Telekom-Chef Obermann mit offenem Brief an Rösler bezüglich der geplanten Drosselung

28. April 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Philipp Rösler ist ein deutscher Politiker und seit Mai 2011 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Bundesvorsitzender der FDP und deutscher Vizekanzler. Vor einigen Tagen wandte sich Rösler mit einem Brief an die Deutsche Telekom, beziehungsweise an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG. Der Inhalt des Briefes betraf die Änderung der Tarifstruktur fürs Festnetz seitens der Telekom. Also all dies, was wir unter der Thematik Drosselung in den letzten Tagen lesen konnten.

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Inhalt des Briefes ist die Besorgnis über die Änderung der Tarifstruktur und ein Pro Netzneutralität seitens Bundesregierung. Auch wolle man die unterschiedliche Behandlung einzelner Dienste genau beobachten. Nun spricht also Telekom-Chef Obermann und wendet sich mit einem offenem Brief an Philipp Rösler. Im Brief kritisiert Obermann, dass der Brief Röslers zeitgleich in die deutschen Medien gelangte.

Obermann teilt mit, dass er die bislang emotional geführte Diskussion versachlichen wolle. Auch in Sachen Netzneutralität teilt man mit, dass man diese wahren wolle. Obermann schreibt, dass Begrifflichkeiten wie Netzneutralität dafür genutzt werden, um die Änderung der Tarifstruktur fürs Festnetz seitens der Telekom und einen Anspruch auf unbegrenztes Datenvolumen zu zementieren.

Die Änderung, die 2016 stattfinden soll, betrifft laut Obermann nur drei Prozent aller Kunden. Diese sollen 10 bis 20 Mal mehr Daten durch die Leitung schieben, als der durchschnittliche Kunde. Dieser durchschnittliche Kunde verbraucht laut Obermann ca. 15 bis 20 Gigabyte und hier zeigt sich für mich wieder einmal, in welcher Realität die Deutsche Telekom lebt. Mit dieser Argumentation wird die Drosselung und die Preiserhöhung schöngeredet und ich wette, dass wesentlich mehr als die genannten drei Prozent 2016 von Preiserhöhungen betroffen sein werden.

In Sachen Netzneutralität fasst Obermann noch einmal nach: Nicht im Inklusiv-Traffic (wie zum Beispiel Entertain) wären zum Beispiel die Telekom-Dienste Videoload.de oder auch die Telekom Cloud. Hier würde man mit eigenen Diensten genau so verfahren, wie bei Diensten von Amazon oder Google.

Hier einmal der Brief in vollständiger Länge, der im Blog der Deutschen Telekom zum Download angeboten wird.



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58 Kommentare

Malte 28. April 2013 um 15:19 Uhr

Kaum zu fassen:
„Entertain ist kein typischer Internetdienst“
…schon klar, aber wie soll die Konkurrenz des Produkts ihren Inhalt verbreiten außer über das Internet?

Wer den Protest unterstützen möchte, dem kann ich nur erneut meine Petition ans Herz legen: http://change.org/drosseldsl

femto 28. April 2013 um 15:23 Uhr

Ach herrje, das arme Telekom-Netz ist schon überlastet, wenn nur 3% der Anwender das 10 bis 20-fache ziehen!

Kann der Mann eigentlich rechnen? 🙁

HerrTaschenbier 28. April 2013 um 15:24 Uhr

Ich find das alles auch scheiße, aber der Obermann hat irgendwie doch Eier… zumindest finde ich es positv das die Telekom sich offenbar auf eine Diskussion mehr oder weniger einlässt…

@Malte Konkurrenten von Entertain sind nicht Netflix, Hulu oder Watchever. Es sind eigentlich Kabel Deutschland und co. Von daher ist auch das zumindest zu rechtfertigen…

Frank Oltmanns-Mack 28. April 2013 um 15:27 Uhr

Ich sag mal so: die 3% die da „Heavy User“ genannt werden verlassen dann den Provider und der Rest hat trotzdem die Arschkarte weil niemand mit dem Volumen auskommt. Die Drosselung hat weit greifende Einschnitte zu Auswirkung. Ich zum Beispiel kann mit der gedrosselten Geschwindigkeit nicht mehr vernünftig von Zuhause arbeiten. Genauso kann ich Dienste für die Geld bezahle dann nicht mehr uneingeschränkt nutzen. Und selbst Sicherheitsupdates für Windows etc. könnten dann nicht mehr in angemessener Zeit möglich sein. Da wir brav bei der Telekom der Gedanke Cloud gepusht und Zero Distance und auf der anderen Seite dem Internet ins Knie geschossen. Cloud und Drosselung sind leider Ideen die nicht wirklich zusammen passen. Aber es freut mich zu hören, dass zum Beispiel Unitymedia offen verspricht dass man bei Ihnen bald 450 MBit ohne Drosselung bekommen wird.

Kevin Kleebusch 28. April 2013 um 15:27 Uhr

Immer die selben Phrasen, immer die selben Argumente. Nur weil man etwas tausend mal sagt wird es auch nicht wahrer. Ich bin mal gespannt wie sich die ganze Sache entwickelt. Auf jeden Fall suche ich mir schon einmal eine Alternative zur Drosselkom.

Malte 28. April 2013 um 15:29 Uhr

@HerrTaschenbier Natürlich sind maxdome, lovefilm, watchever, etc. Konkurrenten des Entertain Angebots! Ich sehe bei den Angeboten keinen Unterschied, abgesehen davon, dass ich Entertain bei der Telekom direkt zum Festnetzanschluss mitbuche!

dadri 28. April 2013 um 15:30 Uhr

@femto:
Nunja, dass ist immerhin genauso viel, als wenn alle Anwender 60% verbrauchen.

HerrTaschenbier 28. April 2013 um 15:37 Uhr

@Malte
Der Unterschied ist das Entertain fest an deinen Anschluss gebunden ist. Hier wird nicht das Internet zur Auslieferung benutzt sondern irgendein IP basiertes Protokoll was zufällig auf dem selben Kabel liegt. Das ist eigentlich das gleiche wie Kabelfernsehen nur mit mehr Rückkanal. Whatchever, lovefilm und co sind nicht an einen Anschluss gebunden. Hier wird direkt über das Internet gestreamt… Das ist schon ein Unterschied.

Simon Mayerhofer 28. April 2013 um 15:39 Uhr

15-20GB?
So viel verbrauche ich schon mindestens in einer Woche..
Alleine mit meinem Smartphone werden im Monat min. 5GB locker..
Diese Werte sind von dem netten Herrn doch einfach aus der Luft gegriffen.
Sollen sich Gamer in Zukunft entscheiden „Entweder ein Spiel pro Monat kaufen, das dann dafür offline zocken oder das Internet zum Surfen nutzen“ ?
Also ich finde es eine Frechheit, seitens der Telekom…

OhWeh 28. April 2013 um 15:42 Uhr

Ein Sprecher der Telekom erklärte heute: „Wie jeder andere Rohstoff ist Internet auf diesem Planeten nur in endlichen Mengen vorhanden. Aufgrund des immer höheren Datenverbrauchs kommen wir daher bald an einen Punkt, den Experten als ‚Peak Internet‘ bezeichnen. Davon ist ein Hochtechnologiestandort wie Deutschland mit nur geringen eigenen Internetvorkommen natürlich besonders betroffen.“
Quelle: http://www.der-postillon.com/2.....rrate.html

HerrTaschenbier 28. April 2013 um 15:43 Uhr

Mir ist gerade etwas positives an der Entwicklung eingefallen: Vielleicht bringt das die Industrie (SOftwareEntwickler, Content Produzenten etc.) Mal dazu wieder etwas mehr auf Speichereffizienz zu achten. Was teilweise an Protokolloverhead und sonstigem an Bandbreite und Speicherplatz verballert wird ist auch nicht mehr feierlich…

Andreas G. 28. April 2013 um 15:47 Uhr

@HerrTaschenbier

Das ist egal über welches Protokoll das ganze Verteilt wird. Aus Sicht des Kunden kommt das Fernsehen aus einem Kästchen. So muß man das ganze sehen.

Dank Smart-TV, Blue Ray Playern und Konsolen mit Internetanschluß kann Ottonormal auch Angebote wie LoveFilm, Watchever ohne Computer nutzen und aus seiner Sicht sieht er nur Fern. Er surft nicht im Internet, er lädt sich nichts runter er ist einfach nur ein Couch Potato.

Konstantin 28. April 2013 um 15:47 Uhr

Entertain nutzt auch nur IP-Technologie – Füllwort-Ausreden-Formulierung – http und https nutzen auch IP-Technologie… Entweder du bremst alles, oder sendest Entertain eben nicht mehr übers TCP/IP-Protokoll…

Mike 28. April 2013 um 15:50 Uhr

>20GB ist man schon in den 3% Heavy-Usern? 1x ein aktuelles Spiel von Steam/Origin/…geladen und dann hat man das verbraucht.

Eine Frage, die ich noch nirgends beantwortet gefunden habe: Gelten die 75Gb eigentlich nur für den Download oder für Up+Down zusammen?
Ich verteil einiges per Torrent – bevor einer meckert, ja legales Zeug – allein da kommt im Monat schon 20Gb+ zusammen

HerrTaschenbier 28. April 2013 um 15:51 Uhr

@Andreas G.
Bei der Argumentation sind aber auch Analoges Telefon und ISDN das gleiche, der Kunde telefoniert schließlich nur.
Entertain ist ja wirklich eher lineares Fernsehen mit Fernsehkanälen und so, dazu gibts dann noch aufgebohrtes Timeshift einen Videorekorder und eine Mini Videothek. Whatchever ist ein wahlfreier Zugriff im besten Sinn von VOD. Ich verstehe wirklich nicht warum das gleichzusetzten ist.

Malte 28. April 2013 um 15:55 Uhr

@OhWeh Die Seite die du benennst, schreibt nur so einen Schwachsinn mit erfundenen Inhalten zu aktuellen Themen. Lies dir einfach mal ander Artikel durch.

Mike 28. April 2013 um 15:59 Uhr

@Malte,
das ist kein Schwachsinn, das ist Satire.

Andreas G. 28. April 2013 um 16:00 Uhr

@HerrTaschenbier

IDSN und Analog sind für den unbedarften Benutzer auch das gleiche. Versuch dir mal von einer technisch unbedarften Person den Unterschied zwischen ISDN und analogem Telefon erklären zu lassen.

Es geht mir bei dem Vergleich Entertain vs. Watchever nicht um die Inhalte sondern vor allem um die Art des Konsumierens für die viel zitierte „Lieschen Müller“. Für die ist es kein Unterschied da beides in der Glotze läuft.

Zudem ist nicht gesagt das die Telekom auf ewig das Angebot von Entertain gleich lässt. Durch die Drossel wird die Konkurrenz behindert und dann im gleichen Zug das eigene Angebot ausgebaut.

Torsten 28. April 2013 um 16:01 Uhr

Immer mehr Menschen haben das Glück von zu Hause aus zu arbeiten, nicht nur Freelancer.
Und die verbrauchen sicher mehr als 10-15gb, also betrifft diese Drosselung auch ganze Berufszweige.

Ben 28. April 2013 um 16:05 Uhr

Wo das Netz überlastet sein soll kann nur dummerweise keiner von der Telekom erklären… Zudem wären die Zusatzeinnahmen durch die Vielnutzer für die Telekom im Vergleich zum Umsatz den die machen nur lächerlich

Marc 28. April 2013 um 16:06 Uhr

Es werden ja immer die bösen 3% erwähnt. Mich würde allerdings interessieren wie hoch der Prozentsatz der T-Com Kunden ist, die regelmäßig das zukünftige Limit überschreiten.

namerp 28. April 2013 um 16:10 Uhr

Das mit den 3% glaube ich gern, für einen großen Teil ist Facebook das Internet und für Mutti+Vati > 50 reicht das auch. Aber ich behaupte mal Normale User unter 30 brauchen weit weit mehr.

Bzw Herr Oberman ich bin gerne bereit die Mehrkosten für 1TB Traffic zu bezahlen. Die 10 Cent kann ich mir Problemlos leisten. Aber leider geht es ihnen ja nicht darum sondern um die Rückgewinnung des Monopoles 🙁

Walter 28. April 2013 um 16:16 Uhr

Ich empfehle einfach mal: Schaut mal in eurer Fritzbox nach.

(Und ja, die 20gb verbrauchen alleine die Handys+Tablets in unseren Haushalt)

Philipp 28. April 2013 um 16:32 Uhr

Wenn er der Meinung ist, dass der Traffic zu viel wird und sie die Tarife nicht mehr so günstig anbieten können, müssen sie den Preis für alle anheben. Da das aber eine dreiste Lüge ist und die Konkurrenz weiterhin so günstig sein kann, werden sie das nicht machen.

max 28. April 2013 um 16:44 Uhr

Erstmal, ich bin kein T-kunde! Hab die T-kom schon damals, als DSL bei der T-kom 60€ und bei der Konkurrenz 45€ kostete, verlassen… Der T-kom ist klar, dass wenn sie diesen Schritt alleine durchziehen, auch alleine bleiben! Also, versucht sie die Konkurrenz mit ins Boot zu nehmen!!! Daher, kann ich allen T-kom Kunden nur empfehlen zu kündigen! Egal ob der Konkurrent auch keine Flat mehr anbietet, die T-kom hat’s erfunden!!! 😉

Waldhuette 28. April 2013 um 16:49 Uhr

@Max
Dir ist schon klar das damals die Preise der Telekom höher waren als die der Konkurenz aufgrund der deutschen Regulierungsbehörde die eine Preissenkung der Telekom verhindert hat ?

Rainer 28. April 2013 um 16:55 Uhr

das mit den 3% ist ja wohl ein Witz oder ? Wie viele bezahlen mehr als sie bekommen Herr Oberman!? Ich bezahle das selbe für eine 384 wie für eine 16000 Leitung!!!! Die Leitung und der Service ist mittlerweile eine Katastrophe!

Tino 28. April 2013 um 16:59 Uhr

„Nicht im Inklusiv-Traffic (wie zum Beispiel Entertain) wären zum Beispiel die Telekom-Dienste Videoload.de oder auch die Telekom Cloud.“

Glaub ich nicht 🙂 Vor allem ist Videoload doch inzwischen ein fester Teil von Entertain? Zumindest laut Website. Bin selbst kein Kunde in dem Verein.

Harry 28. April 2013 um 16:59 Uhr

@max
Du glaubst wohl auch noch an den Weihnachtsmann. Alle anderen Anbieter werden nachziehen und das ganz ohne von der Telekom ins Boot geholt werden zu müssen. Für solch ein naives denken gehört den Leuten tag täglich wenn sie aus der Haustüre rausgehen schon 50 € abgenommen.

fea 28. April 2013 um 17:08 Uhr

die telekom freut sich wenn die power-user jetzt wechseln 😉

-e!- 28. April 2013 um 17:21 Uhr

Es sollte den Providern einfach gesetzlich verboten werden, eigene Dienste zu priorisieren und vom Datenlimit auszunehmen, um sicherzustellen, dass hier kein Konflikt zwischen Infrastrukturdienstleister und Inhalteanbietern entsteht. Die Argumentation mit den 3% ist ja lächerlich – eine Fair-Use Regelung wäre da doch zielführender…

max 28. April 2013 um 17:38 Uhr

@ Harry – Hauptsache was gesagt, gell? Lies erstmal mein Kommentar bis zu Ende durch! Na, klingelt’s? Wenn nicht, auch gut! Dann zahl erstmal die 50€! 😉
Schönen Sonntag noch!

Macius 28. April 2013 um 17:40 Uhr

Iste es nicht so das bestimmt auch ein zweistelliger Prozentsatz der Telekom Nutzer nicht einmal 1GB Traffik verursacht ? Bekommt dieser Personenkreis eine Vergünstigung ?
Vor 15 Jahren wahren Personen mit einem Traffic von 1GB und mehr bei einigen Providern unerwünscht. Heute gehört diese Entwicklung zum Buissness. Viele Jobs hängen davon ab. Will die Telekom die Zunkunft drosseln ?

Niklas 28. April 2013 um 17:42 Uhr

Ganz ehrlich: Ich finde, die einfachste Lösung wäre, einfach den Anbieter zu wechseln 😉 Dann wird die Deutsche Telekom noch sehen, was sie davon hat. Ganz einfache Sache. Ansonsten einfach Malte’s Peti unterschreiben und schauen, was wir bewirken können.

Joschi 28. April 2013 um 17:48 Uhr

Die Lösung des Problems schreibt Herr Obermann ja bereits auf Seite 1 (letzter Satz).“..wird das (Flatrate-Anspruch auf unbegrenztes Datenvolumen) aber dauerhaft nicht funktionieren, jedenfalls nicht, solange die nötigen Milliardeninvestitionen und der Betrieb der Netze privatwirtschaftlich zu erbringen sind.“

Der Vorschlag, den Betrieb der Netze (und deren Ausbau) vom Inhalt zu trennen und eine staatliche Netzagentur zu beauftragen, den Ausbau und die Vermietung der Leitungen an alle Anbieter von Diensten diskriminierungsfrei zu organisieren, liegt ja schon länger auf dem Tisch. Dann würde alle für die Netze und nicht nur die letzte Meile zahlen und der Anbieter kann sich durch Service und innovative Angebote unterscheiden. Und nicht, weil er Monopolist ist und statt Glasfaserausbau lieber VDSL auf dem vorhandenen, abgeschrieben Kupferkabel anbieten will, um Wettbewerber auszugrenzen.

Die Telekom täte gut daran, diesen Weg einzuschlagen, denn alle weiteren Beschränkungen beim Ausbau, bei der Bandbreite oder dem Volumenwerden ihr mit dem jetzigen Schritt immer wieder um die Ohren gehauen!

Was ich mit der Drosselung fair finden würde, wäre, wenn man den Light-Usern im Gegenzug die Nichtausreizung der Grenzen bonifizieren würde. Denn mit dem gleichen Preis, den 16.000 kbit/sec-nutzende Kunden zahlen, zahle ich für meine 1000/2000-kbit/sec.-DSL-RAM-Leitung auch, weil die Telekom nicht ausbauen will. Damit habe ich, Preis und Leistung gegenübergestellt, die Leitung schon längst abbezahlt! Mit mir einige weitere Kunden an dem selben Strang, der einen Outdoor-DSLAM durchaus finanzieren würde. Aber statt auszubauen, schüttet man lieber Dividenden aus und beklagt sich über die Nutzer, die ihre Leitungen nutzen!
BTW: Beim Ausbau des Netzes für den LTE-Ausbau im benachbarten Landkreis wurde am Verteiler das neue Glasfaserkabel vorbeigeführt. Meine Frage, ob denn eine Faser zum Verteilerkasten beim Ausbau auch vorgesehen wäre, belächelte man und meinte, das wäre nicht geplant. Denn lieber reisst man für viel Geld die Straße ein drittes oder viertes Mal auf und beklagt sich, dass der Netzausbau so teuer ist, anstatt sich einmal Gedanken zu machen, wie man effektiv vorgeht!

Unter den Gesichtspunkten bin ich für eine Trennung von Netz(ausbau) und Nutzung und möchte die Netze in staatliche oder kommunale Hände gelegt wissen. Dann gibt es faire Preise für alle.

hammelwade 28. April 2013 um 18:32 Uhr

Ist doch immer wieder das gleiche Gewäsch von denen. Den offenen Brief hätten sie sich auch sparen können. Von vorne bis hinten gelogen. Das haben wir ja jetzt schon oft genug hier analysiert.

René H. (@Ismirworscht) 28. April 2013 um 18:42 Uhr

Statt eines Volumentarifes oder eines zeitbegrenzten habe ich damals beim ersten DSL Anschluss für die Flat entschieden, obwohl es teurer war. Nicht mit dem Plan, das auszureizen bis zum Anschlag, sondern weil ich mir darum keine Gedanken mehr machen wollte, weil mich das mit ISDN schon aufgeregt hat.

Jetzt wieder kontrollieren zu müssen wäre mir echt zu blöd. Vor allem wenn ich wieder drauf achten muss, ob ich mir das neue Service Pack für meine Software noch laden darf oder die neue Beta von irgendwas.

Und noch schlimmer: Wie oft habe ich Rechner von Verwandten und Bekannten zu fixen. Da zieht man sich dann mal 2GB Updates, ne Knoppix, weil man schauen will, ob es nur die Installation ist oder die defekte Hardware usw. und am Ende frage ich die Leute dann, ob sie mir 5 Euro geben, damit ich wieder richtiges Internet habe oder wie?

Ich habe meine Eltern damals auf DSL umgestellt, weil alleine alle Updates laden (Windows, Virenscanner, Browser und Co.) mit ISDN schon fast so viel gekostet hat wie der DSL Anschluss selbst.

Ich lade mir nix illegal, rutsche aber aus o.g. Gründen sofort in die Kategorie Power User. Neulich hatte ich sogar Schulungen direkt online. Ich stelle mir grade vor wie mittendrin die Bandbreite gedrosselt wird. Na da kommt doch Freude auf…

Mir reicht derzeit sogar DSL6000, warum soll ich mir dann DSL50000 buchen, damit ich nicht so schnell auf den Verbrauch schauen muss? Es spricht einfach alles, wohin die Internet Reise läuft, gegen das Vorgehen. Ich hoffe sie lenken irgendwann ein, zurück in die Zukunft.

Es heißt jetzt nicht mehr DSL16000, sondern DSL384 mit Speedoption auf 16000KBit bis zu 75GB.

Pitti 28. April 2013 um 18:55 Uhr

Was wäre, wenn:
Das Gehalt von Herrn Obermann auf 384 kcent/Monat „gedrosselt“ wird!?
So mancher, der für wenig Geld hart arbeiten muss, würde in Deutschland bei so einem Bruttogehalt (3840,- €) nicht traurig sein.

Kabeljau Inferno 28. April 2013 um 18:57 Uhr

Auf jeden Fall ist das ein Schritt zurück. Wir hinken ohnehin in Sachen Internet & Co. anderen Ländern gegenüber arg hinterher. So *echte* Flatrates (zB Mobilfunk) hat es hier ohnehin noch nie so recht gegeben. Und jetzt wird die im Festnetz auch noch eingestampft. In Österreich hingegen können sie sich via *echter* LTE Flat dumm und dämlich surfen. Gut. Ich bin auch kein solcher Poweruser (die angeblichen 3%) und werde darum meine Dienste auch weiterhin gut nutzen können. Würde diese Drosselung aber zuschlagen, wäre quasi alles unbrauchbar. Dropbox, VPN, VNC etc. 384kb/s sind doch wirklich übertrieben lahmarschig. Was soll man damit Vernünftiges anstellen? Bei meiner Mutter in der Eifel haben sie noch DSL light mit einer fixen Bandbreite von 384kb/s. Nicht mal RAM Schaltung ist da machbar. Sobald da mehr als eine Person auf der Leitung hängt ist es nicht mehr auszuhalten irgendwas aufzumachen. Mal abgesehen von YouTube & Co. Richtig steinzeitlich.

Dominik 28. April 2013 um 20:12 Uhr

@ Kabeljau Inferno – da legst du nen 10er drauf schon kannst du weiter Drop-boxen und YouTuben. Wo ist das Problem ?

Florian Reuschel (@Loilo92) 28. April 2013 um 21:34 Uhr

Nunja. 15-20 GB Durchschnitt könnten schon hinkommen, wenn man die zahlreichenden Gegenden mitrechnet, die ohnehin nur 2.000er-Leitungen haben.
Ansonsten sind das täglich 500 MB – das sind 15 Minuten FullHD-Video am Tag.
In welcher Realität leben die denn?
(Davon abgesehen, dass der Traffic, auch der durchschnittliche, ja ständig steigt, und das nicht zu knapp.)

Benny 28. April 2013 um 21:55 Uhr

Den Spaß habe ich als LTE User jetzt schon. Nachdem wir jahrelang für teuer Geld für ein Paket bezahlt haben, was bis DSL 6.000 zulässt, davon aber nur 768kb/s ankamen sind wir auf LTE umgestiegen.
50GB sind bei 4 Leuten im Haushalt schnell verbraucht, und mit den 384kb/s ist es wieder nicht mehr möglich, ein Youtube Video ohne Aussetzer zu sehen, besonders wenn mehr wenn Frau und Kinder auch noch online sind.

So weit denkt bei der Telekom offensichtlich keiner.

Meester Proper 28. April 2013 um 21:59 Uhr

Maxdome, Lovefilm und Watchever sind Konkurrenten von Entertain? Wohl eher nicht, denn bei Entertain handelt es sich um ein IPTV-Angebot und bei Maxdome, Lovefilm und Watchever um Video on Demand Angebote. Alleine von der technischen Realisierung ist das schon ein himmelweiter Unterschied. Entertain bspw. bleibt im Telekom-Backbone und wird nicht von außerhalb (als via Internet) wie die VoD-Angebote realisiert. Ein Stichwort ist hier bspw. von Multicast.

Marcus Graf 28. April 2013 um 22:08 Uhr

Na mal schauen, was da am ende rauskommt. Die Politik scheint ja so langsam in Gang zu kommen. Ich finde es einfach eine Frechheit!

tripeX 28. April 2013 um 23:23 Uhr

Mal zum Thema Volumen: Gerade StarCraft 2 Update gemacht, 13GB gingen da mal eben durch die Leitung. Noch Fragen? Jedes Game das heute regelmässig gepatcht wird (MMOs, MP Shooter, RTS, MOBAs) legen gleich mindestens im 1 stelligen GB Bereich Patches auf, manche davon mehrfach im Monat.

Jeder Androidianer, der mit Custom Roms rumspielt, zieht nen paar Gigabyte CRs aussem Netz, jeder Fernwartungfan und Cloudnutzer rennt in eine Falle mit sowas. Ich sagte bereits an anderer Stelle, das ich diesen Monat schon 1.4 Terabyte an Daten gezogen hab und 500GB hochgepustet, und wer hier schreit Filesharing, dem werde ich gerne mal eine Exceltabelle mit Nutzung aushändigen, das einzige Filesharing was man dort sieht ist der Zugriff auf Omega Rom Serie für SGS2/3, da diese Torrent und einen OCH als Verteiler nutzen. Plus die anderen Custom Roms, die auch auf OCHs liegen.

Jedes Update im Playstore wird einem wehtun, jedesmal Google aufrufen, jedesmal Google Maps nutzen, Videos auf FB anklicken etc. Egal was wir machen, es wird sich auswirken. Streaming, WebDav, Groupware, der eigene Heimserver mit erweiterten Funktionen wird einem schnell den Traffic um die Ohren hauen wenn man mehr als nur Standardnutzung am laufen hat.

Ich habe heute 4 Stunden Musik gehört, 2 Folgen einer Serie gesehen, bissl Dota 2 gespielt und das SC2 Update gemacht, 34GB an Daten sind heute somit mal eben um den Globus gewandert zu mir hin. An einem Tag. Was nicht wirklich schwer ist jeden Tag hinzubekommen, ich hab heute keine Backups gezogen von meinen Servern, was ich normal jeden Tag mache, und das sind mal eben paar Gigabyte an Datenbanken/Bildern/Webseiten und die sind schon auf dem Server auf maximal komprimiert worden.

Ich bin ja zum Glück nicht davon betroffen, Unitymedia (Kabel BW) Anschluss, aber wenn ich da an meine Kumpels denke die mit VDSL rumsurfen, na Prost Mahlzeit, und der Traffic wird nicht weniger in den nächsten Jahren, er wird steigen, gibt ja immer brav die Zahlen wie hoch der Traffic gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.

Boris Schäfer 28. April 2013 um 23:40 Uhr

@tripeX Ich zocke leidenschaftlich gerne und gönne mir auch einmal im Monat ein aktuelles Game auf Steam. Das wird ja dann eng^^ Die Updates selbst sind in der Tat auch gerne Mal im GB-Bereich.

Damit es schneller geht, schalte ich den Entertain-Receiver während des Downloads ab 😉

Dominik 28. April 2013 um 23:41 Uhr

@tripeX – irgendwas stimmt bei dir nicht. 21 GB für 4 Stunden Musik, zwei Serienteile + Onlinegaming? Hörst du Musik im WAV-Format und streams du die Serien von einer Bluray?

Robert 28. April 2013 um 23:57 Uhr

die Telekom schon lange für mich gestorben und jetzt erstrecht

3lektrolurch 29. April 2013 um 07:26 Uhr

@Joschi
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Kami 29. April 2013 um 08:10 Uhr

Sie wissen wahrscheinlich selbst, dass die ganze Aktion Bullshit ist.
Wer weiß, vielleicht wirklich nur, um die Heavy-User zu verscheuchen?
Die anderen verbrauchen sowieso nicht viel, bliebe alles im Rahmen.

Genialer Schachzug




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