Anker PowerConf S3 im Kurztest: Konferenz-Lautsprecher fürs Home-Office

Anker hat Mitte August mit dem PowerConf S3 einen neuen Konferenzlautsprecher auf den Markt gebracht. Was kann der Lautsprecher? Nun, er ist für Programme wie Skype, Google Meet, Facetime, Zoom, WebEx, GotoMeeting, Chromebox und mehr geeignet. Sozusagen im Double-Team mit meiner Freundin, die aktuell oft im Home-Office Audio- und Video-Meetings beiwohnt, habe ich das Gerät einem Kurztest unterzogen.

119,99 Euro fallen für den Anker PowerConf S3 an. Der Hersteller integriert sechs Mikrofone, sodass sich das Accessoire auch für Meetingräume eignen soll, in denen mehrere Teilnehmer von unterschiedlichen Positionen aus den Lautsprecher nutzen wollen. Nun gibt es da aber natürlich auch Vorgängermodelle. Der ältere PowerConf wechselt etwa bei Amazon.de in Angeboten für 89,99 Euro den Besitzer. Das Design des PowerConf S3 sieht allerdings um Welten besser aus, denn der dezente Stoffüberzug lässt den Lautsprecher deutlich wertiger erscheinen.

Anker selbst verspricht auch technische Fortschritte: reduziertes Echo, weniger Nachhall und verbesserte Geräuschisolierung sollen den PowerConf S3 von den Vorgängern abheben. Als Akkulaufzeit sind rund 24 Stunden (am Stück) genannt.

Design und Verarbeitung

Im Lieferumfang sind neben dem Lautsprecher selbst auch ein Reisebeutel, eine Anleitung und ein USB-C-Ladekabel enthalten. Das ist recht pragmatisch, die kleine Stofftasche kann man aber sicherlich gebrauchen – ein Hard-Case wäre vielleicht noch etwas besser, um den Lautsprecher unterwegs vor Schäden zu schützen.

Der neue Anker PowerCore S3 selbst nutzt für seine Oberseite den erwähnten Stoffüberzug, was schon optisch attraktiver wirkt als der reine Plastikbomber-Vorgänger – erinnert ein bisschen an die Amazon Echo Dot. Die Bedienelemente hingegen sitzen weiterhin alle in der Mitte, umgeben von einem LED-Ring. Er kann insgesamt oder auch nur in bestimmten Bereichen aufleuchten und damit etwa Sprecherwechsel anzeigen. Zur Positionsbestimmung setzt Anker laut eigenen Angaben auch Beamforming-Technologie ein.

Was mich etwas stört, ist, dass die Stummtaste für das Mikrofon ausgerechnet in der Mitte sitzt. Einerseits handelt es sich deswegen um den größten Button, andererseits läuft man so auch am ehesten Gefahr versehentlich einen anderen Button zu betätigen. Zumal die Tasten kapazitiv sind, ob man sich vertan hat, merkt man also im Zweifelsfall womöglich zu spät.

Praxistest

Zur Verbindung mit anderen Endgeräten kommt Bluetooth 5.0 zum Einsatz. Die Kopplung wird nach dem allerersten Start automatisch aktiviert, kann aber auch manuell durch zweimaliges, kurzes Drücken der Bluetooth-Taste initiiert werden. Hat in meinem Fall sowohl an einem Android-Smartphone als auch einem Notebook mit Windows 10 tadellos funktioniert.

Über die offizielle App lassen sich die LED-Anzeigen, der Standby-Modus, der Akkustand, die Lautstärke und der Modus regulieren. Alternativ kann dafür aber auch das USB-C-Kabel beansprucht werden. Dadurch funktioniert der Speaker, ohne Installation, auch unter Windows 7, 8, 10 und macOS. Anker setzt hier übrigens, genau wie bei seinen anderen Lautsprechern und Kopfhörern auf die Soundcore-App. Firmware-Updates gab es in meinem Testzeitraum nicht, auch diese bezieht ihr nämlich über die App. Letztere habe ich ja schon in anderen Tests zu Genüge besprochen.

Eingesetzt habe ich den Anker PowerConf S3 nun etwa  sowohl am Smartphone für Audio-Chats via Skype als auch am Notebooks für Meetings via Zoom. Letzteres übernahm hauptsächlich meine Freundin im Home-Office. Herauskristallisiert hat sich dabei schnell, dass die von Anker viel beworbenen Mikrofone vor allem ein Mehrwert sind, wenn mehrere Personen in einem Raum über den Speaker kommunizieren wollen.

So befragte ich meine Gesprächspartner zur Audioqualität, welche keine Unterschiede gegenüber den Mikrofonen des Xiaomi Mi 10 Pro feststellen konnten. Für mich war der Sound hingegen natürlich angenehmer, zumal man mehr Flexibilität hat, wenn bei Videochats etwa Smartphone und Speaker / Mikrofon unabhängig voneinander aufstellbar sind. Meine Freundin trainiert beispielsweise hin und wieder per Videochat gemeinsam mit einer Freundin und wusste die Möglichkeit zu schätzen.

Gegenüber Mikrofon und Lautsprechern eines Notebooks, in diesem Fall einem HP-Arbeitstier, waren die Audio-Mehrwerte dann etwas größer. Zuvor hielten da im Home-Office einfach die Jabra Elite Sport als Headset-Lösung her – klappt eben auch. Beim Anker PowerConf S3 ist das mit der Bedienung natürlich komfortabler und die LED-Leuchte ist durchaus ein praktischer, visueller Hinweis auf den jeweils aktiven Sprecher.

Weiterer Vorteil: Platzt jemand ins Zimmer, ist die Stummschaltung schneller möglich man muss sich keine Kopfhörer aus dem Ohr fummeln, um das Gespräch zu unterbrechen, sondern versteht den ins Zimmer gekommenen „Eindringling“ direkt. Das alles sind aber natürlich für die meisten Anwender, die eh schon ein Headset besitzen, kleine Luxus-Boni.

Die echten Mehrwerte ergeben sich, wenn ihr beispielsweise gemeinsam mit dem Partner, Familie oder Freundin in einem Raum sitzt und einen Audio- oder Videochat mit weiteren Teilnehmern startet. Dann lassen sich verbesserte Klangqualität flexiblere Sitzpositionen und eine einfachere Handhabe von Stummschaltung, Lautstärke und Co. erzielen. Habe ich einfach mal bei einigen Gesprächen gemeinsam mit meiner Freundin und meinen Eltern am anderen Ende der Leitung getestet – macht durchaus Laune.

Sonstige Anmerkungen

Anker nennt zwar die Kompatibilität zu diversen Anwendungen und ich bzw. meine Freundin hatten bei Skype, Zoom und Google Meet auch keine Probleme mit der Bedienung, allerdings soll das wohl nicht überall gegeben sein. Ich kann da zudem nur aus der Perspektive eines Android- bzw. Windows-10-Nutzers sprechen. So klagen wohl einige iOS-Nutzer über Kopplungsprobleme mit der offiziellen App. Zudem soll etwa in Skype und Teams an Macs die Stummschaltung über den Speaker nicht funktionieren. Mangels entsprechender Hardware konnte ich das leider nicht selbst überprüfen, vielleicht hat Anker in diesem Fall aber eben mehr auf die Android- und Windows-Kundschaft geschielt.

Zur Akkulaufzeit: Ich konnte deutlich mehr als 24 Stunden erreichen (eher ca. 28 Stunden), habe den PowerConf S3 aber auch nicht durchgehend am Stück verwendet. Was hier bei euch herausspringen wird, hängt aber natürlich von mehreren Faktoren ab, unter anderem auch eurer aktiven Sprechzeit sowie der gewählten Lautstärke des Speakers.

Fazit

Wie viel Nutzen man aus dem Anker PowerConf S3 zieht, hängt stark von den Nutzungsgewohnheiten ab. Wer alleine am Rechner sitzt, ist aus meiner Sicht mit einem guten Headset, etwa dem von Olli getesteten Jabra Evolve 2 85, besser beraten. Es muss ja nicht gleich so ein kostspieliges Headset sein, gibt ja auch günstigere Varianten wie das Evolve 75 (hier Ollis Test) oder Modelle von anderen Herstellern.

Einige iOS- und Mac-Nutzer bescheinigen dem PowerConf S3 Funktionsprobleme – die Bedienung lasse sich nicht korrekt nutzen. Bei mir lief sowohl unter Android und Windows 10 via Bluetooth alles rund, trotzdem merke ich dies an. Der Klang des Lautsprechers ist dabei deutlich besser als die integrierten Speaker eines Notebooks oder eines Smartphones. Die Mikrofone sind in meinem Test bei Einzel-Chats gegenüber dem Xiaomi Mi 10 Pro nur eine marginale Verbesserung gewesen.

119,99 Euro verlangt Anker aktuell für den PowerConf S3. Wer ungern Kopfhörer trägt, oft Gruppen-Chats mit mehreren Personen an einem Ort vollzieht oder sich einfach gerne bei Meetings im Home-Office besonders frei bewegt, kann sich den Speaker ja einmal ansehen.

Anker PowerConf S3 Bluetooth Konferenzlautsprecher, 6 integrierte Mikrofone, verbesserter...
  • FORTSCHRITTLICHE TONAUFNAHME: 6 integrierte Mikrofone sind im smarten 360° Winkel ausgerichtet und nehmen alle Stimmen im Raum präzise auf.
  • SMART VOICE ENHANCEMENT: Der individuelle DSP-Algorithmus sorgt für fortschrittliche Echounterdrückung, Nachhallunterdrückung, sowie smarte Isolierung von Hintergrundgeräuschen.
  • KRISTALLKLAR: PowerConf S3 gleicht automatisch die Lautstärke und Entfernung deiner Stimme aus. So kannst du dich mühelos auf ein ausgeglichenes Gespräch verlassen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Carsten Gelhard says:

    Benutzte den Anker Lautsprecher selbst für Gruppen Videochats und bin begeistert. Bis zu zehn Personen im Abstand von drei Metern lassen sich sehr gut einfangen. Vor allem der Ton is super

  2. Toll wäre es noch, wenn man zwei bis drei in Reihe schalten könnte. Dann würde es auch bei einem Konferenztisch gut klappen, wo man Corona bedingt weiter auseinandersitzen muss. Ist bei uns derzeit der Fall.
    Oder geht das bzw. Kennt da jemand eine andere Lösung?

    Danke für den Bericht!

  3. FaceTime, Webex – Typo so wichtig!

  4. WebEx,circuit und Teams kann er auch gut ich hatte ihn mir für den Sommer gekauft da trag ich die Jabra Kopfhörer nicht gerne, Amazon hat die Anker Lösung auch immer mal mit 30 Euro Rabatt im Angebot so habe ich es für 89 Euro bekommen und die ist jeden Cent Wert

  5. danke für den Test#
    wie ist die Ton Qualität? kann man damit auch etwas Musik hören?

    Gruß

  6. Wir haben unseren wieder zurückgeschickt, da die Qualität unterirdisch war. Die anderen Teilnehmer haben uns nicht verstanden und wir saßen mit 6 Leuten drum herum. Die LEDs haben zwar geleuchtet, aber nachdem ein Kollege seinen Laptop für die Konferenz genutzt hat, kam die Nachricht, dass die Sprachqualität um Welten besser ist, selbst bei Kollegen, die weiter hinter dem Laptop saßen. Sie im Großen und Ganzen eher enttäuschend.

    • In eine Telefonkonferenz mit mehreren Leute ist es sofort rauszuhören, wer so ein Freichsprechteil, egal von welchem Hersteller nutzt.
      Bei Billiggeräte ist es meist Echos, pumpende Lautstärke, überhaupt schlechte Sprachqualität, aber so richtig überzeugend sind die Geräte meist nicht.
      In der Firma haben wir sehr hochwertige ( leider damit auch sehr teuere ) Videokonferenzssysteme mit diese Spinnen auf dem Tisch, in großen Räumen dann auch mit mehreren Mikrofonen angeschlossen, teilweise auch mit Drahtlosmikrofonen, falls jemand vorne einen Vortrag halten will.
      Die System sind nicht vergleichbar mit den Teilen für 100,-

      Zuhause ziehe ich daher ein leichtes, gutes Headset von Plantronics vor, die bei uns in der Firma zur Grundausstattung von jedem gehören, Skype, Zoom, Teams läuft super damit.

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