11 Jahre Blog: Ein Blick hinter die Kulissen

7. März 2016 Kategorie: Internet, Privates, geschrieben von: caschy

12063325_10153787040399015_5072023340372499092_nDonnerstag ist es, als ich diesen Text beginne. Bevor ich anfing, drehten sich einige Gedanken um die Musik, die ich während der Schreiberei hören möchte. Musik ist mir wichtig bei der Arbeit, aber sie muss halt passen, da vieles halt Stimmungen transportiert, die mich beim Schreiben eines doch sehr persönlichen Textes beeinflussen. Forever Young wird angespielt. Alphaville fand ich früher gut und irgendwie passt dieser Song doch ein bisschen. Rede ich mir zumindest ein. Wenn ihr diesen Text lest, ist es vielleicht Freitag, der 4. März. Kein besonderer Tag für mich, ausser dass es der Tag ist, an dem ich vor 11 Jahren mit dem anfing, was später mein Beruf, meine Berufung werden sollte.

Ich habe in den 11 Jahren Freunde verloren, neue Freunde gefunden. Vielleicht einmal Zeit… auszupacken. Einen Blick hinter die Kulissen zu geben, einen Einblick in mein Leben, in meinen Kopf. Einen Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft wagen. Schreiben, warum ich, das Blog und manche Sachen so sind, wie sie eben sind.

Dortmund

Es ist 1983. Ich werde eingeschult. Ich bin sechs Jahre alt und habe die meiste Zeit bislang bei meiner Oma gelebt. Tiefer im Dortmunder Norden kann man nicht sein, ich wohne einen Steinwurf von meiner Schule entfernt – der Nordmarkt Grundschule in Dortmund. Es ist die Ecke Dortmund, die damals schon nicht die beste war – und heute ein einziger Schandfleck ist.

Wahrscheinlich ist diese Ecke Dortmunds eine gute Ecke – wenn man sich in keinen Sog ziehen lässt, wenn man irgendwann rauskommt. Man lernt von der Pike auf, dass alle Menschen gleich sind, egal welche Rasse oder Hautfarbe sie haben. Menschen im Dortmunder Norden haben damals unabhängig ihrer Herkunft oft die identischen Probleme. Das schweißt zusammen und hat ein wenig was von Fußball-Fans auf der Tribüne. Man hat etwas, was vereint – und wenn es nur Probleme sind.

1985:

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Ich wuchs auf im Stadtteil mit dem höchsten Ausländeranteil, doch als Kind ist es dir eh egal, woher deine Freunde kommen. Als Kind ist man im Paradies, man weiss es nur nicht.  Ich lernte früh wie es ist, etwas nicht zu besitzen. Doch das war auch alles gar nicht wichtig, ich lernte in meiner Kindheit und Jugend etwas viel wichtigeres, was mir immer im Leben half. Ich lernte Dankbarkeit, Demut und die Tatsache, dass Freundschaft keine Hautfarbe kennt. Arschlöcher, Abzocker und andere Windeier findest du überall.

Kurz nach meiner Einschulung muss es gewesen sein, da zog ich zu meiner Mutter. Im Nachhinein betrachtet der Anfang vom Ende, doch man kann auch Gutes in einer verkorksten Kindheit finden, denn man lernt auch hier einiges für das Leben. Irgendwann zogen wir leider aus Dortmund weg – wobei das „leider“ eigentlich nicht hätte erwähnt werden müssen. Wer weiss, was passiert wäre, wäre ich dort geblieben. Ich landete im Norden Deutschlands, in einer kleinen Stadt, in der ich nicht nur die weiterhin verkorkste Lebenssituation vorfand, es war noch viel schlimmer. Ich landete da, wo niemand war, so wie ich es war. Ich war 13 und hatte erst niemanden, mit dem ich mich austauschen konnte. Niemand, der meine Probleme nachvollziehen konnte. Ich kam auf die Realschule und wirklich keiner dort war auch annähernd aus dem Holz geklöppelt, wie es die Menschen in Dortmund, meine Freunde, waren.

Entwurzelt

Kein guter Nährboden für meine damalige Entwicklung. Ich lernte schnell Menschen kennen, von denen ich dachte, sie wären meine Freunde. Waren sie im Nachhinein betrachtet zum Großteil nicht. War man im Alter von 13-15 noch anders unterwegs und spielte nach der Schule Fußball bis es dunkel wurde, so begann das Leben ab 15 erst, wenn es dunkel wurde. Trotz besserem Wissen landete ich in einem Sog aus falschen Freunden, Alkohol und ja, auch Rassismus war häufig ein Thema. Carsten Knobloch, Teenage-Arschloch. Ich verlor den Glauben und verriet meine eigenen Ideale.

Meine Playlist ist bei a-ha angekommen. The Sun Always shine on TV. Nachfolgend blicke ich auf Enjoy the Silence von Depeche Mode und Ship of Fools von Erasure.

Irgendwie passend. Narren. Ich war selbst lange Zeit einer. In der Schule und in der Jugend – was nicht positiv besetzt sein muss. Kein Narr, der andere zum Lachen bringt. Doch auch diese Zeit hatte etwas Gutes. Ich lernte die Endlichkeit vieler Dinge, von Freundschaften und von Ansichten. Ich schaffte mit Ach und Krach meine Ausbildung im handwerklichen Bereich und sah meine Zukunft irgendwie beim Bund. Raus aus dem Umfeld, welches für mich nur Schlechtes bereithielt, rein in die Uniform. Fernmelder.

Beim Bund hat es dann aber nicht geklappt. Long story short: Knie im Arsch, danach sofort berufsunfähig für meinen erlernten Beruf. Obwohl ich schon immer ein Faible für Computergelumpe hatte, wollte ich erst etwas ganz anderes machen. Irgendwas Soziales. Etwas, wo man helfen kann – was geben. Selber geben, obwohl einem das Leben bis dato selber nichts gegeben hat. Fand ich immer ein gutes Omen die Einstellung. Wer gerne gibt, der kann nicht arm werden. Ich war nie so verbittert. Nie weinte ich in mich hinein, weil es andere besser haben. Ich weinte nicht einmal als meine Oma 1998 im Alter von 90 Jahren starb. Ich konnte nicht. Nicht an diesem Abend, aber an vielen anderen Abenden, bis heute.

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Als ich die Nachricht erhielt – ich war zu dem Zeitpunkt schon 21 Jahre alt – rief ich meinen damaligen Freund Markus an. Wir tranken Korn und billigen Wein aus 1,5 Liter-Flaschen. Ich betäubte mich an diesem Abend, weil ich wusste, dass nun eine große Stütze und ein Teil meines Lebens weg war. Trotz der Entfernung besuchte ich meine Oma immer regelmäßig.

Du kommst zu deiner Oma und du bist ein kleiner Junge. Sorgen bleiben draußen vor der Tür. Vanillepudding mit Erdbeeren (frisch vom Nordmarkt) steht am Fenster in der kleinen Wohnung in der Braunschweiger Straße in Dortmund. Omas Pudding wird es nie mehr geben, nicht ihr Lachen, nicht ihre Liebe, die sie mir immer gezeigt hat.

Oma, ich denke an dich an jedem Tag, ich vermisse dich so sehr. Ich würde dir so viel sagen wollen. So viel zeigen wollen. Ich hätte gewollt, dass du viel älter wirst. Dass du siehst, was aus mir wird. Dass ich das Ruder rumgerissen bekam. Dass ich glücklich bin. Du hast mir so vieles über dieses Leben beigebracht, mir gezeigt, dass es auch ohne große Mittel irgendwie geht. Ich hoffe, ich kann die Grundwerte meinem Sohn zeigen.

Always on my Mind dudelt. Bei den Pet Shop Boys bin ich irgendwie damals hängengeblieben. „tell me that your sweet love hasn’t died“. Hat auch Elvis schon gesungen. Aber gut, das Lied holt mich ab. Ab aus der Melancholie der vergangenen Zeilen. Es stresst körperlich wirklich, wenn man so etwas persönliches schreibt, nein – alleine das Denken reicht, das Hervorkramen von Erlebtem. Kaffeepause.

Freiwillige Flucht

Every time I see you something happens to me – like a chain reaction between you and me  – My heart starts missing a beat  – My heart starts missing a beat – every time. (Pet Shop Boys)

Ich wohnte schräg gegenüber einer großen Disco, die ich häufig frequentierte. Mit den Jahren wurde es öder. Immer die gleichen Leute, was nicht schlecht war, doch der Eurodance, zu dem ich noch heute kurioserweise obwohl seiner Einfachheit eine besondere Beziehung habe, war fast am Ende. Wie auch dieser Abschnitt meines Lebens. Ich lernte durch die wohl schlechteste Anmache aller Zeiten Nadine kennen, meine heutige Frau. Es war Mitte 1998. Ich befand mich im Umbruch und begann kurze Zeit später meine Ausbildung als IT-Systemelektroniker.

Da ich einen Teil meiner Ausbildung in einem Bremerhavener Systemhaus absolvierte, zog ich dorthin. Passte, Nadine kam ja daher. Ich kam in ein Umfeld, welches so ganz anders war. Es war wohl das, was man eine heile Welt nennt und es war und ist schön. Noch vor Abschluss meiner Ausbildung wechselte ich zum neu eröffneten PC Spezialist vor Ort und wurde nach kurzer Zeit Technischer Leiter. Ob aufgrund mangelnder Alternativen oder weil ich gut war – i don’t know and i don’t care.

Irgendwann war ich dort weg und fand beim – ebenfalls neu eröffneten Saturn – Unterschlupf. Es war 2004 und ich quasi kurz davor, mein Blog aufzuziehen. Es war eine andere Welt. Vom Bastel-Wastel und PC-Beschäler zum Berater. Verkaufen hat mir nie so gelegen. Ich kann Leute nicht anlügen. Nur weil ein Gerät keine Lagerdrehung hat und alt wird, kann ich es den Leuten nicht verkaufen, wenn es nicht passt. Dass man die alten Kisten aber loswerden will und muss, das weiss jeder im Handel. Ich habe heute noch Hochachtung vor jedem im Handel und bin durch die Arbeit ein geduldiger Mensch geworden.

2005 – das bloggt

It’s my life – Don’t you forget – It’s my life – It never ends (it never ends) (It’s my life, Talk Talk)

Ich treibe mich 2005 seit vielen Jahren im Netz rum. Blogs gibt es natürlich, aber nicht in dieser Menge, nicht mit dieser Auswahl an Diensten. Foren sind meine Blogs. Ich bin in vielen Foren angemeldet und tausche mich dort aus, lerne wunderbare Menschen kennen. Menschen, die mich teilweise noch heute begleiten, zu vielen besteht zumindest noch loser Kontakt. Zu dieser Zeit betreibe ich mit Bernd ein von uns initiiertes Supportforum für den Mail-Client The Bat.

Mein Freund Kai aus Dortmund bloggt bereits, Jan und Manu sind auch aktiv. Am 04. März 2005 installiere ich die Blog-Software b2evolution und fange mit der Schreiberei an. Man muss nicht besonders gut darin sein, man muss es einfach mal machen, einfach ausprobieren. Warum fing ich eigentlich an? Ich wollte Dinge festhalten. Dinge die mich freuen, Dinge die mich stören – und ja, ich wollte auch meiner technischen Liebe frönen. Schrieb Anleitungen, über mein Setup und versuchte hier und da, der kleinen Leserschaft Einblicke in mein Leben und in meine technischen Vorlieben zu geben.

Es war ein guter Ausgleich zum Job, den ich zwar irgendwie gerne machte, weil ich einige tolle Kollegen hatte – aber das große Glück war es nicht. Ich schrieb und machte wohl alle Fehler, die man machen kann. Auch ich musste lernen mit der veränderten Kommunikationswelt mit ihren Rechten und Pflichten klarzukommen. Die erste Abmahnung kam 2007, Marions Kochbuch und das Bockwurstbild. Ich war selber Schuld und kein Einzelfall. Die Anteilnahme der Leser und anderer Blogger half mir sehr. Dafür bin ich heute noch dankbar. (Liebe Gwen, auch du hast mir damals sehr geholfen, das vergesse ich dir nie). Die Abmahnung kostete mich damals 700 Euro, das war früher und ist auch heute noch eine Stange Geld.

2008 – alles anders

Ich hatte durchgehalten, bloggte mittlerweile über drei Jahre. War immer noch im gleichen Job, war aber mittlerweile vom „Mitarbeiter Neue Medien“ zum Verkaufsleiterassistent „aufgestiegen“. Das heißt eigentlich nur, dass man mehr Aufgabenbereiche hat und etwas mehr Geld. Dafür sind alle Überstunden mit drin. So war es zumindest bei mir. Aber ich machte meine Arbeit, denn ich bin jemand, der schlecht ohne kann. Ich bekam das Angebot, doch komplett den Verkaufsleiter zu machen, doch ich lehnte ab. Ich musste diesen Posten schon in Vertretungsfällen übernehmen und er passte einfach nicht zu mir. Es kann an mir und meinem fehlenden Können liegen – vielleicht ist die Wahrheit aber auch eine andere.

Das Blog hatte zu dieser Zeit schon einen Schwung Leser, war aber nicht annähernd so „groß und bekannt. Das Ablehnen des Verkaufsleiterpostens hatte Folgen, als ich 2008 aus dem Türkei-Urlaub kam, lag die Kündigung im Postkasten. Arschloch-Zeitpunkt. Nadine weinte. Da kommen Zukunftsängste und Planungen brechen weg. „Wir schaffen das“. Mehr sagte ich damals nicht – zumindest erinnere ich mich nicht mehr daran. Nach einem Gespräch mit meinem Chef – der auch nicht mehr allzu lange im Amt blieb – gönnte ich mir Resturlaub und nahm noch die Abfindung mit. Es begann….

Eine schlimme Zeit

Nein, es ist nicht so, wie Vicki Vomit singt. „Gut gelaunt und sorgenfrei – arbeitslos und Spaß dabei“. Das mag für Arno Dübel gelten, aber nicht für mich. Ich fiel in ein Loch. Ich war knapp acht Monate arbeitslos, gefangen in einem Strudel aus Zukunftsangst und Enttäuschung, dazu kam ein Behördenapparat, den ich bis heute nicht verstehe. Nicht nur den Apparat, sondern auch die Menschen, die ihn antreiben, vielleicht aber auch in seinen Mühlen gefangen sind. Man wird behandelt wie einer, der schmarotzen will. Du bist eine Nummer ohne Wert. Das alles hinderte mich natürlich nicht daran, einfach weiter zu bloggen. Doch wie sagt man so schön – wo eine Tür geschlossen wird, öffnet sich eine neue. Und so kann ich an dieser Stelle gleich erst einmal das zitieren, was ich schon einmal schrieb.

Das Blog als Beruf(ung)

Ich hatte Glück. Robert Basic und Chris (ey, ich kenne dich ewig, wir schafften es nie zum Bier, was ist da los?) erwähnten in ihren Blogs damals, dass ich einen Job suche. Und ich fand einen. Es dauerte nur wenige Telefonate, dann war ich als Blogger und Social Media Mensch der Agentur Powerflasher (heute Interactive Pioneers) angestellt. Home Office. An dieser Stelle auch noch einmal ein Dankeschön an meinen ehemaligen Chef Carlo. Es war eine feine, lehrreiche Zeit und trotz Home Office war ich Teil dieses tollen und kreativen Teams.

Nach 11 Monaten kündigte ich selber, weil ich die Chance hatte, in meinem Tech-Lieblingsumfeld tätig zu werden. Ich kümmerte mich um das Blog und die Social Media-Aktivitäten von Notebooksbilliger, befeuerte aber in der Zwischenzeit natürlich in jeder freien Minute mein Blog. Technik und der Austausch mit Menschen ist mein Leben, kein Beruf, sondern meine Berufung. Dieses Blog wuchs Jahr für Jahr und irgendwann meldete sich ein Vermarkter. Diesem halte ich bis heute die Treue, obwohl in der Zwischenzeit viele, vielleicht auch bessere Angebote für die Vermarktung meines Blogs ausgesprochen wurden. Ich hatte Arbeit und ich verdiente mein Geld mit Inhalten, die ich in dieses Internet schreibe. Heute noch.

Was für viele Selbständige normal, war für mich ein Schock. Man muss sich um den ganzen Scheiß alleine kümmern. Man ist auf einmal nicht selbständig und frei, gewisse Pflichten bleiben. Keiner berechnet dir deine Steuern automatisch, das musst du selber machen – oder dir Hilfe suchen. Auch in Sachen Krankenversicherung schaut man sich um. Aufgrund meiner Vergangenheit bin ich jemand, der äußerst sparsam ist. Absicherung ist das Stichwort. Wer weiss, wie lange ich hier oder woanders schreiben kann und will? (wichtige Anmerkung, die ich nachträglich eingefügt habe: Hört auf euren Körper, lächelt nichts weg, seid nicht so dumm wie ich).

Ich bewegte mich also weiterhin in meiner Blase, konnte damit aber Geld verdienen. Hobby zum Beruf quasi. Was sich toll anhört, ist aber mit Einschränkungen verbunden. Mein Tag beginnt morgens meistens um kurz nach sechs, wenn mich mein innerer Wecker oder mein Sohn antreibt. Duschen, Zahnpflege, Kaffee, Arbeitszimmer. Da sitze ich dann. Mindestens bis 18:00 Uhr, oft länger. Doch dann ist der Tag in Sachen Arbeit nicht beendet, ich habe durchgehend, bis ich ins Bett gehe, Rechner, Tablet oder Smartphone im Auge und schreibe auch noch spät am Abend – egal, ob ein spannender Film läuft, oder Freunde zu Besuch sind.

Es passieren Dinge, Dinge über die ich gerne berichte, weil sie mich interessieren. Es gibt Leser, die trauern der alten Zeit hinterher als ich hier ausschließlich persönliche Dinge oder Anleitungen schrieb. Das verstehe ich. Nicht nur das Blog hat sich geändert, sondern auch meine Interessen. Ich schreibe hier nicht, weil ich weiss, dass News vielleicht Einnahmen generieren. Ich schreibe hier Dinge, die mich auch persönlich interessieren – oder von denen ich denke, dass sie andere interessieren. Ich bekomme kein Geld für Beiträge, weder von Firmen, noch von anderen Anbietern. Wenn ich Bock habe, kurze News zu machen, dann mache ich das – in den letzten Wochen habe ich aber auch unzählige Anleitungen geschrieben.

Wir haben hier Werbung im Einsatz, die sich danach richtet, wie oft sie aufgerufen wurde oder wie lange sie angezeigt wird. Es ist da also egal, ob eine Anleitung 10.000x gelesen wird, oder drei News jeweils 3.333 Mal. Mich selber stört das Konstrukt Werbung im Internet nicht, allerdings finde ich, dass es nicht Überhand nehmen sollte. Wenn ich in einem Beitrag 10 Banner oder Popups habe, dann bin ich wahrscheinlich weg. Deswegen splitte ich keine Beiträge um Werbung zu machen. Wir haben einen Vermarkter, setzen auf Google Adsense – und wenn ihr über unsere Boxen was bei Amazon oder so kauft, dann bekommen wir eine Provision.

Das Ganze hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass wir ein Team aufbauen konnten. Manche waren nur kurz an Bord, andere sind es schon länger. Und ich mag das Team, in dem ich sein darf. Die Menschen sind meine Freunde geworden. Mit niemandem tausche ich mich mehr aus. Ich könnte das Ganze natürlich neutral aus Sicht desjenigen sehen, dem die ganze Kiste hier gehört – aber das ist nicht meine Art. Ich sitze nicht auf dem Klumpen Blog oben und lasse die anderen ziehen – ich stehe mit vorne und ziehe den Klumpen. Ich mache da keine Unterschiede. Ich sehe es nicht als „mein“, sondern „unser“ Ding.

Dennoch muss natürlich auch ich planen, denn ich muss ja schauen, dass alles bezahlt wird. Wenn man Dinge mit mehreren Menschen macht, dann ist man ein Stück weit natürlich verantwortlich. Wenn ich zu meinem Mit-Autor Sascha sagen würde: „mach mal, aber ich kann nichts zahlen“, dann wird der mir sicher auch einen Vogel zeigen. Leben heißt auch Verpflichtungen und ich hoffe, ich bin immer jemand, der seine einhält.

Zusammengefasst, aus meinem Beitrag vom letzten Jahr:

Wie sich dieses Blog  finanziert? Es gibt hier keine Schleichwerbung. Ich habe einen Vermarkter, der sorgt für Bannerwerbung oder Advertorials auf Unterseiten. Das mache ich nicht aus Gehässigkeit oder weil ich reich werden will, sondern weil ich den Spaß hier finanzieren möchte. Ebenfalls kommt Google Adsense zum Einsatz und wer über dieses Blog beispielsweise bei Amazon oder im Apple App Store kauft, der unterstützt auch. Ich versuche das Ganze immer im Rahmen zu halten, keine Beiträge sind von Werbung unterbrochen, sodass ihr hoffentlich störungs- und unterbrechungsfrei lesen könnt, natürlich auch im RSS-Feed.

Weil immer gefragt wird: ja, ich bekam schon Kaufangebote für dieses Blog und auch schon mehrere Angebote für größere (Online-)Magazine zu schreiben. Habe ich nie großartig drüber nachgedacht. Warum auch? Ich bin derzeit frei wie ein Vogel und glücklich. Wer der Meinung ist, uns unterstützen zu wollen, der klickt ab und an mal einfach in eines der Advertorials (wenn wir eines haben) oder auf ein Werbebanner. Flattr hatten wir versucht, brachte aber bei uns gar nichts. Wer hier nur lesen, nicht aber unterstützen will: auch gut, ich bin da keinem böse. Egal was passiert: ihr werdet hier immer subjektive, ungekaufte Meinungen lesen können.

Dabei ist mir durchaus bewusst, dass manche Menschen eine andere Meinung haben. Manchmal streiten wir uns in den Kommentaren. Weil ihr eine andere Meinung habt. Weil ich falsch liege. Aber wir sprechen. Doch ich weiss: ich habe durch das Bloggen nicht nur Freunde gefunden – aber mittlerweile denke ich mir: i don’t care. Ich lebe nicht für andere, ich will nicht in euren Bilderrahmen passen, sondern muss morgens einen Blick in den Spiegel werfen können.

Im Wandel

Das Blog hat sich laut Aussagen einiger Leser gewandelt, ich nenne es Entwicklung. 11 Jahre sind eine so unfassbar lange Zeit. Eine Zeit, in der mein Leben komplett auf links gekrempelt wurde. Vieles passiert natürlich auch ohne Blog. Ich bin nicht mehr 28, ich bin seit einigen Tagen 39. Ich habe weniger Haare und war in den Jahren mal mehr, mal weniger fett. Momentan geht es da wieder abwärts. Mein Sohn Max ist mittlerweile über 2 Jahre alt. Er geht jetzt schon in den Kindergarten. Seine Geburt hat mich schwer verändert in vielen Ansichten, in meinem Seelenleben. Du musst nicht mehr nur auf dich selber achten. Da ist ein kleiner Mensch, auf den du achten musst. Dem du die Welt zeigen und erklären willst. Dem du versuchst schlechte Dinge zu ersparen, die du vielleicht selber erlebt hast. Dem du helfen willst, sein Glück zu finden.

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Ich lebe intensiver, seitdem Max auf der Welt ist. Ich habe wieder Gefallen an Kleinigkeiten gefunden. Mittlerweile haben wir hier im Blog einen guten Rhythmus gefunden, sodass die Wochenenden auch Freizeit bedeuten. Familie, Freunde und  Blog sind schwer unter einen Hut zu bringen, aber ich versuche es. Ich liebe das Lachen von Max, mag es, wenn er auf meinen Schultern sitzt und wir irgendwo herumspazieren. Man kann es Alltag nennen. Für mich ist diese Zeit besonders. Besonders wertvoll.

Aber auch meine wenigen Freunde sind mir wichtig. Die Schwester der Selbständigkeit ist die Einsamkeit. Schrieb ich auch mal irgendwo. Bleibt weiterhin richtig. Ich habe keinen klassischen Freundeskreis. Manche Menschen traten in diesen 11 Jahren in mein Leben – aber auch wieder hinaus.  Ich lernte einen Schwung von Menschen natürlich auch im Internet kennen, was aber bedeutet, dass ich sie nur selten sehen kann. Ist halt so und sicher auch ein Symbol unserer Zeit. Ich lebe Freizeit intensiver. Ich habe Freunde in Dortmund, über die ich sehr dankbar bin. Es macht Spaß, mit ihnen unterwegs zu sein und ein Abend mit ihnen entschädigt mich oftmals für die Monate, in denen ich sie nicht sehen kann.

Was morgen ist, das weiss ich nicht. Ich weiss aber, dass ich dieses Ding hier noch lange weiter machen möchte. Ja, auch weiter machen, wenn sich meine Gelüste verschieben. Wer weiss, was ich in drei Jahren toll finde. Vielleicht habe ich dann gar keinen Bock mehr auf Smartphones, sondern auf Smart Home oder Rasenmäher. Das Blog wird weiterhin mit dem leben müssen, worauf ich Lust habe. Wie vorhin erwähnt: Auch wenn manche Leser den Wandel kritisieren, so soll dieser Beitrag eines zeigen: dies hier ist ein Blog. Ein Blog mit Menschen, die man anpacken kann, die greifbar sind. Wir leben in keinem Beitrags-Elfenbeinturm, wir sind wie du. Egal was passiert, das Blog wird mit der Meinung der Autoren und der meinen leben müssen, that’s it.

Danke

In diesen Absatz könnte ich Menschen nennen, bei denen ich mich bedanken will. Bedanken, weil sie mir zeigten, wie Dinge und Freundschaften nicht funktionieren. Aber dafür gibt es hier und jetzt keine Bühne. Deswegen will ich mich einfach mal bei ein paar Menschen bedanken, die direkt oder indirekt in meinem Umfeld sind. Wer mich nicht kennt, der darf diesen Part getrost überspringen. Und ja, sicherlich werde ich viele Menschen vergessen, sorry.

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Danke Nadine, dass du immer an meiner Seite bist. Dass du an mich geglaubt hast, auch in schweren Zeiten. Dafür, dass du mir auch mal den Kopf wäscht, wenn ich mal wieder nicht nachdenke. Ja, ich bin schwierig, das weiss ich. Danke für Max, der das Wichtigste in meinem Leben ist. Der mir zeigt, was Familie bedeutet. Danke Christa und Lothar, dass ihr immer für uns da seid.

Danke an Cathy und Kai. Ohne dich wäre das Blog vielleicht nicht und unser Leben zeigt, dass man manchmal einen zweiten Anlauf braucht. Danke Andreas, Yvonne, Dörte und Jan, dass ihr einfach da seid, dass ich in euch nicht nur Freunde sehe, sondern auch meine Familie.

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Danke Casi. Danke für deine Couch seit vielen Jahren, für deine Freundschaft und die vielen schönen Stunden, die wir nüchtern oder betrunken irgendwo in der Welt, meistens aber in Dortmund verbringen. Ich bin immer für dich da. Der nächste Sommer kommt, wir sitzen im Westpark, hören „Bulldozer“ von Oliver Onions und trinken Bier. Den lieben Gott nen guten Mann sein lassen.

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Danke an Holly und Team für die Hilfe mit der Maschine hinter diesem Blog. Danke an Tillmann und sein Team. Danke an Sascha, Oliver, Pascal und André für die gemeinsame Arbeit, die vielen Lacher, die WTFs, für andere Meinungen und Verbesserungen an meiner Arbeitsweise. Danke an Thorsten und Simone für das Vertrauen.

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Natürlich geht auch ein Dank an dich. Ja, genau – an dich! Ich bin dankbar für jeden Leser, der gerne hier liest – der etwas aus diesem Blog mitnimmt. Und ich bin super dankbar, dass ich meiner Berufung nachgehen darf. Ich danke jedem, egal ob er per RSS-Feed, Twitter, Facebook, Google+ oder anders hier liest. Ihr seid ein Grund, warum ich dieses machen darf und will.

DANKE für ELF JAHRE und auf die nächsten….keine Ahnung. Wenn ihr Bock habt und mir was sagen wollt, vernetzt euch mit mir, Twitter, Google+, Facebook oder auch per Mail oder Instagram – ihr werdet mich erreichen – und wenn euch dieser Technikquatsch nicht interessiert – ich blogge auch ausschließlich privat..

Trocken im Abgang

Weil mich einige fragten „Wie und womit arbeitest du?“. Wann und wo ich das tue, beschrieb ich. Ich habe ein MacBook Pro, einen iMac, ein iPhone und ein Nexus 6P im Einsatz. Oftmals wechseln Geräte, dies beschreibt den Jetzt-Zustand. Ich besitze keine Kamera, die Smartphones müssen es richten. Im Bett lese ich auch, da meistens auf dem iPad Air. In den Jahren entwickelte ich eine besondere Einstellung zu meinem Arbeitszimmer. War es mir früher egal, in welchem Umfeld ich blogge, so ist es heute anders.

Natürlich kann ich überall meine Arbeit machen, aber am liebsten hocke ich in meinem Arbeitszimmer. Ich habe viele Schreibtische durchgerockt in den letzten Jahren, die große Liebe ist aber das Holz und heißt Goliath. Wurde ich oft nach gefragt, habe ich vor einigen Jahren beim Dänischen Bettenlager gekauft. Rustikales Ding, welches ich 1-2 Mal im Jahr einfach mit Olivenöl verwöhne.

Der Neue 😍

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Ich hab Jahre auf nem Rattanstuhl verbracht. Ich kann nicht anders. Bürostühle jeglicher Preisklasse brachten mir nichts, auf dem Rattanstuhl saß ich hart und gerade, mein Rücken hat seitdem keine Probleme gemacht – und ja, es gab Probleme früher. Momentan sitze ich aber auf Patrik. 99 Euro von Ikea. Auch hier attestierten mir Menschen wieder Rückenprobleme. Andere wissen es halt immer besser.

Schreibtisch geölt und Kabel entsorgt. Der Frühling kann kommen 🖖

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Man sollte sich einfach wohlfühlen, wenn man viel Zeit in einem Raum verbringt. Ob Arbeitszimmer oder Garage. Man muss es sich gemütlich machen, dann ist vieles einfacher. Falls ihr echt noch Fragen habt, die dieses Blog offen lässt: Nutzt die Kommentarfunktion, ich versuche zu beantworten.

Schlaue Tipps für andere Blogger

Habt ihr meinen Artikel zu 30.000 Postings gelesen? Falls ja, scrollt weiter – falls nicht, dürft ihr gerne ein paar Ausschnitte lesen. Und nein, es sind natürlich keine Tips, sondern es handelt sich um Meinung.

Ich kann mit Coaches und anderen Theorie-Schwätzern nichts anfangen, ich bin Praktiker. Da draußen gibt es unzählige Blogs, deren Autoren dir erzählen wollen, wie du dein Blog bekannt machst und reich wirst. Mach dein eigenes Ding. Der Erfolg dieser Blogs – sofern vorhanden – stützt sich nicht darauf, dass sie erfolgreich sind, weil sie angebliches Know How preisgeben, wie auch du reich werden kannst. Spaßeshalber schaue ich mir diese Blogs gerne an – Lachnummern zu 99 Prozent. Windeier geben dir keinen ultimativen Versprechen.

Lass dich nicht verarschen, wenn du mit dem Bloggen anfängst. Gute Blogs geben dir gute Tipps für dein Projekt, versprechen dir aber nicht das Unmögliche. Meine eigene Regel für mich war immer: mich nicht mit Schwätzern abgeben, die durch die Bloggosphäre streifen. Egal ob auf Seiten der Blogger oder auf Seiten PR-Buden, Vermarktern und anderen. Wenn du mit dem Bloggen anfängst und das Ganze ordentlich machst, wirst du irgendwann mit ihnen in Berührung kommen. Learning: es gibt zu viele Menschen, die nur was mit dem Maul können.

Es ist 2016 und ich muss immer noch täglich Mails löschen, weil irgendeine Agentur mein „total gutes Blog zum Thema…“ gefunden hat und man sich freuen würde, wenn ich über die total knorke Software, Dienstleister, Damenschuhe und so blogge – und dafür bekomme ich dann Geld. Leider nein, leider gar nicht. Wen ich meine, dass es für unser Blog passt, dann blogge ich eh drüber. Freiwillig! Ohne Entgelt. Verrückt, oder? Dabei sagen die Tipp-Blogs doch, dass man Geld nehmen muss.

Heute ist morgen

Ich wollte nicht diese Masse schreiben. Vielleicht wollte ich auch nicht diese Einblicke geben. Man macht sich angreifbar, wenn man Einblicke in das Seelenleben gibt. Aber egal. Ich glaub an Karma. Passt hoffentlich bei mir. Rede ich mir zumindest immer ein. Ich bin angekommen. Bei mir. Älter. Reifer. Hoffentlich bin ich wie ein Käse oder Wein. Und ganz am Ende dieses Beitrages wiederhole ich mich ein letztes Mal, denn ich denke, dass ich hier keinen Beitrag dieser Art zum 12.ten Geburtstag dieses Blogs schreiben kann, denn nun habe ich wirklich alles gesagt. Ich bin nun ein fast offenes Buch für euch.

Versucht, trotz aller Widrigkeiten und Knüppel, die euch das Leben zwischen die Beine wirft, ein guter Mensch zu sein. Macht, dass diese Welt einfach einen kleinen Ticken besser ist – zumindest menschlich. Arschlöcher gibt es genug.

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Über den Autor: caschy

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