Google begründet Einstellung des WebView-Supports für Android 4.3 oder älter mit Pflegeaufwand

24. Januar 2015 Kategorie: Android, Google, geschrieben von:

Im September 2014 wurde bekannt, dass die WebView-Komponente in den Android-Versionen 4.3 (Jelly Bean) oder älter Sicherheitslücken enthält. Im Januar dieses Jahres folgte dann die Ankündigung, dass man WebView für ältere Versionen nicht mehr pflegen wird. Der Grund hierfür liegt darin, dass mit Android 4.4 WebView neu gestaltet wurde und der „alte“ WebView-Code zu aufwändig zu pflegen wäre. Google war schnell als Schuldiger ausgemacht, der die Nutzer einer Gefahr aussetzt, allerdings hat Google in einem Punkt nicht ganz unrecht.

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Denn selbst wenn Google WebView für Android 4.3 oder älter noch updaten würde, kämen diese Updates wohl nie bei den Nutzern an. Dafür sind nämlich immer noch die Hersteller verantwortlich. Um von etwaigen Lücken betroffen zu sein, wäre es außerdem nötig, einen entsprechenden Browser oder eine App zu verwenden, die die alte WebView-Version nutzt. Googles Chrome-Browser für Android oder Firefox setzen nicht auf die anfällige und nicht mehr unterstützte WebView-Variante. Chrome ist dabei ab Android 4.0 kompatibel, Firefox sogar runter bis Android 2.3. Bei Apps, die WebView nutzen, liegt es an den Entwicklern, auf die neue Version zu setzen.

Ab Android 4.4 kann es übrigens nicht mehr zu solchen Problemen kommen. Die WebView-Komponente ist vom System abgekoppelt und kann direkt von Google mit einem Update versehen werden, unabhängig vom Hersteller. Die Updates erfolgen über den Google Play Store. Google selbst setzt seit 2012 auf Chrome für Android, zahlreiche andere Hersteller liefern den Browser ebenfalls mit aus (müssen sie, wenn sie Android nutzen wollen und nicht einen eigenen Fork einsetzen).

Etwas ausführlicher wird die ganze Geschichte von Adrian Ludwig bei Google+ erklärt. Die Essenz ist allerdings auch hier, dass Nutzer nicht viel davon hätten, wenn Google noch Patches ausliefert, da sie die Hersteller nicht verteilen würden. Das ist zwar eine durchaus nachvollziehbare, dennoch recht komische Argumentation. Ist wie ein Heilmittel gegen eine Krankheit finden, es aber nicht an Ärzte liefern, weil die es eh nicht spritzen würden. (via Reddit)


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