Amazon Scout: Projekt um Roboter-Lieferungen eingestampft

Amazon gibt sein Projekt Scout auf. 2019 hatte man begonnen, diese Liefer-Roboter auf Rädern in den USA zu testen. Auch in Europa forschte Amazon an der Weiterentwicklung. Doch laut Bloomberg habe Amazon die ganze Angelegenheit im Zuge aktueller Sparmaßnahmen aufgegeben. Wie viele andere Tech-Unternehmen, so sieht sich auch Amazon vom negativen Konsumklima betroffen. Für 2023 rechnet man in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, mit einer Rezession. Und wenn das Wachstumspotenzial abnimmt, dann konzentriert man sich eher auf das Wesentliche und weniger auf Experimente.

Die Arbeit an Scout wurde wohl schon vorher eingefroren, sodass die komplette Einstellung des Projekts für die Beteiligten nicht mehr einem großen Schock entspricht. Ca. 400 Mitarbeiter sollen an dem Liefer-Roboter gearbeitet haben. Sie werden nun anderen Teams zugewiesen. Ein sehr kleiner Teil der ehemaligen Scout-Entwickler soll weiterhin Konzepte für autonome Liefer-Roboter austüfteln. Doch Scout an sich wird begraben und sei nicht reif für den Markt gewesen.

Laut einer Sprecherin von Amazon habe man während der Tests feststellen müssen, dass einige Aspekte von Scout die Anforderungen der Kunden verfehlt hatten. Woran es genau gehapert hat, führt man aber nicht aus.

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10 Kommentare

  1. Irgendwie scheint die Zeit für derartige Projekte noch nicht gekommen zu sein. Hoffentlich legt man die gewonnenen Erkenntnisse und Entwicklungsschritte nicht zu weit weg. Irgendwann wird das Thema bestimmt wieder interessant und wer dann auf seine Zwischenergebnisse zurückgreifen kann, der ist im Vorteil.

  2. Was glaubt Amazon, was passiert, wenn man diese rollenden Pakete in einschlägigen Großstädten fahren lässt? Wie viele davon mögen beim Empfänger ankommen? Und wieviele werden unterwegs geklaut? Schöne Idee, aber die Menschheit dürfte dafür noch lange nicht bereit sein. Gier frisst einfach noch zu viel Hirn. Da würden auch keine Kameras und Tracker helfen, lässt sich alles austricksen.

    • Naja, man könnte bei unberechtigtem öffnen des Liefertrolly den Inhalt unbrauchbar machen. Außerdem könnte man nach chinesischem Vorbild die Überwachung des öffentlichen Raums ausweiten.

      • Hallo, „könnte man nach chinesischem Vorbild die Überwachung des öffentlichen Raums ausweiten.“ dann lieber Lieferanten aus Fleisch und Blut. Permanente Überwachung ist gesellschaftlich ein Rückschritt bzw. ein Schritt in eine unfreie Gesellschaftsform. Das kann kein Komfortgewinn rechtfertigen. Wie oben jemand schrieb „wir sind vielleicht noch nicht reif für solche Dienste“ – da wäre ein Ansatzpunkt. Gesellschaftliche Veränderungen sind nie rein technikbedingt, auch die Menschn müssen bereit sein ihr Verhalten darauf abzustimmen. Aber Tugenden wie Gewaltlosigkeit, Achtung vor dem Eigentum anderer oder der Gemeinschaft (s. Vandalismus im öffentlichen Raum) usw. werden ja heute nicht mehr gelebt und gelehrt. Belohnt werden die die Ellebogen und Rücksichtslosigkeit einsetzen – egal ob es StaatsführerInen oder der „Arsch von Nebenan “ ist (kann man „Arsch “ eigentlich gendern?( Ich bin kein Christ , aber die meisten der 10 Gebote wären außerhalb jeder Religiösität eine gute Sache , mmal vom Verbot des Ehebruchs abgesehen – lach – Dann würden Gesellschaften irgendwann so weit sein, daß man weder überwachungskameras noch türschlösser benötig. Leider wohl eine Utopie.

      • Natürlich sagt Amazon nicht warum! Sie wurden von einer Münchner Patentanwaltskanzlei abgemahnt wegen Patentverletzungen. Daher mussten sie das Projekt stoppen.

        Der Patentinhaber und Amazon konnten sich über das Original „Starship“ bei Lizenzgebühren nicht einigen und Amazon begann es nachzuahmen und ist auf die Nase gefallen.

        Tausende des Originals sind in den USA bereits im Einsatz. Allerdings nicht auf öffentlichem Gelände. Campus Lösung.

    • metacortexx says:

      So sehe ich das auch. Wenn ich daran denke allein wieviele dieser E-Scooter im Rhein versenkt wurden, dann weiß ich was diesen Paketrobotern in Deutschland bevorstehen würde. Das mag in anderen, zivilisierteren Ländern anders aussehen aber nicht bei uns.

    • Ich bin gerade aus LA zurück und habe dort mehrere dieser Roboter gesehen. Von unterschiedlichen Firmen in unterschiedlichen Vierteln, wenn ich es richtig verstanden habe werden diese dort verwendet um Essen auszuliefern. Sehr spannend zu beobachten wie die Teile die Straße überqueren und wie sie sich verhalten wenn ein anderer Roboter den Weg kreuzt. Wie sicher oder rentabel das ganze ist kann ich nicht beurteilen, einen aufgebrochenen Roboter habe ich nicht gesehen, hingegen viele E-Roller die auf dem Gehweg oder im Gebüsch liegen. Es würde mich nicht wundern wenn die Roboter von Lieferando in 15 Jahren in Deutschland auf den Gehwegen fahren.

  3. Drohnen Versand , Flugtaxi in der Innenstadt.
    Für solche Projekte fehlten mir immer schon die Worte.
    Besonders in D wo Regelwerke ohne Ende da sind.
    Wir können noch nicht mal Flut.

    • Hallo Signum, „Besonders in D wo Regelwerke ohne Ende da sind.“ auf der einen Seite gut, daß hier nicht einfach experimenteller Wildwuchs im „Freiland“ stattfindet, sondern erstmal in abgesicherten Testumgebungen solche dinge probiert werden. Wenn sich Dinge bewähren muß aber die Umsetzung zügig erfolgen, was ausreichend erprobt und dessen Funktionsfähigkeit und Sicherheit validiert wurde, sollte dann ohne wiederholte und wiederholte Bedenken, Widerklagen o. ä. auch eingeführt werden. Daran mangelt es im Bedenkenträgerland DE wirklich. Da reicht ein seltener Piepvogel und ein an sich sicheres Projekt – und sei es ein Wohnhaus für viele Mietparteien – wird nicht gebaut. Oder ein Mobilfunkturm. Oder ein Windrad . Oder ein autonom fahrendes Fahrzeug. Gründlich testen , ja. Dann aber auch umsetzen und all diesen Klagemöglichkeiten, vor allem dem Verbandsklagerecht, wo nicht Betroffene „im Namen von“ alles blockieren können – selbt eine Umweltorganisation aus Süddeutschland Projekte im Norden der Bundesrepublik, wo gar keine Betroffenheit gegeben wäre – gehört ersatzlos gestrichen..

  4. Es gibt genug Länder (z.B. Estland) in denen verschiedene Versandhändler per Roboter ausliefern, in denen es Funktioniert.

    Die USA, Hauptmarkt von Amazon, gehört leider nicht dazu. Dort werden die Amazon Pakate vor der Tür geklaut, Geschäfte von Mobs geplündert, ganze Güterzüge angehalten und die Amazon Container ausgeraubt – da ist es kein Wunder, dass auch Lieferroboter aufgebrochen werden.
    Während für eine Pizza sich kaum jemand die Mühe macht, erhoffen sie die Diebe bei Amazon Lieferungen elektronische Geräte, die schnell zu Geld gemacht werden können.
    Es war schon seit langem klar, dass es abseits von kleinen Pilotprojekten unmöglich ist diesen Dienst in den USA großflächig und damit lukrativ einzusetzen.

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