aber neu einsteigt, der sollte den Blick ruhig zu Nanoleaf lenken, die Preis-Leistung passt mir sehr.

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16 Kommentare

  1. Habe die Essentials auch im Einsatz, mein Workaround für Alexa: virtuelle Schalter über Homebridge, Routine in HomeKit und die Schalter als „Lampe“ in der Alexa App deklarieren. So sind zumindest „Alexa, mach das Licht an“ etc weiterhin möglich.

  2. …ich kann „Yeelight instabil“ nicht nachvollziehen – ich habe ca. 10 Yeelight-Lampen (1,1S und Lightstrip) im Einsatz und ca. 15 Philips Hue. Die Hue sind dabei bei mir tendenziell deutlich „zickiger“ als die Yeelight.
    Die Steuerung mache ich ausschließlich per Alexa.

    • Ich habe auch drei Yeelight Colour Bulb und einen Lightsrip in Benutzung. Ob jetzt über die Yeelight-App oder Alexa, da läuft nichts instabil und das schon seit Jahren (die erste Colour-Bulb habe ich 2016 gekauft und funktioniert noch ohne Probs).

    • Da haste es. Ich rede über HomeKit 🙂

  3. Wie viel verbraucht die Lampe denn im Standby? Das wäre spannend zu wissen wie sich da Thread auswirkt!

  4. Ich habe Thread immer noch nicht ganz durchschaut? Basiert es nun auf WLAN, Bluetooth oder kann es auf allem basieren?!
    Falls es Thread über Bluetooth ist erschließt sich mir nicht so ganz wie es den schneller als schalten kann als die Bluetooth leuchten von Hue, das soll ja ein deutlicher Nachteil sein?!

    • Weder, noch. Wie Zigbee und Zwave auch existiert Thread neben WLAN und Bluetooth als eigene Technologie.

  5. > Während Hue das Adaptive Lighting auch in der HomeKit-App von Apple anbietet, ist das bei Nanoleaf nur in deren eigener App möglich (Punkt: Circadian Lighting).

    Mit der aktuellen Beta ergänzt Nanoleaf Adaptive Lighting nun auch in HomeKit: https://www.reddit.com/r/HomeKit/comments/l8gtlj/adaptive_lighting_on_nanoleaf_essentials/

  6. Übrigens noch ein Vorteil der Bridge – noch. Die ganzen Farbwechsel und Disco Licht Steuerungen die es so im Lab Bereich der Hue oder 3td Party App gibts.

  7. Ich finde es ja nett, meine Lampen AUCH per Sprache steuern zu können.
    Aber ich finde den klassischen Licht Schalter immer noch das Non plus Ultra!
    Bei mir sind massig Shellys rein gekommen, fertig.
    Zu 90% nutze ich die Schalter, ansonsten mal über Stimme.
    Und: wenn das Internet mal weg ist, geht immer noch alles!

  8. Pascal Zimmermann says:

    Wirklich getestet wurden die Leuchten hier nicht.

    Thread ist geil und die Zukunft aber die Nanoleaf haben auch Nachteile.

    bei Farben sind sie extrem dunkel. Und ich meine wirklich extrem.
    Hue stellt die Farben auch schöner dar.

    Und gerade bei größeren Installationen kann man glaub mit den Nanoleaf‘s verzweiflen da man hier jede einzeln Manuel Updates muss…

    Ich habe aktuell knapp 100 Hues im Einsatz wenn ich mir jetzt vorstelle ich müsste jede einzeln Updates und auch noch daneben stehen….

    • NanoPolymer says:

      Hab dazu auch erst ein Video gesehen: https://youtu.be/RdZfPYcq79w

      Irgendwo bin ich ja froh über das Ergebnis, da ich erst großzügig in Hue Leuchten investiert habe. Somit bestätigt mich das noch mal. Und so oft kauft man die ja hoffentlich nicht das sich die Mehrausgabe auch lohnt.

    • Kann das Statement „extrem dunkel“ bestätigen.

      Hab mir zwei Birnen besorgt, um einfach mal zu testen, wie die Dinger so wirken und wie fummelig die Installation ist. Nur per Smartphone und ohne Border-Router sind sie quasi nicht benutzbar. Ersteinrichtung klappt erfreulich einfach, aber ob man danach per schnellem Klick auf der App sein Licht bedienen kann, gleicht wirklich einem Münzwurf (wobei ich mein Geld eindeutig eher auf ne Münze setzen würde, in diesem Fall).
      Zur Zuverlässigkeit im Threadnetzwerk kann ich somit nichts qualifiziertes sagen, aber als Einzellösung via Smartphone-App: Nicht zu gebrauchen.

      Weißtöne empfand ich als durchaus gelungen, das Temperaturspektrum ist wirklich groß und die Leuchtkraft halte ich für überzeugend. Die Leistung im RGB-Bereich ist wie Pascal anmerkt unterirdisch. Erst recht, wenn man bei der Marke Nanoleaf an die Panels denkt und vergleichbare Performance bei dieser Birne erwartet.
      Verglichen mit nem „günstigen Einsteigerprodukt“ wie der Gosund Lampe via Amazon, gibt es für Nanoleaf hier keinen Blumentopf. Die Gosund liefert eindeutig die bessere RGB-Performance, ist als WLAN-Lampe deutlich zuverlässiger via „nur Smartphone“ nutzbar und weist keinerlei Kompromisse bei der Weiß-Performance auf.

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