Hamburg: Ab heute kostenloses Wi-Fi in der Innenstadt

hamburg wappenHamburg bekommt kostenloses Wi-Fi in der Innenstadt – zumindest gilt das in der Pilotphase für den Bereich zwischen Alstertor, Gerhart-Hauptmann-Platz und Ballindamm. Anbieter sind in HH willy.tel sowie das Stromnetz Hamburg. Einloggen sollten sich Interessierte dort zur Nutzung in das Netzwerk „MobyKlick“. Bis zu 500 Menschen sollen das Netzwerk gleichzeitig zum Surfen nutzen können. Bis Ende 2017 wollen die Betreiber die Acess Points auf 180 Stück ausweiten und einen Bereich von 3,3 Quadratkilometern in der Hamburger Innenstadt abdecken.

Um das Netzwerk „MobyKlick“ zu nutzen, ist das übliche Anmeldeprocedere notwendig: 1. Netzwerk anwählen 2. Umleitung zur Anmeldeseite 3. „Ich habe keine Benutzerdaten“ auswählen (beim ersten Einloggen) 3. Daten per SMS anfordern und dazu Telefonnummer angeben 4. Daten abrufen und in Registrierungsmaske eingeben. Nach der Anmeldung bleibt jene für 24 Stunden im Netzwerk bestehen. In Hamburg hatte bereits die Hamburger Hochbahn mit Gratis-Wi-Fi vorgelegt. Insgesamt geht es mit dem kostenlosen WLAN in Norddeutschland aber eher schleppend voran.

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Lustigerweise gilt ausgerechnet meine Heimatstadt Kiel als Vorreiter in Sachen WLAN- auch wenn ich selbst davon irgendwie wenig merke. Zwar gibt es tatsächlich in Kiel teilweise kostenloses Wi-Fi, beispielsweise in der beliebten Holtenauer Straße, doch aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die Verbindungsqualität meist miserabel ist und die Geschwindigkeit quasi nicht vorhanden – wenn denn überhaupt eine Verbindung hergestellt werden kann. Allerdings möchte in Kiel der Internetprovider Addix sein Engagement ausbauen und verhandelt unter anderem mit vielen örtlichen Cafés. Jene sollen für das kostenlose Wi-Fi der Kunden zahlen und so auch das Angebot auf der Straße quasi mitfinanzieren.

Ähnlich soll es dann auch in Hamburg langfristig laufen, denn willy.tel hat rund eine Mio. Euro investiert und muss laufende Betriebskosten tragen. Außerdem übernimmt das Unternehmen die Störerhaftung. Nun möchte der Anbieter ebenfalls Restaurants, Cafés und Geschäfte zur Zusammenarbeit bewegen. Nutzerdaten will man aber nicht speichern. Seien wir also gespannt, wie es mit dem kostenlosen, öffentlichen WLAN vorangeht. Denn in diesem Bezug ist Deutschland im Vergleich mit manch anderem Land noch ziemlich im Rückstand.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

13 Kommentare

  1. Ich bin irritiert: Was hat das Bild vom 32C3 mit dem Artikel zu tun?

  2. Na ja, es zeigt das Congress Centrum HAMBURG. Was ist daran nicht zu verstehen?

  3. @Dialogmonster: Na einerseits hat weder das CCH, noch gar der CCC damit zu tun, und das CCH liegt nichtmal in der Zone, in der das Wifi jetzt existiert. Zusätzlich impliziert ein Foto vom CCC in einem technikaffinen Blog natürlich einen technischen oder inhaltlichen Zusammenhang mit dem CCC (Congress oder Club).

    Deiner Argumentation nach wäre auch ein Foto von Lotto King Karl als Illustration zum Artikel gültig. Kommt ja aus HAMBURG, nech?

  4. @zosh: Wenn das Bild was hermacht, finde ich das ganz ok. Man hätte natürlich auch ein paar WiFi-Wellen fotografieren können 😉

  5. „Daten per SMS anfordern“, „Telefonnummer angeben“, das wäre für mich schon eini Hinderungsgrund. In Kiel klappt das deutlich besser, dort muß man nur ein Häkchen setzen und auch VPN zum heimischen Router funktioniert (k.o.-Kriterium). Die Verbindungsqualität finde ich in Kiel ok, man darf halt nicht im Funkschatten stehen.

  6. Na immerhin kommt mal wieder ein bisschen Bewegung in die Sache…

  7. Warum man nicht einfach die Freifunker unterstützt ist mir zwar ein Rätsel, aber was solls, mehr Zugangspunkte und keine vorgeschaltete Datensammlung gibts eh bei Freifunk nur:
    http://hamburg.freifunk.net/

  8. Einerseits ist flächendeckendes (naja das muss sich zeigen – in die Läden / Europapassage, etc wirds dann wahrscheinlich nicht reichen) WiFi in der Innenstadt natürlich gut. Andererseits gibt es mit Freifunk wie Ben schon sagt eine freie WLAN community. Man sollte lieber die unterstützen.

    Ein paar Fragen stelle ich mir dabei – vielleicht könnt ihr als Tech-Redaktion da ja mal offiziell nachfragen :):
    1. Geht das auch mit ausländischer Telefonnummer – für Gäste ist das ja noch am wichtigsten, um Roaming Gebühren zu vermeiden.
    2. Ich habe ein Foto gesehen, wo ein AP mit einem Kabel angeschlossen war. Angeblich sind die AP jedoch mit 1 GBit/s via Fiber verbunden. Dann fehlt ein Stromkabel.

  9. @Alex In der Europapassage gibt es bereits kostenloses WLAN 🙂

  10. @Ben:
    Kann ich mich als Fremder in der Stadt auch in Freifunk – das ja eine große allgemeine Bewegung ist – einloggen? Ich wohne in einem 300 Selen Dorf und bin deshalb nicht bei Freifunk.

  11. Die meisten Freifunk-Initiativen bieten WLAN ohne Landing-Page (hier in Hamburg haben wir auch keine) an, ja, einfach einloggen, fertig.

  12. @Ben:
    Heißt das, ich (73) finde irgendwo ein freies WLAN und schau dann nach und sehe, dass es Freifunk ist – oder wie merke ich das technisch?
    Und vermutest du, dass das anderen Orts überwiegend ebenso ist?

  13. Was mich aber sehr irritiert, man muß sich mit seinen polizeilich registrierten Telefon anmelden und bekommt dann erst die Zugangsdaten per SMS.Anonymes nutzen scheint verwehrt zu sein.

    Ich plane nichts unrechtes in öffentlichen WLAN Netzen, aber gefallen tut mir dies gar nicht.

    Warum das eigentlich ?

    Gehe ich zu Ikea, Bahnhof Altona zu T-online, Elbe EKZ oder in meine Bäckerei an der Ecke muß ich mich vorher auch nicht amtlich registrieren lassen für das dortige gratis Wlan.

    Freies Wlan sieht für mich anders aus, Werbung um dies zu finanzieren lehne ich nicht ab. Aber den Betreiber und angeschlossene Überwachungsbehörden sich per SMS erkennen zu geben und sich gleichzeitig der Verfolgung aussetzen ? Logt man sich nicht aus wird man künftig bei noch mehr verfügbaren AP total verfolgbar sein.