Huawei P40 und P40 Pro offiziell vorgestellt: Die neuen Smartphone-Flaggschiffe

Heute ist die Bombe geplatzt. Huawei hat seine beiden neuen Smartphone-Flaggschiffe vorgestellt: die Huawei P40 und P40 Pro. Wobei es vielleicht eher ein kleiner Böller gewesen ist, wenn man das auf den Überraschungseffekt bezieht. Denn schon vorab waren ja sowohl die technischen Daten als auch zahlreiche Bilder der mobilen Endgeräte durchgesickert. Das ändert aber nichts daran, dass Huawei hier zwei feine Smartphones vorgestellt hat – mit einem gewaltigen Haken.

Klar, räumen wir das direkt aus dem Weg: die Huawei P40 und P40 Pro müssen ohne die Google-Dienste auskommen. Die Chinesen setzen also auf ihre hauseigene App Gallery, damit Anwender Apps auf die Geräte schubsen können. Darüber wird man die gängigsten Apps finden – aber eben nicht alle. Auch wenn Huawei sich da optimistisch gibt, wird man wissen, dass das Fehlen des Play Stores den Käuferkreis deutlich einschränkt.

Durchaus schade, denn technisch überzeugen die beiden Smartphones mit Android 10 bzw. dem Überzug EMUI 10.1. Dabei gibt es viele Gemeinsamkeiten aber auch viele Unterschiede zwischen den P40 und P40 Pro. Beide Modelle setzen auf den Kirin 990 als SoC und verwenden 8 GByte RAM. Allerdings setzt nur das P40 Pro auf ein OLED-Display mit 90 Hz – auf einer Diagonale von 6,58 Zoll bei 2.640 x 1.200 Pixeln. Das OLED-Display des regulären P40 muss mit 6,1 Zoll bei 60 Hz und 2.340 x 1.080 Pixeln auskommen.

Auch der Akku weicht ab: 3.800 mAh sind des für das P40, 4.200 mAh für das P40 Pro. Selbst die Frontkamera unterscheidet sich. Zwar bieten beide Smartphones eine Selfie-Webcam mit 32 Megapixeln, nur das P40 Pro hat aber einen zusätzlichen Tiefensensor an Bord. Die Anschlüsse und Schnittstellen sind wiederum identisch. Das heißt auch, dass beide Modelle 5G unterstützen. Gefällt mir nicht so: Huawei setzt beim P40 Pro auf ein Curved-Display.

Technische Daten zum Huawei P40 (Pro)
Modell P40 P40 Pro
Betriebssystem Android 10 (AOSP, keine Google-Dienste)
Bildschirm 6,1 Zoll, OLED, 2340 x 1080 Pixel, 6,58 Zoll, OLED, 2640 x 1200 Pixel
90 Hertz
CPU Kirin 990 OctaCore CPU, 2x Cortex-A76 2,86 Ghz, 2x Cortex-A76 2,36 Ghz, 4x Cortex A55 1,95 Ghz
Speicher 8 GB RAM, 128 GB Flash, Nano Memory Card 2 8 GB RAM, 256 GB, Nano Memory Card 2
Hauptkamera 50 Megapixel UltraVision, f/1.9, 16 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera, 8 Megapixel Telephoto mit OIS 50 Megapixel UltraVision, f/1.9, OIS, 40 Megapixel Ultraweitwinkel-Video-Kamera, 12 Megapixel SuperSensing Telephoto, f/3.4, Tiefensensor
Frontkamera 32 Megapixel, f/2.2 32 Megapixel, f/2.2 (Haupt- und Tiefensensor), IR-Sensor
Netzwerk GSM, HSPA, LTE, 5G, Bluetooth 5.1, Wi-Fi 6 Plus, NFC
Satelliten GPS, AGPS, Glonass, Galileo, QZSS
Sensoren Fingerprintsensor, Annäherungssensor, Umgebungslicht, Kompass, Beschleunigungssensor
Besonderheiten USB Typ-C, Dual-SIM (2x Nano-SIM), NanoMemory, Wireless Charging (nur P40 Pro mit 27 Watt), IP68
Akku 3800 mAh (22,5-Watt-Aufladung) 4200 mAh ( 40-Watt-Aufladung)
Maße 148,9 x 71,06 x 8,5 mm 158,2 x 72,6 x 8,95 mm
Gewicht 175 Gramm 209 Gramm

Aus den obigen Specs könnt ihr weitere Unterschiede herauslesen. Etwa beherrscht nur das Huawei P40 Pro Wireless-Charging und auch Reverse-Charging, über das ihr andere Endgeräte drahtlos aufladen könnt. Außerdem ist natürlich die Kamera-Ausstattung des P40 Pro deutlich ausgefuchster. Etwa ist hier neben der Hauptlinse mit 50 Megapixeln ein zweiter Sensor mit 40 Megapixeln vorhanden, der sich Ultraweitwinkel-Videos widmen soll. Videos sind da ja immer noch im direkten Vergleich mit Fotos ein Stiefkind der Hersteller.

Das Huawei P40 speckt unter anderem auf eine Triple-Kamera ab

In beiden Fällen hat Huawei erneut mit den deutschen Kameraspezialisten von Leica kooperiert. Der Hauptsensor sei zudem 1/1,28 Zoll groß, was die Lichtaufnahme verbessern soll. Via Pixel Binning fasst man für Fotos mehrere Pixel zusammen, um in Kombination mit der Huawei XD Fusion Engine durch KI-Unterstützung auch bei schwachem Bild beeindruckende Fotos zu zaubern. Der RYYB-Farbfilter kommt nun erstmals auch beim Zoomen zum Einsatz, um auch bei der Tele-Fotografie die Lichtaufnahme zu verstärken.

Beeindruckend: Die Kamera des Huawei P40 Pro beherrscht den fünffachen, optischen Zoom, den 50-fachen, digitalen Zoom und auch einen zehnfachen Hybrid-Zoom. Wer also näher ans Geschehen möchte, hat hier so viele Möglichkeiten wie nie zuvor an einem Smartphone. Zeitlupenaufnahmen lassen sich wiederum mit bis zu 7.680 Bildern pro Sekunde einfangen.

Ja, und was kosten sie denn nun, die Huawei P40 und P40 Pro? Nun, dass P40 wechselt für 799 Euro den Besitzer. Für das P40 Pro sollt ihr hingegen satte 999 Euro blechen. Beide Modelle sind in den Farben Black, Blush Gold und Silver Frost zu haben. Der Vorverkauf startet noch heute. Die Auslieferung der Smartphones beginnt dann am 2. Mai 2020. Auch eine Vorbesteller-Aktion ist angedacht, dazu werde ich separat noch für euch bloggen.

Meine Prognose allerdings: Beide Smartphones werden aufgrund der fehlenden Google-Dienste zu diesen Preisen leider Nischenprodukte sein. Technisch sind es ganz offensichtlich tolle Smartphones. Und ein Nachsatz: Auch das Huawei P40 Pro+ wurde enthüllt, das voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte nach Deutschland kommt. Die Rückseite besteht aus polierter Keramik (in den Farben Weiß oder Schwarz) und auch an den Kameras hat man hier noch etwas gebastelt. Vielleicht will ja der ein oder andere sogar auf dieses Modell warten. Ein Preis fehlt uns zu jenem Modell aktuell aber noch.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. Ich nutze aktuell Recht häufig Google Pay, was ja wahrscheinlich auch nicht ohne Google Dienste funktionieren dürfte.

    Für 800€ ein Smartphone ohne brauchbare Apps halte ich auch für sehr gewagt. Werden wahrscheinlich nur Leute kaufen, die ohnehin auf Google verzichten wollen oder die die es einfach nicht besser wissen und es dann nach dem Auspacken zurückschicken werden.

  2. Der Preis wird recht schnell runter gehen. Und es gibt für alles eine Alternative. Mir würde Maps und die Standortfreigabe meiner Freunde und Kinder schon etwas fehlen. Aber das kann ich zur not auch im Browser schauen die sehen mich halt dann nur nicht mehr. Wie gesagt Alternativen gibt es. Und XDA gibt es ja auch noch so viele Menschen mit extrem viel Ahnung das da sicher was kommen wird.

  3. phantomaniac says:

    Der Preis ist von der Hardware her gesehen doch passabel…. Aber man muss erstmal abwarten, ob´s evtl. ein LineageOS dafür gibt….. (und die Hardware auch komplett unterstützt werden kann)…. Ohne Play-Store etc. ist´s kaum praktisch nutzbar….

    Mich stört vielmehr auch hier wieder: … des regulären P40 muss mit 6,1 Zoll … auskommen.
    Ich suche „potente und aktuelle Hardware“ aber im Bereich 5,0″-5,4″. Das kann dann gerne auch etwas dicker sein….

    Versteh den Sinn der ganzen Phabletts ab 6″ nicht wirklich. Aber genausowenig verstehe ich die Leute die das Handy vor die Nase halten und mit Freisprech telefonieren (nein, nicht Video und selbst das macht unterwegs wenig Sinn).

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