OnePlus Watch: Ersteindruck der runden Smartwatch mit Ecken und Kanten

Da ist es nun: Das erste Wearable aus dem Hause OnePlus. Die OnePlus Watch wurde im Rahmen des Launch-Events vom OnePlus 9 und dem OnePlus 9 Pro vorgestellt und ist zumindest das erste Wearable, was man hierzulande vertreibt. Das OnePlus Band gibt es nämlich bisher nicht in Europa zu kaufen. Erstaunlich lange dauerte es, denn BBK – dazu gehören neben OnePlus unter anderem auch Oppo und vivo  – hat als Mutterkonzern bereits seit längerem Uhren im Portfolio. Darunter auch welche mit Wear OS, gegen das sich OnePlus unter anderem aus Gründen der Akkulaufzeit entschied.

Bestellbar ist die OnePlus Watch für 159 Euro bereits morgen, Amazon Spanien lag hier mit einem Vorbesteller-Listing bereits vor Wochen schon ein paar Euro drunter. Ab 30. April ist eine allgemeine Verfügbarkeit gewährleistet. Ich konnte mir in den letzten Tagen noch vor Marktstart bereits einen ersten Eindruck von der OnePlus Watch in der Farbe „Midnight Black“ machen. So viel vorab: Es wäre OnePlus angeraten „finale Software „oder zumindest solche, die keine größeren Lücken mehr aufweist, auf den Testgeräten vorzuhalten.

Ergänzende „Hard Facts“ der Uhr zur Funktionsbeschreibung:

  •  Size:
    • 46mm (watch case)
    • 46.4 x 46.4 x 10.9mm (excluding protrusions)
  • Color:
    • Midnight Black, Moonlight Silver (Classic Edition)
    • Material : 316L Stainless Steel (Classic Edition), Cobalt Alloy (Cobalt Limited Edition)
    • Weight : 45g without strap (Classic Edition), 45g without strap (Cobalt Limited Edition)
  • Watch Band
    • Material : Fluoroelastomer (Classic Edition), Leather / Vegan Leather (India only) with butterfly buckle (Cobalt Limited Edition)
    • Weight : 31g (Classic Edition), 26g (Cobalt Limited Edition)
  •  Display
    • 1.39″, 454 x 454 HD, AMOLED, round, 2.5D glass, touchscreen display, 326 PPI
  • Processor
    STM32
  • Memory
    • 4GB
  • Connectivity
    • Bluetooth : v5.0 (BT profile: HFP v1.6, HSP v1.2, A2DP v1.3, AVRCP v1.6 SPP v1.1 and above)
    • NFC : Supported for all variants
    • GPS, GLONASS, Galileo, Beidou
  • Sensors
  • Battery
  • Battery Life
  • Charging
  • Button
  • Microphone
  • Speaker
  • Vibration: Linear motor
  • Water Resistance: 5ATM, IP68
  • Compatibility: Android ab v6.0, no iOS support

Ausgepackt und Angefasst

Haptik und Verarbeitung der OnePlus Watch machen einen sehr guten Eindruck. Erinnert stark an eine klassische Uhr – mir persönlich sagt das sehr zu. Die Größe der OnePlus Watch ist nicht zu verachten: Rund 46 mm Durchmesser weist das runde Gehäuse auf, in dem ein rundes, 1,39 Zoll großes AMOLED-Panel steckt. Jenes ist auch im Außenbereich – zu derzeitigen Lichtverhältnissen – ausreichend hell und macht einen hochwertigen Eindruck. Auch die Knöpfe an der Seite klicken sich angenehm.

Noch ein paar Worte zur Größe: Bei meinen schmächtigen Armen fällt die Größe der OnePlus Watch optisch auf. Wirkt auf den Fotos aber extremer, als es tatsächlich ist. Als störend hab ich diese nicht empfunden. Dazu trägt auch das angenehme Gewicht von 45 Gramm bei. Neben der Größe fällt auch die Höhe auf. Jene fiel mir persönlich – sicherlich ein Stück-weit Geschmackssache – ebenfalls nicht negativ auf. Ein Always-on-Display gibt es bisher übrigens nicht. Das Aktivieren des Displays durch die Handbewegung zum Ablesen des Ziffernblatts funktioniert aber weitgehend zuverlässig.

Beiliegend ist ein 22-mm-Armband aus synthetischem Kautschuk. Das fasst sich sehr angenehm an, ist auch recht biegsam. Ich musste es aber ganz schön „eng schnallen“. Für Menschen mit zierlichen Handgelenken dürfte die Uhr wohl zu groß sein. Die Verwendung von standardisierten Armbändern ermöglicht es auch, solche anderer Hersteller zu tragen. Ich für meinen Fall habe beispielsweise ein Milanaise- sowie ein Leder-Armband von Fossil angeschnallt – schicke Sache! Wobei man sagen muss, dass das Hauptaugenmerk wohl weniger auf schick und funktional liegt und mehr auf dem allgemeinen Tracking sowie jenem beim Sport.

OnePlus-Health-App

Die Einrichtung der Smartwatch passiert über die neue Health-App. Jene kommt – im Gegensatz zur Uhr – auch bereits mit einer deutschen Sprachoption. Die Übersetzung ist an vielen Stellen aber mehr schlecht als recht. So finden sich für die Watchfaces beispielsweise Wortfetzen mit „Gesicht“ anstatt „Ziffernblatt“ an Stellen der App.

Ansonsten: Die App ist sehr aufgeräumt, kommt aber auch mit entsprechend wenigen Einstellungsmöglichkeiten daher. Stellenweise gestaltet sich die Bedienung umständlich. Beispielsweise dann, wenn man auf konkrete Sensordaten zu einem gewissen Zeitpunkt zugreifen möchte. Die erhobenen Sensorwerte sind im Allgemeinen ganz nett aufbereitet. Dazu gehören neben Schritten, Training, Kalorien und Aktivitäten – welche in die täglichen Ringe einfließen – auch solche zur Herzfrequenz, zum Schlaf und zum Blutsauerstoff sowie zum Stresslevel.

Verwalten lässt sich in der App wie gesagt nur wenig – beispielsweise Einstellungen zu den Benachrichtigungen und die (wenig personalisierbaren) Zifferblätter. 14 Stück sind es da derzeit an der Zahl. Die angepriesene Personalisierung mittels „KI-Funktion“ glänzt derzeit noch durch Abwesenheit. Neben App-Shortcuts und Farb-Einstellungen ist ein Zifferblatt basierend auf eigenem Foto allerdings das Höchste der Gefühle. Derzeit gibt es die App nur für Android. Die Smartwatch kann entsprechend auch nicht mit einem iPhone genutzt werden.

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.oneplus.health.international

RTOS: Wenig Schnickschnack, lange Akkulaufzeit

Auf der Smartwatch rennt ein angepasstes RTOS. Das ist schlicht und funktional und kommt mit einer angepriesen langen Akkulaufzeit daher. Jene hängt natürlich stark davon ab, was ihr so trackt. Mit aktivierter Blutsauerstoffmessung bei Nacht liege ich immer noch bei 45 Prozent Restakku nach 5 Tagen und die Aufladung erfolgt OnePlus-typisch ebenfalls ausreichend schnell. Schlicht bedeutet auch: Animationen sind so gut wie keine vorhanden. Da ist man sehr pragmatisch und sparsam, was sich zumindest in einer flüssigen Bedienung äußert. Gut für den Akku, für das Nutzungserlebnis eher so ein „naja“.

Aber auch sonst ist das System eben sehr durch seine Möglichkeiten begrenzt. NFC ist zwar theoretisch vorhanden, kommt mangels eigenen Bezahl-Systems aber praktisch nicht zum Einsatz. Auf Google Pay kann nicht zurückgegriffen werden, genau so wenig wie auf andere Drittanbieter-Apps. Durch die Health-App gibt es lediglich eine Verzahnung mit Google Fit. Die funktioniert auch, lieferte mir aber auch mal falsche oder unvollständige Schlafdaten.

Ich hatte es vorhin schon erwähnt. Bisher gibt es hier auch nur eine englischsprachige Bedienung. Schade sind auch fehlende, tiefgängigere Verzahnungen mit dem Smartphone. Da kann man nicht unbedingt von „aus einem Guss“ auch mit einem OnePlus-Smartphone sprechen. So werden beispielsweise Benachrichtigungen nicht synchronisiert mit dem Smartphone. Jene müssen also doppelt weggewischt werden. Zudem hab ich das Problem derzeit: Kommen neue Benachrichtigungen einer App nach, von der noch alte Benachrichtigungen auf dem Smartphone auf das Lesen warten, dann werden alle nochmals durchgeschickt. Entsprechend kommen viele Benachrichtigungen mehrfach an – nervig.

Auch im Zusammenspiel mit Ausnahmen für die Energiesparoptionen hätte ich mir mehr gewünscht. Die OnePlus-Health-App muss manuell aus den Optionen ausgeschlossen werden und so weiter. Nicht gerade „Einsteigerfreundlich“. Vielleicht ein paar erste Worte zum Tracking nach der ersten Zeit. Die Daten zum Schlaftracking, der Herzfrequenz und dem Blutsauerstoff decken sich ganz gut mit jenen von Uhren anderer Hersteller.

Erste Runden Sport mit der OnePlus Watch

Anders sieht es beim Sport aus, zumindest dann, wenn GPS zurate gezogen wird. Hier passen die Ergebnisse schlichtweg nicht. Da sei ein Fix zwar unterwegs aber die Resultate stimmten mich bisher nicht wirklich zufrieden. Bei meiner ersten Jogging-Runde (ohne Smartphone) war das GPS-Signal scheinbar nicht gleich da und ich bin – nach Vorwarnung – dann dennoch losgelaufen. Meine Hoffnung war, dass das Signal schon noch rechtzeitig stabil sein würde – Pustekuchen.

So kam es dazu, dass ein Teil des Kartenmaterials erst nach einer kurzen Pause auf dem Rückweg da war. Entsprechend wurde davor nur von den Schritten aus hochgerechnet. Resultat: Rund 1,5 km Differenz zur Garmin-Uhr bei einer Laufstrecke von 8 Kilometern. Auch die Kommunikation, wann denn nun ein GPS-Signal vorhanden sei, ist leider wenig zufriedenstellend. Beim Spazierengehen gab es – zumindest den Kartendetails im Nachgang zu urteilen – keine Probleme. GPS war fix da und funktionierte zuverlässig. Während des Sport-Trackings kann übrigens lediglich auf die integrierte Musik-Funktion zurückgegriffen werden – das wars dann aber auch.

Eine Art Fazit – insofern die Vorserien-Software ein solches erlaubt

Die OnePlus Watch lässt mich innerhalb des kurzen Zeitraums und der derzeitigen Software mit gemischten Gefühlen zurück. Für einen Preis von 159 Euro ist der Funktionsumfang eingeschränkt. Hiervon war mit eigenem OS aber auch auszugehen. Die Akkulaufzeit fällt immerhin positiv aus. Für das meiste Tracking dieser Art mit langer Akkulaufzeit – abgesehen vom GPS – dürfte wohl auch ein Mi Band herhalten können.

Auch die Modelle von Amazfit dürften in günstigeren Preisgefilden, aber nicht mit so ansprechender Hardware, herhalten. Da funktioniert nach Angaben der Kollegen aber auch die entsprechende Software. Und ausgerechnet der Hauptunterschied zu einem Mi Band, das GPS-Tracking konnte mich bislang nicht zufriedenstellen. Ich hoffe schwer, dass einige angesprochene Punkte auf die Vorserien-Software zurückzuführen sind und man da schleunigst nachbessert.

Zudem: Die OnePlus Watch ist ausgesprochen schick und hochwertig verarbeitet – an der Hardware hab ich da wirklich nichts zu meckern. Manch einem dürfte sie als Fitnesstracker jedoch zu groß sein. Ob man mit der sich anbahnenden Pixel Watch das Ruder herumreißt und auch OnePlus für Wear OS und eine vollwertigere Smartwatch begeistern kann? Das bleibt abzuwarten.

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  • Dank Warp Charge immer bereit - Eine vollständige Aufladung bietet eine Akkulaufzeit von bis zu 14 Tagen und Strom für eine Woche gibt's in 20 Minuten.
  • Eine Uhr, über 110 Trainingsarten - Für alle, die sich gerne bewegen, sorgt die Satellitenortung beim Gehen und Laufen für schnelle und genaue Daten – bei jedem Schritt.
  • Nahtlose Verbindung - Dank Bluetooth 5.0 und leistungsstarken Anruffunktionen informiert sie dich über eingehende Anrufe.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Tja. Das ist ne Huawei Watch GT oder dergleichen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Bei meinen üblichen Hausrunden hab ich 2020 bis Mitte des Jahren immer die Watch GT 2 getragen. Die Runden von ü19,8km wurde IMMER massiv unterschiedlich angezeigt und, wie sich nach dem Wechsel zu Garmin herausstellte, mind 1.5km zu kurz.
    Die (heute auch noch ??) fehlenden Exportmöglichkeiten der Trainings war auch nervig. Alles nur auf dem Handy und Dienste wie „quantified-self.io“ sind damit nicht möglich gewesen.

    Ne Garmin mag weniger schick sein, überzeugt dann aber mit Funktionen. Auch wenn die Fenix 6 bzw Garmin allgemein zu teuer ist. Alleine das über die USB Verbindung so max 60kb/s zu gehen scheinen….wieder 2 Cent gespart.

  2. Wolfgang D. says:

    „So werden beispielsweise Benachrichtigungen nicht synchronisiert mit dem Smartphone. Jene müssen also doppelt weggewischt werden“
    So ist es eben, wenn Billighardware nur hübsch poliert wird, und mit lieblos zusammengezimmerter Software, auf die Menschheit losgelassen wird.

    „Vorserien-Software“
    So redet man sich seinen Besitz zwar schön, nur hat mir das weder bei den anderen Huami Werkstücken (Mi, Honor, Huawei, …), noch bei Samsung, oder Fossil, oder… ernsthaft genützt. Immerhin ist die Lokalisierung der Chinauhren nach längerem Warten brauchbar geworden. Ansonsten lieber „Finger weg“, wenn Funktionen nicht so sind wie gewünscht – zu schwache Vibration beim Wecker ist beinahe Standard.

    • Oliver Müller says:

      So ist es. Beim Sport eine Fenix, im Alltag eine schweizer Automatik. Verstehe den Hype um die Smartwatches nicht. Dann vibriert bei einer neuen Nachricht im Messenger nicht nur das Handy, sondern auch noch die Uhr. Würde mich nur noch nerven.

  3. Das fehlen von Wear OS macht das Ding einfach unglaublich uninteressant für mich ..
    Obwohl ich die Hardware sehr schick finde …

  4. Schönen dicken Rand haben se beim Display verbaut und 46mm ist ne Hausnr. Auch find ich 159€ zu hoch gegriffen

  5. Hm krass hab ein paar Reviews nun angeschaut, das Teil ist quasi eine deutlich schlechtere Amazfit GTR2 in dem Fall. Schade hab gedacht OnePlus bringt was gescheites 🙁

  6. Ich hab für wirklich kleines Geld die Amazfit T-Rex gekauft und… was soll ich sagen: Alles, was mit an der Galaxy genervt hat, ist weg. Akku läuft 12 Tage, bei 3-4 GPS-Trainings in der Woche, alle Messages on etc.

    • Felix Frank says:

      Hardware != Software, oder? 🙂
      Dass sich OnePlus hier (logischerweise) Rosinen rauspickt, dafür kann ich nichts.

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