Amazon: Die Neuvorstellungen in der Zusammenfassung

27. September 2017 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von:

Amazon hat in Sachen Smart Home wieder geliefert – und muss dabei einen schmalen Grat gehen. Auf der einen Seite will das Unternehmen natürlich Partner für sich gewinnen. Das eigene System Alexa in möglichst viele Partnergeräte bekommen (auch Fahrzeuge, wie ganz frisch BMW), dabei verbessern und auch nicht die eigenen Produkte aus den Augen lassen. Das macht es schwer – denn baut Amazon sehr potente Hardware zum Kampfpreis – gerade bei Lösungen wie dem Echo – dann könnte es für Partner uninteressanter werden, hier ebenfalls aktiv zu werden.

Doch diese internen Gedankengänge von Firmen interessieren zumindest mich wenig, mich interessiert, was beim Consumer – also mir – an guten Lösungen ankommt. Wohin die Reise geht, hat man im HQ von Amazon sehen können. Echo all the things. Der erwartete Fire TV, der state of the art 4K und HDR beherrscht, dazu der neue Echo sowie der Echo Plus. Am Sound will man geschraubt haben, was vielleicht für alle interessant sein könnte, die eine günstige Alternative zu Sonos oder anderen Anbietern suchen.

Echo beherrscht ja mittlerweile auch Multiroom und wer den ersten Echo kennt, der wird bestätigen können, dass der Sound durchaus ok ist, aber auch Luft nach oben vorhanden ist. Die neuen Kampfpreise, auch im Bundle, sind sicherlich nicht ausschließlich die Entscheidung von Amazon – bestimmt hat der Druck auf dem Markt dafür gesorgt.

Der Techie weiss: Auch Microsoft und Apple sind nicht untätig im Bereich Smart Home – und gerade der große Mitbewerber Google wird sicherlich auch zeitnah auf die Tube drücken und neue Geräte aus dem Hut zaubern.

Schauen wir einmal noch kurz auf den Echo, der hier jetzt für unter 100 Euro verkauft wird. Sehr interessantes Gerät für den Einsteiger, der auch in Sachen Smart Home konnektiv ist. Amazon betreibt hier kein Hexenwerk, denn die Anbindung bestehender Komponenten funktioniert klassisch via früher – entweder über Dritt-Apps oder Skills. Bisschen andere Optik, geringerer Preis – nun vielleicht für Einsteiger interessanter – auch im günstigeren Bundle für Multiroom-Einsteiger, die sparen wollen.

Echo Plus ist dann die neue Kiste für 150 Euro. Auch hier will man in Sachen Sound nachjustiert haben. Das große Plus soll hier auch der Smart-Home-Hub sein. Der Echo Plus erkennt Smart-Home-Geräte und richtet diese auf Zuruf ein. Der große Vorteil: Der Echo Plus ist der Hub, umständliches Gateway-Geraffel im Haushalt könnte wegfallen. Kostet Geld und Strom.

Die große Frage: Wie reagieren Partner – werden diese vielleicht weiterhin exklusive Funktionen nur mit den eigenen Gateways anbieten? Die Frage wird die Zeit beantworten und zumindest ist es ja weiterhin so, dass man notfalls beides parallel nutzen kann.

Kurz zum neuen Fire TV: 4K und HDR, dazu die Sprachfernbedienung. Ich habe bei Amazon nachgefragt: das Fernbedienen via Sprache über einen Echo oder Echo Dot startet in den USA, es gibt noch keinen Termin für Deutschland. Von daher muss man weiterhin die Zeit mit der Fernbedienung verbringen. Kein Beinbruch, aber schön wäre der zeitnahe Start in Deutschland schon gewesen. Ziemlich nett aber: Der neue Fire TV kommt mit Fire OS 6.0, basierend auf Android 7.1.2 Nougat. Alte Geräte sollen  – Stand jetzt – 6.0 nicht erhalten.

Ob nützlich oder nicht, das müsst ihr euch beantworten: Echo Buttons. Die können leuchten und sind in Verbindung mit mehreren Spiel-Skills auch für Multiplayer gedacht. Stellt euch Ruck Zuck oder Wissenspiele vor. Der Echo fragt, der wissende Spieler drückt den Button, spricht die Antwort und bekommt einen Punkt. Für mich sicherlich nichts, aber sicher etwas für Eltern mit Kindern im entsprechenden Alter, die sich vielleicht die Anschaffung der klassischen Spiele mit Elektro-Zusatz sparen können. Wobei es so etwas wahrscheinlich kaum noch gibt, in Zeiten der Smartphones und Tablets – oder?

Echo Spot gibt es ja auch noch. Ich denke, der kleine Smart-Home-Speaker mit Alexa-Funktion wird bei vielen den Radiowecker am Bett ersetzen – wobei die Kamera natürlich im Schlafzimmer gruselig wirken kann. Kann Inhalte verbundener Kameras anzeigen, Video-Anrufe durchführen, Video-Inhalte anzeigen und auch den typischen Alexa-Kram, den der Echo oder Echo Show kann. Anfang 2018 auch bei uns.

Anders der Echo Show. Das bereits in den USA vorgestellt Gerät wird auch bei uns zu haben sein, ab November kann es bei euch in der Küche oder sonst wo stehen, kostet knapp 220 Euro, der Doppelpack-Käufer spart 100 Euro im Vergleich zum Einzelpreis. Inwiefern das für den Nutzer spannend ist, muss jeder für sich beantworten. Überwachungskameras, Flash-Briefings, andere mediale Inhalte oder auch Musik und Videotelefonate, das sind so die Anwendungsbereiche. Habe persönlich noch keine Idee, wie nahtlos sich das bei den Smart-Home-Fans in ein bestehendes Setup eingliedert – aber ausprobieren werde ich das persönlich auf jeden Fall. Muss aber eben auch einen echten Mehrwert für mich bieten, ich stelle mir keine Geräte in die Bude, die Probleme lösen sollen, die ich nicht habe.

Spannend wird auch Echo Connect – zumindest für die Menschen, die noch telefonieren. Kleine Box für 35 Dollar, die erst einmal für die USA angekündigt wurde. Ein zusätzliches Gerät, welches aus verbundenen Echos ein Festnetztelefon macht. VoIP und analoge Leitung sollen sich anzapfen lassen – und hier stelle ich es mir bequem vor, diese Lösung zu nutzen. Aber: Obwohl handsfree, ist man sicherlich nicht ganz bewegungsfrei – man muss sich zumindest in Hörweite befinden.

Amazon lieferte meines Erachtens eine recht spannende Vorstellung ab. Es sind nicht immer die großen Knaller, die eine gute Vorstellung ausmachen, es ist auch die Erweiterung eines existenten Ökosystems um nützliche Lösungen. Dass diese Lösungen allerdings nichts für jeden sind, dies dürfte sicherlich außer Frage stehen.

Denn wer einen Fire TV mit Sprache bedient, muss nicht zwingend gleich der Die-Hard-Fan eines Echo mit Smart-Home-Steuerung sein. Ich für meinen Teil bin in Sachen Smart Home recht froh, dass sich die Insel-Lösungen weiter unter einer Zentrale zu einem Festland verknüpfen lassen. In diesem Sinne: Lasst mal hören, was ihr von den neuen Geräten so haltet – was ihr gut findet und was nicht. Und bevor ihr blind vorbestellt – wartet auch ab, was Google am 4. Oktober vorstellt…

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