Deutsche Telekom: auch Bestandskunden können von der Drosselung betroffen sein

29. April 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Die Deutsche Telekom ist fleißig beim Sammeln der Sympathiepunkte dabei. Fakten? Es wird gedrosselt, wenn ein bestimmtes Volumen erreicht ist. Voraussichtlich ab 2016. Für alle, die einen Vertrag ab 2. Mai 2013 abschließen. Altkunden sollen nicht betroffen sein. Wirklich nicht? Kollege Jens vom Pottblog hat immer recht gute Einblicke in das Leben und die Techniken der Telekom und hat einmal nachgefragt.

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Wer sich jetzt (also vor 2. Mai) entscheidet, bei der Deutschen Telekom einen Vertrag abzuschließen, der bekommt einen Vertrag basierend auf IP-Technologie, keinen Analog- oder ISDN-Anschluss. Wenn man in einem solchen Vertrag via DSL auch das Internet gebucht hat, dann hat man keine Drosselung in seinen AGB. Bisher nutzen laut Auskunft der Deutschen Telekom bereits eine Million der derzeit rund 12 Millionen Breitbandkunden die IP-Technologie. Die Telekom will nun aber alle anderen Kunden auch auf die IP-Technologie umstellen, siehe Heise oder auch Teltarif.

Dort heißt es unter anderem: „Die Telekom plant, alle Bestandskunden innerhalb der nächsten drei Jahre – also bis 2016 – auf IP-basierte Anschlüsse umzustellen.“ Nun der Plot: Der Wechsel der Basistechnologie setzt nach jetzigem Kenntnisstand einen neuen Vertrag voraus, der dann natürlich auch auf die neuen AGB aufsetzt. Und eben diese sehen seit Mai 2013 ja eine Drosselung voraus, wenn ein bestimmtes Volumen überschritten wird – oder man greift noch einmal in die Tasche, um Zusatz-Volumen zu kaufen.

 Eine Anfrage bei der Deutschen Telekom ergab diese Zeilen:

Das heißt im Endeffekt sind 11 Mio Breitbandkunden demnächst von der möglichen Drosselung betroffen, da die nicht IP-Kunden nach Telekom-Auskünften bis 2016 alle umgestellt werden. Diese bekommen nach meinen Informationen neue Verträge – die dann mit den neuen Regelungen ausgestattet wären. Oder irre ich mich da?

Als Antwort gab es folgende Aussage:

[…] von der Volumenbegrenzung ist bis 2016 faktisch niemand betroffen, weil wir sie bis dahin nicht technisch umsetzen werden. Und selbst wenn sie umgesetzt ist, werden die allermeisten Kunden davon nichts merken, weil die Inklusivvolumina ausreichen. Wenn das Volumen nicht reichen sollte, können die Kunden problemlos Highspeedvolumen nachbuchen – wie im Mobilfunk auch.

 Das liest sich für mich so, als ob da jemand ganz plump um den heißen Brei herumreden möchte. Jens teilt weiterhin mit:

In einer weiteren Anfrage hatte ich das ganze noch einmal explizit erfragt, aber auf die Frage, ob alle “nicht-IP-Nutzer” betroffen seien, auf die man eigentlich nur noch mit “Ja” oder “Nein” hätte antworten können, kam keine Antwort mehr…

Was man machen kann? Vielleicht noch heute oder morgen via Shop oder Hotline seinen Vertrag auf die neue Technologie umsetzen, sofern machbar. Andere, bessere Alternative, sofern man jetzt schon Bauchschmerzen hat, dass das Volumen nicht reicht: Anbieter wechseln. Befürchtung: andere werden nachziehen.

Chronologie der Ereignisse:

1. Gerüchte über die Drosselung erreichen das Netz

2. Deutsche Telekom äußert sich und relativiert

3. Deutsche Telekom gibt Drosselung bekannt

4. Mein Kommentar zur Telekom-Drosselung und Info zu Kabel Deutschland

5. Petition gegen die Drosselung wird ins Leben gerufen

6. Viprinet ist schockiert von den Plänen der Telekom

7. Telefon-Interview: Telekom verteidigt Drosselung

8. Telekom-Chef mit offenem Brief an Vizekanzler Rösler


Über den Autor: caschy

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