Spotify will sein Auszahlungsmodell anpassen

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Das Auszahlungsmodell von Spotify steh schon lange in der Kritik. So begünstigt es vor allem große Plattenfirmen und ohnehin bereits bekannte Künstler. Obendrein gibt es auch Betrüger und sogenannte Geister-Musiker, die zulasten „normaler“ Musiker mit abkassieren. Ab dem 1. Quartal 2024 soll es daher ein paar Veränderungen geben, wie Music Business Worldwide berichtet.

Gespräche mit den Rechteinhabern sollen aktuell laufen. Generell soll es beim aktuellen Verteilungsschlüssel bleiben, für kleinere Künstler dürfte das also frustrierend sein. Allerdings möchte Spotify eine minimale Anzahl an jährlichen Streams pro Track einführen, ab der Einnahmen ausbezahlt werden. Ebenfalls will man Auszahlungen und Konten sperren, wenn betrügerische Aktivitäten vermutet werden. Hier will man stärker abschrecken und Lieder gänzlich entfernen bzw. gar mit Strafen arbeiten. Das soll auch Unternehmen davon abhalten, einfach „Tricks“ auszuprobieren, da sie bisher wenig Angst davor haben mussten, erwischt zu werden. Langfristige Konsequenzen gab es im Grunde bisher nicht.

Zusätzlich soll es für Noise- / Ambient-Tracks, die nur Geräusche beinhalten, eine minimale Abrufzeit geben, die eingehalten werden muss, bis es zu Auszahlungen kommt. Dies ist sicherlich eine notwendige Maßnahme, denn um maximale Auszahlungen zu erhalten, splitten „Künstler“ mit Geräusch-Playlists oft ihre Inhalte in 31-Sekunden-Schnipsel. Das will man durch minimale Abspielzeiten pro Track verhindern, bis quasi die Abrechnung als ein vollwertiger Stream erfolgt.

Spotify selbst nimmt an, dass man durch die Anpassung Einnahmen von ca. 1 Mrd. US-Dollar von zweifelhaften Inhaltserstellern auf „echte“ Künstler umverteilen könne – innerhalb von fünf Jahren. Zu beachten ist aber, dass der Musikstreaming-Anbieter selbst diese Schritte bisher noch nicht offiziell bestätigt hat.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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9 Kommentare

  1. Diese „Veränderungen“ sind doch ein Witz. Selbst wenn da über 5 Jahre 1 Mrd. umverteilt wird, landet das doch wieder alles bei den Majors bzw. deren großen Artists. Solange nicht vom Pro Rata-Modell auf User-Centric umgestellt wird, ist das gerade für kleine und mittelgroße Artists weiterhin ein einziger Frust.

  2. Als wenn das irgendwas ändern würde. Es gibt immer noch Künstler, die das künstlich in die Höhe treiben. Kenne auch einige, die dem ganzen Konstrukt mittlerweile den Rücken gekehrt haben und eher Plattformen wie Bandcamp nutzen. Direkter Vertrieb quasi.
    1400 monatliche Hörer auf Spotify ergeben gerade mal ein Bier in Sachen Einnahmen. Da schüttet selbst Apple mehr aus.

  3. Minimale Abspielzeiten sollte es generell geben, bevor es als Abruf zählt. War das bisher tatsächlich anders? Dann wäre das m.E. eine durchaus sinnvolle Änderung, nicht für für solche der o.g. Tracks.

    • André Westphal says:

      Die Tracks mussten bisher an 31 Sekunden als einmal abgespielt gerechnet. Das soll eben jetzt deutlich erhöht werden.

  4. Geister Tracks sind das eine. Geister Hörer das andere.
    Es gibt mittlerweile mehrere Dokus wo gezeigt wird, wie man durch Skripte Tracks abspielen kann ohne das jemand zuhört und die Einnahmen höher sind als die Kosten für das Monatsabo und die Technik.
    Nebeneffekt ist, dass die Abspielcharts einfach nur noch Müll enthalten.

    • Tja, solange nicht die durch einen User bezahlte Gebühr auf durch diesen User gehörte Tracks aufgeteilt wird, sondern ein vordefinierter Betrag pro Track ausgezahlt wird, kann man tricksen.

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