Die Deutsche Telekom, Spotify und das nicht ganz so inklusive Streaming

4. Juli 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Der Pascal hat uns angeschrieben. In seiner Mail geht es um die Deutsche Telekom, die als Bonbon den kompletten Traffic von Spotify nicht anrechnet, entsprechenden Vertrag vorausgesetzt. Wer 500 MB Traffic im Vertrag hat, der kann also 500 MB im Netz versurfen, dann aber dennoch unbegrenzt Musik hören. So jedenfalls die offizielle Aussage. Dennoch sollte man sein Volumen mehr als gut im Auge haben, wenn man tatsächlich dem verlockenden Angebot nachgeht, unterwegs dauerhaft zu streamen, anstatt den Offlinemodus zu nutzen.Spotify all offline

Pascal schreibt unter anderem in seiner Mail: Die Spotify-Flat der Telekom verspricht Streamen ohne Grenzen und ohne Anrechnung an das eigene Datenvolumen. Dies funktioniert auch. Eine gute Idee und ein Alleinstellungsmerkmal der Telekom, was sicherlich viele dazu bewegt, ihren Vertrag dort abzuschließen. Netzneutralität und die Diskussion dazu in der Presse hin oder her.

Allerdings werden die Cover, die Spotify bei jedem Songtitel lädt sowie bei der Ansicht der eigenen Playlist erscheinen auf das eigene Datenvolumen angerechnet. Da die Spotify-App in letzter Zeit sehr bilderlastig geworden ist, nimmt das Datenvolumen hier exponentiell zu. In  einem Support-Thread der Deutschen Telekom wird von bis zu 10 MB Traffic pro 30 Minuten Spotify gesprochen. Dies führt zu der absurden Situation, dass bei einigen Benutzern das eigene Datenvolumen von 300 MB bereits nach ein bis zwei Tagen Spotify-Streaming aufgebraucht ist und ein Speed-On-Pass gebucht werden muss, um normal surfen zu können. (übrigens nicht das erste Spotify-Problem)

Pascal weist in diesem Zusammenhang auf einen Beitrag im Forum der Deutschen Telekom hin, der in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen hat. Bei Menschen, die einen ausreichend dimensionierten Vertrag haben, dürfte dies alles kein Problem darstellen, wer aber wenig surfte, aber frequenter Spotify-Nutzer ist, der wird unter Umständen nachbuchen müssen, was mit Extrakosten verbunden ist. Was sagen die AGB der Deutschen Telekom dazu? Die aktuelle Preisliste Zubuchoptionen Mobilfunk (Privatkunden) spricht unter Punkt 7.2 unter anderem davon:

„Der Kunde erhält mit der Option Music Streaming die Möglichkeit, beliebige Musikstücke aus dem Angebot von Spotify auszuwählen, mit Smartphone, Tablet-Computer oder PC in voller Länge anzuhören, Playlisten zu erstellen, zu verwalten, sowie für eine Offline-Nutzung zu synchronisieren. Das übertragene Datenvolumen im Netz der Telekom für die Nutzung von Music Streaming fließt bei Nutzung mit der Spotify-App nicht in die Berechnung des Datenvolumens (Bandbreitenbeschränkung für die Datennutzung) des zu Grunde liegenden Tarifes ein. Wird Music Streaming nicht mit der Spotify-App genutzt, sondern z.B. über die Spotify Client-Software für PCs, wird das Datenvolumen bei der Berechnung der Bandbreitenbeschränkung mitgerechnet. Die Telekom stellt die Spotify-App für verschieden Betriebssysteme den Kunden kostenlos im Internet zum Herunterladen zur Verfügung.“

Man liest hier also nichts davon, dass noch Traffic verbraucht wird, sofern unterwegs Spotify gestreamt wird. Interessant, dass die Deutsche Telekom dies nicht einfach auf Infoseiten oder den AGB transparent darstellt, in Österreich wird dies zum Beispiel gemacht. Hier ist auch Spotify mit 3Österreich in einem Boot und gleich auf der Startseite werden die Cover erwähnt. Ist das die Transparenz gegenüber Kunden, die man versprochen hat, Deutsche Telekom?

Was kann man eigentlich bei Spotify zu diesem Thema lesen – weiss der Musikdienst davon, dass Traffic für den Kunden anfallen kann? Die Support-Seite spricht zumindest nicht davon: „Dank dieser Partnerschaft wird Spotify das Datenvolumen nicht belasten. Deine Musik ist so dein ständiger Begleiter ohne jede Datenbeschränkung.“

Long story short: Behaltet diese, nicht einmal neue Tatsache auf jeden Fall im Hinterkopf. Die Deutsche Telekom sollte das Ganze vielleicht etwas transparenter kommunizieren, dann gibt es auch keine unglücklichen Nutzer. Beim Freibier will keiner für kleines Geld auch noch die Pappbecher bezahlen.



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Über den Autor: caschy

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