Philips Hue: Rolle rückwärts bei den Lampen der Drittanbieter

philips hueDer sprichwörtliche Sturm im Wasserglas ereilte Philips vor wenigen Tagen. Was war passiert? Die beliebte Smart Home-Beleuchtung Philips Hue bereitete vielen Nutzern Bauchschmerzen. Denn diese funktioniert nicht nur mit den Hue-Birnen von Philips, sondern auch mit einigen Drittanbieter-Leuchten. Diese sind oft günstiger und bieten dem preisbewussten Nutzer so natürlich einen Kaufgrund. Philips selber ist aber der Meinung, dass es mit nicht zertifizierten Anbietern Probleme bei der Benutzung geben kann.

Ein Firmware-Updates des Hue-Hubs sorgte so dafür, dass einige Drittanbieter-Birnen aufhörten zu funktionieren, geschweige denn überhaupt in das Hue-System eingebunden werden konnten. Im Forum von Philips und im Netz wurde das Thema heiß diskutiert und der grundsätzliche Tenor war, dass Philips wohl Bestands- als auch neue Kunden verliert. Hub von Philips, dazu die App – das wollen alle gerne, doch die Lampen will man von Drittanbietern nutzen, die vielleicht einfach schlechtere Apps bieten (Beispiel: Osram).

hue schreibtisch

Philips musste reagieren und hat dies nun auch offiziell kundgetan. Ich habe das Ganze derzeit als Besitzer einer Hue im Blick und habe gesehen, dass Philips im offiziellen Support-Forum die Postings stillschweigend geändert hat: Ich habe hier eine alte Kopie und das neue Posting.

Man habe das Update verteilt, um das beste Erlebnis für die Kunden zu gewährleisten. Angeblich habe man aber die Auswirkungen „auf eine geringe Anzahl“ von Kunden unterschätzt, die Lampen anderer Marken einsetzen. Im Hinblick auf dieses Feedback habe man sich entschlossen, die Änderungen rückgängig zu machen. Dies bedeutet, dass eine neue (alte) Software-Version verteilt wird, die dafür sorgt, dass auch die Drittanbieter-Lampen wirder leuchten.

Philips selber verweist dennoch darauf, dass es ein Friends of Hue-Zertifizierungsprogramm gäbe, um Lampen anderer Hersteller zu testen und diese zu zertifizieren. Kunden, die auf nicht zertifizierte Lösungen setzen, müssen halt weiterhin damit rechnen, dass nicht alles so funktioniert wie mit einer zertifizierten Lampe. Philips wird zum Thema noch eine erweiterte FAQ und weitere Informationen teilen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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40 Kommentare

  1. Eine Art DRM bei Lampen. Großes Kino. Immerhin rudert die Firma zurück, aber die Gesinnung auf maximalen Profit und Gängelung der Kunden ist gut erkennbar. Wer weiß was da in Zukunft noch kommt.

  2. Dann setze ich mal das Hue set wieder zurück auf meine Amazon-Wunschliste.

  3. Ha. Win.

  4. Tja, das hätten sie von Anfang an verbieten sollen. Aber erst vom Angebot der Drittanbieter profitieren und sie dann, wenn es läuft, verbieten.. tztz

  5. An alle Hue Besitzer. Welche Erweiterung könnt Ihr mir Empfehlen?

  6. Ich habe zwar keine der Lampen, aber wo liegt das Problem? Wenn Philips trotz offenen Standard nicht garantiert, dass Produkte mit dem unterstützten Standard anderer Hersteller kompatibel sein könnten, sind die doch fein raus. Würde ich so oder so machen. Egal ob Philips oder sonst ein Unternehmen bei Standard XY. Eine 100%ige Kompatibilität zu Produkten anderer Hersteller nur über eine Zertifizierung sicher zu stellen, ist da doch legitim. Dann weiß ich als Kunde zumindest worauf ich mich einlasse.

  7. @icancompute,

    na ja, so sind die Leute halt: Eine Sache benutzen, aber lieber nicht bezahlen 😉

  8. @icancompute:
    Das Problem ist, das es vorher ging, man viele Kunden dazu brachte und plötzlich diese Möglichkeit deaktiviert. Wäre es von Anfang an nicht gegangen, hättest Du recht.

  9. @Erik:
    So sind sie, die Meckerer, einfach mal Kritikern Geiz und Dummheit vorwerfen. Es geht nur um die Leuchtmittel, nicht das System selber. Das wurde gekauft. „Eine Sache benutzen, aber lieber nicht bezahlen“ zu behaupten zeugt also nur davon, daß man das Problem nicht mal ansatzweise verstanden hat. Das wäre, als würdest Du Dir eine Playstation kaufen und erst Spiele von anderen spielen können und Sony würde plötzlich sagen, man darf/kann nur noch Sony Spiele spielen. Merkst Du was?

  10. @Fraggle: „Andere Hersteller stellen nicht die gleichen Spiele für das halbe Geld her“-Einwurf incoming.

  11. @Fraggle, ganz ruhig 😉 Lies mal meinen ersten Kommentar

  12. @Fraggle, und das was Caschy da indirekt schreibt stimmt schon. Die korrekte(re) Analogie ist, wenn Sony ein Spiel ausliefert, jemand das Konzept 1:1 kopiert und dank der eingesparten Entwicklungskosten das Spiel für die Hälfte des Geldes anbietet.
    Ich finde es nicht verwunderlich, dass Philips das nicht so toll findet, aber sie hätten es wohl (siehe oben) besser kommunizieren müssen. Aber dass sich da so aufgeregt wird finde ich lächerlich

  13. „Philips selber verweist dennoch darauf, dass es ein Friends of Hue-Zertifizierungsprogramm gäbe, um Lampen anderer Hersteller zu testen und diese zu zertifizieren.“

    Wo finde ich die Informationen zu „Zertifizierten“ Lampen, Hersteller, Typbezeichnung.

    ???

  14. @Fraggle
    Ja aber auch Entwicklung will bezahlt werden. Stell dir vor Sony würde für die Playstation keine Updates mehr herausgeben weil keiner PS Spiele kauft. Merkst Du was?

  15. Es geht übrigens nicht nur darum, dass Lampen von Drittanbieter günstiger wären. Manche Lampen (z.B. Birnen in E14-Fassung) gibt es von Philips schlicht und einfach nicht, aber von Osram.

    Im übigen setzen alle auf ZigBee Light Link auf und werben damit zumindest implizit auch mit der Offenheit und Interoperabilität des Systems. Gleiches gilt auch, da sowohl Philips als auch z.B. Osram Mitglied der „The Connected Lighting Alliance“ sind.

  16. @icancompute

    In einer Factsheet von Philips steht z. B.
    Pro Bridge lassen sich bis zu 50 Zigbee-Geräte ansteuern
    Auf den industrieweiten Zigbee LightLink-Standard ausgerichtet

    und weiter

    Da ZigBee Light Link ein ZigBee Standard ist, sind alle Lichtlösungen vollständig kompatibel mit Produkten, die bereits auf andere ZigBee Standards eingestellt sind.

    Also braucht Philips nur das machen was Philips selbst im Factsheet schreibt.

  17. Das Zertifizierungsprogramm gibt es erst seit letzter Woche… 😀
    Daher wirst du momentan auch keine „Friends of Hue“-Zertifizierten Produkte finden.

  18. Diese Friends of Hue Zertifizierung ist doch totaler Schwachsinn. Sowohl Hue als auch die anderen Lampen sind für Zigbee Light Link zertifiziert, das ist der gemeinsame Standard der mir zusichert, dass die Geräte kompatibel sind.

  19. Das sind wirklich gute Nachrichten. Jetzt wäre es fair (und auch sinnvoll), wenn die Leute, die sich bei Amazon in den Rezensionen (zu recht) beschwert haben, diese wieder ändern würden. Sinnvoll deshalb, da positive Bewertungen den Kauf ankurbeln, wovon letzten Endes ja alle Kunden profitieren. Ich konnte den Schritt von Philips zwar in gewisser Weise nachvollziehen, finde es aber äußerst positiv, dass diese Entscheidung nun zurück genommen wurde. Schön, dass diese Kundenrevolte erfolgreich war!

  20. @Erik
    Das kann man so ja nicht sagen, weil man ja erstmal ein Produkt von Philips kaufen muss. Wenn man es erst gar nicht kauft, weil man direkt zu einem Produkt eines Wettbewerbes greift, entsteht diese Diskussion so ja gar nicht erst.

    @Fraggle
    Ist mir bekannt. Hätte ich vielleicht anders formulieren sollen. Finde es von Philips natürlich auch scheinheilig, einen Standard zu unterstützen, der auch Produkte anderer Hersteller unterstützt, dann davon aber welche auszusperren, mit der Begründung der Qualitätssicherung für den Kunden gerecht werden zu wollen. Das widerspricht doch zuletzt einem offenen Standard. Statt also auszusperren, würde es völlig reichen, zu sagen, dass man keine volle Funktionalität für Produkte der Konkurrenz gewährleisten wird. Immerhin kann denen ja ein Fehler unterlaufen, der vielleicht auch zu Problemen mit Hue führt, den Philips dann gar nicht zu verantworten hat. Dafür habe ich trotz Standardisierung Verständnis, wenn man einen gewissen Abstand nimmt.

    @Balou
    Äh… Und das wäre? Verstehe nicht ganz, worauf du hinaus möchtest.
    Philips kann von mir aus machen, was sie wollen. Ich habe jedenfalls nicht vor, Philips irgendwelche Vorschriften zu machen. Liegt mir fern. Bin ja nicht gezwungen, deren Produkte zu kaufen.

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