NVIDIA Shield TV 2017: Ein erster Blick

16. Januar 2017 Kategorie: Android, Smart Home, Streaming, geschrieben von: caschy

Der König ist tot, es lebe der König! Kann man das so einfach bei der neuen NVIDIA Shield TV sagen? Nein, auf keinen Fall. NVIDIA überrascht mit dem Neuling sicher positiv. Aber: Man steht vor der Kiste und fragt sich, ob NVIDIA die Entschleunigung erfunden hat – oder ob hier tatsächlich eine Firma mal für den Kunden handelt und nicht künstlich Funktionen zurückhält, Stichwort Vorgänger. Als Reinholer, falls ihr die letzten Wochen im Tiefschlaf verbracht habt: NVIDIA hat die zweite Generation der Shield TV vorgestellt, die meisten Funktionen bekommt aber auch die 2015er-Version.

Links: die Neue. Die Kleine.

Großartig hat sich nichts verändert, wenn man sich die 16 GB-Version anschaut. Zwar ist man eine ganze Ecke kleiner geworden, aber ansonsten sucht man die technischen Neuerungen in der Hardware vergebens. RAM & CPU sind identisch zur 2015er-Version. Es fehlt sogar was, nämlich der Slot für die microSD-Karte. Allerdings kann man weiterhin Massenspeicher via USB anschließen.

Dafür gibt es aber massig neue Funktionen in Sachen Soft- und Hardware. So gibt es Android 7.0 Nougat und die Unterstützung durch einen wichtigen Anbieter offiziell: Amazon Video. Das mag der verschmerzen können, der Videos von Amazon nicht schaut, mir persönlich würde was fehlen. Für mich ein Grund, warum sich der Apple TV nicht vollends in meinen vier Wänden durchsetzen konnte – und auch die NVIDIA Shield TV konnte bislang nur durch Sideloading einer App zum Abspielen von Amazon Video bewegt werden.

Amazon-App, Hauptansicht

Ich behaupte mal, dass das für Besitzer einer Shield TV kein Problem darstellte, doch die mögliche Qualität blieb auf der Strecke. Nun also Amazon Video offiziell auf der NVIDIA Shield. Inklusive Unterstützung für 4K HDR. Nicht nur Amazon ist dabei, auch eine neue YouTube-App soll folgen, inklusive Unterstützung für 360°-Videos. Tolle Sache. Noch besser: Die Amazon-App ist mit dem zeitnah geplanten Update für Konsolen der ersten Generation auch zu haben. Wer die neue Oberfläche des Fire TV nicht mag: Die App für die Shield setzt noch auf die Amazon-Oberfläche mit der Sidebar.

Amazon-App, UHD-Ansicht

Was ist denn nun neu, außer das Design? Es gibt einen neuen Controller, dieser soll mit einem zeitnahen Update sogar Befehle „freihand“ entgegennehmen nehmen können. Bislang ist hier noch der Druck auf die Taste vonnöten, später dann nicht mehr zwingend. Mit einem Update folgt dann auch der Google Assistant. Vielleicht interessant für alle, die eine Shield TV als Smart Home-Zentrale einsetzen wollen.

Bereits jetzt hat man die Unterstützung für Nest-Sicherheitskameras an Bord, in Deutschland wahrscheinlich eher uninteressant, da diese bisher nicht offiziell für unseren Markt gedacht sind. Auch Samsungs erweiterbare SmartThings lassen sich einbinden, Shield TV fungiert hier dann sogar als Hub. Hier könnte das später separat zu erwerbende Spot-Mikrofon auch interessant werden, sofern man sich auf die Shield als Smart Home-Zentrale, die auf Zuruf hört, stürzen will.

Leanback-Ansicht

Die ersten Eindrücke der neuen Shield TV, die ich am Wochenende sammeln konnte? Durchaus gut, wobei man als neuer Besitzer natürlich weitaus geflashter sein dürfte, wenn man das Vorgängermodell nicht kennt. 4K an einem 4K-Screen ist schon fein, das Vorhandensein aller von mir gewünschten Inhalte unter einer Oberfläche sind auch nett. Normalerweise greife ich zum, in der Grundausstattung, weitaus günstigeren Fire TV, wenn ich Netflix und Amazon schauen will. Und zum gelegentlichen Zocken soll der Fire TV ja auch langen, wenn man separat einen Controller erwirbt.

NVIDIA Games

Aber: es ist kein Vergleich zur Shield. Nicht einmal ansatzweise. Der Controller ist besser und die Möglichkeiten zum Daddeln sind bei NVIDIA durchaus breiter gesät, Stichwort GeForce Now oder NVIDIA Games App. Das Streamen der Spiele funktionierte im Test super, der Katalog ist dick gefüllt (Formel 1 gespielt, mit der Sniper umhergezogen, alles super). Und wenn das nicht reichen sollte, dann steht GeForce-PC-Gamern ja noch das Streaming offen.

Day of the Tentacle. Spiel mit Anzeige eines schlechten Netzes.

In Sachen Gaming ist die Shield meiner Meinung nach allen anderen Streamern überlegen, unabhängig vom Preis, das Ding ist durch das Game-Streaming schon eher Konsole. Auch in Sachen Video gibt man sich vielfältig. Man unterstützt die gängigen Dienste und recht viel ist ansonsten auch per Sideload machbar. Kodi kann man mittlerweile direkt aus dem Store installieren, auch Plex findet man vor. Nicht nur den Player, sondern auch den Server.

Games-Ansicht

Wer Plex mag, der braucht also keinen separaten Server irgendwo stehen haben, Plex Server auf der Shield TV installieren – fertig. In Sachen Media und Audio unterstützt die Shield TV wie folgt: H.265 4K, H.264 4K, VP9 4K, VC1, MPEG2, 4K HDR, via Passthrough Dolby Digital+, DTS HD (HD MA), Dolby TrueHD, DTS-X und Dolby Atmos.

Externer Sideload Launcher

Trotz alter Version eine Empfehlung? Schwer zu sagen. Kommt immer drauf an, wie die eigenen Ansprüche sind. Der Markt an Streamern ist groß, umkämpft und natürlich auch von den einzelnen Vorlieben der Nutzer abhängig. Wer nur Videos schaut, der kann natürlich den Fire TV oder einen Apple TV nutzen, des Weiteren lässt sich mit dem Raspberry Pi auch einiges basteln. Aber auch die Konsolen-Besitzer finden mittlerweile mit der Xbox oder der PlayStation viele Möglichkeiten vor. Bei meinem Anwendungsprofil wäre eine Aktualisierung wohl albern.

Dennoch bleibt die NVIDIA Shield TV für mich eine durchaus empfehlenswerte Hardware, da sie schon einen umfangreichen out-of-the-box-Umfang hat, sich zudem über Android-Basteleien in Form diverser Apps auch nützlich anpassen lässt. Als Nutzer der alten Version würde ich sicherlich nicht aktualisieren und mir den Aufpreis sparen. Die meisten Funktionen kommen als Experience-Update, sind also mit der alten Version auch nutzbar. Die neue Bauform der 16 GB-Variante. Nett, aber wahrscheinlich den meisten egal. Mit 230 Euro ist die NVIDIA Shield offensichtlich teurer als ihre Mitbewerber. Nicht vergessen sollte man, dass man für diesen Preis ebenfalls einen der neuen Controller bekommt.

NVIDIA Shield TV 2017 bekommt von mir den Daumen nach oben.  Beide sogar, denn man lässt Besitzer des Vorgängers nicht im Regen stehen. Sollten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen.

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