BSI Digitalbarometer 2019: Jeder Vierte wird Opfer von Betrug, Schadsoftware oder Identitätsdiebstahl

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat gemeinsam mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) eine Umfrage zur Cyber-Sicherheit durchgeführt. Das Digitalbarometer 2019 hat die wenig überraschende Erkenntnis ergeben: Wer sich schützt, wird seltener Opfer. Dennoch werde aktuell aber jeder Vierte im Netz Opfer von Betrug, Schadsoftware oder Identitätsdiebstahl. Zumindest hat das eben die neue Umfrage Digitalbarometer 2019 ergeben.

Demnach seien 24 % der Befragten in Deutschland bereits Opfer von Kriminalität im Internet geworden. Über 80 % der Befragten machen sich Sorgen um ihre Sicherheit online. 61 % der Anwender nutzen dabei Antivirenprogramme und geben an sichere Passwörter zu verwenden, aber das sind eben immer noch nicht alle User. Luschigkeit herrscht auch an anderen Stellen: Nur 36 % installieren verfügbare Updates direkt und noch weniger, nämlich 19 %, verschlüsseln E-Mails.

Der BSI-Präsident Arne Schönbohm zieht sie Schlussfolgerung: „Die Umfrage zeigt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger über die Gefahren im Netz bewusst sind. Doch führt das Wissen am Ende nicht zum Handeln.“ Wo trifft man am häufigsten auf Betrug? Das sind laut der Umfrage Onlineshopping (36 %), Phishing (28 %) und Schadsoftware (26 %). Wer Opfer wird, regelt die Konsequenzen meistens selbst, denn nur 31 % der Befragten haben angegeben, dass sie Anzeige erstattet haben.

Nur ein Drittel (31 %) der Umfrageteilnehmer informiert sich regelmäßig über Internetsicherheit, die meisten reagieren nur im Problemfall. Spannend: Klassischerweise sollte man annehmen, dass ältere Internetnutzer weniger medienaffin sind und deswegen eventuell auch leichter Kriminellen zum Opfer fallen. Laut der Umfrage sei es aber andersherum, denn die jüngeren Teilnehmer zwischen 16 bis 29 Jahren sind häufiger von Online-Kriminalität betroffen. Könnte aber natürlich auch daran liegen, dass sie womöglich mehr Zeit online verbringen.

Am meisten achten die Befragten dabei beim Onlinebanking (62 %) oder dem Onlineshopping (44 %) auf die Sicherheit. Etwa ein Drittel macht sich Gedanken zum allgemeinen Surfen (33 %) und zur E-Mail-Kommunikation (30 %). Kaum Beachtung finden soziale Netzwerke (14 %) und Messenger (11 %). Nur 6 % denken an die Sicherheit, wenn es um Installationen von Apps oder die Nutzung offener Wi-Fi-Netzwerke geht. Beim Herunterladen von Dateien sind es sogar nur 2 %. Erstaunlich, denn bekanntermaßen kann man sich gerade auf jenem Weg ziemlich leicht Schädlinge einfangen.

Als angreifbar empfindet das BSI auch vernetzte Heimgeräte, denn da denken nur 3 % der Befragten über die Sicherheit nach – obwohl 57 % über einen internetfähigen Fernseher verfügen. BSI und Polizei wollen die Ergebnisse des ersten Digitalbarometers 2019 nun verwenden, um ihre Aufklärungsarbeit zu optimieren. Vielleicht hab ihr da ja auch im Bekanntenkreis Kandidaten, die den ein oder anderen Hinweis vertragen könnten?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. „Spannend: Klassischerweise sollte man annehmen, dass ältere Internetnutzer weniger medienaffin sind und deswegen eventuell auch leichter Kriminellen zum Opfer fallen.“

    Ich glaube, das liegt mehr daran, dass die „jungen“ das Internet rein als Spaßmedium nutzen. Die älteren mussten oder wollten sich oft mit ihrem Rechner auseinandersetzen und hatten dadurch schon eine ganz andere Perspektive. Die Jugend heute kauft sich ein Handy und nutzt einfach nur. Sie kennen ja meist auch nur die sozialen Netzwerke, nicht das ganze drumherum. Wozu mit technischen Hintergründen beschäftigen. Die AV-Software wird es schon richten. Was auch wieder zeigt, dass eben die Software auf dem Gerät nicht reicht, sondern die Software im Kopf auch Updates braucht. 😉

  2. Ehrlich gesagt wundert mich das nicht. Als IT’ler erlebe ich es tagtäglich, wie naiv und blauäugig Menschen mit ihren Daten und mit dem eigenen OS umgehen/arbeiten. Ich möchte den Usern noch nicht mal einen Vorwurf machen, da vielleicht eine gewisse Unwissenheit und mangelnde Aufklärung eine Rolle spielt, aber dennoch ist es erschreckend. Und das betrifft nicht nur den vermeintlich einfachen Home-User, sondern auch viele User im B2B-Bereich – man glaubt es kaum.

    Wie Ralf es schon völlig richtig erwähnt hat, man verlässt sich zu sehr auf gewisse Sicherheitsmechanismen, die aber keine 100 Prozentige Sicherheit garantieren können, und schaltet dabei die Eigenverantwortung auf. Oftmals fehlt es am einfachsten Grundlagenwissen: Wie bewege ich mich halbwegs sicher im Internet? / Wie komplex sollte ein Passwort sein? / Wie/Wo aktualisiere ich mein OS und installierte Software? / Welche Mail-Anhänge öffne ich? (Thema: Bewerbung.exe) / Warum sollte man dringend die 2FA aktivieren? usw. usw.

    Ich habe oftmals LEIDER das Gefühl, als müsste man den Menschen das Fahrradfahren mit Stützrädern beibringen – traurig, dass man das sagen muss im Jahre 2019. Man sollte ja eigentlich davon ausgehen, dass unsere Gesellschaft im digitalen Zeitalter normalerweise ausreichend aufgeklärt sein sollte bezüglich IT-Gefahren bzw. IT-Sicherheit – leider sieht die Realität anders aus.

  3. Die meisten Menschen, die ich privat kenne, nutzen das Smartphone und ansonsten kaum etwas anderes. Die laden sich allerdings auch keine Dateien runter (wozu auch?), installieren Software – wenn überhaupt – schön brav aus dem Store. Und haben von Vernetzung sowieso keine Ahnung. Die Behauptung, jeder Vierte würde Opfer von irgendwas ist völliger Nonsens. Höchstens ein Bruchteil davon.

  4. Das Problem wird denke ich größer werden. Ich meine, alle die vor 2000 geboren wurden und da auch schon mindestens Teenager waren, haben ja noch die alte IT miterlebt, wo man noch ein bisschen unter die Haube gucken musste, wenn man einen Computer regelmäßig genutzt hat. Und das Internet war langsam, mehr als Texte, Email und Briefmarkenvideos zu horrenden Minutenpreisen gab es ja nicht.

    Heutzutage wachsen Kinder mit einem fertigen, leistungsfähigen Internet auf und kennen nur mobile Betriebssysteme. Und das läuft auch alles in der Regel out of the box, man muss sich mit dem Unterbau nicht mehr auseinandersetzen.

    Ansonsten gilt, es gab schon immer Leichtgläubigkeit. Wer meint, er müsse sein Privatleben bei Facebook einstellen, der soll das tun. Sein Tagebuch legt man ja auch nicht in der Stadtbücherei aus, aber seine oben ohne Selfies packt man in die Cloud. Da braucht sich dann keiner beschweren.

  5. Bin selbst auch schon Opfer gewesen und habe auch eine Anzeige bei der Polizei gemacht. Prozessor bei eBay gekauft und mit PayPal via Kreditkarte bezahlt. Prozessor kam auch an. Was mir etwas spanisch vorkam war, dass dieser von Alternate geliefert wurde und der Prozessor vermutlich mit einer geklauten Kreditkarte bezahlt wurde. Möchte mir den Ärger ohne Anzeige bei der Polizei gar nicht ausmalen…

  6. Ist doch so gewollt – damit es soo schoen kunterbunt und multikulti ist.

    Ja, Nein nicht nur mit den in KOMPATIBLEN Menschen, die ersten Schritte waren der Ausverkauf des DAX an Anglosaxon, Teuro, Umstellung des Warenwirtschaftssytems/Accounting, Sozialkuerzungen. Lug und Betrug soll Gang und Gaebe werden, so wie in den USA. Wenn die soziooekom=nischen Bedingungen nahe genug sind, kommt der AMRO – wetten das?

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