Microsoft stellt Support für ältere Internet Explorer-Versionen ein

IE_11_LogoJahrelang hat er uns begleitet, teilweise auch auf sehr spektakuläre Weise – man denke einmal an den Browserkrieg mit Netscape Ende der Neunziger Jahre. Zugegeben, seitdem Chrome, Firefox und Co. die Bühne betreten haben, ist der Internet Explorer zumindest auf den heimischen PCs deutlich ins Hintertreffen geraten und mit dem Erscheinen des Nachfolgebrowsers Edge erwartet man nun eigentlich seinen öffentlichen Abgesang: Mitnichten, ist der Browser doch speziell im Unternehmensumfeld noch oft gesetzt. Nun – genauer gesagt am 12. Januar 2016 – läuft der Support für ältere Versionen des Internet Explorers aus, Microsoft setzt dann somit nur noch auf Edge bzw. den Internet Explorer 11. Im Klartext heisst das, Support wird nur für die jeweils letzte Version des Internet Explorers gegeben, der für ein unterstütztes Betriebssystem zur Verfügung steht. Genau das ist jeweils der Internet Explorer 11, der bei Windows 8.1 und 10 ja sowieso serienmässig dabei ist, während Anwender, die noch mit Windows 7 unterwegs sind, zeitnah das Upgrade auf Version 11 durchführen sollten, um wieder im Supportlifecycle zu landen.

IE_Supportende

Warum man das so genau betont, liegt auf der Hand – im privaten Sektor sollte der Internet Explorer mittlerweile eine untergeordnete Rolle spielen: Ich kenne niemanden, der sich nicht irgendwann mal Firefox, Chrome oder Opera heruntergeladen hat und einen dieser drei (oder der entsprechenden weiteren Alternativen) nicht als Standardbrowser nutzt.

Windows 8.1- bzw. Windows 10-User sind eh schon fein raus, ist der IE 11 doch schon direkt mit an Bord. Interessant wird es für Unternehmenskunden, die aufgrund von Vorgaben (beispielsweise einzelner Hersteller) eine ältere Version des Browsers aus Redmond einsetzen: Ich selbst kenne den Fall, dass diverse Anwendungen erst seit letztem (!) Jahr mit dem Internet Explorer 9 funktionieren – der ein oder andere Hersteller  hat seine browserbasierten Dienste beispielsweise sogar erst Ende 2014 vom Internet Explorer 7 auf Version 8 umgestellt und das Ganze quasi noch gefeiert: Hier muss natürlich auch einmal der logische Schritt in Richtung aktuellster Browser erfolgen, will man nicht etwaigen Sicherheitslücken Tür und Tor öffnen oder einfach Webstandards von heute schlichtweg „verpennen“.

Das solche Änderungen natürlich speziell im Unternehmensumfeld Zeit brauchen (es dauert halt, bis ein grosser deutscher Automobilkonzern samt Tochtermarken die internen Händlerportale auf einen Browserstandard adaptiert hat!), liegt auf der Hand und ich bezweifele, dass das in drei Monaten zu schaffen ist.

Der Ball liegt an der Stelle aber nicht mehr bei Microsoft, sondern an den jeweiligen Entwicklern, die – aus welchen Gründen auch immer – ihre Anwendungen und Routinen noch nicht auf einen neuen Browser adaptiert haben. Der Schritt, aus Sicherheitsgründen aber alle älteren Versionen (die im vorliegenden Fall ja eh nur Windows 7 betreffen), über den berüchtigten Jordan zu schicken, kann man nur begrüßen: Er ist meiner Meinung nach doch schlichtweg nur logisch und eliminiert auch den konzerneigenen Browserwildwuchs seitens Microsoft, da nur noch der Internet Explorer 11 und Edge gepflegt und supportet werden müssen.

Die jeweiligen Updates für Euren Internet Explorer findet Ihr wie gewohnt über das Windows-Update oder aber – sofern Ihr noch mit Windows 7 unterwegs seid – auf der separaten Downloadseite bei Microsoft.

via Microsoft

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Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

19 Kommentare

  1. Stellt sich die Frage ob man als Win7 Nutzer updaten sollte, oder nicht.
    Selbst wenn man den IE nicht aktiv nutzt greifen doch so manche Programme darauf zurück. Ohne das einem das immerlklar ist.

  2. Ja… auch wir Entwickler werden uns noch viele „schöne“ Jahre mit dem IE herumschlagen dürfen… gerade wer für öffentliche Anbieter arbeitet, der freut sich schon ganz doll!

    Denn unsere Beamten sind meistens völlig verwirrt, wenn sie einen anderen Browser verwenden sollen… „neee, das geht nicht… ahhh, da muss man sich ja umgewöhnen“.

    Und wenn dann auch im Jahre 2015 irgendein Dezernent sagt „Die Seite muss aber auch im IE 7 super aussehen, weil den benutze ICH ja… und auch zu Hause… und der Staatssekretär XY benutzt den auch“ … ja, dann weiß man, dass die Herrschaften viel (Steuer)geld in die Hand nehmen, um die Agentur mit der Erstellung von sinnlosen Fallbacks zu beschäftigen.

  3. Windows hat noch Support bis zum 11. April 2017
    Somit müsste auch der IE9 weiter supportet werden?

  4. Windows Vista

  5. @Alex: Warum müsste denn IE9 solange wie Vista supportet werden?

  6. Klar. In Kürze:

    WEPOS – IE7
    WES 2009 + POSReady + Thin PC – IE8
    Vista + Server 2008 – IE9
    Server 2012 + WES8 – IE10
    Der Rest – IE11

    Also, keine Aufregung.

  7. Noch als Ergänzung: Das wurde schon Mitte 2014 verkündet und die Unternehmen wissen das und sind dabei IE11 auszurollen.

  8. @Bambino: Weil für Vista kein neuerer IE verfügbar ist. Damit zählt IE9 als Betriebssystemkomponente und wird bis zum Ende von Vista unterstützt.

    https://support.microsoft.com/de-de/lifecycle#gp/Microsoft-Internet-Explorer

  9. @Axel – Es schadet nie, die Leute zwei-, drei- sogar viermal daran zu erinnern. Ist dasselbe wie die Ablöse von XP bzw. Server 2003, am Ende sind viele überrascht, dass der Zeitpunkt dann doch gekommen ist. Finde ich auch gut, dass das seitens MS noch mal explizit und mit einer Deadline versehen ins Netz gestellt wird. 🙂 !

  10. Absolut, ich wollte nur darauf hinweisen das die Unternehmen eben schon länger dazu Zeit hatten, es war also nicht etwas was erst jetzt verkündet wurde;)

  11. Ich arbeite in einem großen Konzern, bei uns startet tatsächlich seit Oktober der Rollout von IE11, wenn auch zunächst noch nicht automatisch. Darüber hinaus gibt es seit geraumer Zeit Chrome als Zweitbrowser, der stets aktuell gehalten wird. Quasi IE für das Intranet, Chrome für das Internet.
    Ich glaube nicht, dass es für Unternehmen zielführend ist nicht unterstützte Software zu nutzen, denn gerade dort sitzen oft DAUs vor dem Rechner und klicken erstmal auf alles, was sie zu klicken bekommen.

  12. Das wäre ja mal was – wenn man bei dieser Gelegenheit den Internet Explorer direkt ganz deinstallieren könnte… Geht das?

  13. Für Unternehmen führt praktisch kein Weg am ie vorbei, denn nur dieser ist über Richtlinien zu administrieren.

    Mit Chrome geht es zum Teil. Aber hier heißt es aufpassen, was heute geht kann mit dem nächsten update längst überholt sein. Somit scheidet Chrome im Unternehmens Einsatz aus.
    Für Firefox gibt es meines Wissens keine brauchbaren Adm.

  14. @svenp Das Argument habe ich schon mehrfach gelesen – was genau wird denn da administriert?

  15. @Stefan – Eigentlich alle Einstellungen, die Du über den IE manuell machen kannst, kannst Du über Gruppenrichtlinien im größeren Umfang verteilen inkl. Zertifikate etc. . Spart in homogenen Windows-Umgebungen schon einiges an Arbeit ein.

  16. Und das ist sinnvoller Weise auch alles auf der Ebene des Browsers zu administrieren? Gerade sofern es sicherheitsrelevant ist wäre das OS doch der bessere Ansatzpunkt – oder nicht? (Denn wenn man den IE als Admin verstümmelt, dann benutzen die Leute Firefox/Chrome Portable – zumindest ich mach das so…)

    Das soll nicht heißen, dass das kein cooles Feature ist, nur ist mir der Anwendungsfall nicht so ganz klar.

  17. @Stefan – Finde ich persönlich sehr sinnvoll, wenn Du Anwendungen hast, die halt nur auf dem IE basieren (ob ich ihn favorisiere, steht auf einem anderen Blatt). Sofern die Leute die Rechte haben, wild Software zu installieren (die sie nicht haben sollten), kommt dann der erste an und heult „Das geht nicht über den Firefox / Chrome / Opera / was-auch-immer“ und zack – hat man die nächste Baustelle. Ob und was man zentral über GPOs verwaltet, muss ja jeder für sich selbst abdecken, aber für unsere Händlerportale brauchst Du beispielsweise den einen Haken hier, den einen Haken da, spezielle Zertifikate – das machst Du dann ab einer gewissen Anzahl von Rechnern nicht mehr manuell 😉 !

  18. Bin selbst in einem großen Konzern. Gibt noch alte Anwendungen und Tools die nur mit IE7 und IE9 richtig laufen. Demnach sind fast alle Clients (hohe 5 stellige Zahl) mit einem dieser Browser ausgestattet. Inzwischen kann man sich auch Chrome dazubuchen… Zum Glück…
    IE lässt sich aber wirklich super administrieren 🙂 Und bei und werden auch GPOs für Chrome genutzt. Und bis die GPOs für eine neue Chrome Version nicht angepasst wurden, gibt’s halt kein Chrome Update…

  19. @stefan
    Wenn du das erst mal Zertifikate oder Einstellungen in einer Anwendung wie dem ie bei 200 Clients per Hand gemacht hast, dann weißt du wie schön Gruppenrichtlinien sind.

    Aber du kannst das auch gern per Hand machen, am besten zu Fuß über 30 Geschäftsstellen ☺