Was ich in 30.000 Beiträgen gelernt habe

29. Januar 2016 Kategorie: Privates, WordPress, geschrieben von: caschy

LogoFast 11 Jahre steht dieses Blog nun, gestern haben wir 30.000 Beiträge erreicht. Keine große Zahl für die Contentschmieden mit schlagkräftigen Truppen da draußen, doch für uns als unabhängiges Blog mit kleinem Team schon eine dicke Nummer. Nein, ganz alleine habe ich 30.000 Artikel nicht geschrieben – ich hatte im Laufe der Jahre immer ein wenig Hilfe, doch so richtig machte es erst Laune, als die jetzige Konstellation sich langsam bildete. In den vielen Jahren hat sich einiges geändert in der Internet-Landschaft, doch einiges ändert sich nie. Was ich so für eine Meinung zu Dingen habe, festgestellt und / oder gelernt habe? Verrate ich euch, wobei das Meiste mitlesenden Bloggern eh bekannt ist – aber vielleicht ist es mal interessant für den einen oder anderen Leser. Nicht wundern, der Beitrag wurde in einem Stück, aus dem Kopf heraus geschrieben, hoffe ihr könnt meinem gedanklichen Trampelpfad folgen.

Schreibtisch

Blogs, die Bloggern Tipps zum Reichwerden geben

Ich kann mit Coaches und anderen Theorie-Schwätzern nichts anfangen, ich bin Praktiker. Da draußen gibt es unzählige Blogs, deren Autoren dir erzählen wollen, wie du dein Blog bekannt machst und reich wirst. Fuck it! Mach dein eigenes Ding. Der Erfolg dieser Blogs – sofern vorhanden – stützt sich nicht darauf, dass sie erfolgreich sind, weil sie angebliches Know How preisgeben, wie auch du reich werden kannst. Spaßeshalber schaue ich mir diese Blogs gerne an – Lachnummern zu 99 Prozent. Windeier geben dir keinen ultimativen Versprechen.

Lass dich nicht verarschen, wenn du mit dem Bloggen anfängst. Gute Blogs geben dir gute Tipps für dein Projekt, versprechen dir aber nicht das Unmögliche. Meine eigene Regel für mich war immer: mich nicht mit Schwätzern abgeben, die durch die Bloggosphäre streifen. Egal ob auf Seiten der Blogger oder auf Seiten PR-Buden, Vermarktern und anderen. Wenn du mit dem Bloggen anfängst und das Ganze ordentlich machst, wirst du irgendwann mit ihnen in Berührung kommen. Learning: es gibt zu viele Menschen, die nur was mit dem Maul können.

Ich habe viel ausprobiert in der Vergangenheit, heute nutzen wir Partnerprogramme, Google Adsense und von unserem Vermarkter vermittelte Banner. Meine Lösung, die nicht für dich passen muss. Es ist 2016 und ich muss immer noch täglich Mails löschen, weil irgendeine Agentur mein „total gutes Blog zum Thema…“ gefunden hat und man sich freuen würde, wenn ich über die total knorke Software, Dienstleister, Damenschuhe und so blogge – und dafür bekomme ich dann Geld. Leider nein, leider gar nicht. Wen ich meine, dass es für unser Blog passt, dann blogge ich eh drüber. Freiwillig! Ohne Entgelt. Verrückt, oder? Dabei sagen die Tipp-Blogs doch, dass man Geld nehmen muss!!!!!!1111einself

SEO- und Clickbait-Scheiße

Suchmaschinen sind wichtig. Ich bringe dein Blog auf Platz 1 bei Google. Jaja, schon klar. In den Jahren habe ich zig Menschen erlebt, die mich vor Beginn des Bloggens fragten: Welche Tipps hast du für Suchmaschinenoptimierung oder zur Monetarisierung? Keine, habe ich nicht. Wenn ich ein Blog starten will – privat wohlgemerkt – dann ist Mumpitz wie SEO und Asche machen doch wohl wirklich das Letzte, woran man denkt. Man ey! Ihr wollt bloggen, ne Geschichte erzählen, oder? Wenn ihr Asche machen wollt, dann drücke ich euch die Daumen – ist so einfach sicherlich nicht. Was ich in den Jahren gesehen habe: die Leute, die den Inhalt, das Schreiben auf der letzten Stelle der ToDo-Liste hatten, sind gescheitert.

Es gibt genug Strategen da draußen, die setzen im Dutzend irgendwelche Blogs auf, nur damit sie gefunden werden und über die Links, Banner und Co Humbug verticken. Wenn ich ein Projekt angehen müsste, würde ich das nicht machen. Würde ich mich für schämen.

Learning: Tipps gibt es viele, viele Windeier finden sich – mach du einfach dein Ding. Dass es ohne Hintergedanken a la „Ich muss so schreiben, damit Google mich findet“ geht, beweist dieses Blog hoffentlich. Wir haben einen Großteil Stammleser, weniger kommen über Google und Co rein. Und unter diesem Beitrag werden sie schreiben, was ich doch für ein SEO-Clickbait-Typ bin…

Arschloch

Richtig. Ich bin eins. Sagt man. Also manche bestimmt. Werden auch welche von dir sagen, wenn du jemand bist, der seine Meinung -egal welche – ins Netz schreibt. Erst lesen wahrscheinlich nur Freunde und Verwandte dein Blog, die einige deiner Meinungen nicht teilen, dir dies aber nicht sagen.

Irgendwann aber kommen Leser, die dir die Meinung geigen. Und das ist völlig ok. Wenn du eine Meinung vertrittst und jemand anderes teilt dir seine Meinung mit, dann könnt ihr diskutieren. Geh locker ran, es wird schwer – denn du triffst quasi auf ein Spiegelbild. Jede Diskussion mit Meinungen ist immer ein Kampf mit sich selbst, denn auf der Gegenseite steht immer jemand, der ist wie du. Jemand, der seine Meinung vertreten will (Meinungs vs. Fankten). Das hast du nicht nur bei Blogs, sondern auch bei Twitter, Facebook oder auch bei Google+. Deal with it!

Das Problem heutzutage ist natürlich, dass wir mit mehr anderen Meinungen bombardiert werden, als es in der Vor-Internetzeit der Fall war. Viel Info, wenig Zeit, viel Fehlinformation.

Ich bekomme es einfach mit, wenn irgendjemand bei mir kommentiert – selbst vielleicht die Freundes-Kommentare sehe ich bei Facebook. Da sind halt Menschen bei, deren Sinn ist es, Scheiße zu quatschen. Also der Typus Experte der nicht ernsthaft mit dir reden oder diskutieren will, sondern die Sorte Mensch, die nur hetzt, notfalls mit X Accounts. Learning: Lass dir von diesen Menschen nicht den Tag versauen. Sie leben von deiner Aufmerksamkeit.

Ich habe mich lange und viel über Arschlöcher (nein nein, nicht Kritiker oder so – sondern Leute, die beleidigen oder hetzen, auch außerhalb des Blogs) aufgeregt, die Zeiten sind vorbei. Wie früher im echten Leben gibt es Block- und Bann-Funktionen, die man nutzen kann und sollte. Klarnamen-Blogger und -Kommentatoren sollten sich ihre Wortwahl überlegen, auch wenn es manchmal schwer fällt und man dem Gegenüber am liebsten vor die Mappe kloppen würde.

Und wenn ein Mensch in dein Privatleben eindringt und dich dort belästigt, dann lass dir das nicht gefallen – es mag harmlos anfangen, kann aber schlimmer werden. Selbst wenn du über Dildos bloggst, kannst du dir Scheiße eintreten – also: wenn dich einer beleidigt oder in deine Privatsphäre eindringt, geh zum Anwalt und / oder stell Anzeige. Kann alles vorkommen. Schräge Welt.

Lange Rede, kurzer Sinn: du wirst dir nicht nur Freunde machen. Sicherlich nicht. Und wenn du keinen Bock auf Diskussion hast: dein Blog, deine Kommentarspalte, dein Stream: sperren, blocken, bannen. Doch bedenke. Mit großer Macht kommt große Verantwortung.

Faustregel: Wenn du nur noch Arschlöcher siehst, dann ist die Chance hoch, dass es alle anderen wahrscheinlich nicht sind.

Und unter diesen Beitrag werden irgendwann Kommentare kommen, wie schlecht ich doch mit Kritik umgehen kann und was für ein Arschloch ich bin…(vielleicht habe ich einfach keine Lust mehr, meine Zeit mit dir zu verschwenden)

Freunde

Das Gegenteil vom oben beschriebenen. Aktiv auf Facebook, Twitter, in Blogs und Co? Du wirst nicht nur die Arschlöcher finden. Vielleicht auch generell nette Kontakte, Freunde oder die Liebe des Lebens. Manchmal ist Entfernung ganz gut für eine Freundschaft. Die meisten meiner Freunde habe ich durch andere Freunde gefunden – die ich wiederum im Internet fand. Learning: Als Nicht-Arschloch im Internet findet man unter Umständen Freunde fürs Leben. Wer sich einbringt, findet schneller Kontakt. Tolles Learning, nicht wahr? Ist aber wirklich nur aus den letzten Jahren gewachsen. Ist heute mit den Möglichkeiten wahrscheinlich ein Selbstgänger, war früher aber ungleich schwerer. WIR HATTEN DOCH NICHTS.

Kollegen

Wer schreibt, der wird irgendwann Kollegen finden. Ob beruflich oder privat. Kollegen können sich in die Kategorie Freund verwandeln – oder in die Kategorie Arschloch. Wobei viele Blogger auch Menschen als „Kollegen“ bezeichnen, obwohl sie den Gegenüber gar nicht kennen. Völlig ok! Learning: Du wirst immer jemanden treffen, der besser ist als du. Macht nichts. Spiel deinen Stiefel. Spiele aber fair. Machen viele aber nicht, nicht einmal die großen Medien. Vielen ist der Klick wichtiger, nicht der transportierte Inhalt oder der Leser. Der Rubel muss ja rollen. Was ich von solchen Menschen und Medien halte? Könnt ihr euch denken. Streiche ich aus meinem Fokus, beruhigt mein Herz. Bekommen bei mir keine Bühne, vielleicht, ne garantiert aber irgendwann im echten Leben ne Ansage.

„Kollegen“, besser Partner könnte man auch Firmen und Dienstleister nennen. Echt jetzt. Sie können dir und deinen Lesern zu bestimmten Themen gute Insights geben, kommt aufs Thema an. Gehe aber davon aus, dass du nur selten, ne besser, niemals die Kehrseiten der Medaille liest, wenn sie dir schreiben (wenn, dann nur unter der Hand). Firmen wollen immer gut ins Licht gerückt werden, auch wenn das Produkt kacke ist. Eine gute PR und eine gute Firma kann sachliche Kritik ab, ohne dich auf eine Sperrliste zu setzen. Und wenn sie das tun: drauf geschissen. Wenn etwas schlecht ist, kommt es eh raus.

Übrigens: ich finde es schade, wenn Schreiber andere Schreiber als Content-Nutten beschreiben, nur weil diese bei Verlagen oder im Auftrag arbeiten. Schreiben ist ein Beruf und wenn ich kein eigenes Blog hätte oder einfach keinen Bock mehr auf diesen „14 Stunden am Tag arbeiten-Scheiß“ habe, dann würde ich auch versuchen, irgendwo schreiben zu können. Die Sache ist immer, was du mit dir machen lässt. Wer Clickbait-Storys (wie diese, bei dieser Überschrift!) schreiben muss und seine Leser belügt, der wird schon irgendwann seinen Ruf weghaben. Nämlich den, keinen Ruf zu haben. Also bei mir. Ich schreib auch regelmäßig extern und gegen Geld.

Zum Thema „Einer ist immer besser“. Neid ist auch immer so ein Ding bei Lesern, unter Bloggern und Medien. Wieder drauf geschissen. Jeder hätte gerne mehr. Mehr Geld. Mehr Freizeit. Mehr Auto. Mehr Frauen. Mehr Männer. Weniger Kilos und mehr Haare (ich). Is halt so. Kann sich keiner von freisprechen. Sehe ich auch oft bei YouTube. Ich spreche jetzt mal für mich. Die Jungs und Mädels haben da teilweise ne Reichweite, da träumt der Führer von (hihi, er hat Führer geschrieben!!!). Die machen ein Video und stecken damit Blogs und Medien in den Sack. Sicherlich fließt da auch die eine oder andere Mark, sorry Euro. Vielleicht sogar unter der Hand (Stichwort Arschloch).

Seid nicht neidisch, es sei ihnen der Erfolg gegönnt. Selber versuchen, etwas zu reißen ist besser. Man muss nicht neidisch sein. Wenn einen die Menschen da nerven, dann kann man sie (die nervigen YouTube-Protagonisten) höchstes auslachen und sie hassen. Mache ich auch. Ich bin aber nicht neidisch. Man darf diese Medien nicht unterschätzen. Mittlerweile sind viele professionalisierte Entertainer, die halt ihre Show fürs Geld machen (müssen). Ist Fernsehen oder Musik was anderes? Siehste. Einer ist immer besser. Beim Schreiben. Beim Machen von Musik oder eines Videos. Und selbst, wenn ich euch YouTube-Affen hasse, so bewundere ich euch doch, weil ihr oft bildlich schöne Videos macht – auch wenn der Inhalt aus meiner Warte heraus kacke ist.

Verdammt, Ziel des Beitrags verkackt

Jetzt hab ich hier geschrieben, was eigentlich anders strukturiert werden sollte. Aber egal. Was raus ist, ist raus. Letzten Endes bringt Schreiben und Lesen im Netz viel Gutes mit. Man lernt extrem gut, wie manche Menschen ticken, wie sie drauf sind.

Ich würde nie Tipps geben wollen und sagen, „das funktioniert jetzt aber“, das steht mir einfach nicht zu. Liest sich oft anders, ist aber nicht so gemeint. Ich kann halt nur sagen, was bei mir gut klappte. Ich bin, wie ich bin. Ich kann mich nicht verstellen. Ich schreibe für Menschen, die meine Schreibe verstehen. Ich wollte und werde mich nie verstellen. Sieht man an diesem Beitrag, Mal verfalle ich als Blogger ins Labern – so what?

Letzten Endes habe ich nie vor irgendwelchen Dingen Tipps gelesen, sondern einfach mal ausprobiert. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Man lernt ewig. Und ich kann und will es nicht allen Recht machen. Nicht die letzten Beiträge und nicht meine zukünftigen.

Du kannst versuchen, es allen recht zu machen – aber du wirst scheitern.

Ich habe kein Talent zum Schreiben – es ist harte Arbeit Spaß. Wenn du denkst, dass du nicht schreiben kannst – egal. Wenn du es willst, mach es. Es wird keine Muse kommen und dir Zucker in den Arsch blasen. Wenn du willst, starte heute. Was heute richtig ist, kann morgen falsch sein. Probiere dich aus. Und nein, das ist hier kein kack Beitrag a la Facebook oder Instagram, wo die Reichen und Schönen Dinge teilen wie „Lebe deinen Traum“, „Machs einfach!“, „Wer nicht wagt, der nichts gewinnt“ und so. Aus so einer fucking Komfortzone Dinge zu sagen, ist einfach nicht mein Ding. Wobei mich manche vielleicht in einer sehen (Absatz Arschloch).

Und nun ein paar Worte an das Wichtigste für einen, der schreibt: die Leser.

Ihr seid das Wichtigste. Ist einfach so. Man schreibt, um gelesen zu werden. „Ich schreibe, mir ist es egal, ob jemand liest“, ist einfach ne Lüge. Genau wie 99,9 Prozent der Fetten wahrscheinlich lügen, wenn sie sagen, dass sie mit ihrer Figur zufrieden sind. Und ja, ich darf das sagen, ich bin fett. Wisst ihr, was ich oft schade finde? Das viele – gerade Kritiker – so tun, als würden sie mich oder die Mitschreiber hier kennen. Ist aber nicht so. Ich kenne nur ganz wenige von euch. Weil ich das Glück hatte, einige von euch auf Messen zu treffen – oder mit einigen via sozialer Netzwerke verbunden zu sein. Die kennen mich dann vielleicht ein bisschen. Einige wurden sogar mehr (siehe Freunde).

In diesem Sinne: Morgen ist alles anders, morgen ist alles gleich. Auf die nächsten Beiträge, so lange ich hier Lust habe. Und wenn ich einen von euch mal auf ein Bier treffe – ob Gerneleser oder Mich-Hasser – ich freu mich.

Den Krempel über diesen Absatz nicht gelesen?

Macht nichts. Ist nur mein persönlicher Schreibdurchfall. Um die Überschrift wenigstens korrekt zu beantworten: Ich habe – unabhängig vom Thema dieses Blogs – etwas beim Lesen & Schreiben gelernt. Viel über mich. Viel über das Leben. Viel über Menschen. Unterm Strich kam heraus: Bleib immer du selbst. Damit bin ich am besten gefahren. Damit macht es am meisten Spaß.



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Über den Autor: caschy

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