Corona-Jahr 2020: Auswirkungen der Pandemie auf das Konsumverhalten in Deutschland

Das Preisvergleichsportal Idealo hat einmal seine Daten zurate gezogen, um eine Auswertung zum Konsumverhalten in Deutschland in der Corona-Krise zu erstellen. Auch wenn dies interessante Einblicke gewährt, solltet ihr jene Daten also entsprechend mit etwas Vorsicht genießen – schließlich beziehen sie sich am Ende nur auf Nutzer von Idealo, was nicht repräsentativ für die Allgemeinheit sein muss.

Jeder erinnert sich sicher noch an den Anfang der Corona-Krise, als plötzlich viele Menschen Desinfektionsmittel, Atemmasken und natürlich Toilettenpapier zu horten begannen. Was hat Idealo da registriert? Nun, die Nachfrage nach Atemschutzmasken stieg im Februar 2020 im Vergleich zu Ende Januar um 1.699 Prozent an – nach Desinfektionsmitteln sogar um 17.327 Prozent. Ein ähnlicher Nachfrageboom konnte im März bei Toilettenpapier (+ 8.770 Prozent) und Nudeln (+ 671 Prozent) beobachtet werden.

Telefon-Headsets wurden ebenfalls Mitte März auf Idealo 911 Prozent öfter nachgefragt als noch Ende Januar. Auch Sportzubehör lag im Trend, denn der Gang ins Fitnessstudio blieb den Menschen ja verwehrt. Hanteln wurden etwa um 2.740 Prozent mehr nachgefragt. Einen Anstieg  um 108 Prozent gab es bei Gesellschaftsspielen. Nintendo-Switch-Spiele wurden im März sogar zu 374 Prozent öfter nachgefragt als Ende Januar.

Die Mehrwertsteuersenkung kam übrigens nur zum Teil bei den Verbrauchern an: Im Durchschnitt sanken die Preise im Online-Handel um 1,9 %, so Idealo. Der aktuelle Lockdown wiederum habe abermals die Nachfrage nach Sportgeräten angekurbelt – insbesondere nach Hanteln und Laufbändern. Einen Nachfrage-Boom erleben gerade jedoch auch Luftreiniger. Da habe es in den letzten Wochen einen Nachfrageanstieg von 441 Prozent gegeben, wenn man mit dem gleichen Zeitraum 2019 vergleiche.

Weniger nachgefragt werden Wintersportartikel. Verglichen mit 2019 ist die Nachfrage nach Schlitten und Bobs um 55 Prozent gesunken – Skischuhe erfahren einen Rückgang um 54 Prozent. Das dürfte daran liegen, dass es mit dem Reisen aktuell ja nicht weit her ist und somit Regionen mit viel Schneefall schwer aufzusuchen sind. Wenig überraschend profitierte aber z. B. Amazon von der Krise: Der Amazon Prime Day und der Black Friday generierten Rekordumsätze. Besonders beliebt seien laut Idealo Elektroartikel wie Smartphones, Fernseher und Kopfhörer gewesen.

2021 möchte man nun beobachten, ob die Corona-Krise das Einkaufsverhalten der Verbraucher nachhaltig verändert habe. Dass der Einzelhandel größtenteils schließen musste, verlagert die Aufmerksamkeit der Kunden natürlich auf den Online-Handel. Mal sehen, ob sich dieser Trend 2021 so fortsetzen wird.

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13 Kommentare

  1. Was auch massiv eingebrochenen sein dürfte sind Anzüge, Hemden und generell Business Kleidung seit kaum noch gereist wird und die meisten Menschen eh im Home Office sitzen in dem Bereich.

  2. Wäre es möglich dass ihr bei solchen Artikeln, wo ihr Informationen aus einer anderen Quelle nutzt auch diese Quelle verlinkt? Das ist mir letztens schon mal bei mehreren Artikeln aufgefallen.

    • Steht doch mindestens viermal Idealo als Quelle in Artikel. Und in der Grafik auch.

      • Das ist zwar richtig, aber normalerweise verlinkt man Quellen auch direkt. Warum muss man dann erst googeln? Mal abgesehen davon macht man das auch um seine Quellen und deren Echtheit zu belegen. (Wobei ich hier nicht daran zweifle dass die Aussagen wahr sind).

        Bei dem anderen Artikel den ich letztens gelesen habe, war es nämlich nicht so offensichtlich rauszufinden woher die Aussage stammte.

  3. Wenn ich so zurückblicke, kann ich nicht sagen, dass sich mein Konsumverhalten verändert hat, weder bei der Auswahl der Artikel noch beim Beschaffungsweg. Ich habe auch schon vor der Pandemie abgesehen von wenigen Ausnahmen praktisch alles außer Lebensmitteln online bestellt. Insofern machen sich auch die geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte in meinem Alltag nicht wirklich bemerkbar, solange die Discounter geöffnet haben.

    Was die anfänglich hohe Nachfrage nach Toilettenpapier angeht, werde ich wohl nie begreifen, was das soll. Abgesehen davon, dass ich sowieso keine Vorratshaltung betreibe, wäre aber sicherlich Toilettenpapier nicht mein erster Gedanke, wenn ich für eine längere Zeit vorsorgen wollte. Ich mein, bevor aus einem Organismus was rauskommen kann, muss ja auch erst mal was reinkommen…;-)

  4. Klaus Mehdorn Travolta says:

    Witziges Detail: Der Umsatz von Lippenstift ist um ca. 75% eingebrochen – einfach weil das Zeug in der Maske kleben bleibt.

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