Yandex erweitert Karten- und Bildmaterial seines Tschernobyl-„StreetViews“

Das russische Unternehmen Yandex mit der gleichnamigen Suchmaschine hatte nach fünf Jahren nun endlich die Möglichkeit, das Karten- sowie Bildmaterial seiner StreetView-Abwandlung zu aktualisieren und außerdem um ein paar zusätzliche Panorama-Aufnahmen zu erweitern. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Regierung der Öffentlichkeit nun nach langer Zeit wieder wesentlich mehr Bereiche und Gebäude zugänglich gemacht hat als bisher. Somit kann der Besucher der Seite nun auch deutlich mehr vom Katastrophengebiet und seiner Ergebung erkunden und bekommt einen ganz guten Eindruck von der vermeintlichen Geisterstadt/-Region, die so unbewohnt gar nicht ist.

Die einzelnen Panoramen lassen sich im Blog von Yandex schon einmal ganz gut anschauen. Viel eher solltet ihr hingegen selbst mal einen Blick auf die StreetView-Alternative werfen, es lohnt sich. Dabei sollte man jedoch nie vergessen, welches Schicksal dieses Gebiet zu solch einer Zone hat werden lassen… Generell erfährt man im (übersetzten) Text ganz gut, wie es heute dort aussieht und wie unbewohnt die Region tatsächlich noch ist.

Gut zu erkennen: Der neue Sarkophag über dem ehemaligen Reaktor…

(Danke, Alex!)

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

8 Kommentare

  1. Danke für den Tipp. Ich bin gerade ne halbe Stunde durch die Straßen gefahren. Unglaubliche Bilder. Teilweise sieht es aus wie in Fantasy-Filmen wo die Natur sich schon alles zurückholt, Staßen durch Baumwurzeln zerstört und mit Moos überwachsen sind. Sehr sehenswert. Es sind außerdem dort viele Menschen unterwegs, Busse fahren, Bauarbeiter reparieren an vielen Orten. Hoffentlich wird aus der Region wieder was.

    Weiß denn jemand ob dort noch Strahlung ist?

  2. Tolle Seite! Ich finds nur schade, dass die Bilder schon wieder neugeladen werden müssen, wenn man nach einem 90°-Schwenk zur vorherigen Ansicht zurückkehrt.

  3. Chris_HN says:

    Wow.. Toller Link. Danke dafür. Wusste gar nicht dass es sowas gibt. Ist aber nicht das StreetView von Google, sonder russischer Eigenbau – oder irre ich da?

    Hatte da vor einiger Zeit mal nen Bericht im TV gesehen, wo sich reiche Amis dort alles zeigen lassen – ich fand’s makaber.
    Gerade eben bissle „durch die Straßen dort gelaufen“ und prompt in nem Kindergarten oder so gelandet. Junge Junge… da läuft’s einem eiskalt den Rücken runter. Sollte man gar nicht dran denken, welche Schicksale die Kinder (und natürlich auch deren Eltern) durchmachen mussten.

    Umso verwunderlicher ist es, dass da wohl noch recht viele (auch sehr alte) Leute dort geblieben sind – trotz Allem. Mangels Infrastruktur sind das wohl zum größten Teil Selbstversorger….

    Alles in allem hat sich die Natur dort ihr Reich zurückerobert.

    Bleibt nur zu hoffen, dass in unserer Nachbarschaft nicht auch mal so ein Kasten hochgeht….

  4. Wenn man in der Adresszeile „yandex.ru“ mit „yandex.com“ ersetzt fällt die Navigation vielleicht für den einen oder anderen leichter.

  5. Ah.. Tschernobyl ist in der Ukraine und das sollte man auch so sagen. Hier als einzige Lokalisierung „russische Unternehmen“ zu verwenden kann schnell missinterpretiert werden.

  6. MonteCaterno says:

    @Dieser: Nein, daraus wird nie wieder was. Aber um den Rest des Reaktors weiter unter „Kontrolle“ zu halten, ist es notwendig, eine gewisse Infrastruktur zu erhalten. Auch die Stromleitungen (Freileitungen) müssen erhalten bleiben, um die Anlage mit Strom versorgen zu können. Die Busse sind teilweise auch mit Touristen gefüllt, die das morbiden „Flair“ erleben wollen und dafür das Risiko der erhöhten Strahlenbelastung in Kauf nehmen (m.M nach alles leichtsinnige Sensationstouristen).
    Auf Dauer wird dort niemand mehr leben können ohne gravierende Gesundheitsschäden erleiden zu müssen. Der letzte noch betriebene Block des AKWs wurde 2000 auf Druck der EU und massiven Ausgleichzahlungen endlich abgeschaltet. Die dort verbliebenen Brennstäbe müssen aber weiterhin gekühlt werden.
    Mehr Infos gibt es bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tschernobyl

  7. Danke für den Tipp. Aber Google hat das wie ich eben sah auch. Oder ist das Material neuer?
    @Martin: Danke für den Tipp mit dem Video.

Es kann einen Augenblick dauern, bis dein Kommentar erscheint.