Die Deutsche Telekom, Spotify und das nicht ganz so inklusive Streaming

Der Pascal hat uns angeschrieben. In seiner Mail geht es um die Deutsche Telekom, die als Bonbon den kompletten Traffic von Spotify nicht anrechnet, entsprechenden Vertrag vorausgesetzt. Wer 500 MB Traffic im Vertrag hat, der kann also 500 MB im Netz versurfen, dann aber dennoch unbegrenzt Musik hören. So jedenfalls die offizielle Aussage. Dennoch sollte man sein Volumen mehr als gut im Auge haben, wenn man tatsächlich dem verlockenden Angebot nachgeht, unterwegs dauerhaft zu streamen, anstatt den Offlinemodus zu nutzen.Spotify all offline

Pascal schreibt unter anderem in seiner Mail: Die Spotify-Flat der Telekom verspricht Streamen ohne Grenzen und ohne Anrechnung an das eigene Datenvolumen. Dies funktioniert auch. Eine gute Idee und ein Alleinstellungsmerkmal der Telekom, was sicherlich viele dazu bewegt, ihren Vertrag dort abzuschließen. Netzneutralität und die Diskussion dazu in der Presse hin oder her.

Allerdings werden die Cover, die Spotify bei jedem Songtitel lädt sowie bei der Ansicht der eigenen Playlist erscheinen auf das eigene Datenvolumen angerechnet. Da die Spotify-App in letzter Zeit sehr bilderlastig geworden ist, nimmt das Datenvolumen hier exponentiell zu. In  einem Support-Thread der Deutschen Telekom wird von bis zu 10 MB Traffic pro 30 Minuten Spotify gesprochen. Dies führt zu der absurden Situation, dass bei einigen Benutzern das eigene Datenvolumen von 300 MB bereits nach ein bis zwei Tagen Spotify-Streaming aufgebraucht ist und ein Speed-On-Pass gebucht werden muss, um normal surfen zu können. (übrigens nicht das erste Spotify-Problem)

Pascal weist in diesem Zusammenhang auf einen Beitrag im Forum der Deutschen Telekom hin, der in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen hat. Bei Menschen, die einen ausreichend dimensionierten Vertrag haben, dürfte dies alles kein Problem darstellen, wer aber wenig surfte, aber frequenter Spotify-Nutzer ist, der wird unter Umständen nachbuchen müssen, was mit Extrakosten verbunden ist. Was sagen die AGB der Deutschen Telekom dazu? Die aktuelle Preisliste Zubuchoptionen Mobilfunk (Privatkunden) spricht unter Punkt 7.2 unter anderem davon:

„Der Kunde erhält mit der Option Music Streaming die Möglichkeit, beliebige Musikstücke aus dem Angebot von Spotify auszuwählen, mit Smartphone, Tablet-Computer oder PC in voller Länge anzuhören, Playlisten zu erstellen, zu verwalten, sowie für eine Offline-Nutzung zu synchronisieren. Das übertragene Datenvolumen im Netz der Telekom für die Nutzung von Music Streaming fließt bei Nutzung mit der Spotify-App nicht in die Berechnung des Datenvolumens (Bandbreitenbeschränkung für die Datennutzung) des zu Grunde liegenden Tarifes ein. Wird Music Streaming nicht mit der Spotify-App genutzt, sondern z.B. über die Spotify Client-Software für PCs, wird das Datenvolumen bei der Berechnung der Bandbreitenbeschränkung mitgerechnet. Die Telekom stellt die Spotify-App für verschieden Betriebssysteme den Kunden kostenlos im Internet zum Herunterladen zur Verfügung.“

Man liest hier also nichts davon, dass noch Traffic verbraucht wird, sofern unterwegs Spotify gestreamt wird. Interessant, dass die Deutsche Telekom dies nicht einfach auf Infoseiten oder den AGB transparent darstellt, in Österreich wird dies zum Beispiel gemacht. Hier ist auch Spotify mit 3Österreich in einem Boot und gleich auf der Startseite werden die Cover erwähnt. Ist das die Transparenz gegenüber Kunden, die man versprochen hat, Deutsche Telekom?

Was kann man eigentlich bei Spotify zu diesem Thema lesen – weiss der Musikdienst davon, dass Traffic für den Kunden anfallen kann? Die Support-Seite spricht zumindest nicht davon: „Dank dieser Partnerschaft wird Spotify das Datenvolumen nicht belasten. Deine Musik ist so dein ständiger Begleiter ohne jede Datenbeschränkung.“

Long story short: Behaltet diese, nicht einmal neue Tatsache auf jeden Fall im Hinterkopf. Die Deutsche Telekom sollte das Ganze vielleicht etwas transparenter kommunizieren, dann gibt es auch keine unglücklichen Nutzer. Beim Freibier will keiner für kleines Geld auch noch die Pappbecher bezahlen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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42 Kommentare

  1. Das Herunterladen der Lieder für den Offlinemodus ist ebenfalls nicht inklusive…

  2. Gut zu wissen, war wirklich am überlegen diese Option mit dazu zu buchen. So bringt es mir allerdings nichts

  3. hhlaufnews says:

    Also, ich lege mich mal fest: Die Handhabe wird keinen Bestand haben, falls jemand dagegen vorgehen sollte. Die Vereinbarung zwischen Telekom und Kunden wäre dahingehend auszulegen, was „Nutzung von Music Streaming“ genau ist. Eine objektive Auslegung dieser Klausel kann nur zum Ergebnis haben, dass „Nutzung von Music Streaming“ alles inkludiert, was hierfür notwendig ist – sonst ist der in der Tat sinnlos (Rechtssprech: „unangemessene Benachteiligung der anderen Partei“ iSv § 307 BGB). Die Telekom wird da eine technische Lösung für finden, sobald sich nur genug Leute darüber aufregen. Dass Offline-Synchronisation nicht enthalten ist, ist in meinen Augen aber eindeutig.

  4. deadbeatcat says:

    Was ist denn eigentlich dran so verlockend „unterwegs dauerhaft zu streamen, anstatt den Offlinemodus zu nutzen“? Setzt das nicht dem Akku so sehr zu, dass er nach kurzer Zeit leer ist? Wenn ich sehe was so manche Geräte beim Surfen in 3G so verbrauchen ohne Streaming, kann ich mir nichts anderes vorstellen.

  5. student86 says:

    Ich hatte auch schon mal bei der Telekom angerufen, weil ich das Gefühl hatte, dass Spotify trotzdem Daten frisst. Allerdings bekam ich keine anständige Antwort, sondern nur ein „nein, eigentlich passiert das nicht“.

  6. Vielleicht sollte einer der Betroffenen mal der Verbraucherzentrale schreiben. Die haben ja inzwischen quasi ein Abo auf Telekomabmahnungen. Auf anderem Wege passiert da sicher nix.

  7. Peter Marder says:

    Ich lege mich auch einmal fest. Im oben zitierten Text ist der folgende Passus zu finden:

    Das übertragene Datenvolumen im Netz der Telekom für die Nutzung von Music Streaming fließt bei Nutzung mit der Spotify-App nicht in die Berechnung des Datenvolumens (Bandbreitenbeschränkung für die Datennutzung) des zu Grunde liegenden Tarifes ein.

    Hierbei ist besonders das Music Streaming interessant. Denn die reine Musik wird nicht auf das inkludierte Volumen angerechnet. Ist ein Cover Musik? Nein. Sind es sonstige Daten? Ja! Was also hier passiert ist eigentlich nur ein logischer Schritt.

    Ob das ganze rechtlich betrachtet bestand hat ist fraglich, denn auf hoher See und vor Gericht ist man bekanntlich in Gottes Hand. Und wäre es nicht so, dann gäbe es etliche anders lautende Urteile gerade im IT-Bereich.

  8. Das ist schon irgendwie Haarspalterei. Der Löwenanteil vom traffic wird nicht angerechnet. Von dem mehrvebrauch durch die Cover merke ich im Alltag gar nichts. Selbst wenn das Volumen aufgebraucht ist funktioniert Spotify noch ohne Probleme und selbst die Cover laden noch in ganz passabeler Zeit. Und das alles ohne Mehrkosten. Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

    Außerdem bietet die Telekom diesen Dienst schon lange an, bevor die Cover überhaupt ein Thema waren. Man muss den Laden ja nicht immer schlecht reden.

  9. Das die Cover, die Spotify bei jedem Songtitel lädt sowie bei der Ansicht der eigenen Playlist erscheinen auf das eigene Datenvolumen angerechnet werden ist quasi eine Frechheit – um ehrlich zu sein ist mir das bis dato aber auch nicht wirklich aufgefallen. Mir wurde nur von der Telekom bestätigt, dass der komplette Traffic von Spotify nicht mein Datenvolumen belastet.

  10. hansikraus says:

    @Heiko…
    Also wenn ich komplette Lieder für eine spätere offline-Nutzung herunterlade wird mir das vom Standard Volumen nicht abgezogen

  11. Komisch, dass euch das schon jetzt auffällt. Ich dachte so was wäre jedem klar. Das Problem ist hierbei, dass Spotify die Covers selber nicht anbietet, sondern die von einem externen Dienst geladen werden. Sptofiy bzw. die Telekom nutzen die Netzwerkadresse um den Stream erlauben zu können, die greift aber dann nicht über, wenn Spotify auf andere Bilderdatenbanken zugreifen.

    Heißt so viel: Spotify selber müsste alle Cover vorrätig haben, oder die Telekom müsste den Dienst auch nochmal einbinden.

  12. Anstatt mein Geld in einen teuren Telefkom Vertrag zu stecken, nutze ich das selbe Netz bei Congstar für schmale 20€ im Monat und hab 3 GB frei. Das reicht dicke für alle meine Musikstreamingwünsche und dazu ein Googe All Inclusive Account. Fertig 🙂

  13. @Radi, Spotify könnte alternativ auch die Anfragen über ihre eigenen Server routen. Kostet nix außer ein bißchen Rechenleistung und Bandbreite.

  14. @Mario, selbstverständlich könnten Sie das. Aber eine einfachere Methode wäre die, dass man einfach ausstellen kann, ob man möchte, dass Cover geladen werden sollen. Denn bedenke: Spotify hat ein paar Millionen Nutzer. Da kommt schon einiges an Rechenleistung zusammen. Das Problem ist nicht die Hardware, sondern der dadurch verursachte Stromverbrauch. Und der ist gewaltig. Es wäre wirtschaftlich gesehen nicht profitabel noch die Covers vorrätig zu haben.

  15. Also bei meinem Telekom Vertrag wird das nicht berechnet, sonst müsste ich schon längst gedrosselt sein 😉

    Übrigens zu Congstar: Du hast trotz D-Netz ein schlechteres Netz, also auch Sprachqualität, Geschwindigkeit usw.. Habe selber beides in Verwendung.

  16. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der der lesen kann klar im Vorteil. Lest euch einfach mal auch die Fußnoten durch. Dann gibts kein böses erwachen. Oder denkt ihr vielleicht Provider hätten etwas zu verschenken? Genau wie Base mit WhatsApp oder Vodafone mit seinem ‚jedes Jahr ein neues ‚Smartphone‘. Wenn ich mir über die Konsequenzen dieser Angebote nicht 100%ig klar bin, buche ich so etwas nicht. Scheinbar ist die Gier nach noch mehr inklusiv Kontent aber doch stärker als das angebrachte Misstrauen. Selbst schuld!

  17. @Radi – ja, das wäre noch simpler irgendwie 😉
    @LuLu – mag sein, aber es ist das beste Netz was ich je hatte (Vodafone beruflich, privat bisher immer E-Netz) und ich bin nicht bereit die nötigen Aufpreise zu zahlen um das gleiche von der Telekon direkt zu bekommen. Das ist dann gefühlt für 10% Mehrleistung 50% Aufpreis, nee danke. Und mein Vertrag ist monatlich kündbar, wenn jetzt jemand ne Alternative kennt, kann ich direkt wechseln. Fühl mich im Moment da sehr wohl. Und dazu kommt noch, dass ich es eher für ein Bauchgefühl halte. Oder hast du mal direkt gemessen? Sollte ja bei Geschwindigkeit wenn du beides hast kein Problem sein.

  18. Ich kann keine Unterschiede bzgl. der Netzqualität zwischen Congstar und original Telekom Business feststellen.

  19. Viel richtiges und interessantes ist schon gesagt worden:
    -Telekom muss dies natürlich ordentlich kommunizieren, es gibt ja technische Gründe – siehe @Radi
    -Spotify sollte natürlich eine Option zum Nicht-DL d. Cover in der App einbauen, ich denke mal die Kooperation mit Telekom ist nicht die einzige so dass es anderswo ähnliche Probleme gibt

    Wichtiger Punkt für mich dabei: solche Dinge (was genau ist Streaming, was zählt beim Musikstreaming genau zum Inklusivvolumen usw.) müssen eindeutig gesetzlich geregelt sein/werden – ich befürchte dieses ist bisher nicht der Fall

    Noch ein Tipp: bei solchen Problemen lieber direkt über forum.telekom.de oder facebook.com/telekomhilft fragen und recherchieren – Telefonsupport ist nach meinen Erfahrungen nur die unterste Stufe und taugt nur für Standardprobleme. Die Leute dort haben ja meisst keine Telekom/IT-relevante Berufsausbildung, welche ja im Normalfall 2-3Jahre dauern müsste. Dies sollte man beim Telefonsupport immer im Hinterkopf behalten.

  20. Miese kleine dreckige Scheißvereine, gut das ich nicht mehr über Spotify streame.

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