Jabra Evolve 75 Headset ausprobiert – Angenehmer Begleiter im Büro

Ihr habt bei uns schon viele Tests zu diversen Kopfhörern gesehen, sei es In-Ear, On-Ear oder Over-Ear. Erst kürzlich hat Caschy für euch die teuren aber sehr guten Beyerdynamic Amiron Wireless getestet. Heute soll es aber nicht um einen reinen Kopfhörer gehen, sondern um ein Headset, genauer gesagt um das Jabra Evolve 75. Doch bevor wir zu den Details kommen, hier kurz mein Szenario.

Ich sitze im Büro zwar nicht in einem Großraumbüro, doch auch in einem kleineren Raum kann es schon mal lauter werden, wenn vier andere Kollegen ebenfalls am Telefon sind. Bisher nutzte ich ein klassisches Headset ohne Extras und zum Musikhören einen Teufel Real Blue NC. Der Kopfhörer hat zwar Noise Cancelling, aber zum richtigen Telefonieren taugt das Mikrofon nicht wirklich. Also schaute ich mich nach einem Headset um und bin auf das Jabra Evolve 75 gestoßen. Wie sich das Gerät im Arbeitsalltag macht, sollen euch die folgenden Zeilen vermitteln.

Einrichtung und Akku

Das Evolve 75 kommt mit einem USB-Dongle für den PC, einem USB-A auf Micro-USB-Ladekabel, einer Tasche für den Transport und einer Ladestation zu euch. Bei der Tasche handelt es sich übrigens um eine Hartschale mit Stoffüberzug, die das Headset gut schützt, jedoch ziemlich viel Staub mitnimmt. Aber kommen wir zum Headset, das schließlich erst einmal eingerichtet werden muss. An meinem Windows-Laptop nutze ich den USB-Dongle. Einstecken und das Headset wird direkt erkannt. Man kann auch Bluetooth verwenden, dann wird das Gerät jedoch als Smartphone und nicht als PC erkannt. Der Dongle kommuniziert außerdem störungsfreier. Ihr könnt das Headset übrigens auch via Bluetooth mit einem zweiten Gerät verbinden, das Headset springt dann zu dem jeweiligen Gerät, wenn ein Anruf reinkommt.

Am Rechner könnt ihr außerdem die Jabra Direct Software installieren. Damit könnt ihr die Firmware des Dongles und des Headset aktuell halten, Software wie Skype, Jabber etc. direkt vom Headset aus steuern und auch die Musikeinstellungen wie Soundprofil und Co. anpassen. Seid ihr soweit, sagt euch das Headset direkt beim Anschalten, ob es verbunden ist und wie viel Akkulaufzeit noch vorhanden ist. Ich bin in meinem Test locker an die angegebenen 15 – 18 Stunden Gesprächszeit bzw. Musikhören herangekommen. Die Stand-By-Zeit liegt laut Jabra bei 15 Tagen. Bis der Akku wieder voll ist, muss das Headset zwei Stunden am Kabel bzw. auf der Ladestation hängen. Durch den Micro-USB-Anschluss (leider kein USB-C) ist es übrigens erstaunlich fummelig, das Headset auf die Ladestation zu setzen. Außerdem nimmt das Headset inklusive Ladestation durch die Schräglage auch sehr viel Platz weg, hier hätte man sich vielleicht etwas Kompakteres einfallen lassen können. Wer wenig Platz hat, ist mit dem Ladekabel besser bedient.

Verarbeitung

Schauen wir uns das Headset aber nochmal etwas genauer an. Die Verarbeitung des Gerätes ist absolut in Ordnung, Jabra hat hier auch nicht zu billigem Kunststoff gegriffen, Metall wäre allein wegen des Gewichts in diesem Fall nicht sinnvoll, da das Headset ja den ganzen Tag auf dem Kopf sitzt. Der Verstellmechanismus am Bügel ist stabil, nahtlos und leicht verstellbar. Die Polsterung an den Ohrmuscheln und am Bügel ist angenehm weich, sodass man auch nach längerem Tragen keine Probleme mit schmerzenden Ohren oder anderen Wehwehchen bekommt. Sehr komfortabel!

An den Ohrmuscheln finden sich noch ein paar Bedienelemente, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollen. Rechts hat Jabra das Mikrofon angebracht, das im hochgeklappten Zustand automatisch stumm schaltet, auch dieser Mechanismus wirkt stabil und macht keinerlei Probleme. Weiterhin finden sich rechts der Ladeanschluss, der Schieberegler zum Anschalten und zum Pairing, eine kleine Akku-LED und die Tasten für lauter und leiser. Die Jabra-Taste in der Mitte dient zum Starten/Stoppen der Musik oder zum Annehmen/Auflegen bei Anrufen, damit könnt ihr außerdem Software-Phone-Dienste öffnen. Sowohl links als auch rechts ist in diesem Button auch das Busy-Light versteckt, welches den Kollegen anzeigt, dass ihr telefoniert. Am Bügel gibt es noch einen Button zum Triggern von Siri oder des Assistant.

An der linken Ohrmuschel findet sich noch die Taste zum Ein- und Ausschalten der aktiven Geräuschunterdrückung und der Button für das sogenannte Listen-in-Feature. Betätigt ihr diesen, hört ihr was im Büro passiert, ohne das Headset absetzen zu müssen.

Wie klingt das Headset?

Das Gute am Evolve 75 ist, dass es sowohl ein Headset als auch ein guter Kopfhörer ist. Der Klang ist schön klar und ausbalanciert und je nach gewähltem Sound-Profil in Jabra Direct kann man auch ordentlich Bass aus dem Kopfhörer rausholen. Es gibt eigentlich nichts, was hervorsticht oder schlecht an dem Klang wäre. Für den Büroalltag auf jeden Fall sehr ordentlich und nicht so, dass ich unbedingt auf meinen Teufel Real Blue NC ausweichen müsste. Super, weil man so nur ein Gerät hat, dass man den ganzen Tag nutzen kann und wenn wer anruft, hat man auch keine Probleme, schnell das andere Headset aufsetzen zu müssen.

Die Sprachqualität ist ebenfalls durchweg sehr gut. Stimmen werden klar und deutlich übertragen, ich konnte keine Stotterer, Knarzen oder ähnliches wahrnehmen. Verschiedener Partner bestätigten mir eine ebenfalls gute und klare Übertragung meiner Stimme durch das verbaute Mikrofon. Es gibt also nix zu meckern.

Das Evolve 75 besitzt auch eine aktive Geräuschunterdrückung, um die störenden Geräusche der Kollegen zu dämmen und das Telefonieren und Arbeiten angenehmer zu machen. Das ANC ist OK, Tastaturgetippe etc. bekommt man damit relativ gut gedämpft, auch Stimmen etc. werden zum Teil gefiltert. Kopfhörer wie der Real Blue NC, Bose QC35 oder der Sony WH-1000XM3 machen das jedoch deutlich besser. Hier könnte man sicher noch mehr erreichen, wenn Jabra auf Over-Ear umsteigt und die Cups die Ohren umschließen würden.

Fazit zum Jabra Evolve 75

Ich bin mit dem Evolve rundum zufrieden, die Laufzeit ist super und reicht je nach Anwesenheit am Arbeitsplatz auch gut und gerne mal drei Tage. Auch bei längerem Tragen gibt es keinerlei Probleme und die Klang- und Sprachqualität ist ebenfalls sehr gut. Einzig das Gefummel mit der Ladestation hat mich etwas gestört, ansonsten kann ich das Headset empfehlen, wenn ihr gerade auf der Suche seid und nicht nur allein im Büro hockt.

Das Ganze hat jedoch seinen Preis, knapp 230 Euro werden dafür fällig. Nutzt ihr bereits das Evolve 75 oder seid ihr mit anderen Modellen unterwegs? Lasst gern eine Meinung da.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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20 Kommentare

  1. Ich nutze das Evolve 75 jetzt seit gut eineinhalb Jahren und muss einfach sagen, Jabra hat einen tollen Job damit gemacht! Sowohl die gleichzeitige Verbindung zwischen zwei Bluetooth Geräten als auch das angenehme aber nicht allzustarke Noise Canceling sind fürs Büro super! Darauf will ich wirklich nicht mehr verzichten.

  2. Stefan Tabbert says:

    Hi ich habe das evolve 75 auch auf Arbeit, der Klang und die Laufzeit ist alles top, aber eben der Preis und vor allem die Reichweite von nur knapp 3m ist bescheiden. Ich hatte vorher ein jabra DECT und konnte damit durch das ganze Haus laufen. Aber das mit Bluetooth ist wie bei allem anderen etwas nachteilig. Man hat zwar kein Kabel aber ist trotzdem an der Platz gefesselt. Kaffee holen beim telefonieren fällt flach da die Küche knapp 10m weg ist.

    • Martin Deger says:

      Bei mir reicht es deutlich weiter als 3 m, sowohl vom PC mit Dongle als auch vom Festnetztelefon. 10 Meter auf jeden Fall, nicht gerade eine Betonwand dazwischen ist.

    • Bei mit reicht es auch bis in den Nachbarraum, oder 15m bis 20m Luftlinie ohne Wand dazwischen. Ist die Dongle Sendeleistung evtl. beider reduziert? Das geht in Jabra direct.

      • Stefan Tabbert says:

        Das kann ich nochmal schauen ob ich da was finde. Aber Wände sind zwischen Büro und Kaffeemaschine einige 😉

        • Habe nie Software nur auf englisch, da heißt es „Prioritize Bluetooth device with call“. Zu findem im ersten Reiter „Device“ und dann unter „Headset“.
          Damit wird ein möglicherweise zweites, verbundenes Headset während dem Anruf disconnected und alle Bluetooth Power auf das eine Headset gelegt.

  3. Auch mit einem Mac kompatibel?

  4. Martin Deger says:

    Haben wir seit knapp zwei Jahren in Büro. Ich finde es sehr gut auch für längere Gespräche. ANC funktioniert gut für on-ear. Wir nutzen es sowohl für den PC (Dongle an Docking Station) als auch für das Festnetztelefon (verbindet sich als „Smartphone“ – beide Telefone sind gleichzeitig verbunden. Man kann auch Skype for Business-Anrufe direkt annehmen.

  5. Ich nutze auch genau den seit nem halben Jahr im Großraumbüro. Kann mich über nichts beschweren.

  6. Bei uns in der Firma kann man zwischen dem Jabra Evolve 75 und dem Plantronics Voyager Focus UC wählen, wenn man ein kabelloses ANC Headset möchte. Ich habe beide ausprobiert und mich dann für das Plantronics entschieden. Klanglich und auch in der Leistung des ANC sind sie vergleichbar, das Evolve 75 ist allerdings etwas schwerer und für mich nicht so bequem wie das Voyager. Das Standardheadset in der Firma ist das Evolve 65 (ohne ANC), das Ding klingt gut, ist leicht, der Akku hält mehr als einen Arbeitstag Dauertelefonat aus und wenn er doch mal alle ist, geht’s per USB-Kabel weiter. Aber, und das als zweiten Grund, warum ich mal Plantronics probiere, ich habe in den letzten drei Jahren schon das dritte Evolve 65 ausgetauscht bekommen, weil irgendwann ein Lautsprecher zu brzzzen anfing (als wenn man mit Butterbrotpapier auf einem Kamm summt, absolut nervig). Das ging nicht nur mir so, sondern auch vielen Kollegen.
    Was ich gerne mal hätte wäre ein DECT Headset mit ANC, ist aber nicht im Firmenwarenkorb. Ich habe noch ein (Jabra) GN Netcom 9120 zu Hause per DECT an der Fritzbox, das Ding läuft schon über 10 Jahre täglich ohne Probleme, Reichweite auf dem gesamten Grundstück. Ab und zu muss mal der Akku und das Ohrpolster neu, aber das ist normal.

    • Jan Petelski says:

      „ich habe in den letzten drei Jahren schon das dritte Evolve 65 ausgetauscht bekommen, weil irgendwann ein Lautsprecher zu brzzzen anfing“

      Kenne ich auch. Ich hatte obigen Fall, einmal war das Mic im Eimer und jedem im Büro inkl. mir ist schon einmal der Bügel eines Ohrhörers abgekracht (bei normaler Büronutzung). Also privat würde ich mir sowas nicht anschaffen…

      Dazu kommt, dass die damals gute Software (ja, da konnte man den Akkustand im Tray anzeigen lassen) gegen eine nicht mehr so funktionale getauscht wurde und dass inzw. nur noch der kastrierte LINK 370 ausgeliefert wird. Mit dem LINK 360 konnte man 3rd party Headsets verbinden, was nun – zumindest bei meinem Versuch mit einem Plantronics – nicht mehr geht.

      • Martin Deger says:

        Ich kann mir kaum vorstellen, dass beim Evolve 75 der Mikrobügel abbricht (der ist sehr stabil), oder sprichst Du vom Evolve 65?

        • Jan Petelski says:

          Im konkreten Fall war das Mikrofon kaputt, nicht der Bügel ab. Die Bügel halten schon was aus, da fummelt man ja eh nicht allzu oft herum, wenn‘s mal passt. Ab waren nur die dünnen Führungen des Ausziehmechanismus. Sieht beim 75er genauso fragil aus.

          • Martin Deger says:

            Das 75 hat gar keinen Ausziehmechanismus am Mikrophonarm.

            • Jan Petelski says:

              Na, ich meinte den Mechanismus an den Ohrhörern, sorry wenn das falsch rüberkam.

              Die Dinger sind ja nicht schlecht, wenn mein viertes kaputt geht kommt eben das fünfte, zahlt ja die Firma oder wickelt das über Garantie ab. Ist trotzdem ein Armutszeugnis, wenn man die Dinger Mal aufschraubt und sich das dünne Plastik – quasi eine Sollbruchstelle – ansieht. Billigstes Blech à la Koss Porta Pro würde ewig halten.

              Privat würde ich mir das eben nicht geben wollen nach diesen Erfahrungen. Auch nicht den Nachfolger.

              • Bartenwetzer says:

                Statt auf wirkliche Qualität zu setzen und sich ei. Profiheadset zuzulegen wird imm er wieder auf solche Dinger zurückgegriffen.
                Ist so als wenn ich als Vielfahrer mit langen Strecken mir ein Stadtauto zulege.

                • Martin Deger says:

                  Ich dachte eigentlich, dass das ein Profiheadset ist… Bei uns auf der Arbeit bin ich jedenfalls sehr froh über das Evolve 75.
                  Es ist jedenfalls viel besser als vorher: da hatten wir für den Computer ein Logitech-Headset für 15 Euro und für das Telefon gar kein Headset.

                  Von den etwa 10 Headsets, die wir seit 1-2 Jahren haben, gab es übrigens noch mit keinem Probleme.

  7. Wir haben die Teile auch in der Firma, meines läuft schon 3 Jahre (kann das sein?). Mir ist allerdigns aufgefallen, dass es direkt am Mac per Bluetooth, ohne Dongle nicht richtig funktioniert. Ich kann kein Softphone steuern (weder Jabber noch Skype noch sonst eines). Kann das jemand bestätigen?

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