Deutsche Telekom gibt Änderungen in der Tarifstruktur bekannt, 2 Mbit-Drosselung bestätigt.

12. Juni 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Bereits gestern berichteten wir unter Berufung auf zwei Quellen von den Plänen der Deutschen Telekom, die Drosselung ab 2016 anders zu realisieren, als bisher bekannt gegeben. Bislang war es so, dass beim Erreichen von 75 Gigabyte Datenvolumen (je nach Tarif) die Surf-Geschwindigkeit im Abrechnungsmonat auf lediglich 384 KB gedrosselt werden sollte, diese Information gab man Ende April heraus. Dies sorgte natürlich für Diskussionen.

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Zum einen sind 75 Gigabyte schon heute relativ wenig Traffic, nicht auszudenken, was im Jahre 2016 für Technologien zur Verfügung stehen, die uns Content schnell und hochqualitativ in die Wohnungen bringen – zum anderen ist auch aus heutiger Sicht die Geschwindigkeit von 384 KB nicht für ein modernes Web ausreichend.

Weitere Kritik prasselte auf die Telekom ein, als bekannt wurde, dass man einige Dienste-Anbieter bevorzugen wolle. Diese können sich für Geld einen Managed Service „erwerben“ und werden nicht in das Volumen eingerechnet. Fürsprecher der Netzneutralität sahen diese natürlich verletzt und protestierten. Im Verlaufe der Diskussion gab es seitens der Deutschen Telekom dann noch die Information, dass es für einen Aufpreis weiterhin unbegrenzte Flatrates gäbe. Eine zwischenzeitlich eingereichte Petition gegen die Drosselung wurde zwischenzeitlich 200.000 Mal unterzeichnet.

Nun die neuen Informationen der Deutschen Telekom, die heute offiziell veröffentlicht wurden. Ich war zu diesem Zweck mit Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland, in einer Telefonkonferenz.

Kurzinfos aus dem Gespräch:

– Viel Aufregung in der Politik, in den Medien

– Kunden machen sich Sorgen

Ab 2016 passende Angebote, auch echte Flatrates, diese aber teurer. Normalnutzer sollen günstige Angebote bekommen. Zubuch-Option werden kommen.

Mindestgeschwindigkeit: Verfünfachung – also 2 Mbit. Dies passiert nach Erreichen der Volumengrenze laut Vertrag. Gilt rückwirkend für Verträge, die ab Mai abgeschlossen wurden.

Diese Info ist dynamisch, nicht in Stein gemeißelt. Wenn bis 2016 der Durschschnittsverbrauch steigt, dann werden die Volumina angepasst und auch die Preise.

Aussage: die Strategie bleibt wie bisher. 2 MBit reicht für alle Use-Cases, nur nicht HD, dafür SD.

– Entscheidung aufgrund der Kundenkritik

– Angeblich gibt es keinen Effekt auf die Kundenzahlen der Telekom bezüglich der Drosselung – der Wettbewerb sei aber hart.

Entertain ist kein Internet-Dienst laut Telekom. Hat eigene Kapazitäten. Video in Demand: das will man noch besprechen, wie man das regelt.

Die Telekom geht nicht davon aus, dass ein Gesetz zur Netzneutralität kommt.

Offizielle PM:

Die Deutsche Telekom passt ihre neue Tarifstruktur an, die der Konzern im Rahmen der Tarifdifferenzierung ab 2016 technisch umsetzen will. Die Telekom reagiert damit auf die Sorgen von Kunden. Ab 2016 werden Kunden, sollten sie nach Aufbrauchen ihres Inklusivvolumens keine zusätzlichen Datenpakete buchen oder keine Flatrate nutzen, mit 2 Mbit/s statt wie bisher geplant mit 384 Kbit/s surfen können.

„Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden. Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung – wir haben ihn verdoppelt“, sagt Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom. Der neue Wert gilt rückwirkend auch für Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

Die Telekom hatte Ende April eine neue Tarifstruktur im Festnetz angekündigt, die stärker auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen eingeht. Dabei wird es ab 2016 weiterhin Flatrates für Vielnutzer geben, die dann etwas teurer sein werden, aber auch günstigere Tarife für Normalnutzer, bei denen ein bestimmtes Datenvolumen inklusive ist. Für alle Zielgruppen – Wenignutzer, Familien und Extremnutzer – wird es passende attraktive Angebote geben.

„Eine weitere Sorge, die wir oft gehört haben, ist, dass beispielsweise Familien mit den bisher definierten Volumina in Zukunft nicht auskommen werden“, so Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. „Wir stehen im Wettbewerb und es ist doch klar, dass wir diesen Sorgen Rechnung tragen und für alle Zielgruppen attraktive Tarifpakete schnüren werden. Aber es ist zu früh, über Details der Tarife in drei Jahren zu sprechen.“

Die Telekom hatte mehrfach erklärt, dass sowohl die reduzierte Geschwindigkeit als auch die Inklusivvolumina dynamische Werte sind, die sich an den Markterfordernissen orientieren. „Die Werte sind nicht in Stein gemeißelt, auch hier gilt: Wir stellen uns der Realität. Vor der Einführung 2016 werden wir uns den Durchschnittsverbrauch unserer Kunden genau ansehen und die Inklusivvolumina gegebenenfalls anpassen“, so Hagspihl weiter.

Niek Jan van Damme ergänzt: „Unser Ziel bleibt: Ein leistungsstarkes Internet für alle. Für den Ausbau ins flächendeckende Highspeed-Internet investieren wir weiterhin Milliarden – allein in den kommenden Jahren zusätzlich 6 Mrd. Euro. Damit sind wir Vorreiter in Deutschland. Wir werden unsere Tarife aber differenzieren müssen, so dass wir unsere Netzinvestitionen auch in Zukunft zurückverdienen können.“

Netzneutralität? Bekannte Thematiken zu Managed Services und Vorteile für andere Anbieter wurden auch besprochen, hier rückte man aber nicht von bisherigen Aussagen ab. Dennoch sprach man von diskriminierungsfreien Diensten, man will nicht Dienste ausbremsen, aber will Kunden, die zum Beispiel Zusatzdienste buchen (Videokonferenzen und Co) sicherstellen, dass deren Dienste bevorzugt behandelt werden.



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Über den Autor: caschy

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