Google: Android-Auflagen für OEMs immer härter – Samsung muss S-Voice begraben

26. September 2014 Kategorie: Android, geschrieben von:

Google hat sich bekanntlich in der letzten Zeit einige OEMs wie Samsung zur Brust genommen und einige Auflagen für die Nutzung von Android als Betriebssystem verhängt. Das jüngste und prominenteste Beispiel ist, dass sämtliche Anbieter, die Geräte auf Android-Basis verkaufen, den Bootscreen mit dem Hinweis „powered by android“ versehen müssen. The Information, ein amerikanischer Technik-Nachrichtendienst, ist nun an die vertraulichen Vertragsauflagen für OEMs gelangt und zeigt die immer größer werdenden Anforderungen, die Hersteller einzuhalten haben.

Android

Dieser Auflagenvertrag mit dem Namen „Mobile Application Distribution Agreement“ (MADA) hat eine pikante neue Klausel: Nebst Google als Standard-Suchmaschine muss nun auch Google Voice Search, bzw. Google Voice Assistant voreingestellt sein. Andere Sprachassistenten wie Samsungs S-Voice sind somit nicht mehr erlaubt. Auch das Hotword „OK Google“ darf nicht gegen ein anderes ausgetauscht werden.

Inwiefern sich das rückwirkend auf Geräte wie das Moto X der ersten Generation auswirkt, das ja noch mit dem Hotword „OK Google Now“ auslöste, ist nicht bekannt. Dies könnte aber vielleicht auch als Auslegungssache gewertet werden, da es ja kein komplett verändertes Hotword ist. Hier wird es jedoch beim Moto X der zweiten Generation kritischer, da man hier die Hotword-Erkennung individuell anpassen kann, was auch schließlich eines der Verkaufsargumente ist.

Was bislang auch nicht bekannt war: Google gibt den OEMs sogar Button-Funktionen vor. So muss ein physischer Home-Button wie bei der Samsung Galaxy-Reihe immer bei längerem Drücken Google Now öffnen. Gleiches gilt für den Wisch nach oben von einem virtuellen Home-Button.

Die MADA verbietet OEMs nun auch eine andere WebView Engine zu verwenden als die neue Google WebView Engine auf Chromium Basis, sobald eine In-App Web Ansicht geöffnet wird.

Auch wenn der restliche Teil des Auflagenvertrags nicht sonderlich viel Neues hergibt, so findet man doch noch das eine oder andere interessante Detail. Google verlangt demnach, dass die eigenen Google Apps auf dem Smartphone vorinstalliert sein müssen und diese nach der Ersteinrichtung in einem Google-Ordner auf dem Homescreen zu erscheinen haben – und das auch noch in der von Google vorgeschriebenen Reihenfolge! Zudem muss das bekannte Google Suche-Widget am oberen Bildschirmrand installiert sein.

Wenn mich zwar die meisten dieser Auflagen nicht sonderlich verwundern, so ist der neue Google-Sprachsuche-Zwang schon ziemlich heftig. Damit dürfte Samsungs S-Voice wohl tatsächlich gestorben sein – aber mal ehrlich, wer vermisst schon S-Voice?


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