Angefahren: Der 1&1 E-Scooter SoFlow SO6

E-Scooter sind mittlerweile in Deutschland erlaubt, hauptsächlich begegnet man ihnen aber in Großstädten im Leihbetrieb, private Personen scheinen noch nicht so zahlreich zugeschlagen zu haben. Wird sich vielleicht mit Aufkommen mehrerer neuer Modelle ändern, bekanntlich brachte die IFA ein „deutsches“ Modell des Ninebot Max g30D mit und auch Trekstor kommt mit der eGear-Serie auf den Markt.

Ich selber bin in der letzten Zeit mit einem bereits zugelassenen Modell durch meine Umgebung gefahren, nämlich den SoFlow S06. Der kommt aus der Schweiz und ist mittlerweile auch bei 1&1 zu haben, da bekommt man ja zu den Verträgen nicht nur Handys, sondern auch andere Technik-Spielereien wie Drohnen oder eben auch besagten Scooter. Vermarktet wird er deshalb als 1&1 E-Scooter SoFlow SO6.

Ein paar Worte wollte ich über diesen Scooter verlieren, vielleicht interessiert sich ja jemand für dieses Modell. Die wichtigen Eckdaten sind schnell erzählt: Der E-Scooter wiegt 15 Kilogramm und erreicht durch die Regulation 20 km/h. Der Fahrer darf maximal 120 Kilogramm wiegen, der Roller kommt mit einer Ladung auf eine Reichweite von bis zu 30 Kilometer. Angeblich. Doch dazu später mehr.

Der Roller verfügt über ein LC-Display, auf welchem man die Geschwindigkeit und die gefahrenen Kilometer ablesen kann – den Akkuzustand sieht man natürlich auch. Gebremst werden kann per elektronischer Bremse (klassische Bremsenform, die man auch vom Fahrrad kennt) oder per Trommelbremse am Hinterrad. Klappen lässt sich der SoFlow S06 auch, er hat eine Smartphone-Halterung, eine Klingel, der Motor ist 350 W stark, der Akku kommt mit 7,8 Ah und 36 V daher. Circa 2,5 Stunden benötigt man, um diesen aufzuladen. Die Reifen sind luftgefüllt und 10 Zoll groß. Der Scooter verfügt zudem über eine App-Anbindung sowie Licht vorne und hinten.

Aufbau und Haptik des SoFlow S06

Der SoFlow S06 kommt im großen Karton bei euch an, ist aber in Windeseile aufgebaut. Einfach per Inbus die Lenkstange anbringen und den E-Scooter zusammenklappen. Das geht ganz einfach über einen Mechanismus vorne an der Lenkstange.

Einklappen

Einhaken

Transportieren

Der SoFlow S06 wirkt robust und natürlich optisch etwas konservativer als andere E-Scooter, die vielleicht andere Brems-Hebel verwenden (siehe Segway). Irgendwie erinnert er mich im Gesamtbild an einen Mix aus Omas Vorwerksauger von 1972 und meinen Gardena-Gartenwerkzeugen. Ansonsten habe ich da nichts zu bemängeln, ich will mich fortbewegen und keinen Schönheitspreis gewinnen.

Steht sicher

Das reine Fahren mit dem SoFlow S06

Der SoFlow S06 hat auf normaler Strecke recht gute Fahreigenschaften. Die 20 km/h pro Stunde fand ich nun nicht besonders schlimm, da gibt es ja viele, die gerne jammern. Was ich nervig fand, ist die Begrenzung. Man fühlt quasi, wie der Roller sich selbst reguliert. Ausrollen ist also nicht und zu jeder Zeit muss die Hand am Gas bleiben, sonst wird auch aktiv gebremst. Manchmal führt das zu einem nicht ganz so runden Fahrgefühl, was schade ist.

Ich selber habe tatsächlich 20 km/h auf gerader Strecke mit dem SoFlow erreicht, wobei ich mittlerweile eben nicht ganz die Grenze des Belastbaren erreiche, bin ja von 130 auf rund 90 Kilo eingedampft bei 1,75 Meter Größe. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich da vielleicht nach unten geschwindigkeitstechnisch oder reichweitentechnisch bewegt, wenn man den E-Scooter mit 120 Kilo voll belastet.

Display + Gas

Wichtig: Der E-Scooter ist ab Werk in Sachen der Reifen nicht komplett fahrbereit. 2,4 bar sollen rein, checkt das am besten vorher ab. Zwar hat der Scooter keine Federn, durch die Luftbereifung nehmt ihr aber auch kleine Huckel problemlos, man gewöhnt sich recht schnell an das „härtere Feedback“ bei Unebenheiten.

Die Bremsen funktionierten wie gewünscht, die vordere geht aber recht flott in „die Eisen“. Bei 20 km/h möglichst nicht zu abrupt abbremsen. Sehr enttäuschend: Bis zu 30 Kilometer soll der SoFlow S06 schaffen. Da hat man sicher auf ebener Strecke mit einem Leichtgewicht gemessen, denn ich selber komme nur auf 21 bis 23 Kilometer – und ich habe für meine Testfahrten nun keine Strecken bergauf gewählt (Steigungen bis 12 Grad werden unterstützt). Da muss ich noch einmal nach meiner Messe-Reisezeit kräftig nachprüfen, weil es ist schon ein Unterschied ob „bis 30“ oder eben rund 7 Kilometer weniger. Fahrten bei Regen? Machbar, da der E-Scooter spritzwassergeschützt ist, aber es wird vom Hersteller nicht empfohlen.

Klingeling + Handyhalter

Die App

Die App zeigt diverse Zustände des Scooters an, beispielsweise den Ladezustand der Batterie, die gefahrenen Kilometer und eingespartes CO2. Die App erlaubt es auch, den Scooter schnell zu sperren. Dann tritt eine elektrische Sperre in kraft. Absoluter Witz: Als Dieb schaltet man den SoFlow S06 einfach am LC-Display aus, dann ist auch die elektronische Sperre hinfällig und der Roller kann ganz normal weggerollt werden. Von daher sollte man sich schon ein ordentliches Schloss besorgen. Die App verfügt auch über eine Fahrtenhistorie, die wollte bei mir aber weder unter iOS noch unter Android was anzeigen. Zum Glück braucht man so eine App auch nicht zwingend, wichtige Sachen zeigt ja auch das Display an.

Ein Fazit?

Ein Fazit findet ihr hier nicht. Es ist der erste Eindruck, denn gerade die Reichweitengeschichte möchte ich noch einmal für mich nachprüfen, wohl wissend, dass es mehrere Nutzer gibt, die das auch festgestellt haben. Ansonsten machte es mir meistens Spaß mit dem Roller zu fahren. Die Standfläche ist schön groß und die Lenkstange sollte auch größeren Menschen als mir die Freude am 1&1 E-Scooter SoFlow SO6 nicht nehmen. Was mich persönlich störte, aber das mag subjektiv sein: Die Regulierung der Geschwindigkeit während der Fahrt bemerkt man und je nach Strecke ist das schon oft, dass man dieses Abbremsen merkt. Die App ist lala und zu vernachlässigen, die Sperre des Scooters eigentlich ein Witz, da man ihn wegrollen könnte. Hilft einem Dieb zumindest beim Abtransport. Ansonsten bin ich froh, mal wieder mit einem erlaubten E-Scooter über die Straßen zu rollen. Bleibt das Auto häufiger stehen bei uns.

Rechnet man sich den 1&1 E-Scooter SoFlow SO6 durch Abschluss eines Vertrages schön, dann wird das sicher passen. Ansonsten gilt: Es ist Herbst, zudem werden wir neue Modelle sehen – wer noch warten will, wird sicher zum Frühjahr eine größere Auswahl haben.

Kaufen kannst du den SoFlow SO6 in Verbindung mit deinem 1&1 Tarif:

DSL https://dsl.1und1.de/vorteils-aktion

Mobile: https://www.1und1.de/vorteilswelt/soflow-e-scooter/

Technische Daten: http://var.uicdn.net/pdfs/1und1-Mobile-Produktdatenblatt-Soflow-E-Scooter.pdf

Link zum Hersteller: https://so-flow.us/

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

19 Kommentare

  1. > man gewöhnt sich recht schnell an das „härtere Feedback“ bei Unebenheiten

    Dann doch lieber größere Räder und damit verbunden eine bequemere Fahrt, besseres Lenkverhalten, einen Sitz, usw.

    • Einen Sitz???
      Ich denke nicht, daß diese „Verkehrsmittel“ für längere Fahrten als 3 bis 4 Kilometer taugen.

      • Ich meine bevor ich so ein wenig ergonomisches Spaßgerät nehme, fahre ich lieber Rad. Ein Brompton zBsp. läßt sich schnell zusammenfalten und ist dabeo sogar noch 5 kg leichter.

        • Größere Räder und Sitz machen das Gerät aber schwerer und größer. Dann kann man es schwer tragen und verstauen.

          • Marcel Recksiek says:

            Ich besitze ein Mountenbike von Scott für 1800 Euro, dessen Rahmen komplett aus Aluminium ist und dies wiegt trotzdem 11,9 Kilo. Nur mit Kohlefaser geht es auf 9 Kilo, also auch nicht viel leichter. Dafür braucht man nicht treten und der SoFlow hat bei meinen 100 Kilo einen echt guten Anzug. Für den Preis für 360 Euro, absolut zu empfehlen. 120 Euro Zuzahlung und auf die 240 Euro im ersten Jahr als Vergünstigung verzichtet, sind 360 Euro echt wenig Geld für das Teil und für faule Leute jeden Cent wert. Das mit den 30 Kilometern ist doch klar, dass es unter Optimalbedingungen gemessen wurde. 20 Kilometer ist für die Stadt völlig ausreichend. Auto Hersteller geben auch 7 Liter auf 100 Kilometern an, woraus schnell 15-20 werden können. Jeder der sich hier beschwert, hat keinen Plan von der Realität und kann nicht rechnen. Wer auf eine 250er DSL-Leitung umstellen möchte und zu faul zum laufen ist, dem ist dieses Angebot nur zu empfehlen. Auch als Spaßgerät ist das Ding nur geil.

        • Welches „Rad“ fährst du denn? Einrad, Dreirad, Rennrad, Klapprad, Laufrad, Hollandrad, Rikscha?

    • Ich fahre ihn auch seit einigen Tagen. Kann quasi alles so unterschreiben. Bis auf die App: die würde ich gerne nutzen. Aber irgendwie mag mein Galaxy s9+ sie nicht. Nach ein paar Sekunden geht das Handy immer in standby. Aufzeichnung etc funktioniert trotzdem, nur leider muss man das Handy immer entsperren. Da muss soflow Hand anlegen, so ist das Murks. Unter Volllast was da das Benutzergewicht betrifft kann ich Dir versichern: er fährt auch dann bis strich 20,1 km/h und riegelt dann ab. Die 20 km/h hält er dann aber konstant. Leider eiert er aber ein wenig. Was ja viele Nutzer berichten, und was an den miesen Reifen liegt.

      • Oh mann Leute …

        An die die über schlechte Eiernde Reifen jammern: Stellt euch doch nicht zu blöd an nen Reifen aufzupumpen. Luft raus. Einer hält den Reifen am Ventil da fest wo er hingehört. Der andere pumpt auf. Eiern weg. Fertig.

        An die Reichweiten jammerer: Was soll denn ein Hersteller eurer Meinung angeben ?

        Schreibt er „mindestens 20km“ ist das gejammer gross wenn die 120kilo opfer nur 19,5 zu mcdonalds schaffen.

        Schreibt er „30km“ jammern alle die überm bmi sind.

        Also bleibt doch nur eine „bis zu“ Angabe. Und die passt beim soflow definitiv.

        Mit Sicherheit schafft ein 40kg teen locker 30km. Lächerlich anzunehmen das wäre mit 90+kg auch möglich…

        Im übrigen spricht bei diesen Angaben niemand von „vollgas“. Die Reichweite ändert sich drastisch je nach gaswert.

        20km plus 2,3,4km sind für einen normalen Erwachsenen völlig ok.

        • Schöns wäre es ja, wenn er 20-23 Km schaffen würde. Ich wiege mit Schuhen und Klamotten 85 kg und habe bisher (bei 2 Akkuvolladungen) gerade mal 18 km geschafft Die app zeigt bei 99% Ladung eine Reichweite von 27,8 Km an.

  2. Wobei die Dinger ja ganz schöne Klopper sind. Wenn jetzt die vom besten Verkehrsminister aller Zeiten erdachte Mobilitätswende richtig durchstartet, dann wirds aber eng im Bus, wenn jeder seinen E-Roller mitnimmt.

    Da müssen dann mehr Busse fahren, damit auch jeder die Umwelt retten kann 😉

  3. Bleibt die Frage wie es bei einem Verkehrsunfall aussieht im Vergleich E-Scooter/Fahrrad mit einem Auto.

  4. Mich würde Mal interessieren wie lange so ein Teil braucht um voll geladen zu werden und ob man den Akku ohne Roller in der Wohnung laden kann? Und dann wäre noch interessant wieviel Ladung auf den Akku kommt, damit man Mal weiß, wieviel man bei 30km (bzw. 21-23km) wirklich verbraucht.
    Lieben Gruß!

  5. Wenn Cashy nun von E-Tretroller auf ein Rennrad umsteigen würde würde er der Umwelt noch mehr helfen und noch mehr Kilos verlieren. Wie wärs?

    • Oder einen stinknormalen Tretroller. Leicht, handlich, günstig, man bleibt fit und hat später mal nicht das problem diesen saublöden Akku entsorgen zu müssen. Wer E-Roller fährt, der findet wahrscheinlich auch SUVs geil.

  6. Weiß wer wie man bei dem roller den Hinterreifen abmontiert? Hab bei meinem nen platten allerdings gibts in meiner Umgebung keinerlei Infrastruktur bezüglich Scooter reperaturen

  7. Ich habe in diversen Foren bereits einiges über den Soflow S06 gelesen und muss auch mal was los werden:

    Alleine die Tatsache, dass bei einem Platten der ganze Roller an den Hersteller bzw. an eine Partnerfirma versendet werden muss, ist für mich ein No-Go! Denn repariert man den Platten selbst, und dabei muss man den Reifenmantel ja vom Rad herunterhebeln, dann erlischt auch die Garantie! Sehr traurig in meinen Augen…

  8. Hallo.

    Erstmal danke für den Testbericht.
    Die Fahreigenschaften decken sich mit meinen.
    Die App habe ich zwar eingerichtet aber noch nie genutzt.

    Die Reichweite von 30km ist selbstverständlich ein theoretischer Wert.
    Allerdings wären für mich schon 20km ein Traum. Ich komme gerade mal auf 10-12 km, bei nun bereits 75km auf dem Tacho .
    Ich bin zwar mit 99kg kein Leichtgewicht aber rechnerisch sollten zumindest 15km drin sein.

    • Marcel Recksiek says:

      Für den Preis von 360 Euro, absolut zu empfehlen. 120 Euro Zuzahlung und auf die 240 Euro im ersten Jahr als Vergünstigung verzichtet, sind 360 Euro echt wenig Geld für das Teil und für faule Leute jeden Cent wert. Das Teil hat ein sehr kraftvolle Beschleunigung. Das mit den 30 Kilometern ist doch klar, dass es unter Optimalbedingungen gemessen wurde. 20 Kilometer ist für die Stadt völlig ausreichend. Auto Hersteller geben auch 7 Liter auf 100 Kilometern an, woraus schnell 15-20 werden können. Jeder der sich hier beschwert, hat keinen Plan von der Realität und kann nicht rechnen. Wer auf eine 250er DSL-Leitung umstellen möchte und zu faul zum laufen ist, dem ist dieses Angebot nur zu empfehlen. Auch als Spaßgerät ist das Ding nur geil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.