OneDrive: Hausdurchsuchung bei deutschem Nutzer aufgrund eines fragwürdigen Bildes

13. Januar 2015 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Wieder einmal eine Geschichte, die ich in ähnlicher Form schon zwei- oder dreimal hörte. Stellt euch vor, es klopft am Morgen an die Tür, davor die Polizei, die erst einmal komplett eure Hardware konfisziert. Passiert ist dies einem deutschen Nutzer von Microsofts Cloudspeicher OneDrive, ehemals SkyDrive.

onedrive

Warum das Ganze, das erklärt Udo Vetter in seinem Law Blog. Sein Mandant ist einer, der offenbar zur Gattung Jäger und Sammler gehört. Hier und da wird Material gesammelt, darunter wohl auch Pornographie. Diese wurde – wahrscheinlich zum Eigenkonsum – bei Microsoft OneDrive gespeichert.

Microsoft und Google nutzen bekanntlich Technologien, um diverse Bilder zu erkennen. So werden Bilder gescannt, etwaige Kinderpornographie für gewöhnlich gesperrt und gemeldet. Udo Vetter teilt nicht genau mit, um welche Inhalte es sich bei seinem Mandanten handelt, ob das Sicherstellen der Computer gerechtfertigt ist – oder nicht:

„Ein einziges, fragwürdiges Bild unter etlichen tausend unbedenklicher Aufnahmen führte zur Meldung an das US-amerikanische Center for Missing & Exploited Children. Über die amerikanische Polizei wurde das Bundeskriminalamt in Wiesbaden informiert.“

Es ruft Bekanntes mal wieder ab: Microsoft – und wahrscheinlich andere auch – scannen nicht nur öffentlich zugängliche Dateien, sondern auch die in eurer privaten Wolke. Automatisiert, nach Hash-Werten, die ein Bild so  bietet. Eine Foto-DNA quasi.

Bleibt für jeden die Suche nach den Antworten: wie verfährt Microsoft da? Werden nur Ergebnisse des automatisierten Scans mitgeteilt? Schaut da noch eine Instanz manuell vor der Meldung an die Behörden drüber? Gibt es False Positives, also beispielsweise beanstandete Dateien, die aber nur eure Kiddies am Strand beim Toben zeigen etc.? Was bleibt, ist die Erkenntnis: man muss wohl Dateien jeglicher Art verschlüsseln, wenn diese in der Cloud lagern – oder diese Inhalte auf deutschen Mailservern lagern (Achtung, letzter Teil ist ausdrücklich nicht ernst gemeint!). (danke für den Hinweis an Raeblein!)


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