G Suite: Neue Schriftarten sollen die Lesbarkeit verbessern

Google hat sich mit dem Schriftarten-Designer Thomas Jockin zusammengetan, um Google Docs, Sheets und Slides eine neue Schriftart zu verpassen. Forscher haben herausgefunden, dass die Lesegeschwindigkeit und die Genauigkeit des Lesens von der Schriftart abhängt. Aus diesem Grund stehen euch ab sofort sieben verschiedene Varianten der Schriftart Lexend zur Verfügung, die über das Schriftarten-Menü hinzugefügt werden kann.

Bei Lexend handelt es sich um eine serifenlose Schriftart, die das Lesen verbessern soll. Einer Studie zufolge haben 17 von 19 Probanden mit Lexend wesentlich bessere Ergebnisse hinsichtlich Geschwindigkeit und Richtigkeit erreichen können als mit Times New Roman. Ob man die Schriftart gut findet, sei mal dahingestellt. Probiert sie doch mal aus und lasst gern einen Kommentar da, ob sie euch auch vom Aussehen zusagt.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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24 Kommentare

  1. Die Diskussionen darüber, was eine gut lesbare Schrift ausmacht, sind ungefähr so alt wie die Kunst des Buchdrucks. die Schriften mit Serifen wurden am Anfang auch deshalb von den Druckern eingesetzt, weil der Druck und damit die Lesbarkeit noch recht schlecht waren. Deshalb wurde vor beinahe 100 Jahren auch für den Zeitungsdruck Times New Roman entwickelt. In den letzten Jahrzehnten ging dann der Siegeszug der serfifenlosen Schriften um die Welt, die Helvetica war da sicher ein Meilenstein.
    Heutzutage liest „man“ aber weniger Zeitungen, gar Bücher, sondern von Displays ab. Da bringen zumeist Serifenschriften wenig, weil die Auflösung von Monitoren lange einfach zu schlecht war bzw. auf einem Smartphone oder Tablet die Schriften eh nur winzig dargestellt werden können. Wie bei Zeitungen ist aber immer noch ein wichtiges Kriterium, wieviel Text man mit einer Schrift auf gegebenem Platz unterbringen kann, das konnte TNR halt sehr gut und deshalb war sie *die* Schrift für Mengensatz.
    Was die angeblich bessere Lesbarkeit angeht, so hat es da in den letzten Jahrezehnten Unmengen von Studien gegeben und immer war die „neue“ Schrift natürlich besser lesbar. Manchmal, bei Flughafen- oder Ubahn-Schriften stimmt das sogar. Einen Glaubenskrieg darüber anzufangen lohnt aber nicht

    • Quelle der Behauptung, das weniger Bücher gelesen werden?

      • „Zwischen 2012 und 2016 gingen dem deutschen Buchhandel 6,1 Millionen Buchkäufer verloren. Das entspricht einem Käuferverlust von 17 Prozent in dieser Zeitspanne. Zu diesem Ergebnis kam eine vom Börsenverein Deutscher Buchhandel beauftragte Studie. Der Rückgang betrifft vor allem die junge (14 bis 29 Jahre) und die mittlere Altersgruppe (30 bis 59 Jahre), unabhängig vom Bildungsniveau. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland tritt überhaupt noch als Buchkäufer in Erscheinung.
        Die Ursache für den Käuferschwund liegt im veränderten Alltag der Menschen. Leserbefragungen des Börsenvereins haben gezeigt, dass Menschen auch in ihrer Freizeit immer gestresster sind, sich kaum noch länger als zehn Minuten auf eine Beschäftigung konzentrieren können. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben für Alexander Skipis die digitalen Medien, die vom Menschen eine durchgehende Erreichbarkeit fordern. Während Online-Kommunikation und Unterhaltungsangebote wie Video-Streaming immer wichtiger werden, nimmt die Bedeutung des Buches ab.“
        https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Ernuechternde-Studie-Die-Lust-am-Lesen-schwindet-id50647621.html

        • @ MiniMax: Toller Kommentar ! Wobei Skipis von einer falschen Grundeinstellung ausgeht: Nicht die digitalen Medien fordern durchgehende Erreichbarkeit, sondern die Lebensumstände des „Users“. Will heissen: Der Geschäftsinhaber, bei dem auch existenziell wichtige Informationen auflaufen, MUSS für bestimmte Informationen durchgängig erreichbar sein, kann dazu aber auch vertrauliche Kanäle festlegen (Mailadressen, Telegram-Account etc). Die WhatsApp-Gruppe, in der 99,99 % des Contents aus sinnfreien, unwichtigen Posts bestehen, kann man problemlos ausschalten. Dann klappt es auch wieder mit der Konzentration.
          Was aber generell auch ein Problem ist, ist die zunehmend in Vergessenheit geratende Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen. Klar – während SMS, Twitter und WhatsApp Nachrichten schon technisch begründet auf wenige Zeichen beschränken und die dadurch übermittelten Informationen einfach nur Fetzen sind, arbeiten Autoren von Büchern mit höher entwickelten Sätzen. Wohin die Reise geht, sieht man ja schon daran, dass selbst IKEA-Aufbauanleitungen mittlerweile als Erkärvideos existieren, weil die papiergebundenen Anleitungen zu kompliziert sind 🙁

        • > Der Rückgang betrifft vor allem die junge (14 bis 29 Jahre) und die mittlere Altersgruppe (30 bis 59 Jahre), unabhängig vom Bildungsniveau. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland tritt überhaupt noch als Buchkäufer in Erscheinung.

          Also ich bin in dieser Altersgruppe und ich lese nicht weniger. Ich kaufe aber keine Bücher mehr, seit ich herausgefunden habe, dass es die als epub alle kostenlos gibt.

          Ich denke was ich damit sagen will ist: Die Menge verkaufter Bücher ist eine schlechte Proxy für die Menge der konsumierten Bücher.

          • Mir ging es eh in erster Linie um den „Lesekomfort“ bei unterschiedlichen Medien. Erst ab deutlich mehr als Full HD auf „normalen“ Desktop-Monitoren kann ich z.B. genauso gut PDFs lesen wie in einem Buch oder einem Magazin. Und schöne Antiqua-Serifen-Schriften machen erst mit 4K so richtig Spaß. Ich erinnere mich noch gut an die Schrift Charter, die Mathew Carter 1987 für Bitstream entworfen hat und die bewußt für die damals vorherschenden „nur“ 300 dpi Drucker optimiert war (was auf lange Zeit von Moniroren nicht mal erreicht wurde).

    • Danke für deine Beiträge.

  2. Soso … „höhere Lesegeschwindigkeit“ ? Allein, mir fehlt der Glaube. Aber da mir die Schriftart ausgesprochen gut gefällt, werde ich das gerne glatt mal testen. Vielen herzlichen Dank für die Info 😉

  3. „da mir die Schriftart ausgesprochen gut gefällt“
    WELCHE ?

  4. Eine schicke, saubere Schriftart, wirklich sehr gut lesbar, auch in kleineren Größen, und (fürs Web) interessanterweise auch als „Variable Font“ verfügbar. Was mich allerdings irritiert: Es gibt weder Fette noch Kursive. Das mag für den Einsatz in Präsentationsfolien oder Spreadsheets ausreichen, disqualifiziert sie allerdings als Brotschrift.

    • Nachtrag: Dafür ist die Schrift aber auch nicht konzipiert worden, sondern für „die spezielle Aufgabe, den Lesefluss für ungeübte Leser (und diese mit Legasthenie) zu verbessern.“ Eine Spezialschrift für Leser mit speziellen Bedürfnissen also, insofern ist die Überschrift des Artikels ein klein wenig zu allgemein formuliert.

  5. Also die vergleichen allen Ernstes die Serif Schrift Times New Roman mit einer Sans Serif Schrift. Das ist ein Selten dämlicher Vergleich.

    Die allermeisten serifenlosen Schriften sind am Bildschirm besser lesbar als Schriften mit Serifen. Das ist ungefähr so als würde man schreiben:

    PKW sind komfortabler beim fahren als LKW.

  6. Auch ein interessanter Ansatz:
    https://sansforgetica.rmit/

  7. Nix für ungut, als fast blinde Person mit kleinem Sehrest kann ich sagen, dass die Schrift nichts taugt: Das kleine a kann mit einem kleinen o verwechselt werden, das kleine l mit einem großen I, das kleine t und das kleine f sind schlecht unterscheidbar. Dass Der Designer behauptet, die Lesbarkeit würde sich damit verbessern, wundert mich nicht. Das haben leider viele dieser neuen Schriftarten an sich, dass sie im Grunde keine Verbesserung sind. Die Arial ist ungeschlagen, was gute Lesbarkeit auf Bildschirmen angeht, auch wenn sie ein paar Schwächen hat wie jede Schriftart.

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