UniFi Access Points nanoHD und FlexHD im Test

Der UniFi Dream Machine hatte ich mich bereits in einem eigenständigen Testbericht gewidmet. Ich möchte mit den Access Points nicht alles nochmals doppelt durchkauen. Deshalb sei vorneweg für Interessierte auf jenen Beitrag als Ergänzung verwiesen. Insbesondere soll es hier nicht mehr um die Möglichkeiten mit dem Controller und die wirklich vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten gehen.  Zusätzlich zur Dream Machine habe ich mit dem UniFi nanoHD und dem UniFi FlexHD auch noch Access Points von Ubiquiti unter die Lupe genommen und jene sowohl im Mesh-Betrieb als auch kabelgebunden als Access Points mit Roaming-Funktion betrieben.

Zusätzlich sei an dieser Stelle nochmals der Hinweis gegeben, dass ich die Hardware nicht unter Laborbedingungen, sondern in meinen Räumlichkeiten ausprobiert habe. Bedeutet: Da spielen individuelle Dinge in die Ergebnisse mit rein, wie beispielsweise die umliegenden Router oder die Beschaffenheit der Wohnung.

Technische Details: 4×4 MU-MIMO Wave 2 – aber kein Wi-Fi 6

Im Grunde genommen unterscheiden sich der UniFi FlexHD und der nanoHD – auf dem Papier – lediglich in ihrer Bauform: Während der nanoHD an die Wand oder Decke montiert werden kann, lässt sich der FlexHD auch an einer Stange anbringen oder einfach aufstellen. Ein Blick auf das Antennendesign des nanoHD legt nahe, jenen für die bestmögliche, horizontale Abstrahlung an der Decke anzubringen. (Zur Not oder übergangsweise liefert er aber auch liegend ordentliche Ergebnisse, so viel sei vorweggenommen). Das Antennendesign vom FlexHD bzw. der UDM findet ihr dort übrigens auch. Der FlexHD wird zudem für den Außenbereich beworben, hier gelten andere gesetzliche Regulationen. Daher gilt es später in der Software die entsprechende Einstellung vorzunehmen.

UAP-HD-NANO
Dimensions 160 x 160 x 32.65 mm (6.3 x 6.3 x 1.29″)
Weight
With Mounting Kits
300 g (10.6 oz)
315 g (11.1 oz)
Networking Interface (1) RJ45 GbE
Buttons (1) Reset to Defaults
Power Method 802.3af
Power Supply UniFi Switch (PoE)
Max. Power Consumption 10.5W
Operating Frequency 2.4 GHz
5 GHz
Max. TX Power
2.4 GHz
5 GHz
23 dBm
26 dBm
Antenna Gain
2.4 GHz
5 GHz
2.8 dBi
3 dBi
MIMO
2.4 GHz
5 GHz
2×2
4×4
Throughput
2.4GHz
5GHz
300 Mbps
1733 Mbps
Wi-Fi Standards 802.11 a/b/g/n/ac/ac-wave2
Wireless Security WEP, WPA-PSK, WPA-Enterprise (WPA/WPA2, TKIP/AES)
BSSID 8 per Radio
Mounting Wall/Ceiling (Kits Included)
Operating Temperature -10 to 70° C (14 to 158° F)
Operating Humidity 5 to 95% Noncondensing
Certifications CE, FCC, IC

 

UAP-FLEXHD
Dimensions Ø 48.50 x 159.49 mm (1.90 x 6.28″)
Weight 315 g (0.69 lb)
Networking Interface (1) 10/100/1000 Ethernet Port
Button Reset
LED System / Status
Power Method 802.3af
Power Supply 802.3af
48V, 0.32A Gigabit PoE Adapter
Max Power Consumption 10.5W
Voltage Range 44 – 57VDC
Operating Frequency 2.4 GHz
5 GHz
Max TX Power EIRP 2.4 GHz: 23 dBm
5 GHz: 26 dBm
Throughput 2.4 GHz: 300 Mbps
5 GHz: 1733 Mbps
Antenna Gain 2.4 GHz: 1.6 dBi
5 GHz: 4 dBi
Wi-Fi Standards 802.11 a/b/g/n/ac/ac-wave2
Wireless Security WEP, WPA-PSK, WPA-Enterprise (WPA/WPA2, TKIP/AES)
Mounting Ceiling / Pole / Tabletop / Wall
Operating Temperature -30 to 70° C (-22 to 158° F)
Operating Humidity 5 to 95% Noncondensing
Certifications CE, FCC, IC

Der Zusatz „HD“ im Namen der beiden Access Points steht für „High Density“ (hohe Dichte). Anspruch ist also, dass sie trotz vieler Clients immer noch eine ordentliche Performance abliefern. Ubiquiti gibt auf dem Datenblatt bis zu 200 Nutzer an. Eine hohe Anzahl an Wi-Fi-Clients mag der eine oder andere sicher haben, denn die Anzahl an Wi-Fi-Geräten dürften in vielen Haushalten durch Geräte wie Smart Speaker oder Smart-Home-Produkte exorbitant gestiegen sein. Mit 200 Clients ist man da jedenfalls im Privatbereich bestens für die Zukunft gerüstet. Zudem macht das die Access Points auch attraktiv für den Einsatz in Büros, Hotels, Fitnessstudios, etc.

Zu den Datenblatt-Angaben „300 Mbps (2.4 GHz)“ bzw. „1733 Mbps (5 GHz)“: Einige Hersteller von Routern sind hier verwirrend tätig und summieren diese beiden Angaben unverständlicherweise auf – habt da also die Augen offen, wenn ihr Hardware vergleicht. Die Angaben sind Brutto, effektiv kommt da dann weniger bei rum.

Zudem unterstützt man dank Wave-2-Standard Beamforming: Signale werden in Richtung von Clients dadurch verstärkt und somit der Durchsatz gesteigert. Das ist kein Voodoo, sondern ließ sich im Rahmen meiner Tests auch nachmessen. Richtig gehört: Wi-Fi 6 sowie WPA3 gibt es nicht. Man müsste wohl eher sagen noch nicht. Schade, dass Ubiquiti bislang noch keine frei erhältlichen Unifi-Access-Points mit Wi-Fi 6 verkauft. Immerhin gibt es inzwischen auch eine stark wachsende Anzahl an Endgeräten. Ebenfalls gibt es keinen weiteren Ethernet-Port um am Einsatzort auch einen weiteren Client über Kabel anzubinden.

Einrichtung: Wie gewohnt wird über PoE mit Strom versorgt

Für die kabelgebundene Variante ist die Einrichtung gewohnt einfach: Netzwerkkabel mit PoE anstecken, fertig. Die Stromversorgung über PoE erfolgt wahlweise über einen fähigen Switch oder über den mitgelieferten Injector. Alles in allem seid ihr bei einem zu verlegenden Kabel. Und da ist es beispielsweise ideal, wenn ihr PoE (Power over Ethernet) zentral von einem Switch im Technikraum (oftmals ja im Keller) aus verteilt. Solltet ihr also einen Neubau planen, dann denkt daran Ethernet unter die Decke zu verlegen – möglichst zentral auf dem Stockwerk versteht sich. Auf bestehende Leitungen dann PoE „aufzumodellieren“ stellt im Normalfall kein Problem dar. Da solltet ihr jedoch Dinge wie maximale Kabellängen sowie den Cat-Standard beachten.

Wollt ihr den Access Point im Mesh-Betrieb einsetzen, so ist es notwendig, einen kabelgebundenen Accesspoint (wie die UDM, weitere kompatible Hardware gibt es hier aufgelistet) entsprechend vorzubereiten. Es ist auch ein Misch-Einsatz aus kabelgebunden und Mesh-Access-Points möglich. Die Voraussetzungen waren mir bei der UDM mit den Standard-Einstellungen gegeben. Die betreffende Option befindet sich in den fortgeschrittenen Wi-Fi-Einstellungen. Im alten UI des Controllers ist es notwendig, „Enable wireless uplink“ zu aktivieren. Mit dem neuen UI heißt das Ganze „Enable Uplink Connectivity Monitor“. Logisch: Für den Mesh-Betrieb sollte der Access Point natürlich so platziert sein, dass er sich in guter Reichweite zu einem anderen befindet.

Nun ist das Vorgehen von Kabel- und Mesh-Betrieb analog: Im UniFi-Controller lässt sich der Access Point „adoptieren“. Das Vorgehen ist also identisch wie bei anderen UniFi-Produkten, z. B. auch den Protect-Kameras. Entsprechende Einstellungen wie das Leuchten der Status-LED oder vorhandene SSIDs werden von den bisherigen Einstellungen im Controller übernommen.

Als Controller kann ein etwaig vorhandener von der UDM (Pro) oder dem Cloud Key (Gen 2 (Plus)) herhalten, so habt ihr alle Geräte in einer Übersicht. Solltet ihr keine derartige Lösung haben, so ist auch ein selbst-gehosteter Controller z. B. unter Linux möglich.  Auch unter macOS oder Windows kann die Einrichtung erfolgen, denn auch hierzu stellt Ubiquiti einen Controller bereit. Mag sich der eine oder andere denken, dass diese ja nicht dauerhaft laufen: Ist im Grunde genommen aber auch nicht nötig, und nur zum Ändern von Einstellungen erforderlich. Solltet ihr lediglich auf einen Access Point setzen, ist auch die Einrichtung über ein Smartphone und der Betrieb „ohne Controller“ denkbar. Erforderlich wird er lediglich, sobald ihr dann Dinge wie ein Gastportal betreiben wollt. Als sanften Einstieg ins UniFi-Ökosystem kann man also auch nur mit den Access Points starten.

Die Montagemöglichkeiten hatte ich bereits eingangs erläutert. Notwendige Montage-Materialen liegen beim nanoHD bei. Beim FlexHD gilt es die Halterung für die Decke extern zu erwerben. So viel vorweg: Solltet ihr ohnehin auf eine Deckenmontage setzen, dann ist der nanoHD wohl ohnehin die bessere Wahl. Aber der Reihe nach.

Performance: Reichweite, Stabilität, Durchsatz

Auch beim nanoHD und dem FlexHD kitzelt Ubiquiti ab Werk nicht das Maximum in puncto Bandbreite und somit an Leistung heraus. Dafür müsst ihr erst entsprechende Einstellungen vornehmen. Je nach Aufstellungsort und Verteilung der unterschiedlichen Access Points ist das für euch vielleicht auch gar nicht nötig und ihr bildet lieber kleinere Funkzellen. So bei mir zum Beispiel mit dem 2,4-GHz-Netz, denn schraube ich hier auf volle Power hoch, hatten einige Geräte sich noch an den alten Access Point „geklammert“, obwohl längst ein neuer Access Point in 5-GHz-Reichweite bereitstand.

Da wären wir auch schon bei einem wichtigen Stichwort: dem Roaming. Ich habe pro Stockwerk (ca. 125 Quadratmeter) im Testaufbau einen horizontal abstrahlenden, kabelgebundenen UniFi-Access-Point platziert. Da bekam ich mit der Abdeckung allerhöchstens im letzten Eck Schwierigkeiten noch 5 GHz zu erlangen – aber wie eingangs erwähnt: Das kommt stark auf eure persönlichen Voraussetzungen und Gegebenheiten an. Ich hatte jedenfalls keine Probleme auch während einem laufenden VoIP-Anruf- oder Videoanruf das Stockwerk zu wechseln.

Das hängt immer aber auch etwas vom Endgerät ab, denn jene sind (je nach Einstellungen) mit dafür verantwortlich, dass sie in den nächsten Access Point zurück zu 5 GHz springen – da gibt es durchaus auch „zickigere“ Kandidaten. Sollte das mit den Standardeinstellungen nicht klappen, habt ihr hier aber auch die Möglichkeit nochmals Hand anzulegen und an einigen Parametern zu drehen und unter anderem auch zu bestimmen, ob Client oder Controller festlegen, wann geroamt wird. Aufgrund der hohen Reichweite des 2,4 GHz machte ich die besten Erfahrungen damit, wenn ich hier nicht die volle Bandbreite ausschöpfte – aber eben auch individuell wie gesagt.

Mit anderen Routern oder Access Points hatte ich oftmals Probleme, wenn ich 2,4 GHz und 5 GHz unter einer Frequenz betrieben habe. Das war bei diesen beiden Access Points, der UDM und auch meinen alten AP AC Pro, nicht der Fall. Auch Smart-Home-Produkte, welche explizit nur im 2,4-GHz-Bereich funken, waren problemlos einbindbar – aber auch da ist es letztlich auch vom Endgerät abhängig. Auch der Wechsel zwischen den 2,4- und 5-GHz-Frequenzen ging problemlos vonstatten. Zudem wird gut dafür gesorgt, dass nicht ein Client die komplette Bandbreite für sich beherrscht und bei anderen Geräten dann kein Durchsatz mehr ankommt. Stabilität ist also definitiv ein Thema, was sich UniFi auch mit diesen Access Points auf die Fahne schreiben darf.

Reichweitenstark zeigten sich beide Access Points. Aber wie steht es um die Datendurchsätze?  Zum Durchtesten der Verbindung hatte ich momentan leider nur 2×2 Clients parat und da mal mit dem OnePlus 8 Pro und dem iPad Pro 2018 ein wenig durchgemessen, um zu sehen, wie denn die Datenraten bei voller und etwa halber Signalstärke so liegen. Laborbedingungen habe ich hier ohnehin nicht vorliegen.

So ließ sich mit dem nanoHD direkt am Gerät und in der Spitze bei 5 GHz knapp 775 Mbit/s (866 Mbit/s) messen. Auch bei halber Signalstärke ließen sich zwischen 450 und 650 Mbit/s (durchschnittlich 550 Mbit/s) erreichen. Ähnliche Resultate ließen sich auch beim FlexHD erzielen: Hier lag die Spitze in etwa bei 750 Mbit/s, bei halber Signalstärke ließen sich ebenfalls zwischen 450 und 700 Mbit/s erreichen. Die Resultate im 5-GHz-Netz sind also bei beiden Access Points ähnlich. Beim nanoHD hatte ich definitiv stabilere Datenraten auf höhere Distanzen, der FlexHD konnte seine Stärken eher im nahen Umfeld ausspielen – durch das Antennendesign bedingt dürfte das passen.

Schwach hingegen zeigte man sich eher im 2,4-GHz-Spektrum, da sich beim nanoHD Datenraten mit bis zu 100 Mbit/s erreichen ließen, die aber über die Distanz abnahmen. Beim FlexHD lag man in der Spitze wohl eher bei 65 Mbit/s und auf die Distanz stark abnehmend in Richtung 30 Mbit/s im Durchschnitt. Auch hier waren die Ergebnisse mit dem nanoHD gerade auf Distanz weniger fluktuierend.

Was man im 5-GHz-Spektrum gegenüber dem älteren AP AC Pro wett macht, das büßt man bei 2,4 GHz ein. Jener lieferte ähnliche Reichweiten, aber bessere Datenraten bei 2,4 GHz. Im 5 GHz muss er sich jedoch stark geschlagen geben: Auch MU-MIMO und Beamforming sind hier nicht an Bord. Für die meisten dürfte der Fokus mit datenintensiven Geräten ohnehin bei 5 GHz liegen. Für Smart Home und Co. dürften die Durchsätze bei 2,4 GHz ausreichen. Auch größentechnisch liegt man mit dem nanoHD nun bei deutlich geringeren Abmaßen als noch beim UniFi AP AC Pro:

Wie eingangs beschrieben, lassen sich die von mir getesteten UniFi-Access-Points auch als Mesh-Netzwerk einsetzen. Der „Uplink“ erfolgt hier dann nicht per Kabel, sondern über Wi-Fi. Da muss man auch nicht sein komplettes Netzwerk drauf aufbauen, sondern kann dies auch nur für einzelne Stellen verwenden. Zum Beispiel für den Garten, wo die meisten sicherlich kein Ethernet-Kabel hingelegt haben. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, dort zu verkabeln, wo möglich. So steht euch an jedem kabelgebundenen Access Point die volle Leistung eures Netzwerks zur Verfügung. Zudem müsst ihr bedenken, dass auch der über Mesh-angebundene Access Point Empfangsantennen besetzt, sowie Sendeantennen beim sendenden Access Point. Zudem kann natürlich auch immer nur das weitergegeben werden, was auch ankommt.

Mit jedem zusätzlichen AP, der mit einem einzelnen AP über einen drahtlosen Uplink kommuniziert, werden die drahtlosen Geschwindigkeiten auf dem Uplink-AP und den Downlink-APs bis zu einem gewissen Grad verringert. Bei der Ausdehnung der Netzwerkabdeckung auf abgelegene Gebiete ist dies normalerweise von geringer Bedeutung, da die Zugänglichkeit die Hauptfunktion der drahtlosen Uplink-Konfiguration ist. Bei der Verwendung vieler Geräte über den drahtlosen Uplink sind jedoch die Beschränkungen der Netzwerkgeschwindigkeit zu berücksichtigen. Ein niedriger Signalpegel kann zu häufigen Verbindungsunterbrechungen führen, und der Wireless-AP meldet sich in einem isolierten Zustand.

In meinem Test stand mir so beim FlexHD nur eine reduzierte Bandbreite von etwa 200 – 300 Mbit/s zur Verfügung, obwohl ich zeitgleich weitere Geräte aus dem Wi-Fi aussperrte. Ähnliche Einbrüche erzielte ich auch beim nanoHD. Zu den Stärken UniFis gehört dies wohl nicht – da hat man ohnehin separat die Amplifi-Reihe. Um da Signale in den Garten oder auf den Balkon zu verlängern aber völlig ausreichend. Für den Mesh-Only-Betrieb würde ich wohl nicht zu UniFi raten.

Sonstiges? Wie läuft das mit den Updates & mehr

Über die UniFi-Oberfläche lässt sich allerhand einstellen und verwalten. So ist es problemlos möglich, ein bestehendes Netzwerk zu skalieren. Das lässt sich gut und gerne dann auch noch mit einem Nachfolger Access-Point tun, da ist man untereinander kompatibel. Wer auf Wi-Fi 6 schielt, aber schon einsteigen will, der verbannt nach dem Umstieg seinen ersetzten Access Point vielleicht nach Draußen. So wird dann auch im Garten für mehr Bandbreite gesorgt. Zudem versorgt man die Hardware sehr lange mit Updates, was auch recht problemlos funktioniert, denn der Access Point dient nur der Wi-Fi-Versorgung. Da muss nicht auf zahlreiche andere Funktionen Rücksicht genommen werden. Zudem ist man unabhängig von der Controller-Software, weshalb es auch hier einfach ist, jene stetig mit Neuerungen zu versorgen. Da soll dann „soon :D“ auch WPA3 folgen.

Nun ist es ja so, dass bei einem Update ein Gerät für gewöhnlich neustartet – so auch beim nanoHD und dem FlexHD. Hier liefert man ein Update (optional) aber nicht an alle Geräte gleichzeitig aus, sondern lässt ein „Rollierendes Update“ zu. Bedeutet, ein Access Point nach dem anderen wird mit dem neuen Update versehen. Der Vorteil der sich daraus ergibt: Bis auf den im Update befindlichen Access Point lassen sich die anderen noch nutzen. Entsprechend übernimmt – je nach Abdeckung, bei mir klappte das bei 2,4 GHz problemlos – ein anderer Access Point und versorgt auch während dem Update alle Geräte mit Wi-Fi-Empfang.

In der Oberfläche des UniFi-Controllers lassen sich natürlich noch weitere SSIDs konfigurieren, Netzwerke, Gastnetzwerke. Da sind auf der Konfigurationsseite kaum Grenzen gesetzt. Limitiert ist man hier nur durch 8 Stück je Access Point. So lassen sich bestimmte SSIDs beispielsweise auch nur bestimmten Accesspoints zuweisen. Ebenso lassen sich SSIDs oder auch LAN-Ports eines Switches bestimmten Netzwerken zuweisen, hatten wir bei der Dream Machine und dem UniFi Switch bereits besprochen.

Für die Konfiguration an den Accesspoints sei ein kabelgebundenes Gerät nahegelegt, denn diese starten bei Änderungen neu. Der Neustart geschieht gleichzeitig, sofern die Änderung alle Access Points betrifft z. B., wenn man das Wi-Fi über einen Zeitplan steuert – klar, auch solche Dinge sind problemlos möglich. Dürfte wohl nicht so oft vorkommen, aber den Vorteil des rollierenden Updates gibt es hier nicht.

Fazit: Wi-Fi für Enthusiasten

Ubiquitis Netzwerklösung UniFi ist sicherlich nichts für jeden und richtet sich – wie auch der Rest des Systems – insbesondere an Enthusiasten und professionelle Anwender. Reichweiten, Durchsätze sowie Stabilität können mich für den privaten Einsatz definitiv zufriedenstellen. Die meisten Geräte mit 2×2 reizen die potenzielle Leistung schließlich nicht mal ansatzweise aus. Durch diverse Experimente im Smart Home schwirren bei mir viele Geräte im Wi-Fi rum. Auch dahingehend konnte man mich zufriedenstellen: Ich hatte nie das Gefühl, dass mein Netzwerk „verstopft“ wäre.

Noch eine Erwähnung zu den Reichweiten: Da wird man wohl mit vielen UniFi-Access-Points aufgrund der Regulationen ohnehin nicht das volle Potenzial ausschöpfen dürfen (z. B. dem LR).

Die Stärken zeigen der nanoHD und der FlexHD ganz klar im 5-GHz-Berich. Für wen die Deckenmontage kein Problem darstellt, dem würde ich wohl vorwiegend den Einsatz des nanoHD ans Herz legen, jener konnte im 2,4 GHz eher überzeugen. Der FlexHD dient vielmehr dem Zweck viele kleine Zellen aufzuspannen und lässt sich aufgrund seiner Unauffälligkeit vielleicht eher – so auch Kommentare unter dem UDM-Beitrag – mit dem Partner vereinbaren. Für einen (reinen) Mesh-Betrieb würde ich wohl zu einem anderen System raten – vielleicht liegen da meine Erfahrungen aber auch unter der Norm.

Preise? Da fallen sowohl für den nanoHD, als auch den Flex HD rund 173 Euro an – da kauft sich der „Normalo“ wohl eher eine FRITZ!Box.

Ich für meinen Teil bin sehr gespannt auf die Wi-Fi-6 Access Points von UniFi und hoffe diese können bald damit aufwarten. Immerhin lassen die neuen Modelle schon ganz schön lange auf sich warten. Aber gut Ding, will hoffentlich Weile haben.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Alles schön, alles toll, was mich aber immer wieder stört mich, dass es solche Geräte nicht mit integriertem Modem gibt. Mag sein, dass das Konzept das nicht vorsieht, aber für die Masse der Nutzer wäre sowas wie „eine FRITZ!Box, nur besser“ sicherlich keine schlechte Idee.

    • Felix Frank says:

      Für den reinen Access-Point-Einsatz – wie hier auch beschrieben – ist das nicht nötig, da dann die FRITZ!Box nach wie vor Router und Modem ist. Erst, wenn man in Richtung UDM (Pro) geht wird das zum „Problem“. Zugegebenermaßen ist so ein All-in-One-Gerät schon schick, weil nur eines am Strom hängt …

    • Die Zielgruppe von Unifi sind semiprofessionelle Installationen in Firmen usw. – da ist ein Modem überflüssig, weil deren Internetzugänge über Firewalls etc. hergestellt werden.
      Zudem ist Unifi weltweit im Vertrieb und in fast jedem Land gibt es andere Modemspezifikationen.

  2. Ich habe die USG in einer Firma mit 50-60 Leuten betrieben und kann davon nur abraten. Größtes Manko ist, dass es nicht HA fähig ist und das bei einem Absturz des Gateways oder der Dreambox das komplette Netzwerk lahm liegt. Da hilft nur ein einstöpseln an den Management Port des Switches, manuelle IP und schnell das Backup zurückzuziehen und beten.
    Ein sauberes Logging mit Loggingausgabe des Netzwerk ist auch nicht vorhanden. Ein Syslogserver brachte keine vollständige Ausgabe des Datenverkehrs. Die VPN Radius Funktion unterstützt KEINE zertifikatsbasierte Authentifizierung = Totale Katastrophe. (Über Windows 10 kann VPN L2TP ohne EAP kein session-basiertes Split VPN verwendet werden. Also faktisch nicht zu gebrauchen.) Der Cloudkey und die USG sind im normalen Betrieb schon mehrfach abgestürzt.
    Daher mein Tip: Unifi nehmen mit Cloud Key für Administration von Unifi Access Points und Switches. (Die sind auch top!) Für das Gateway (also Routing und Firewall) solltet Ihr eine professionelle Security Appliance nehmen, wie von Sophos, oder eine Opensource Variante wie OpenSense, welche HA kann (also hochverfügbar ist).

    • Ich kann dir nur zustimmen. Das USG hatte ich ein Jahr lang privat im Einsatz und hab es sehr enttäuscht wieder verkauft.
      Die switche kenne ich nicht.
      Die APs kann ich hingegen sehr empfehlen!

      • IWir haben mit der Firma schon etliche Unternehmen mit Unify-WLan ausgestattet, vom Kleinbetrieb, über Wohnheime bis zu Grossunternehmen.
        Dei USG würde ich da eh nicht einsetzen, sondern eine richtige Firewall wie Sophos, Juniper und Co. – dann ist HA auch kein Problem und die Remote-Überwachung auch nicht.

        Problem hatte wir noch bei keinem Kunden damit und da sind einige PowerUser bei.

        Das USG kann man sich zuhause hinstellen, aber selbst dafür würde es nicht nehmen, weil die Bandbreite für aktuelle Internetanschlüsse eh nicht reicht. Da schon eher die DreamMachine ( läuft bei mir )

        • Darf ich fragen, bist du mit der DreamMachine zufrieden und würdest du die den in o.g. Fällen einsetzen? Oder kommt auch die DreamMachine gegenüber Sophos, OpenSense nicht an?

          Vielen Dank im Voraus.

    • UniFi Semtex says:

      Ich weiß ja nicht warum der Cloud Key & USG mehrfach abgestürzt sind bei dir. Kann aber nur das komplette Gegenteil sagen das in den 4 Firmen und bei mir Privat noch nie was abgestürzt ist und das seit 6 Jahren. Die komplette Verwaltung der Firmen Netzwerke wir alles via VPN erledigt, auch da keine Probleme. Muss aber sagen das die UDM für mich und der Firmen nicht in frage kommt weil keine support mehr für config.gateway.json. Diese wird aber dringend benötigt. Also bleiben wir auf der USG-Pro 4. AVM machte da viel mehr Probleme.

  3. Wie gut funktioniert denn die Zusammenarbeit mit einer Fritzbox? Ich nehme an, ein Mesh würde nicht gehen, nur normaler Access Point Einsatz?

    • Felix Frank says:

      Es ist wohl angeraten und sinnvoll da nur eine der beiden funken zu lassen genau. Entweder setzt man dann auf die Mesh-Repeater von der Fritze oder schaltet das interne WiFi und stellt Access Points um. Alles andere ergibt in meinen Augen nur Frickelei und wenig Sinn.

      • Jozsef Miho says:

        Danke. Hätte ich auch erwartet.
        Schade eigentlich, denn meine 6591 hat ein gutes WLAN, das muss man nicht ersetzen. Die APs von AVM fürchte ich sind aber weniger performant im Vergleich.

        • Die AP von AVM fand ich nicht sonderlich performant. Ich musste zwei hintereinander schalten um bis ins Wohnzimmer mit dem Wlan zu kommen und da war die Bandbreite fürs Streaming am TV unbrauchbar.
          Ich hab mir vor einiger Zeit zwei WLan-Ap von Unifi,die hängen jeweils im Flus und versorgen beide Etagen komplett. Am TV hab ich mehr als die 10-fach WLan-Bandbreite

          • Danke fürs Feedback!
            Ich habe zum Glück Kabel überall liegen, würde also den AP an ein Kabel hängen. Dann muss ich keine „Brücken“ bauen sondern erstelle das WLAN nur da, wo ich es brauche.

            • ja genau.

              Hab ich auch gemacht, Kabel in bei Etage im Flur, den AP daran und im Abstellraum hängt der Switch mit PoE, da steht auch mein kleiner Server, die NAS usw.
              Je nach Gerät hab ich zw. 250 und 600 MBit/s WLan Bandbreite, wichtiger war mir aber, das die Verbindugn zum TV wegen Streaming dauerhaft stabil und schnell genug ist und das war mit dem AVM-Gebastel nicht möglich.
              Mein FritzBox 6660 macht spielt jetzt nur noch Modem und Telefonanlage – den Rest erledigt das Unifi-Netz.

  4. Danke für den Test. Welches System würdest Du denn als bessere Alternative empfehlen, wenn der Mesh-Betrieb im Vordergrund steht?

    • Felix Frank says:

      Caschy ist da recht begeistert vom FRITZ! Olli ist mit seinen orbi soweit mir bekannt auch Recht zufrieden. Rein von der Leistung aber nicht von der Verwaltung tat wohl auch das Google Mesh gute Dienste.
      Und von Ubiquiti hier dürften die Alien interessant werden, die dürften hierzulande bald kommen 🙂

  5. @felix

    Für den Privatbereich finde ich die Unifi Produkte eher überzogen, würde da lieber Richtung AVM oder Amplifi gehen. Ansonsten spiegelt das auch meinen Eindruck wieder.

    Aber bitte demnächst vernünftige Kabel einsetzen und nicht diesen ungeschirmten Mist. Gerade wenn PoE im Einsatz ist. 😉

    • Felix Frank says:

      Vorrangig etwas für Enthusiasten oder Leute mit mächtig vielen Geräten – was ja mit Smart Home keine Seltenheit mehr ist.

      Das Kabel diente der Veranschaulichung und fürs Foto, die normalen sind verlegt 😉

    • Das kommt drauf an was man als „Privatbereich“ definiert. Habe 2 Etagen + Dach + Keller. Aktuell 4 APs, 7 Switches (POE etc) und die kleine USG. Die einheitliche Verwaltung ist genial. Eigene Netze fuer Gaeste und IoT Devices. Preis Leistung is extrem gut.

      Fuer eine einfache Wohnung allerdings hast du recht.

  6. Vielen Dank für den ausführlichen Artikel! 🙂

    „Auch beim nanoHD und dem FlexHD kitzelt Ubiquiti ab Werk nicht das Maximum in puncto Bandbreite und somit an Leistung heraus. Dafür müsst ihr erst entsprechende Einstellungen vornehmen.“

    Kannst du genau sagen, wo diese speziellen Einstellungen zu finden sind.

    Vielen Dank
    Ron

    • Felix Frank says:

      In den Einstellungen zu den Access Points lassen sich die Bandbreiten noch nach oben schrauben. Ich glaube im Beitrag zur UDM, der oben verlinkt ist, hatte ich nen Screenshot bei.

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