Oclean X Pro Elite: Smarte Zahnbürste ausprobiert

Nach einigen Jahren war es mal wieder Zeit für eine neue Zahnbürste. Klingt vielleicht komisch: Ich bin Fan der ausgedehnten Zahnpflege, da ich grundsätzlich unter der Dusche meine Zähne putze und dies auch recht ordentlich, da ich panische Angst vor dem Zahnarzt habe und ich zudem weiß, was Besuche bei diesem kosten können. Anders formuliert: Ich bin da der Typ Vollnarkose, wenn da etwas ist. Zahnbürsten bekommt man für ein paar Cent, elektrisch ist man da von wenigen Euro bis zu mehreren Hundert Euro unterwegs.

Vermutlich wird euch kaum ein seriöser Zahnarzt erzählen, dass es die elektrische Zahnbürste für 300 Euro sein muss, er wird eher sagen, dass darauf geachtet werden sollte, dass genau, angemessen häufig und vor allem ausreichend lang geputzt werden sollte. Bei uns daheim hat der Sohnemann eine eigene elektrische Zahnbürste, die Frau und ich teilen uns ein Elektrohandteil – da werden logischerweise immer die Köpfe getauscht. Ich habe mir die relativ neue Oclean X Pro Elite mal anschauen können, nachdem ich in den letzten Jahren auf Braun, aber auch auf günstige Ableger wie Fairywill setzte.

Die Oclean X Pro Elite ist bei Amazon und anderen Händlern erhältlich. Bei den China-Shops kann man ein paar Euro sparen, ansonsten werden direkt in Deutschland um 60 bis 70 Euro fällig. Die Oclean X Pro Elite ist nicht nur eine einfache Zahnbürste, da achtet man ja als Techie drauf, sie kommt auch mit einem farbigen OLED-Touchscreen nebst Gyroskopsensor daher. Im Lieferumfang befinden sich das Handteil mit seinem 0,96 Zoll großen Display, ein Magnethalter, den man an die Wand kleben kann sowie das Netzteil nebst Ladeschale (Anmerkung: Die Bürste ist drahtlos ladbar, an jedem QI-Lader). Die Bürste nennt IPX7 als Wert für die Wasserdichtigkeit und meine ausgedehnten Duschvorgänge dürften das bestätigen.

Oclean X Pro Elite Electric-Zahnbürste, 0.96 "Farbe OLED-Bildschirm, Super-Stummschaltung, 35 Tage,...
  • Intelligente benutzerdefinierte Reinigungslösung: Zahnbürste ist mit einem farbigen OLED-Touchscreen, eingebautem Druck, einem Gyroskopsensor, mit einer neuen Generation von Oclean-Betriebssystemen...
  • 0.96 Zoll großer Bildschirm: Farbe OLED-Bildschirm, Sie können die Zahnprogramme durch den Berührung bürsten, und sehen Sie den Zahnbürstenbericht auf dem Body-Bildschirm, nachdem Sie die Zähne...
  • Super Clean Power: Upgrade "Magnetic Floating Clean 2.0 Wide Swing Cleaning" -Technologie, eingebaute, eingebaute magnetische Aufhängung bürstenlos Motor, 42.000 Umdrehungen pro Minute, Super...

Die Verarbeitung der Oclean X Pro Elite wird von mir als sehr wertig empfunden. Die Oberfläche ist leicht angeraut, fast „marmoresk“. Fühlt sich gut in der Hand an. Auch das Display ist gut ablesbar und es ist schon fast überraschend, wie gut die Touch-Bedienung von der Hand geht. Das Display reagiert flott auf Eingaben, sodass man sich schnell durch die Programme hangeln kann. Klingt alles gut – erst einmal. Ein bisschen enttäuscht war ich, dass nur ein Aufsatz dabei ist. Oclean X Pro Elite – das Pro Elite steht dabei nicht für den Lieferumfang.

Nun aber zur Bürste und den Programmen. Ich hab vor zig Jahren schon Bürsten gehabt, die App-angebunden waren und ich war damals kein großer Fan. Kommt halt auch immer darauf an, was eine App so bietet. Bei Oclean ist das tatsächlich ganz nett gelöst, obwohl ich da für mich auch die Langzeitmotivation infrage stelle. In der App selbst verbindet man seine Zahnbürste mit dem Smartphone. Das geschieht über Bluetooth.

Die deutsche Übersetzung ist verständlich und brauchbar. Zu jedem Programm (Bleaching, Reinigen, Massage des Zahnfleischs etc.) bekommt man Erklärungen und es gibt einige Empfehlungen, wie man seine Zähne am besten reinigt. Nach dem Putzen kann man eine prozentual gewichtete Erfolgsgeschichte nicht nur auf dem Display der Bürste ablesen, sondern auch in der App selbst. Ein eigenes Programm kann man auch erstellen und das war in der App so eines meiner Highlights.

So kann man beispielsweise einstellen, dass diverse Modi so und so lange durchgeführt werden, während man dann vielleicht am Ende noch 2 Minuten Zahnfleischmassage durchzieht. Übrigens: Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch können auch eine Frequenzreduzierung der Schallzahnbürste bei Überdruck aktivieren. Teilweise ist es aber in der App zu viel Wissenschaft für einen Nutzer, wenn er in eigenen Programmen Bereiche definieren muss, die einfach nummeriert dargestellt werden. Ebenfalls unschön: Eigene Programme erhalten zwar eine Punktzahl und sagen etwas aus über den Reinigungsgrad, erfahren aber keine genaue Berichterstellung.

Auch das Putzen unter der Dusche kann an Grenzen stoßen, wenn man nicht geneigt ist, sich Dinge zu merken. Könnt ihr ein eigenes Putzprogramm erstellen und euch merken, wann wo zu putzen ist? Wunderbar, dann müsst ihr nicht aufs Smartphone schauen. Ich musste dies im Test einige Male, um mich einzugrooven. Schön, dass die Zahnbürste das auch auf dem Display anzeigt, doch wer nimmt bitte die arbeitende Bürste aus dem Mund um zu schauen, welcher Bereich nun dran ist?

Ebenfalls unschön: Ihr könnt Grundprogramme bei jedem Start der Reinigung über die Bürste auswählen, Putzlänge, Stärke etc. – doch eure erstellten Programme benötigen den Griff zur App. Ebenfalls empfand ich es als störend, dass die App die Analyse nicht ordentlich durchzieht. Beispiel: 3 Minuten geputzt – 100 Punkte kassiert. Alles top in der App. 10 Minuten später aus Versehen die Bürste angeschaltet und wieder ausgeschaltet – direkt die vorige Analyse weg und den Status „schlecht“ erwirtschaftet.

Am Ende bleibt: Nett, dass die App einigen Menschen Programme bietet, ich selbst brauche tatsächlich nur das auf der Zahnbürste vorgehaltene Angebot. Zeit, Härte-Modus und ab dafür. Denn auch mit schöner App und Gamification: Letzten Endes entscheidet nicht die App, sondern ich. Ich merke, wenn meine Zähne sauber sind – und die Extrapflege besonders Zahnstein-gefährdeter Zonen sowie das Behandeln der Zahnzwischenräume mit kleinen Extrabürsten wird ja doch nicht honoriert.

Da muss jeder Mensch selbst dran denken. Die App hat, wie bereits erwähnt, Luft nach oben. Die Zahnbürste allerdings ist mir das Geld definitiv wert, das merke ich bei mir persönlich an einer verbesserten Reinigungsleistung im Vergleich zu meiner früheren Bürste im unteren Gaumenbereich. Verarbeitung: Top, App: mhhhh (aber ich behalte das im Auge und gebe Bescheid, wenn sich da was tut!). Lieferumfang hätte mit Zusatzbürste (kosten zwischen 4 und 5 Euro) kommen dürfen.

Ergebnis: gut! Kann man weniger ausgeben: sicherlich. Muss man mehr Geld ausgeben? Vermutlich nicht (so ein Zahnarzt). Randtipp: Checkt, ob eure gesetzliche Versicherung die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt übernimmt. Nutzt das ruhig. Schlecht gepflegte Hauer sind nicht nur unschön, sondern können richtig ins Geld gehen.

Kurzfakten:

  • Oclean X Pro Elite
  • Schallzahnbürste, bis 42.000 Vibrationen pro Minute
  • Sehr leise (Angabe 45 dB)
  • Geschützt nach IPX7
  • Kabelloses Laden, auf Reisen vielleicht der Lader vom Smartphone
  • Putzdatenanalyse
  • Farb-Dsiplay
  • 3,5 Std. Ladezeit, soll bei täglichem Gebrauch a 2 Minuten 35 Tage halten
  • Personalisierbare Pläne

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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30 Kommentare

  1. Ich frage mich ja ernsthaft wer solche App unterstützten Zahnbürsten braucht. Oder anders gefragt, wer so etwas ernsthaft dauerhaft benutzt. Mag ja eine schöne Spielerei sein. Aber ich glaube halt, dass man so etwas mal zwei oder drei Tage nutzt und danach eben nicht mehr.

  2. Schall kommt mir nicht ins Haus 😉

  3. Zu lange Putzen ist aber auch schlecht.

  4. Ich schwöre auf die Ultraschallzahnbürsten von Philips, die Dinger haben imo die beste Reinigungsleistung. Meine aktuelle hat auch so ein Smartgedöns mit App, selbst Firmware Updates gibt es. So ein Schmarrn. Meiner zweijährigen Tochter versuche ich jeden Tag zu erklären warum, weshalb, wie lange, und ich brauche dafür eine App? Das passt doch nicht. Sinnvoll ist da nur eine Funktion, diese Druckkontrolle. Aber das geht auch ohne App.

  5. Du sprichst das Thema Ersatzbürsten leider nicht an. Die sind bei meiner Philips Sonicare ein Ärgernis da recht teuer. Zumindest die originalen, die sind aber qualitativ einfach deutlich besser als die Nachbauten. Was kosten Ersatzbürsten für die Oclean und wo bekommt man sie.

  6. Meine ganze Familie putzt mittlerweile mit Oclean. Preis/Leistung ist unschlagbar. Ersatzbürsten gibts deutlich günstiger als bei der Konkurrenz. Im Doppelpack gerade mal 6€, wenn man schaut und im Angebot kauft. Meine Oclean One ist schon mehrfach auf die Fliesen geknallt und hat außer 1-2 Macken nichts, sie funktioniert noch einwandfrei. In der App habe ich einmal mein Programm erstellt und nutze es seitdem. Ab und zu gehe ich mal rein um zu schauen ob ich meinen Kopf wechseln muss. Bei meiner Zahnreinigung, beim Zahnarzt, wurde ich gefragt was ich gemacht hätte, mein Zustand der Zähne hatte sich gegen früher deutlich verbessert. Jetzt schon steht fest das meine Nächste auf jeden Fall wieder von Oclean kommt. Zusätzlich habe ich mir noch das W1 von Oclean gegönnt, was das Ding noch zusätzlich rausholt ist echt der Hammer.

  7. In der App kann man doch kurzes einschalten quasi abschalten/nicht beachten. Ich hab den Vorgänger und da geht das.

    Ich steh auch auf den OClean-Kram. Einmal alle 2-4 Wochen laden und nicht wie bei den einfachen Oralb alle 4 Tage für 20h.
    Ich hoffe ja „Warentest“ nimtm die mal unter die Lupe.

  8. Ich hab so ein Ding ausprobiert 1 Monat und bin wieder zurück zu meinen harten primitiven Handbetriebenen Zahnbürsten.. Sind auch unter der Dusche und auf dem Klo wunderbar zu nutzen..

    • Auf dem Klo Zähne putzen? Ernsthaft?
      Und mal ehrlich, man bekommt mit einer „normalen“ Zahnbürste seine Zähne nicht so sauber wie mit einer elektrischen.

      • Falsch, liegt egal ob elektrisch oder klassisch nur an der Technik wie ich Putze

        • Jaein. Klar liegt es am Ende vom Tag an der Technik und jemand der ordentlich mit der Handzahnbürste putzen kann wird genauso saubere Zähne und Zahnfleisch haben wie mit einer elektrischen Zahnbürste aber mit einer elektrischen Zahnbürste ist es selbst bei falscher Putztechnik trotzdem deutlich sauberer im Mund. Wird dir auch jeder Zahnarzt so bestätigen.

  9. Ich hab mir die auch geschossen und muss sagen, dass sie mir zu sanft ist. Hab nach 2 Monaten wieder die alte Braun rausgeholt und hab sofort gemerkt, dass mein Zahnfleisch viel besser massiert wird und das auch nötig hatte. Nach einer Woche war es dann wieder besser. Auch kommt der runde Bürstenkopf besser an manche Stellen als der längliche. Die App spinnt auch, verbindet sich aber zeichnet nicht auf, muss vielleicht mal neu koppeln.

  10. Vielen Dank für diesen Artikel!

    Ich habe mir kürzlich auch eine neue Zahnbürste zugelegt und bin nach etlichen Vergleichen und einer länglichen Recherche bei der iO 7 von Braun gelandet. Irgendwie hat sich bei mir eine Vorliebe für runde Bürstenköpfe ausgebildet, sodass die meisten Alternativen irgendwann wegen dieses Merkmals nicht mehr in Frage kommen. Bisher bin ich sehr zufrieden. Der Preis für die Zahnbürste ist zwar happig und die Bürstenköpfe kosten auch unverschämt viel. Aber die Verarbeitung ist top und, das wichtigste Merkmal, die Putzleistung ist tatsächlich deutlich besser als bei meiner „einfacheren“ Braun, die ich vorher besaß. Die magnetische Ladestation finde ich sehr gelungen und die Akkulaufzeit ist erstaunlich gut. So kann man die Bürste auch ohne Ladekabel mit in den Urlaub nehmen. Was mir neben dem runden Bürstenkopf noch wichtig war, sind die Vibrationen pro Quadrant und die wiederholten Vibrationen nach Ende der Putzzeit. Außerdem merkt sich die Zahnbürste den zuletzt genutzten Modus, sodass ich nicht durch alle Optionen schalten muss, bis es mit dem Zähneputzen losgehen kann. Ein nettes, aber letztlich nicht so wichtiges Feature ist die Andruckkontrolle. Die zeigt nicht nur an, wenn man zu stark, sondern auch wenn man zu wenig bzw. genau richtig stark drückt. Mehr brauche ich nicht, also weder eine App (wozu genau könnte die sinnvoll sein?) noch das Display, bei dem mir auch nicht in den Kopf will, warum man es nicht auf die Rückseite macht. So sieht das Design zwar stimmig aus, wichtiger wäre mir allerdings, wenn ich das Display während des Putzens ablesen könnte.

    • Ich habe seit ein paar Wochen eine IO 8. wenn die Putzleistung nicht so excellent wäre, hätte ich sie wieder zurückgeschickt. Die Akkulaufzeit ist eine Katastrophe, hält gerade mal eine Woche durch wenn ich sie alleine nutze und der Preis für die Zahnbürste und die Ersatzköpfe ist nur erträglich wenn man die Prime Day nutzt. Hatte seit Jahr(zehnten) eine normale Oral-B aber diese putzt schon fast surreal gut, deshalb habe ich sie behalten.

      • Interessant, dass der Akku Deiner iO 8 deutlich weniger hält. Meine Akkulaufzeit würde ich so auf etwas über zwei Wochen schätzen. Allerdings hat die iO 7 kein Farbdisplay und ich habe die BT-Funktion im Menü abgeschaltet.

  11. Ich putz mit der Hand und meine Zähne sind tippitoppi. Bin irgendwie nicht die Zielgruppe. Und mir ist das auch alles viel zu teuer.

  12. @caschy

    ich suche eine gute Zahnbürste, die keine Intervalle durch Vibration bzw. kurzes Stoppen anzeigt. Lässt sich das deaktivieren?

    Beste Grüße

    Nick

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