Spotify aktualisiert Nutzungsbedingungen und verbietet Ad-Blocker

Spotify bietet neben dem Abo nach wie vor auch eine kostenlose Variante an, die jedoch werbefinanziert ist und nur die zufällige Wiedergabe erlaubt. Vielen Nutzern reicht das aber, um mit Musik durch den Tag zu kommen. Wie üblich gibt es bei einer Masse von Anwendern auch immer ein paar schwarze Schafe, die unlautere Mittel benutzen, um den Dienst für sich selbst „anzupassen“. Dazu gehören auch angepasste Apps oder Ad-Blocker, die dafür sorgen, dass man beim Musikhören nicht mehr von Werbe-Einspielern unterbrochen wird.

Spotify hat seine Nutzungsbedinungen nun angepasst und verbietet in Punkt 10 des Absatzes „Nutzerrichtlinien“ offiziell die Benutzung solcher Tools. Die deutsche Version ist noch nicht aktualisiert, die englischen Richtlinien gelten aber ab sofort.

10. circumventing or blocking advertisements in the Spotify Service, or creating or distributing tools designed to block advertisements in the Spotify Service;

Spotify hat mittlerweile diverse Maßnahmen ergriffen, um derartige Konten zu erkennen und dementsprechend maßregeln zu können. Im März letzten Jahres waren es ganze 2 Millionen Nutzer, die solche Mittel einsetzten. Mit Aktualisierung der Richtlinien bedeutet das, dass man Accounts ohne Vorwarnung löschen darf.

Update: Spotify Deutschland teilt unterdessen mit, dass diese Änderung keine deutschen Nutzer betrifft. Es wird zwar nicht erwähnt, ob dauerhaft, aber zumindest gilt die aktuelle AGB-Änderung nicht für Deutschland.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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39 Kommentare

  1. Gut so. Sowas finde ich albern.

  2. Und wie ist das nun bei Abonutzern, die trotzdem noch nen Adblocker installiert haben? Muss ich jetzt stets darauf achten, dass der bei der Web App ausgeschaltet ist, um nicht gelöscht zu werden?

    • Das End User Agreement macht da keine Ausnahmen („The following is not permitted for any reason whatsoever“). Aber dass Spotify das bei Abonennten aktiv verfolgt, glaube ich persönlich nicht.

    • Heins Werner says:

      „Siehst“ du denn als Abonutzer überhaupt Werbung? Natürlich nicht. Und hören tust du auch keine. Es geht um modifzierte Apps und Programme, die bei kostenloser Nutzung die Audio-Werbung herausfiltern oder blockieren. Steht auch im Text …

      • Solange wir hier kein Insiderwissen haben wie so eine Erkennung technisch umgesetzt wird ist so ein Kommentar wie dieser auf den ich hier antworte schlicht falsch.

        Man blockt im Regelfall beim Webplayer auch als zahlender Kunde mit Werbeblocker wenigstens die Tracker (GA, scorecardresearch, etc.). Wenn sie es also daran festmachen…

        Die Formulierung ist tatsächlich derart offen, dass man bereits gegen die AGB verstößt, wenn man bloß zum Source einer Content Blocking Extension beigetragen hat. Ist ne uralte Masche, solche Leerformeln in AGBs zu verstauen um sich später darauf berufen zu können.

        > circumventing or blocking advertisements in the Spotify Service, or creating or distributing tools designed to block advertisements in the Spotify Service;

    • naja Spotify kennt dein Konto ja und weiß, dass dort Abo/Premium aktiv ist. Zudem werden wohl gewisse Domains gar nicht angesprochen über die die Ads ausgespielt werden.

  3. Ich bezweifle, dass das sehr wirkungsvoll ist. Wenn ich einen free account hätte der gelöscht wird, würde ich mir einen neuen erstellen.

  4. Ich nehme an, die Audiowerbung wird über andere URLs eingespielt, damit da ein Werbeblocker funktioniert? Also ähnlich wie bei Youtube.

    • „Anders“ ist die URL, das ist wahr. Die EasyList Einträge, die das Laden der Spotify Werbung verhindern lauten Stand heute: /v1/ads/* und /v2/ads/*

  5. Sascha Ostermaier says:

    Update beachten, sollte in Deutschland nicht relevant sein.

  6. Da in Deutschland ja anscheinend erlaubt:
    Welchen Adblocker benutzt ihr für den Webplayer?
    Bei Adblock Plus kommt trotzdem Werbung

  7. Wenn man es richtig machen will, nutzt man einen Adblock für Spotify in der hosts Datei oder filtert über Pi-Hole seinen DNS Server, so wird niemals ein Adblocker gefunden, sofern man dann keinen mehr in Browser installiert hat. Und über die Apps hat man dann auch keine Werbung.

    Da ich aber lieber meine Musik offline habe, zahle ich lieber 2.50€ für einen platz in einer Spotify-Familie 🙂

    • Ähm… Natürlich werden AdBlocker auch erkannt, wenn man die Werbenetzwerke via DNS blockt. Eine simple Abfrage, ob ein 1×1 Pixel Element aus dem Werbenetzwerk geladen wurde genügt schon. Wenn das Element nicht geladen wurde ==> AdBlocker erkannt (egal ob via Pi hole oder Browser addons).

      Um zu testen, ob ein AdBlock erkannt wird, eignet sich Bild.de ganz gut (auch wenn sich die Seite für sonst nicht eignet)

  8. Ich habe ja selbst eine starke Abneigung gegen Werbung, einfach weil sie gerade im Web sehr oft extrem aufdringlich ist, aber in diesem Fall kann ich Spotify durchaus verstehen. Zumal die Werbung (zumindest zu der Zeit als ich noch Free Nutzer war) durchaus dezent war.

    • wann die wurde doch die letzten jahr sehr penetrant, jedes 2-3.lied 2-3 spots. Wurde zwar zwischenzeitlich wieder weniger

    • Es ist auch verständlich, dass Spotify Werbung schaltet, ein Recht Werbung zu erzwingen, haben sie aber dennoch nicht. In AGB schreiben kann man grundsätzlich erstmal, worauf man Lust hat, rechtlich verbindlich ist trotzdem nicht jede Klausel.

  9. Es wird Zeit, dass der Gesetzgeber endlich in die Puschen kommt und klar und eindeutig den Nutzern das Recht gibt, per Netzwerk empfangene Inhalte auf ihrer Seite so zu modifizieren, wie es ihnen gefällt. Adblocker-Blocker müssen ganz klar illegal sein, mit empfindlichen Strafen für die Anbieter, die sich das offene Internet zu ihrem persönlichen Geschäftsmodell ummodeln.

    Werbung muss weg. Macht Content kostenpflichtig per Gesetz.

    • Auf der einen Seite wird immer wieder gefordert, nicht jede Kleinigkeit gesetzlich zu regeln, auf der anderen Seite wird nach neuen Gesetzen gerufen, die Dinge regeln, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Aber heutzutage ist es ja üblich, dass sich der Gesetzgeber mit eher belanglosen Dingen auseinandersetzt – leider. Uns geht es eben doch viel zu gut…

    • „…Werbung muss weg. Macht Content kostenpflichtig per Gesetz…“ So sehe ich das auch. Wäre für alle eine Winwin Situation.

  10. Spotify muss für die gestreamte Musik zahlen und daher bezahlt ihr entweder mit einem Premium Abo oder mit Werbung. Die Alternative wäre den kostenlosen Account abzuschaffen.

  11. Es ist einfach nur frech einen vorzuschreiben ob ich adblock nutze oder nicht. Eher schmeisse ich spotify runter und genieße werbefreiheit und fertig.

    • es ist ja auch so schwer dem adblocker zu sagen. Ignore Spotify

      • Warum sollte man das machen? Wss gibt es schöneres als Kapitalisten und Geldsäcke zu bescheißen. Die können sich ihre Werbung in den Popo stecken. Das kostenlose Angebot einstellen tun sie eh nicht, dafür sind die doch viel zu gierig.

    • Spotify wird es freuen, wenn du gar nicht mehr bei denen bist, als den Dienst mit Werbeblocker zu benutzen und damit bei Spotify auch noch kosten zu verursachen 😉

      • „Spotify wird es freuen, wenn du gar nicht mehr bei denen bist, als den Dienst mit Werbeblocker zu benutzen und damit bei Spotify auch noch kosten zu verursachen“
        Spotify wird es weit größere Kosten verursachen, wenn der Dienst aufgrund der Gängelung massiv boykottiert wird.

        • Ich sehe nicht, warum eine relevante Masse an Premium-Kunden (die ja die größte Geldeinnahme sind, und damit notwendig für die „weit größere Kosten“) Spotify boykottieren sollte, weil Free-Kunden den Dienst ausnutzen und nicht über Werbung „zahlen“.
          Im Gegenteil begrüße ich das ausdrücklich. Als Premium-Nutzer habe ich dein schnorren (sofern du das gemacht hast) vorher mittragen müssen, irgendwoher muss das Geld ja kommen.

        • Möglich, aber das wird ja nicht passieren, denn für die große Masse ist es völlig selbstverständlich, dass man bei einem Dienst, der sich über Werbung finanziert, auch Werbung zu sehen oder zu hören bekommt.

    • Das ist nicht frech, sondern völlig normal. Ich bin keiner, der anderen einen Vorwurf daraus macht, dass sie die Werbung bei Spotify irgendwie umgehen, sich aber darüber zu beschweren, dass der Anbieter Regeln aufstellt, die das verbieten, finde ich schon ziemlich unangebracht. Ich bin beim Lesen dieser Mitteilung eigentlich eher überrascht gewesen, dass das nicht schon immer so war.

  12. Übrigends Winfuture.de schreibt wieder was anderes
    Update: Wie uns die PR von Spotify wissen ließ, gelten die neuen Regelungen in Europa bzw. Deutschland bereits seit Mitte August 2018. Darin wird wie in den neuen Vorgaben für die USA untersagt, Werbung mit Hilfsmitteln zu umgehen. /Update

  13. Spotify free hat erstens Werbung, dann kannst du die tracks nicht weiter drücken und keine download möglichkeit und dann noch adblock verbieten? Die können im morgen grauen mir den Schlüpfer klauen mehr aber auch nicht.

  14. Bei nur knapp 10 Euro im Monat für ein werbefreies Angebot frage ich mich eh nach dem Sinn des Werbe-finanzierten Angebots :zum Ausprobieren – vielleicht – aber jeder Raucher verqjualmt ein vielfaches des Monatsbetrages für ein Spotify-Abo. Apple Music hat inzwischen auch Kunden im 2-stelligen Millionenbereich und das ohne dauerhaften Free-Zugang. Ich guck schon kein Privatfernsehen oder höre möglichst werbefreie Radiosender – warum sollte ich mir Werbung bei Spotify antun ? Ich erinnere mich noch als wir in der Napster -Zeit in alternativen Kreisen über eine „Kultur-Flatrate“ nachdachten um Tauschbörsennutzer zu entkriminalisieren. Haben wir jetzt im Grunde mit Spotify und anderen Streamern. Von mir aus kann Spotify das Werbe-Angebot einstellen . Dann haben sie allerdings vielleicht nicht mehr so imposante Nutzerzahlen , denn da werden ja WErbe-und Abo-Nutzer meist zusammen aufgeführt.

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