LG G6 Testbericht

Das LG G6 hat von mir im Vorfeld nicht die besten Noten ausgestellt bekommen. Ich war skeptisch, was das Smartphone anbelangt. Und dann gab es da ja noch einige Aufreger abseits des Preises. Das Smartphone kostet in Deutschland in seiner 32 GB-Ausgabe momentan 749 Euro. Das ist natürlich eine Menge Geld, des Weiteren kommt das LG G6 hier in Deutschland mit einem Weniger auf dem Markt. Nicht nur weniger in Sachen Speicher.

Das LG G6 hat hierzulande in Sachen Audio nicht den Quad-DAC, der für besseren Sound sorgen soll, das in Deutschland erhältliche Gerät kann auch nicht drahtlos geladen werden. Des Weiteren setzt LG beim G6 nicht auf den neuen Snapdragon 835, sondern verbaut den Qualcomm Snapdragon 821. Nicht die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Marktstart, oder?

Ich habe es mir aber dennoch nicht nehmen lassen, mir das LG G6 mal anzuschauen. Ich mochte das LG G2, das G3 und das G4 hatte ich auch. Bin recht problemlos damit gefahren, lediglich auf das modular aufgebaute LG G5 hatte ich dann gar keinen Nerv – und schaut man sich den Markt an, so bin ich sicherlich nicht der Einzige.

Fangen wir mal an mit dem Preis. Der hat viele schockiert, da sie der Meinung waren, dass sich das LG G6 im Bereich 599 Euro bewegen würde. Dass das nicht der Fall sein wird, das war doch schon vorher klar. Und klar ist auch, dass der Preis fallen wird. 749 Euro ist der aktuelle Preis in Deutschland, teilweise bieten Händler das Gerät aber schon für 100 Euro weniger an.

Wer schmerzfrei ist, der kann bei eBay auch die 64 GB-Variante bekommen, die die oben genannten Vorzüge hat. Kostenpunkt: Um 649 Euro. Kritikpunkt Quad-DAC. Hätte dem Gerät in Sachen Sound vielleicht gut getan und hätte Audiophile mehr angesprochen, meine Behauptung ist: Kennt und nutzt Otto Normal eh nicht. Die wissen nicht einmal, dass es Streamingdienste mit HQ gibt, geschweige denn, dass Spotify standardmäßig nicht die beste Qualität streamt. LG versucht dies auch zu erklären:

Als Ergebnis der zunehmenden Tendenz von drahtlosen Kopfhörern implementierte LG Hi-Fi Audio Unterstützung für Bluetooth (Apt-X HD Codec) auf seinen Premium Geräten.
Allerdings zeigen Statistiken einen signifikanten Unterschied im Vertrieb von Bluetooth Headsets zwischen westlichen und asiatischen Märkten, mit einer viel langsameren Annahme solcher drahtlosen Kopfhörer in asiatischen Märkten. Das bedeutet für den asiatischen Markt ist die Bedeutung von kabelgebundenem HiFi-Audio höher, so dass ein zusätzlicher Quad-DAC für die asiatische Region hinzugefügt wurde, um den Bedürfnissen des Marktes gerecht zu werden. Allerdings unterstützen die US und Europäische G6 Versionen externe DACs über USB. Wenn ein solches Gerät angeschlossen ist, wird der Sound Sound über USB geleitet, anstelle über den Klinkenstecker von dem G6.

Nun ja.

Drahtloses Aufladen? Geteilter Meinung bin ich da. Meine Aussage: Interessiert mich nicht. Ich hab nie auf kabelloses und damit langsameres Laden gesetzt. Letzten Endes – wenn ich nämlich nicht eine Ladestation in meinen Möbeln verbaut habe – muss ich das Lade-Pad auch irgendwo anklemmen, was Kabelkram bedeutet.

Ob drin oder nicht: mir so egal. Sieht vielleicht bei Menschen anders aus, die so eine Lademöglichkeit im Auto haben und das Smartphone schnell reinwerfen und so aufladen. Wichtigkeit der Funktion darf jeder für sich bewerten. Wenn mir jemand plausibel erklären kann, warum ich kabelloses Laden brauche, dann nur zu. Ich habe im Schreibtisch einen aktiven 5er-USB-Hub verbaut, den ich flexibel bestücken kann.

Die Ausstattungs-Kritik in Verbindung mit dem Preis: Kann ich jeden Nutzer nachvollziehen, wirklich. Aber den Schuh müssen sich ja mehrere Geräte heutzutage anziehen. Man schaue mal rüber zum Samsung Galaxy S7. Gab es schon richtig drastisch reduziert unter 400 Euro, ist immer noch ein unfassbar gutes Gerät mit ordentlicher Ausstattung und auch ein OnePlus 3T reicht für viele aus. Identischer Prozessor und auch mehr Speicher. Kostet? 439 Euro. Wisst ihr Bescheid. Und das sind nur wenige Beispiele für Alternativen, die weniger kosten.

Anders herum: Wer 749 Euro investiert, der kann auch 50 Euro drauflegen und sich ein Samsung Galaxy S8 kaufen. Offiziell im Handel für 799 Euro. Snapdragon 835 (in anderen Ländern, in Deutschland bekommt man den vergleichbaren Exynos) und 64 GB Speicher ab Werk. Dennoch quatsche ich Menschen nicht in ihr Gerät rein. Der eine kauft sich vielleicht sein Wunschgerät und zahlt 100 Euro mehr, weil er keine gute Kamera haben will, sondern eine sehr gute – der andere gibt mehr Geld aus, weil er das Gerät einfach so will. Ist wie mit Felgen am Auto oder anderen Extras. Nicht alles ist rational erklärbar, muss auch nicht – denn sonst könnte man immer sagen: Hier, nimm Gerät XY für 399 Euro, langt für dich dicke.

Auszug Technische Daten LG G6

Display: 5,7 Zoll Full Vision 18:9 QuadHD Display (2880 x 1440). 565 ppi, Gorilla Glass 3, (Helligkeit normal 500 nits, outdoor 600 nits)
Abmessungen und Gewicht: 148 x 71,99 x 7,9 mm, Gewicht: 163 Gramm
Speicher: 32 GB Speicher erweiterbar via microSD
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 821 (MSM8996 AC) Quad Core bis 2,35 GHz
Arbeitsspeicher: 4 GB LPDDR4 RAM
Kamera: 13 MP Dual Kameras, Weitwinkel,(f/2.4, 125° Weitwinkel) und 13 MP Standard OIS 2.0 (f/1.8, 71° Weitwinkel)
Videoaufnahme: 4K
Front-Kamera: 5 MP Frontkamera mit Weitwinkel (f/2.2, 100° Weitwinkel)
Akku: 3.300 mAh Akku (fest verbaut)
Betriebssystem: Android 7.0 Nougat mit Google Assistant
Anschlüsse: USB Type-C 2.0 (3.1-kompatibel); 3,5 mm Kopfhörer, WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2 BLE, NFC
Weiteres: Dolby Vision HDR 10, erhältlich in den Farben: Ice Platinum, Astro Black und Mystic White, Rückseite aus Glas (Gorilla Glass 5), teilweise in Metalloptik gehalten, wasserdicht nach IP68-Standard, 2.5D-Glas

LG G6 Haptik und Optik

Weit weg betrachtet, würde nicht viel für das LG G6 sprechen. Dachte ich mir auch, bis ich es in der Hand hielt. Das LG G6 wirkt auf mich schlicht und elegant. Auffallend ist das Display. Viel Display. Wenig Rahmen. Hersteller prahlen immer damit, wie dünn ein Gerät ist. Interessiert mich ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Geiles Display und guter Akku, dazu etwas Handlichkeit – das will ich. Das Display des LG G6 bietet 5,7 Zoll, das des iPhone 7 Plus 5,5 Zoll. Ein Google Pixel XL hat 5,5 Zoll. Wie das nebeneinander aussieht? So:

Ihr seht: Ihr bekommt mit dem LG G6 ein kompaktes Gerät. Liegt gut in der Hand. Ist mal was anderes so ein 18:9 Quad-HD-Display.

Auf der rechten Seite habt ihr den SIM- und microSD-Karten-Slot, die Tasten für die Lautstärke befinden sich links.

Einen klassischen Power-Button gibt es nicht, man kann über den rückseitigen Fingerabdruckleser das Gerät an- und ausschalten. Oben befindet sich dann noch der Anschluss für die Kopfhörer, unten ist der Lautsprecher und USB-C verbaut.

LG verbaut viel Display, setzt hier auf der Frontseite auf Gorilla Glass 3, während die Rückseite Gorilla Glas 5 sein soll. Gorilla Glass als Gütesiegel ist eh immer so ein Ding. Einmal mit Schlüssel in der Tasche – zack, Kratzer. Auch bei Gorilla Glass. Die Rückseite des LG G6 wirkt aber keinesfalls wie Glas, es ist so als hätte LG noch eine feine Kunststoffschicht übergezogen. Das wirkt nicht billig, das wirkt weniger zerbrechlich. Optik ist immer Ansichtssache – von mir bekommt das LG G6 den Daumen nach oben. Schlich. Schön. Schön schlicht.

LG G6 Display

LG verbaut ein 5,7 Zoll großes TFT-Display mit einer Auflösung von 2880 x 1440 Pixeln (Dolby Vision, HDR10, QuadHD+ FullVision-Bildschirm.). Die Farben wirken auf mich lebensfroh und vor allem natürlich. LG kann definitiv gute Displays verbauen. Sollten aufgrund der 18:9-Herstellung Apps nicht 100% angepasst sein, so kann man sie in den Einstellungen nachjustieren. Nicht nur das, man kann auch die Darstellung als solches justieren. Das ist ein gehöriger Unterschied.

Das LG G6 bietet drei dieser Stufen, wählt man die höchste, sieht man mehr auf dem Display, die Schrift ist aber dadurch einen Ticken kleiner, was vielleicht für den einen oder anderen nicht so optimal ist. Alternativ: Schriftgröße separat justieren.

Ferner gibt es ein Always-On-Display, Informationen zu eingehenden Nachrichten werden hier angezeigt – oder die Uhrzeit. Ist deaktivierbar, generell oder auf Basis Zeit. Auch einen Blaulichfilter hat das LG G6 an Bord.

LG G6 Software

Über Android 7.0 Nougat verliere ich mal keine großen Worte. LG hat es schlicht gehalten, viel Gelumpe gibt es beim LG G6 nicht, das ist erfreulich. LG macht es wie viele Hersteller mittlerweile, bietet eine Oberfläche ohne App Drawer an, quasi wie iOS, alternativ kann man auch einen klassischen Launcher nutzen. Viel Einstellungsmöglichkeiten hat dieser nicht, wer mehr will, der greift beispielsweise wie ich zum Nova Launcher. Da geht einiges.

Weiterhin gibt es bekannte Funktionen, die praktisch sind. Automatisch das WLAN justieren, wenn man daheim ist oder eine bestimmte App öffnen, wenn ein Bluetooth-Gerät angeschlossen wird. Smart Settings sind praktisch, wie auch die bekannten LG-Funktionen wie Knock On zum Aufwecken oder Deaktivieren des Displays. Der Sperrbildschirm lässt sich mit Apps belegen, damit man diese schnell starten kann. Bonuspunkte gibt es für Kalender und Quickmemo von mir.

Warum in die Ferne schweifen? LG gibt echt brauchbare Memo-Software mit. Screenshots festhalten und bearbeiten, Texte getippt und handschriftlich festgehalten, inklusive PDF-Exportmöglichkeit. Wie bei Quickmemo eignet sich der Kalender nicht nur für Termine, sondern auch für Erinnerungen und Listen. Man kann sogar Facebook-Termine flott übernehmen oder aber auch Bilder und andere Inhalte zu Terminen anheften. Wer rein mobil arbeitet und nicht zig Dritt-Apps benötigt: Super Setup für den Start. Da haben die Hersteller im Gegensatz zu früher schon aufgeholt, nicht nur LG, sondern beispielsweise auch Huawei oder Samsung. Dämpfer? Ungeil? LG ist eine Partnerschaft mit Google eingegangen. Mal wieder. 100 GB Drive-Speicher für zwei Jahre. Aber: Selbst als Käufer bekommst du die 100 GB nicht, wenn du schon einmal ein LG-Gerät mit so einer Promo gekauft hast.

LG G6 Akku

Ich habe das LG G6 als mein Hauptgerät im Rahmen dieses Tests genutzt. Hier habe ich bis auf Bluetooth alles angeschaltet gelassen. Bei moderater Nutzung ohne Gaming bin ich jeden Tag bis zum Zubettgehen mit dem Akku hingekommen. 3.300 mAh bietet der Akku. Was schön ist: Das LG G6 beherrscht Quick Charge 3.0, bedeutet, ihr könnt euch flott wieder Akkukapazität auftanken.

Das geht anfangs natürlich recht flott, nach oben hin dauert es. Könnt ihr beobachten. Rund 100 Minuten dauert es, um von 0 auf 100 zu kommen (schneller ist, wer es beim Laden ausschaltet). Akkulaufzeit ist immer so eine Sache. Eine auf die Minute genaue Angabe ist unmöglich, da so unfassbar viele Szenarien wie WLAN oder mobiler Netzzugang, Signalstärke, automatische Displayhelligkeit, Außenbedingungen, Art der Anwendung und ähnliches mit in die Laufzeit des Akkus fallen. 

Im normalen Alltag kam ich locker über den Tag – wobei ich dabei sagen muss, dass ich nicht unterwegs gespielt habe, sondern eher Twitter, Facebook, Mails, WhatsApp und Co genutzt habe – das „übliche“ Szenario für viele also. Je nach Anwendungsbereich schafft das Gerät 4-5 Stunden Screen on Time.

Kleiner Reinholer: Wir haben lange Zeit mit dem PC Mark den Akku strapaziert. Der soll das Smartphone strapazieren, eine Zahl am Ende ausgeben. Da gab es Smartphones, die schaffen den Benchmark 8 bis 11 Stunden. Das LG G6 schaffte lediglich knapp über 6 Stunden. Bedeutet aber nur, dass das LG G6 bei diesem speziellen Benchmark schnell die Grätsche macht, denn gefühlt unterliegt das LG G6 anderen Geräten bei weitem nicht so. Dennoch: Es gibt Geräte, die haben mehr Akku, dementsprechend unter Umständen auch mehr Puste. Mein persönliches Android-Gerät, das Huawei Mate 9, das schafft eine Ecke mehr.

LG G6 Kamera

Das LG G6 hat zwei Kameras auf der Rückseite, wie mittlerweile viele Smartphones. Die einen bauen mit der Kamera einen tollen Porträtmodus, erlauben zweifachen optischen Zoom, andere verbauen eine Monochrom-Optik, um noch tollere Fotos rauszuholen. Was macht LG?

Die machen Weitwinkel (125°), und bringen OIS und EIS in Sachen Bildstabilisator. Wichtig zu wissen: Macht nicht den Fehler, schießt Fotos und guckt euch die Ergebnisse lediglich auf dem Display an.

Das Display des Smartphones lügt oft. Ich dachte schon bei unzähligen Fotos vieler Smartphones: Wow, das sieht aber toll aus. Dann mal auf dem Rechner betrachtet und direkt in die Realität geboxt worden.

LG setzt im G6 auf zwei Kameras identischer Megapixelstärke (13 MP Dual Kameras, Weitwinkel,(f/2.4, 125° Weitwinkel) und 13 MP Standard OIS 2.0 (f/1.8, 71° Weitwinkel)).

Meine Eindrücke sind gemischt. Rein optisch macht der Weitwinkel natürlich etwas her, doch Details in der Entfernung finde ich etwas grobpixelig.

Das fällt auf, wenn man sich die Bilder einmal genauer an einem hochauflösendem Bildschirm anschaut. Auf jeden Fall sollte man bei ausreichender Beleuchtung auf den HDR-Modus verzichten, der überzeichnet die Fotos doch recht stark, was unschön wirkt.

Abseits des Weitwinkels bietet LG auch das normale Format an, die Fotos wirken frisch, lebensecht und können für mein Auge mit Detailreichtum punkten. Für Tests schieße ich die Fotos so, wie wahrscheinlich 98 Prozent aller Anwender: Aus der Hüfte, ohne manuelle Einstellungen.

Profis holen sicherlich mehr aus der Kamera, unterstützt dieses doch RAW, manuelle Einstellungsmöglichkeiten – und Spielereien sind auch mit bei, so bietet LG eine „quadratische Kamera“ mit diversen Funktionen. So lassen sich Doppelfotos erstellen, aber auch Fotogitter und Vorlagenaufnahmen.

Die Kamera des LG G6 ist wirklich gut, keine Frage, für mich persönlich fehlt aber das Quentchen Detail für die absolute Spitzenklasse.

Ja, natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Um das mal etwas zu verdeutlichen, wie dicht das mittlerweile ist, hier einmal LG G6 im Vergleich zu iPhone 7 Plus, Huawei Mate 9, Huawei P10 und Google Pixel XL. Ist nur ein Bild bei „lala“-Lichtverhältnissen im Standardmodus.

G6:

iPhone 7 Plus:

P10:

Mate 9:

Pixel XL:

Schlechte Lichtverhältnisse? Das LG G6 holt da einiges aus dem wenigen Licht raus, wobei man da natürlich mit Abstrichen in Sachen Detailreichtum leben muss.

Selfies? Kann man natürlich auch machen und wie viele Mitbewerber bringt LG einige Filter und Poren-Glattzieher mit, die ich allerdings immer deaktiviere. Ich mag es nicht künstlich – wenn ich dann Menschen auf Facebook sehe, die glatt wie ein Babypo sind, im echten Leben aber die „grobporige Mischhaut“ haben… ihr wisst, was ich meine. Muss jeder selber wissen. Die Front-Cam des LG hat auch einen Weitwinkel, aber lediglich 5 Megapixel. Es passen viele drauf, allerdings ist die Qualität nicht wirklich Spitzenklasse. Hier einmal filterlos, mit und ohne Weitwinkel:

Kleiner Tipp am Rande: Snapseed oder aber auch Google Fotos holt auch beim LG G6 noch einmal ordentlich was aus den Fotos raus. Oder eben Hardcore-Modus und RAW bearbeiten. Unbedingt auch in die Einstellungen schauen, denn im 4:3 Format sind bis zu 13 Megapixel netto drin, bei 16:9 „nur“ 9,7 Megapixel – und bei 18:9 sind es lediglich 8,7 Megapixel. Kamerafazit für mich? Spielt oben mit, hat aber nicht die Krone auf.

LG G6 Leistung:

Der kritisierte Snapdragon 821 mit seinen 4 GB RAM an der Seite. Tja, was soll ich sagen: Hat in Sachen Spielen bei mir alles weggerockt. Das System als solches lief auch flüssig – alles andere wäre auch ein Witz. In den gängigen Casual Games gab es keine Ruckler und auch Asphalt und andere Spiele liefen bei mir fehlerfrei. Gesprochen in Zahlen muss man allerdings wie immer aufpassen.

Mich interessieren für gewöhnlich keine Benchmarks, doch muss man bedenken: Moderne Prozessorarchitektur gibt nicht immer Vollgas. Wird das Smartphone über längere Zeit starker Last ausgesetzt so erwärmt es sich, gelegentlich kann es so sein, dass die Leistung zeitweise herunter geregelt wird. So kann es sein, dass sich unterschiedliche Werte bei den Benchmarks ergeben, der erste somit einen höheren Wert erreicht als der fünfte.

LG G6: Sonstiges in Kurzform

Das LG G6 kann auch zum Telefonieren benutzt werden. Das funktionierte in meinem Test fehlerfrei. Ich konnte gut hören und wurde auch gut gehört. Das LG G6 arbeitete stabil in Sachen WLAN und Bluetooth. Der Fingerabdruckleser arbeitet genau, gefühlt vergeht aber längere Zeit „bis zum Display“ im direkten Vergleich zu Mate 9 oder P10 von Huawei. Ja, auch Jammern auf hohem Niveau. Lautsprecher? Fand ich dünn. Lässt eine gewisse Wärme vermissen. Hätte LG mal die Energie in die Speaker gesteckt, die man ins Display steckte.. Das Gute: Die nutze zumindest ich nicht zur Beschallung. Weiterhin erwähnenswert: IP68, ihr könnt das LG G6 auch mal aus Versehen versenken, das macht dem Gerät nichts aus. Machen mittlerweile viele Hersteller, eine gute Sache.

LG G6: (M)ein Fazit

Schweres Fazit für mich, wenn ich den ganzen Markt betrachte. Für mich ist es das beste LG-Smartphone bisher. Aber es ist in der Ausstattung auch nicht das beste und auch nicht das preisattraktivste auf dem Markt, das erwähnte ich ja bereits. Beim internen Speicher hätte man zu dem Kurs ruhig eine Schippe drauflegen dürfen – sprich: Mit mehr als 32 GB ums Eck kommen. Ob nun Snapdragon 821 oder 835 – das interessiert 95 Prozent der Nutzer eh nicht – und sie merken es auch mit ihrem Facebook-Kram heute und morgen nicht. Für das LG G6 spricht das gute Display, eine durchaus gute Kamera (Ich mag den Weitwinkel sehr!) und tolle Haptik und Optik. Wobei zuletzt angesprochener Punkt Geschmacksache ist.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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31 Kommentare

  1. Gefällt mir optisch eigentlich sehr gut. Ich würde es mit aber auf Grund des Downgrades nicht kaufen. Warum soll ich das gleiche bezahlen und dabei weniger bekommen als bei einem G6 aus den USA?

  2. Es gibt so Funktionen wo man denkt, brauch ich nicht. Wenn man sie dann hat stellt man manchmal fest, dass man sie nicht mehr missen möchte. Die automatisch abblendenden Aussen- und Innenspiegel beim Auto z.B., ging ja früher auch ohne. Will ich aber nicht mehr drauf verzichten. Ebenso drahtloses Quickcharge beim Smartphone, das ist in der Praxis für mich viel nützlicher als es sich anhörte. Mir kommt erstmal kein Handy ohne diese Feature mehr ins Haus.

  3. Ich habe mir das G6 mal bei einem großen Elekotromarjt angeschaut. Mir gefällt es überhaupt nicht mehr. Habe zur Zeit immernoch mein G4. Auch leistet LG mit dem G6 einfach zu wenig fürs Geld. Gerade das Wireless-Charging wäre für mich wichtig gewesen. Immer mehr Autos kommen heutzutage mit Android Auto und einem festen Platz für Smartphone, an welchem auch der Wireless-Charger untergebracht ist.

    Endlich keine keine Saugnapf-Halterung mehr in der Windschutzscheibe, wo man bei den ganzen Kabel überlegt ob das nun eine Weihnachtslichterkette fürs Fenster oder ein Ladekabel ist.

    Daher bin ich hier wirklich raus. Ich würde im Moment ehr zum S8+ greifen. Das G4 läuft noch rund., daher werde noch ein wenig warten. In der Hoffnung das da bald noch einiges kommt.

  4. Beim kabellosen Laden geht es nicht um die Geschwindigkeit, sondern die reine Annehmlichkeit. Es ist einfacher. Die Ladestation steht in der Küche und am Arbeitsplatz, drauflegen, fertig. Leider wird diese technisch einfach umzusetzende Sache auf dem Altar immer dünnerer Geräte und angeblich „wertigen“ Materialien geopfert. Sehr schade. Ich hoffe nur, dass Apple es endlich auch mal für sich enddeckt, dann werden die Lemminge wohl nachziehen. Bis auf Samsung, die hier wirklich Konsequenz beweisen und das seit Jahren einbauen.

  5. Ich brauche mein Handy praktisch nur zum Surfen unterwegs und selten noch zum Telefonieren. Dafür brauche jedenfalls ich keines der aktuellen Top-Teile. Einen 821 hat mein LeEco Le Max 2 auch (und 4GB Ram). Wirklich schneller sind die 835-er Teile eh nicht. Für mein Handy muß man zur Zeit etwa mehr als 200 € ausgeben. Und eben nicht 600 bis 800 bei den Premium-(Preis-)Marken. Ich denke daß das zunehmend mehr Käufer auch so sehen werden. Vielleicht nicht in den USA oder Deutschland. Aber mit Sicherheit in China und Indien.

  6. Hätte es Wechselakku gehabt hätt ich drüber nachgedacht aber so hebt es sich nicht genug von der Konkurrenz ab – da reicht mein LG G4 auch aus mit genug Wechselakkus

  7. Wolfgang D. says:

    Ob LG damit an alte Erfolge anknüpfen kann? Glaub ich irgendwie nicht.

  8. @TechnoMax
    In DE/USA werden die vermeintlichen „Premium Geräte“ i.d.R. per Vertrag oder 0.x % Finanzierung, abgestottert.
    (Nahezu) Niemand legt 800-900€ cash auf den Tisch.
    Wäre mal interessant zu ermitteln, wie stark der Verkauf von „Premium Geräten“, einbrechen würde, wenn die Finanzierung wegfällt.
    Tippe auf mehr als 90%…

  9. @Carsten, im Hinblick auf das G6, was ist zurzeit dein persönlicher Favorit?

  10. @vel2000
    Mit der Subventionierung lassen sich natürlich auch die Verkäufe gut steuern. Ich sehe es bei unseren Firmen Verträgen ganz gut. Trotz recht „dicken“ Verträgen mit entsprechend hohen Grundgebühren ist die Zuzahlung für ein aktuelles iPhone immer noch deutlich höher als selbst für den – laut angeblichem Marktpreis – teuersten Androiden. Gerade Samsung ist mir da aufgefallen, der Hersteller scheint wohl seine Geräte, inkl. den top Modellen, sehr weit unter dem normalen Straßenpreis an die großen Netzbetreiber abzugeben. Auf dem Weg kann man natürlich ebenfalls gute Verkaufszahlen erreichen.

    @caschy
    Guter, ausgewogener Testbericht, danke dafür.
    PS: Nettes Haus und schöner Garten.

  11. TechnoMax says:

    „In DE/USA werden die vermeintlichen „Premium Geräte“ i.d.R. per Vertrag oder 0.x % Finanzierung, abgestottert.
    (Nahezu) Niemand legt 800-900€ cash auf den Tisch.“
    Natürlich nicht. Aber nur direkt nicht. Denn „geschenkt“ sind Vertragshandys ja nie, weder in den USA noch hier. Das sieht man den vergleichsweise hohen Monatsgebühren ja an.

  12. @Stan: Mein Hauptgerät ist ein iPhone 7 Plus.

  13. R.Berger says:

    Vielen Dank für den Toll geschriebenen Testbeitrag des LG G6. Mir gefällt die Persönliche Note darin sehr. Selber habe ich alle Modelle, bis auf das G4 besessen und freue mich auf Weihnachten, da ich mir dann das G6 holen werde.

  14. Ich finde den Unterschied zwischen sd821 und 835 schon nicht unerheblich. Und auch der im Vergleich durchschnittliche Speicher ist mir zu wenig.
    Der 835 ist ja nicht nur schneller, sondern auch Strom sparender.
    Spätestens wenn sich so eine spar Maßnahme auf die Laufzeit auswirkt, ist mir das zu wenig.
    Darüber hinaus ist die etwa geringere Leistung in den kommenden 12 Monaten nicht zu spüren. Aber ein alterndes System und immer anspruchsvollere Apps werden dass nur all zu schnell ändern.
    Mein Herr nicht Mal so altes op2 ist mittlerweile permanent am Rande dessen, was es leisten kann (bei mir muss es allerdings auch einiges leisten).
    Und da ist der 820 verbaut.
    Also nein, lg. Ich würde das g6 kaufen. Aber nur um die maximal 500 – wenn überhaupt.

  15. idiotathome says:

    OMG! Du hast den gleichen Schreibtisch wie ich. Jetzt muß ich mir ein neuen kaufen. Trotzdem guter Test 😉

  16. Bin mal gespannt ob LG and den Bootloop der Vorgänger anknüpft (Nexus 5x, LG G4, LG G5, LG V10, LG V20)… Mein Vertrauen in LG is dahin, werd mir das Oneplus 3T kaufen da mein G4 nun zum 2. Mal zur Reparatur wegen bootloop ist… Ggf. Warte ich auch auf das Oneplus 5. LG – nein danke.

  17. @Martin in deinem OP2 ist der 810 und nicht 820 drin !

  18. Hans Günther says:

    Guter Test!
    War ja auch am G6 interessiert, aber jetzt ist es doch das Moto Z für 249 EUR geworden…

    Normalerweise hätte ich mir das Moto Z ja nicht gekauft (wegen fehlendem Klinkenausgang, mittelmäßiger Kamera und kleinem Akku), aber zu dem Preis konnte ich nicht widerstehen!
    Morgen sollte es ankommen. Ich bin gespannt!

  19. Mateusz Chrzanowski says:

    Super geschrieben. Ich hab mich zuerst auf das g6 gefreut. Hab mir dann das Pixel XL geholt und will es nicht mehr hergeben… Auch nicht mehr gegen das g6 und s8.

  20. Gegen das S8 spricht der unglaubliche Software Müll seitens Samsung, der unglaublich dämlich platzierte Fingerabdruck Sensor, die unterm Strich „schlechtere“ Kamera und der doch eher stabilere hohe Preis. Das G6 wird schon günstiger als die 750 Euro angeboten und im Gegensatz zum S8 in vielen Tarifen zu einem Euro.

    Am Ende Geschmackssache aber wenn man alle mit einbezieht gleichauf mit dem S8.

  21. Mal ein anderes Thema… immer wieder (auch hier) wird wegen der (nicht) wechselbaren Akkus gejammert. Ich kann das nicht nachvollziehen.

    In all den Jahren musste ich exakt 0 Mal den Akku austauschen. Ich hatte schon verschiedene Geräte. Im Unternehmen kommen gut 50 Samsung Smartphones verschiedener Klassen zum Einsatz. Alle im Dauereinsatz. Akkuwechsel? 0! Und das seit Jahren.

    Vielleicht hat der eine oder andere Pech mit dem Akku aber wenn ich so die Erfahrungen im Umfeld sehe ist das ein „Bullshit“ Thema.

    Wichtiger ist das Speicherslot und da geht LG zum Glück noch immer den Weg der Erweiterbarkeit.

  22. @Reiner, die Kamera ist beim S8 eher besser als beim G6.

  23. Benjamin bro says:

    Cool, das original uralt vierecken linkshänder UNOspiel 🙂

  24. Danke für den Test. Da kann ich ja auch bei meinem LG G4 bleiben. Ist mir mit den rückseitigen Buttons echt ans Herz gewachsen. Und ich meine, die Fotos des LG G6 sind auch nicht besser.
    @Reiner: Akkus altern nun mal. Ich habe meine Smartphones meist recht lange. Und nach einigen Jahren bewirkt ein Akkuwechsel Wunder. Jedenfalls bin ich froh, dass das LG G4 noch einen Wechselakku hat. Aktuell sehe ich keinen Grund, auf ein neueres Modell umzusteigen. Die Innovationen stagnieren.

  25. Hat das G6 eigentlich noch eine Benachrichtigungs-LED?

  26. @Mark
    nein hat keine benachrichtigungs LED und zudem auch keinen infrarot sender mehr

  27. Nachdem die Kamera in meinem LG4 den Geist aufgegeben hat (Sand) habe ich mir das G6 bei einem englischen Versandhaus bestellt, mit 64 GB und Dual Sim für €400. Dieser Preisverfall ist Wahnsinn.

  28. Wolfgang D. says:

    @Lguser
    Ich hab wenige Euro mehr gezahlt, und dafür kein weißes Gerät. Der Einstandspreis war viel zu hoch, aber dass der Verfall so schnell geht, hätte ich auch nicht gedacht. Wenn das mal nicht der Ausverkauf vor der Vorstellung des zweiten High-End-Gerätes von LG in diesem Jahr ist.

    Man kann aber nur bei der EU Version den Bootloader entsperren, Bastler müssen also auf die obergünstigen asiatisch/russischen Varianten mit Dual SIM verzichten.

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