Unterwegs in Tschernobyl

2. Mai 2011 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Fast genau 25 Jahre ist es her, als die Katastrophe von Tschernobyl passierte. 9 Jahre war ich damals alt, konnte nicht wirklich realisieren, was passierte. Weiss nur noch, dass wir uns nach der Pause immer die Finger waschen mussten. Ihr alle kennt Fotos und Videos, das weiss ich.

Wer das Ganze noch etwas plastischer haben möchte, der kann sich auf StreetView in Tschernobyl begeben. Nein, nicht von Google, wohl aber mit gleicher Technik des russischen Suchmaschinen-Riesen Yandex. Auch 25 Jahre später: Tschernobyl hat für mich noch immer nichts von seiner grauenhaften Faszination verloren. (via Twitter)

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

27 Kommentare

Justus (twitter ) 2. Mai 2011 um 14:53 Uhr

Bezüglich der Thematik auch zu empfehlen: http://lplaces.com/de

Alex Kahl (twitter ) 2. Mai 2011 um 15:04 Uhr

In der Tat Spooky. Noch etwas detaillierter sind die Bilder von Elena. Tochter eines Physikers, die einige Male mit Ihrer ZZR-1100 durch die Todeszone gefahren ist und beeindruckende Photos gemacht hat.

http://www.kiddofspeed.com/

braveheart82123 2. Mai 2011 um 15:04 Uhr

….sprachlos….

JürgenHugo (twitter ) 2. Mai 2011 um 15:07 Uhr

Ne, ne – ich hab da diverse Fotos von in großer Wallpapergröße – das reicht mir. Richtig gruselig sieht das da aus – und ich kann schon was ab.

Und wenn ich dann sehe, was die in Japan bei Tepco machen – wenn ich im Handkarren Atombomben mit Hiroshima-Wirkung durch die Innenstadt schiebe – das wäre eher ungefährlicher.

Weil ich sicher aufpasse, das keine vom Karren fällt…

Novo (twitter ) 2. Mai 2011 um 15:21 Uhr

“Fast genau 25 Jahre ist es her, als die Katastrophe von Tschernobyl …”
Interessant wie sich auf einmal alle für Tschernobyl interessieren, aber was ist mit der aktuellen Lage in Japan? Langweilig geworden?

Jott (twitter ) 2. Mai 2011 um 15:22 Uhr

Oder man spielt “Stalker”, das ist für mich gruselig genug…

René (twitter ) 2. Mai 2011 um 17:10 Uhr

Es ist interessant das ein anfangs kleiner Fehler oder schon große Katastrophe einem land antun kann, ob nun in Tschernobyl oder in Japan, es ist etwas passiert was das Land verändert!

Dies zeigen, wie ich finde, auch sehr gut die Aufnahmen, es hat einerseits etwas faszinierendes und andererseits etwas gruseliges…

Matze_B (twitter ) 2. Mai 2011 um 17:53 Uhr

Sehr interesant, Danke! Auch wenn man dort nicht sehen kann wieviele Menschen damals wissentlich verheizt wurden, man kann es zumindest erahnen .. gruselig ist sicher ein passendes Wort dafür.

Sokrates 2. Mai 2011 um 18:26 Uhr

Ein paar Information über Yandex Stret View:
Yandex verpixelt keine Autokennzeichen und keine Gesichter! Alles ist zu sehen ;-)

H2G (twitter ) 2. Mai 2011 um 18:28 Uhr

@Novo
stimme deinem Einwand zu.

Wer die Bilder gruselig findet sollte mal z.B. Youtube durchforsten. Ich finde es wesentlich gruseliger dass es über 20 Jahre niemanden interessiert hat wie es den Menschen in und um Tschernobyl ergangen ist. Das was die machen mussten ist gruselig.

Gabe (twitter ) 2. Mai 2011 um 18:41 Uhr

Fasziniert mich seit ewig. Würde gerne Mal die Tour machen, welche angeboten wird. Alles mal in Echt sehen und erleben. Verlassene Fabrik und Bürogebäude haben bei mir bereits als Kind ne gewaltige Faszination ausgelöst, eine ganze Gegend so zu erleben muss extrem eindrücklich sein und unter die Haut gehen.

Dirk 2. Mai 2011 um 19:25 Uhr

Für die Interessierten …
kann ich sehr Empfehlen
hat auch ein paar Preise gewonnen
http://www.vimeo.com/14685404?ab

cokkii 2. Mai 2011 um 20:05 Uhr

Fast genau 25 Jahre ist es her

Nicht fast, sondern über 25 Jahre ist es her und zwar genau am 26.04.1986

Adrenalize (twitter ) 2. Mai 2011 um 20:18 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=vsiwSU3GLMg kann ich noch empfehlen, eine Nachstellung der Ereignisse VOR dem Unglück an Hand der Berichte von Überlebenden der damaligen Reaktormannschaft, die zu der Zeit Dienst hatte.

http://www.youtube.com/watch?v=-TgczLGbZSA ist noch eine recht brauchbare Zusammenfassung ab der Katastrophe und danach, auch mit Zeitzeugen-Interviews.

Das Tragische an Tschernobyl ist für mich zum Einen, dass der Vorfall wirklich hätte verhindert werden können, und zum Anderen, dass man damals noch so wenig Ahnung hatte und deshalb hunderte Helfer sinnlos starben. Z.B. die Feuerwehrmänner, die die ersten Brände löschten und dann zur Überwachung direkt am Reaktor blieben, wie es bei normalen Brandherden üblich ist. Dadurch bekamen sie das 100fache der letalen Dosis ab.

In Japan ist das Ausmaß größer auf Grund der vielen Reaktoren, aber das kontaminierte Gebiet halt sehr viel kleiner. Und es war halt höhere Gewalt, kein Bedienfehler. Aber Fukushima wird uns noch Jahre beschäftigen, man ist zwar jetzt schlauer bei den Aufräumarbeiten, aber auch dort muss sehr viel verstrahlter Schutt und kontaminiertes Wasser irgendwie sauber entsorgt werden. Und da Japan Erdbebengebiet ist, kann man nicht alles “einsargen” wie bei Tschernobyl.

Insofern ist Fukushima vielleicht weniger tragisch, aber von den Auswirkungen her zumindest vor Ort ähnlich fatal.

San 2. Mai 2011 um 20:42 Uhr

1986 war ich 16 Jahre alt und ein paar Wochen nach dem Tschernobyl in den Nachrichten war und bestätigt wurde das es ein GAU war, machten wir unsere lange vorher geplante Schulabschlußfahrt. Wir waren damals im Südwesten, genauer in Pforzheim. Gegenüber unserer Jugendherberge befand sich ein Freibad und obwohl das Wetter danach war es zu besuchen, wurde uns damals davon abgeraten. Sowohl ins Becken zu gehen als auch auf der Wiese zu liegen. Einige haben es dann auf eigene Gefahr trotzdem gemacht. Ich nicht und das obwohl ich sehr gern gegangen wäre. Das Bad war auch seltsam leer. Na ja, von bayrischem belastetem Wildschweinfleisch hat man ja auch kurz vor Fukushima gehört. Das es so aus den Medien verschwunden ist finde ich schon erschreckend. Auch das einige meinen das wenn man mal ein paar Jahre nicht daran denkt sich alles wunderbar verändert hat.
Vor kurzem hatte ich gehört, da es ja Busreisen nach Tschernobyl gibt, daß man es unter Umständen im nächsten Jahr zur EM als ‘Ausflugstip’ mit in das offizielle Programm aufnehmen möchte. Das muss auch jeder selbst entscheiden, ob er oder sie das sehen möchte oder eben auch nicht. Die Nachrichten scheinen sich ja zu überschlagen…. nun auch wieder der bin Laden in den Medien…

JürgenHugo (twitter ) 2. Mai 2011 um 22:24 Uhr

@Adrenalize:

“Und es war halt höhere Gewalt, kein Bedienfehler.” – ach ja? Wenn die seit 1000 Jahren (kein Witz) Aufzeichnungen über Erdbeben und Tsunamis haben? Wenn die KEINE Schutzmauer haben? Wenn die KEINEN zusätzlichen Notkühlkreislauf haben? Wenn die Beamten der Aufsichtsbehörde in ihrem Ruhestand da gut dotierte Pöstchen für “Nixtun” kriegen?

Was sollen die denn NOCH schlimmeres machen – eine Atombombe mitten in Tokio zünden? Da kann ich ja noch nich mal den Mr. Green machen – weil DAS in Fukushima – das war schon vorsätzliche Böswilligkeit. Und viele haben mitgeholfen. Und tragen jetzt die “blaue Montur” vom Katastrophenschutz, wenn sie mal wieder in die Kamera lügen…

G.von der Frau 2. Mai 2011 um 22:24 Uhr

Tschernobyl und die Challenger sind praktisch die ersten Weltgeschichtlichen Ereignisse wo dran ich mich selber erinnere.
Wie Caschy war ich 9. Zu Tschernobyl weiß ich noch, das meine Mutter bei Lebensmitteln aus dem Garten vorsichtiger war – “Die könne oder dürfe man jetzt nicht mehr essen …”, weil da ein Atomkraftwerk explodiert ist. So richtig verstanden habe ich das aber sicher noch nicht.
Ja und dann war da noch der Challenger Absturz. Ich war begeisterter Lego Raumschiffbauer und dachte, die wollten zum Mond fliegen … Ich war sicher, dass die Lehrerin ihren Schülern ein paar Mondsteine mitbringen wollte.

Novo (twitter ) 3. Mai 2011 um 00:47 Uhr

@San
yay ein Pforzheimer :)

San 3. Mai 2011 um 09:35 Uhr

@Novo: jo, von Berlin nach Pforzheim-Dillweißenstein… mit dem Bus damals eine lange Reise

Lordy (twitter ) 3. Mai 2011 um 14:27 Uhr

Auf jeden Fall interessant. Allerdings finde ich eine Wanderung durch Prypjat spannender als ein Blick aufs AKW selbst ;) .

Adrenalize (twitter ) 3. Mai 2011 um 23:16 Uhr

@JürgenHugo: Wenn der Reaktor ohne Erdbeben/Tsunami nicht hochgegangen wäre, dann war es kein Bedienfehler. Dass gerade der MKI in Fukushima für das Gebiet nicht optimal gesichert war, und die älteste Technik dort hatte, steht ja außer Frage. Aber auch das ist kein Bedienfehler.

In Tschernobyl wurden bei einem Test, der eigentlich schon lange erledigt hätte sein müssen, ein paar Knöpfe falsch gedrückt und die Ereigniskette nahm ihren lauf. In Japan war der Ablauf einwandfrei, die Backup-Systeme griffen ja, bis sie auch ausfielen, und die Batterien liefen bis sie leer waren.
Das war kein Bedienfehler, es wurde halt nur das Ausmaß der Naturkatastrophe unterschätzt bei der Planung.

Ich sagte ja, fatal ist beides, nur ist es halt besonders tragisch, dass man in Tschernobyl das Systemversagen einfach mal künstlich herbeigeführt hat, nur um dann zu merken, dass man es nicht mehr geregelt bekommt. Menschliche Hybris, wenn man so will…

Aber ist ja auch nur meine persönliche Meinung. ;)

N-Rico 4. Mai 2011 um 17:42 Uhr

Mich fasziniert das Thema persönlich ebenso, denn der 26.04.1986 ist gleichzeitig auch mein Geburtstag – gleicher Tag, gleiches Jahr. Die empfohlenen Seiten sind super. Danke für die News, auch wenn ich nicht unbedingt wissen muss, wie es da heute aussieht. Es reicht zu wissen, dass die Radioaktivität immer noch zu hoch ist.


2 Trackback(s)

2. Mai 2011
Tschernobyl StreetView
3. Mai 2011
Fotos Tschernobyl | toxic-mind.com Weblog

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