Londoner Polizei setzt nun auf Gesichtserkennung in Echtzeit

Während die EU ein Verbot zu Gesichtserkennung an öffentlichen Plätzen evaluiert, kommen derartige Mittel in Großbritannien nun zum operativen Einsatz. Zur Bekämpfung von schweren Verbrechen, wie mitunter Gewaltverbrechen, setzt die Londoner Polizei im täglichen Einsatz nun auf eine Technologie zur Live-Gesichtserkennung (LFR: Live Facial Recognition).

Eingesetzt wird diese an Brennpunkten in London, um Beamte bei der Lokalisierung nach gesuchten Personen und deren Festnahme zu unterstützen. Unterstützung ist an dieser Stelle auch das richtige Wort, denn die letztlichen Entscheidungen zur Überprüfungen der Personen verbleiben weiterhin bei den Polizeibeamten. Bei der Technologie setzt man auf ein System aus dem Hause NEC, welches in Großbritannien bereits im privaten Sektor seinen Einsatz findet und auch von der Londoner Polizei vorher ausgiebig erprobt wurde.

Trotz Einsatz von modernen Technologien möchte man Privatsphäre und Menschenrechte schützen und hofft durch die Gesichtserkennung hier ein gewisses Gleichgewicht zu schaffen. So werden die Kameras gezielt auf kleine Gebiete gerichtet, Passanten möchte man mit Hinweisschildern und Flugblättern auf den Einsatz der Technologie aufmerksam machen. Auch ist das System nicht mit Bodycams oder anderen eingesetzten Hilfsmitteln verknüpft.

Die LFR-Technologie sucht dann lediglich gezielt nach Personen, welche auf einer „Beobachtungsliste“ aufgrund eines verbrecherischen Hintergrunds stehen. Mit derselben Beobachtungsliste werden auch die Londoner Polizeibeamten im täglichen Einsatz gebrieft, die Technologie stellt nun das Hilfsmittel für eine erhoffte höhere Trefferquote dar. Aufnahmen, die keinen Treffer enthalten, werden umgehend gelöscht. Nicht nur zum Aufspüren von Verbrechern, sondern auch von vermissten Kindern wird das System nun ab sofort eingesetzt.

Wie steht ihr zum Einsatz solcher Technologien, wenn sie dem guten Zweck und „Gemeinwohl“ dienen?

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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35 Kommentare

  1. Wer definiert, was der gute Zweck und das Gemeinwohl ist?

  2. „Trotz Einsatz von modernen Technologien möchte man Privatsphäre und Menschenrechte schützen und hofft durch die Gesichtserkennung hier ein gewisses Gleichgewicht zu schaffen.“

    Das steht im direkten Widerspruch. Gesichtserkennung ist und bleibt ein tiefgreifender Eingriff in Grundrechte, der nicht rechtzufertigen ist.

    Wurde der Überwachungsapparat mal ausgebaut, wird er nicht wieder reduziert. Daher darf hier keine Toleranz gegenüber Grundrechtsverletzungen walten.

    Weitere Informationen: https://netzpolitik.org/2019/neue-kampagne-gegen-gesichtserkennung-gestartet/

    • Richtiger Otto says:

      Mein Gott, was habt ihr denn immer alle zu verbergen? Wen interessiert es denn bitte, wo jeder einzelne Mensch genau wann ist? Mit solchen Systemen können Menschenleben gerettet und Schwerverbrecher gestellt werden, und weil es einigen Nörglern nicht passt, temporär in der Öffentlichkeit gefilmt zu werden sollen wir auf diese Vorteile verzichten?
      Gäbe es solche Kameras in jedermanns Garten oder Wohnzimmer kann ich das ja verstehen, aber es geht um öffentliche Plätze. Aber wahrscheinlich ein Smartphone mit sich rumschleppen, das permanent den Standort an Google/Apple sendet, eine persönliche WerbeID erstellt und auch sonst jegliche persönlichen Daten (hier dann auch PRIVATE) gespeichert hat und diverse davon nach Hause funkt…

      • Stimmt aber mit solchen Systemen kann man schnell Profile erstellen, wer sagt das die Regierung so bleibt? Andere Politiker andere Politik. Auf einmal wirst du auf einer Demo gesehen und von der Cam erkannt, zack bist du weg. Oh Herr Meyer kauft eine Linke/Rechte Zeitung? Zack weg isser. Frau Schulz küsst eine andere Frau?! Zack weg.

        Ist ja nicht so… als hätten WIR damit keine Erfahrung… Gestapo… Stasi … Alles nur damit Leben „gerettet“ werden.

        Und gerade heute … in der Firmen alles Online rum schicken aber die meisten 0 Ahnung von IT-Sicherheit haben… In den USA gibs auch Bundesstaaten die das machen… wie hoch war nochmal die Fehlerquote bei dem System in glaub Philadelphia… 50% oder so?

        Schau mal nach China… da führt man schnell ein Scoresystem ein und alles wird bewertet was du machst… aber nur damit du ein „guter Bürger“ bleibst/bist.

        Sicher ist man nie, es wird immer Opfer geben… aber dafür soll die Freiheit eingeschränkt werden?
        Oh mann … Schon ein bisschen Wahnsinnig …

        • Seeehr realistisch… Aluhut absetzen, zack bisste weg! 😉

          • Wenn deine Vorstellungskraft nicht mal soweit reicht, hast du wohl ganz andere Probleme.
            Ist überhaupt ein großes Problem heutzutage, die Vorstellungskraft bzw. mal 2 Tage weiter
            zu denken als heute.

          • So dachte man 33 auch, und das meine ich ernst, nicht als Totschlagargument. Das damalige Gesetz wurde von vielen unterzeichnet, weil sie dachte, das schlimmste wird schon nicht kommen. Und dann kam es noch schlimer. Also bitte den Aluhutkommentar dahin stecken, wo keine Sonne scheint. Er ist immer die erwachsene Form des kindischen ich-hab-recht-basta statt zu diskutieren.

      • Peter Brülls says:

        „Richtiger Otto“ sagt „was habt ihr denn immer alle zu verbergen“

        Findet den Fehler.

        Dass mit den „Menschenleben retten“ ist übrigens Quatsch und nicht durch Zahlen belegbar.

      • Wen es interessiert? Na die, die es etablieren, warum sollten sie es sonst etablieren, wenn sie es nicht wollen?
        Und was ich zu verbergen habe? Nichts. Aber warum soll es deswegen denn publik werden? Kommen wirklich noch echte Argumente, oder nur Totschlagargumente?

        • Kleiner Nachtrag, wie gut generell Nerwertungssysteme funktionieren erkennt man daran wie gut die Schufa funktioniert, da muß man nur die falschen Nachbarn haben etc.

      • So schnell kann aus was scheinbar Positivem, was sehr gefährliches werden.

        https://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-17-Editorial-Nichts-zu-verbergen-2755486.html

      • Huch, jemand vom Marketing meldet auch zu Wort.
        Niemöller würde das anders sehen.

      • „Ich habe nichts zu verbergen“ wenn es um Privatsphäre und Datenschutz geht. Das ist ungefähr das Äquivalent von „Ich habe nichts zu sagen“ wenn es um Redefreiheit geht. Ein selbst auferlegtes Armutszeugnis.

      • Wer sagt denn, dass jeder mit Smartphone/Google rumläuft?
        Und ich finde diese Ansichten „ich hab ja nichts zu verbergen“ extrem naiv.
        Verbrechen werden damit jedenfalls nicht verhindert.

  3. Überwachung
    Etwas zu verbergen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Vielleicht macht das sogar dass Mensch sein aus. Die Intimitäten die jeder Mensch für sich hütet sind sehr unterschiedlich und mannigfaltig, je nach Kultur. Wenn es stimmt dass die Meisten nichts zu verbergen haben, weil sie ja nicht z.B. „kriminell“ sind, würde ja Mobbing nie funktionieren. Als Achtung des Privaten kann man z. B. das Tagebuch in unserem Kulturkreis anführen, dass wohl kaum jemand in Frage stellt. Der Volksmund (Kirchen) sagt, „wir sind alle Sünder“ und die Verknüpfung dieser kann verehrend für den einzelnen sein. Jeder, der unter dieser Prämisse einmal sein Leben ehrlich reflektiert, wird merken wie fiel er davon nicht in die Öffentlichkeit getragen haben möchte. Die Nachteile liegen auf der Hand. Nur der bedingungslose Jasager hat nichts zu verbergen.

  4. Dunkelhäutige Mitbürger werden übrigens sehr schlecht damit erfasst, ist dann wenigstens anti-diskriminierend 😉

    • wieso? können nur schwarze diskriminiert werden? das ist diskriminierend.

      • In D. können tatsächlig nicht alle diskriminiert werden. Jüngst erlebt bei WDR. Aufgrund von Frauendiskriminierung sagt man z.B. Schülerinnen und Schüler oder spricht mit einer Pause Schüler-Innen. Letztens war aber stets von Schülerinnen die Rede (beide Geschlechter, gemeint). Mit anderen Worten, das, was zuvor als Frauendiskriminierung definiert wurde, darf bei Männern gemacht werden.

  5. Das einzig richtige! Jeder der mit Datenschutz oder dem Persönlichkeitsrecht daherkommt, kann man aus meiner Sicht nicht Ernst nehmen. Strafverfolgung und oder die Verhinderung von Straftaten geht immer vor!

    • Na dann wirst Du Dich in China sauwohl fühlen. Am besten auswandern. Das ist ja das Tolle, Du kannst aus einem freien Land auswandern wenn es Dirbzu frei ist.
      Und was Überwachung betrifft, in Amerika wurde nachweislich nicht ein einziges Attentat verhindert durch erweiterte Überwachung. In den letzten Jahren gab es dazu im Senat Angaben, von 52 verhinderten Attentaten, welche angeführt wurden als pro Überwachungserfolgt stellten sich 50 ganz schnell raus als ausschließlich durch klassische Methoden verhindert, die verbliebenen 2 als Überwachung fand statt, war aber nicht ausschlaggebend für den Erfolg.

      • Sagt doch gar nichts aus über die dadurch erfolgte Vermeidung durch Abschreckung. Man muss da ja auch nix zusammenfabulieren. Die Erhöhung der Sicherheit ist ja ein Fakt, weshalb die Mehrheit der Bevölkerung auch dafür ist.

        • Die Erhöhung der Sicherheit ist ein Fakt? Hab doch gerade von den USA geschrieben, da ist doch genau der Fakt gezeigt worden im Senat, daß die Sicherheit nicht erhöht wird. Frag auch mal die sogenannte Mehrheit, ob sie a) bei Erhöhung von Sicherheit weiß, daß damit Erhöhung von Überwachung gemeint ist, b) wissen wie die Uberwachung passiert c) ob sie noch frei reden können.
          Ich zitiere mal Lindner von der FDP frei: viele haben mittlerweile Angst frei über Dinge wie Zuwanderung zu reden. Nicht, weil sie rechts stehen, sondern weil sie Angst haben falsch verstanden werden zu können. Überwachung schützt nicht, es schafft nur ein Gefühl von Beklemmtheit. Und falls es etwas erreicht, dann höchstens die nachträgliche Strafverfolgung. Zum Opfer bin ich da aber bereits geworden und aus aller Welt wissen wir, daß nicht einmal die Todesstrafe Leute abhält Straftaten zu begehen. Wie soll dann Überwachung das schaffen? Gar nicht. Es trifft also nur die unschuldigen, die das Gefühl bekommem sich achlimmstenfall rechtfertigen zu müssen. Dazu ist erweiterte Überwachung der erste Schritt zur Beweislastumkehr. Wehret also den Anfängen. Insbesondere einen Tag nach dem 27.1. sollte man nachdenklich sein (was nicht heißt, daß ich beide Themen gleichsetze, wobei weiter oben von einem Poster sehr schön ein Artikel verlinkt wurde über die Datenerfassung seit Mitte des 19 .Jhdts welche dann für die schnelle Deportierung und Ermordung genutzt wurde. Kannst Du garantieren, daß es in 100 Jahren alles gut ist? Oder in 50?

      • Alle wollen immer etwas tun… das ist das selbe Problem wie mit dem Klima… aber niemand verzichtet auf den Kaffee aus Kolumbien oder Nicaragua der mit riesigen Containerschiffen über den Ozean kommt…

  6. Arnold Aluhut says:

    Diese Kameras gehören nicht in staatliche Hand, sondern jeder Mensch sollte das Recht haben sein Grundstück damit zuzupflastern!

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