Netzneutralität anschaulich erklärt

Ich verbringe viel Zeit im Netz, ich arbeite im Netz. Ich möchte, dass alle Daten gleich behandelt werden. Einfach auf ein Minimum runtergebrochen, aber so ist es nun einmal. Noch immer wissen viele nicht, was Netzneutralität ist und auch Politiker wollen anscheinend nicht begreifen, wie wichtig so ein richtig freies Netz ist (ich werfe keinem vor, von einem Lobbyisten „überredet“ worden zu sein). Wie auch immer: viele wissen nicht, was es ist – aber alle sollten es wissen. Deshalb hat Alexander Lehman wieder ein Erklärbärvideo gemacht, welches sicherlich nicht alle Aspekte beleuchtet, aber meiner Meinung nach auch Laien gut erklärt, was Netzneutralität ist. In diesem Sinne.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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26 Kommentare

  1. lentille says:

    Mal wieder perfekt dargestellt, das macht er didaktisch hervorragend. Und ein wichtiges Thema. Teilen!

  2. Was ich mir wünsche/vorstelle? Dass diese Themen (Netzpolitik) auch hier öfter vorkommen. Mit der Reichweite des Blogs hat man eventuell auch so etwas wie … Verantwortung (bessere Beschreibung fällt mir nicht ein, trifft es nicht ganz)
    Interessant wäre auch z.B. technisches Aufbrechen der aktuellen BND/NSA Geschichte.

  3. solveigh says:

    Ein staatlicher Eingriff um „Neutralität“ zu gewährleisten ist absoluter Wahnsinn. Und wenn ich sowas wie „bezahlbares“ Internet höre, dann weiß ich, aus welcher Ecke dieser Film kommt. Der Preis des Internets bestimmt sich – wie bei jeder andere Ware – durch Angeboten von Menschen und Bedürfnissen von Menschen. Wenn das nicht der Fall ist, hat das IMMER mit Eingriffen des Staats zu tun. Bei der Telekommunikation waren es das Monopol der Post, bei der Bahn die staatlichen Streckennetze, die wahren Wettbewerb verhindern – und Interessen einflussreicher, staatsnaher Lobbys gegen die Interessen aller anderen durchgesetzt haben.

    Die Lösung für das Internet ist nicht mehr Staat, sondern weniger – lasst doch die bösen Unternehmen mit Drosselung drohen – wen hindert denn ein neues Unternehmen einfach eine Alternative anzubieten, die eben keine Drosselung macht und damit (wenn es von den Menschen gewollt ist und nicht nur von ein paar Bloggern und Internetaktivisten) die Pole Position am Markt zu bekommen?
    Denn es gibt nichts demokratischeres als die Entscheidung, die wir jeden Tag durch unser Portemonnaie fällen – die, die unsere Bedürfnisse befriedigen, die unser Leben bereichern werden „groß“, die die es nicht tun, verschwinden.
    NUR der Staat hat die Möglichkeit durch Monopolbildung (also durch sein Gewaltmonopol und gesetzliche Verbote) am Bedürfnis vorbei Unternehmen zu Monopolen zu machen. Auf einem freien Markt rächt es sich gegen die Bedürfnisse der Mehrheit zu sein.

    Man wünscht sich immer dann einen staatlichen Eingriff, wenn andere Menschen nicht freiwillig der eigenen Sicht der Dinge folgen – dann ruft man nach der Gewalt des Staates sie zu zwingen – aber das ist nicht der richtige Weg.

  4. Wer über Netzneutralität und andere netzpolitische Themen auf den laufenden sein will, sollte bei http://logbuch-netzpolitik.de/ rein hören.

  5. Ach so noch vergessen: https://www.youtube.com/watch?v=d1qOkJcn2c4
    und um alle Nörgeler zu befrieden – auch mit Engl. UT

  6. Julian Arnold says:

    @solveigh hast du im Grundsatz recht, jedoch vergisst du Kartellabsprachen (ich weiß die sind verboten, trozdem erhöhen 8 Dönerbuden gleichzeitig den Preis). Wie könnte es denn sonst sein, dass die Lobby eindeutige Ziele verfolgt.

  7. Im Video ists ganz schön beschrieben worden:
    Durch den >nicht< Ausbau der Netze, stellt sich quasi ein endliches internet ein. Da die Ressourcen immer knapper werden, muss leider gedrosselt werden wie blöde um noch mehr Kohle zu scheffeln.
    Was wir aber dringender bräuchten, wäre der Ausbau des Netzes. In DE ist man noch immer unterirdisch versorgt ..

  8. Wie hat der Oettinger letztens erst gesagt. Wer für Netzneutralität Eintritt ist ein Taliban der modernen Gesellschaft.

  9. Man sollt aber mal eines nicht vergessen: Wenn alle Pakete gleiche behandelt werden sollen, dann sollte das Internet auch für alle das gleiche kosten. Wir zahlen für einen 34MBit Internetanschluß (Gewerbe / Glasfaser) mit 8(6) festen IP-Adressen 1499 Euro netto. Wenn ich soviel Asche für einen Anschluß hinlege, dann will ich aber auch, dass ich diese Leistung nutzen kann. und jetzt erklärt mir bitte mal, warum jemand mit einem 20 Euro Internetanschluß die gleiche Priorität haben soll? Wenn ich überlege, dass es in ein paar Jahren nur noch IP-Telefonie gibt (auch jetzt ja schon Gang und Gebe, denn spätestens ab dem Mobilfunkmasten laufen auch die normalen Gespräche als Pakete über das „Internet“), stellt sich mir die Frage: Sollten die Pakete eines Katzenvideos auf einer Streamingplattorm wirklich genauso viel Priorität besitzen, wie ein Notruf über das Telefon? Das Thema ist etwas komplexer als nur die „dunklen Abzockergedanken“ der „bösen, bösen“ Internetanbieter. Wenn jedes Paket gleich behandelt werden soll, dann soll auch jeder das gleiche Bezahlen – mal sehen wer da mitmachen würde….

  10. natürlich sollen nicht alle daten gleich behandelt werden… voip muss zb vorang vor anderen datenpaketen haben. aber weder der endkunde noch der anbieter (zb skype) darf dafür irgendwie zusätzlich zur kasse gebeten werden. und auch streaming anbieter, die das netz extrem belasten, dürfen nicht anders behandelt werden, als jeder andere anbieter… sonst hätten es dienste wie youtube und netflix nie geschafft so bedeutend zu werden, weil es für diese firmen als startup unbezahlbar geworden wäre. und dann darf der netzanbieter, wie die telekom, auch keine dienste blocken oder ausbremsen, die den eigenen diensten konkurrenz machen… zb. muss es für jedes startup möglich sein, ein tv angebot auf ip-basis anzubieten… auch wenn die telekom damit einen konkurrenten zu ihrem t-entertain bekommt.

    natürlich muss das netz bezahlt werden und besonders der netzausbau auf dem land kostet die telekom viel geld. diese kosten müssen aber auf alle nutzer umgelegt werden. jemand, der also nur im internet surft, muss auch die nutzer mitfinanzieren, die den ganzen tag streaming angebote nutzen. nur so kann sich das internet immer wieder neu erfinden..und das in kürzester zeit.

  11. Der Staat soll da mal einige Milliarden reininvestieren.

  12. @Robert: Bei dir kommt dann aber auch schneller und wahrscheinlich nachts ein Techniker vorbei, um ggf Probleme zu lösen und nicht erst nach ein paar Wochen… das kostet natürlich ordentlich extra, auch wenn du es nicht nutzt.

  13. @solveigh

    „wen hindert denn ein neues Unternehmen einfach eine Alternative anzubieten“ sorry das ist sowas von realitätsfern, das klappt maximal mit lokalen Versorgern
    Das ist genauso abwegig wie die Selbstregulierung in bestimmten Märkten, wie toll das klappt sieht man beim Öl, Medizin, Strom …

    @Robert

    du hast scheinbar die Technik die dahinter steckt nicht begriffen und was man eigentlich will auch nicht. Abschaffen der Netzneutralität macht das Internet für alle langsamer und teurer und das obwohl massive Überkapazitäten vorhanden sind. Der einzige Gewinner dabei wäre der ISP (Telekom, 1&1 …) der kann dir dann quasi kosten losen Traffic für richtig Geld verkaufen.

  14. Das der Markt sich eben nicht komplett selbst reguliert, hat uns doch anschaulich die Bankenkrise vorgeführt. Damit es nicht zu einer Schieflage kommt, muss der Staat zumindest hier und da regulierend eingreifen.

  15. solveigh says:

    Fragt euch mal, wann sich der Markt eben nicht reguliert?

    Die Bankenkrise ist übrigens ein großartiges Beispiel dafür, was staatlicher Eingriff vermag.
    Es gibt keinen Sektor – weder in den USA noch in Deutschland – der stärker reguliert ist als der Bankensektor. „Reguliert“ ist natürlich ein Propagandabegriff, denn es hört sich an, als müsste der Staat uns alle vor Wettbewerb schützen 😉
    Der Staat hat die Bankenkrise in den USA 1. durch den Eingriff in den Zinspolitik und 2. durch Gesetze bei den Immobilienkrediten verursacht.
    Die moralisch nette Idee, dass JEDER sich für einen Hauskredit qualifizieren sollte, ohne dass er kreditwürdig ist – hat Politikern Wahlen gesichert. Dieses Programm wurde in den USA von jeder Regierung in großer Geste JEDES JAHR ausgeweitet – Kredite, die nicht bezahlt werden konnte, wurden von staatlichen Banken (Freddie Mac noch ein Begriff) aufgefangen … Was macht jeder von uns, wenn jemand sagt: egal wieviel Geld ihr verliert, wir bezahlen das?! Natürlich haben die Banken auf Teufel komm raus Geld verliehen – Politiker wollten Macht und dankbare Bürger! Und um fair zu sein: der Bürger spornt Politiker an, so zu handeln, weil er es mit Wählerstimmen belohnt.

    Zu den Kartellen: kein Kartell in der Geschichte konnte sich (ohne Staatlich unterstützung z.B. durch hohe Importzölle, um ausländische Wettbewerber zu verteuern) halten.
    Wenn eine Gruppe von Unternehmen ein Kartell bildet, dann weil alle die gleichen Kosten und Preise haben und hoffen dadurch Mitbewerber von AUSSEN wegzuhalten – aber es hat sich immer gezeigt: findet einer den Weg die Produkte durch zB Innovation billiger anzubieten, wird er einen Dreck tun, sich an Kartellabsprachen zu halten … Denn warum sollte er denn seinen Marktvorteil nicht nutzen? Aus „Solidarität“ ? 😉

    Gleichzeitig: seht euch die Kartellverfahren genau an. Kartellämter sind eine großartige Möglichkeit für Milliardeneinnahmen des Staats – in China ist das sehr evident. Denn da gibt es ständig Verfahren gegen die Deutschen Autohersteller z.B. weil ihre Ersatzteile „zu teuer sind“ 😉 Normalerweise lässt man sowas den Markt regeln – ich fahre z.B. billigere Marke und gehe nicht zur Vertragswerkstatt – Aber China in seiner unendlichen Güten ihrern Verbrauchern gegenüber hat VW Millionenstrafen übergezogen und das ein chinesisches Gericht entscheiden lassen – das hat dann entscheiden können ob China 100 Mio bekommt oder nicht :)))
    Jetzt wisst ihr auch, warum jedes europäisches Land Investitionsschutzabkommen und AUSSERGerichtliche Instanzen will – nämlich absolut zurecht, weil sie nationalen Gerichten nicht traut bei dieser Entscheidung mit so viel Selbstinteresse neutral zu sein.

    Ich bitte euch nur mal drüber nachzudenken, ob das ehemalige Postmonopol und die dadurch bedingte Verknappung der Netze nicht eigentlich das Problem ist –

    also lieber, mehr freiwillige Kooperation zwischen Menschen und Wettbewerb (das stärkste Korrektiv gegen Monopole!) wagen und weniger „gutmeinenden“ Staat mit Gewaltmonopol wagen …

  16. Also ich finde das Video ja Klasse, da es so echt jeder versteht, aber die Internetseite dazu finde ich nicht so gut. Das Mail Widget welches mir eig die ganzen Daten für die Abgeordneten liefern soll funktioniert bei mir im Firefox und Chrome gar nicht. Da kann das Video noch so gut sein, wenn die Leute danach die Seite aufrufen und dann doch sämtliche Email-adressen und Twitteraccounts etc. selbst raus suchen müssen, bin ich der Meinung das sich so gut wie niemand die Mühe macht.

  17. @solveigh
    In einem freien Markt hättest du Recht. Leider ist der Markt nicht frei, und ihn frei zu gestallten, ist nur theoretisch möglich. Und damit ist die Realität nicht so einfach, wie sie in einem Modell von Schuhfabrikanten in der Lehre gerne gemacht wird.

    Sowohl die Telefonleitungen als auch die Kabel der Kabelnetzbetreiber wurden von Staatsunternehmen verlegt. Der Markt war also von Anfang an nicht frei.

    Die Banken würden sich auch selbst regulieren, würde man sie, im Falle einer Pleite, pleite gehen lassen. So lange man aber jedem etwas größeren Konzern vom Staat her Unterstützung zusichert, weil ja sonst die auch so geliebten Arbeitsplätze gefährdet wären, ist der Markt nicht frei. Der Markt der Automobil-Konzerne, nicht frei.

    Und irgend jemand muss dafür sorgen, dass der freie Markt für alle Schäden, die er anrichtet, haftet, sonst ist er wieder nicht frei. Wenn der Staat den Müll, den ein Unternehmen hinterlässt, entsorgt, dann ist der Markt nicht frei. Betrachtet man ein AKW: Wenn die Strom produzieren dürfen, indem sie nen Reaktor in die Wiese bauen und ein wenig Uran kaufen, ist der Strom sehr billig zu produzieren. Den Müll und das Risiko eines GAUs müssen sie aber auch bezahlen, sonst wären alle anderen Strom-Erzeugungsmaßnahmen konkurrenzlos zu teuer. Und den strahlenden Abfall kann man ja dann in die Nordsee kippen oder in die Ukraine verkaufen, und wenn das AKW einem um die Ohren fliegt, baut man 300km entfernt ein Neues und produziert weiter Strom. Wer, wenn nicht der Staat, müsste (ich weiß, er macht es nicht hinreichend) den AKW-Betreiber in die Pflicht nehmen, auch die Entsorgung (die technisch noch gar nicht möglich ist, wahrscheinlich auch nie wird) und die Haftung für den Betrieb des AKWs zu übernehmen? Was ist also ein freier Markt, der irgendetwas reguliert?

  18. @solveigh ganz einfaches Beispiel:
    Youtube ist finanziell extrem gut aufgestellt und erkauft sich die schnelle Beförderung ihrer Video-Daten. Ich würde jetzt aber gerne selbst ein Videoportal auf die Beine stellen. Mein Unternehmen hätte doch gar keine Chance erfolgreich zu werden, da ich mir als Entrepreneur die schnellere Beförderung meiner Daten überhaupt nicht leisten könnte. Mein Produkt wäre schon vor Marktstart tot!

    Irgendwelche Lösungsansätze?

  19. solveigh says:

    @saujung
    Immer wenn Dritten Kosten aufgelastet werden z.B. durch Abgase, Müll etc. muss Ausgleich geschaffen werden – dabei ist egal, ob das Unternehmen staatlich oder privat ist. Zudem ist im freien Markt die Gerichtsbarkeit nicht abgeschafft – im Gegenteil, sie sind dafür da Streitfälle im Markt zu lösen.

    Das Argument, dass wir zuviel Staat haben (es gibt Monopole, an denen wir heute noch leiden) damit auflösen zu wollen MEHR Staatseingriff zuzulassen, leuchtet mir nicht ein.

    Fühltest du dich gut geschützt die letzen Jahrzehnte durch das Bahnmonopol, das jedem Busunternehmer verboten hat, dir ein Angebot für eine Strecke zu geben, das weiter unter einem Bahnticket lag?
    Eine kleine Lobby hat sich da auf dem Rücken der Bürger bereichert.
    Das gleiche ist natürlich auch noch durch die letzte Meile der Post gegeben.

    @Jens Köhler

    Welche Chance hättest du denn gegen den Staat? Welche Chance hättest du in einem .de Internet oder einem Europäischen Internet?
    Bitcoin merkt übrigens seit Jahren wie schwer es ist eine alternative zu Banken anzubieten gerade wegen der Regulierungen.
    Deine Chance gegen Google ist größer als gegen den Staat – eine bessere Idee kann Google vernichten. Ein Gesetz kann jede Innovation obsolet machen – so wie ein Busunternehmer sich vor Jahren noch Strafbar gemacht hätte, würdest du dich strafbar machen.
    Das Problem liegt wieder in der Monopolisierung des Netzes.
    Ein „Wahrheitsminsterium“ bzw. ein Neutralitätsgesetz durch die unangefochtene (kein Wettbewerb) Macht einer politischen Gruppe ist nicht die Lösung.

  20. Ihr müsst erstmal googlend was QoS ist um dann hier weiter zu diskutieren. Das wird nämlich gerne mit Netzneutralität verwechselt.

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