Netzneutralität anschaulich erklärt

Ich verbringe viel Zeit im Netz, ich arbeite im Netz. Ich möchte, dass alle Daten gleich behandelt werden. Einfach auf ein Minimum runtergebrochen, aber so ist es nun einmal. Noch immer wissen viele nicht, was Netzneutralität ist und auch Politiker wollen anscheinend nicht begreifen, wie wichtig so ein richtig freies Netz ist (ich werfe keinem vor, von einem Lobbyisten „überredet“ worden zu sein). Wie auch immer: viele wissen nicht, was es ist – aber alle sollten es wissen. Deshalb hat Alexander Lehman wieder ein Erklärbärvideo gemacht, welches sicherlich nicht alle Aspekte beleuchtet, aber meiner Meinung nach auch Laien gut erklärt, was Netzneutralität ist. In diesem Sinne.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6JZNvhCwKRE

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. lentille says:

    Mal wieder perfekt dargestellt, das macht er didaktisch hervorragend. Und ein wichtiges Thema. Teilen!

  2. Was ich mir wünsche/vorstelle? Dass diese Themen (Netzpolitik) auch hier öfter vorkommen. Mit der Reichweite des Blogs hat man eventuell auch so etwas wie … Verantwortung (bessere Beschreibung fällt mir nicht ein, trifft es nicht ganz)
    Interessant wäre auch z.B. technisches Aufbrechen der aktuellen BND/NSA Geschichte.

  3. solveigh says:

    Ein staatlicher Eingriff um „Neutralität“ zu gewährleisten ist absoluter Wahnsinn. Und wenn ich sowas wie „bezahlbares“ Internet höre, dann weiß ich, aus welcher Ecke dieser Film kommt. Der Preis des Internets bestimmt sich – wie bei jeder andere Ware – durch Angeboten von Menschen und Bedürfnissen von Menschen. Wenn das nicht der Fall ist, hat das IMMER mit Eingriffen des Staats zu tun. Bei der Telekommunikation waren es das Monopol der Post, bei der Bahn die staatlichen Streckennetze, die wahren Wettbewerb verhindern – und Interessen einflussreicher, staatsnaher Lobbys gegen die Interessen aller anderen durchgesetzt haben.

    Die Lösung für das Internet ist nicht mehr Staat, sondern weniger – lasst doch die bösen Unternehmen mit Drosselung drohen – wen hindert denn ein neues Unternehmen einfach eine Alternative anzubieten, die eben keine Drosselung macht und damit (wenn es von den Menschen gewollt ist und nicht nur von ein paar Bloggern und Internetaktivisten) die Pole Position am Markt zu bekommen?
    Denn es gibt nichts demokratischeres als die Entscheidung, die wir jeden Tag durch unser Portemonnaie fällen – die, die unsere Bedürfnisse befriedigen, die unser Leben bereichern werden „groß“, die die es nicht tun, verschwinden.
    NUR der Staat hat die Möglichkeit durch Monopolbildung (also durch sein Gewaltmonopol und gesetzliche Verbote) am Bedürfnis vorbei Unternehmen zu Monopolen zu machen. Auf einem freien Markt rächt es sich gegen die Bedürfnisse der Mehrheit zu sein.

    Man wünscht sich immer dann einen staatlichen Eingriff, wenn andere Menschen nicht freiwillig der eigenen Sicht der Dinge folgen – dann ruft man nach der Gewalt des Staates sie zu zwingen – aber das ist nicht der richtige Weg.

  4. Wer über Netzneutralität und andere netzpolitische Themen auf den laufenden sein will, sollte bei http://logbuch-netzpolitik.de/ rein hören.

  5. Ach so noch vergessen: https://www.youtube.com/watch?v=d1qOkJcn2c4
    und um alle Nörgeler zu befrieden – auch mit Engl. UT

  6. Julian Arnold says:

    @solveigh hast du im Grundsatz recht, jedoch vergisst du Kartellabsprachen (ich weiß die sind verboten, trozdem erhöhen 8 Dönerbuden gleichzeitig den Preis). Wie könnte es denn sonst sein, dass die Lobby eindeutige Ziele verfolgt.

  7. Im Video ists ganz schön beschrieben worden:
    Durch den >nicht< Ausbau der Netze, stellt sich quasi ein endliches internet ein. Da die Ressourcen immer knapper werden, muss leider gedrosselt werden wie blöde um noch mehr Kohle zu scheffeln.
    Was wir aber dringender bräuchten, wäre der Ausbau des Netzes. In DE ist man noch immer unterirdisch versorgt ..

  8. Wie hat der Oettinger letztens erst gesagt. Wer für Netzneutralität Eintritt ist ein Taliban der modernen Gesellschaft.

  9. Man sollt aber mal eines nicht vergessen: Wenn alle Pakete gleiche behandelt werden sollen, dann sollte das Internet auch für alle das gleiche kosten. Wir zahlen für einen 34MBit Internetanschluß (Gewerbe / Glasfaser) mit 8(6) festen IP-Adressen 1499 Euro netto. Wenn ich soviel Asche für einen Anschluß hinlege, dann will ich aber auch, dass ich diese Leistung nutzen kann. und jetzt erklärt mir bitte mal, warum jemand mit einem 20 Euro Internetanschluß die gleiche Priorität haben soll? Wenn ich überlege, dass es in ein paar Jahren nur noch IP-Telefonie gibt (auch jetzt ja schon Gang und Gebe, denn spätestens ab dem Mobilfunkmasten laufen auch die normalen Gespräche als Pakete über das „Internet“), stellt sich mir die Frage: Sollten die Pakete eines Katzenvideos auf einer Streamingplattorm wirklich genauso viel Priorität besitzen, wie ein Notruf über das Telefon? Das Thema ist etwas komplexer als nur die „dunklen Abzockergedanken“ der „bösen, bösen“ Internetanbieter. Wenn jedes Paket gleich behandelt werden soll, dann soll auch jeder das gleiche Bezahlen – mal sehen wer da mitmachen würde….

  10. natürlich sollen nicht alle daten gleich behandelt werden… voip muss zb vorang vor anderen datenpaketen haben. aber weder der endkunde noch der anbieter (zb skype) darf dafür irgendwie zusätzlich zur kasse gebeten werden. und auch streaming anbieter, die das netz extrem belasten, dürfen nicht anders behandelt werden, als jeder andere anbieter… sonst hätten es dienste wie youtube und netflix nie geschafft so bedeutend zu werden, weil es für diese firmen als startup unbezahlbar geworden wäre. und dann darf der netzanbieter, wie die telekom, auch keine dienste blocken oder ausbremsen, die den eigenen diensten konkurrenz machen… zb. muss es für jedes startup möglich sein, ein tv angebot auf ip-basis anzubieten… auch wenn die telekom damit einen konkurrenten zu ihrem t-entertain bekommt.

    natürlich muss das netz bezahlt werden und besonders der netzausbau auf dem land kostet die telekom viel geld. diese kosten müssen aber auf alle nutzer umgelegt werden. jemand, der also nur im internet surft, muss auch die nutzer mitfinanzieren, die den ganzen tag streaming angebote nutzen. nur so kann sich das internet immer wieder neu erfinden..und das in kürzester zeit.

  11. Der Staat soll da mal einige Milliarden reininvestieren.

  12. @Robert: Bei dir kommt dann aber auch schneller und wahrscheinlich nachts ein Techniker vorbei, um ggf Probleme zu lösen und nicht erst nach ein paar Wochen… das kostet natürlich ordentlich extra, auch wenn du es nicht nutzt.

  13. @solveigh

    „wen hindert denn ein neues Unternehmen einfach eine Alternative anzubieten“ sorry das ist sowas von realitätsfern, das klappt maximal mit lokalen Versorgern
    Das ist genauso abwegig wie die Selbstregulierung in bestimmten Märkten, wie toll das klappt sieht man beim Öl, Medizin, Strom …

    @Robert

    du hast scheinbar die Technik die dahinter steckt nicht begriffen und was man eigentlich will auch nicht. Abschaffen der Netzneutralität macht das Internet für alle langsamer und teurer und das obwohl massive Überkapazitäten vorhanden sind. Der einzige Gewinner dabei wäre der ISP (Telekom, 1&1 …) der kann dir dann quasi kosten losen Traffic für richtig Geld verkaufen.

  14. Das der Markt sich eben nicht komplett selbst reguliert, hat uns doch anschaulich die Bankenkrise vorgeführt. Damit es nicht zu einer Schieflage kommt, muss der Staat zumindest hier und da regulierend eingreifen.

  15. solveigh says:

    Fragt euch mal, wann sich der Markt eben nicht reguliert?

    Die Bankenkrise ist übrigens ein großartiges Beispiel dafür, was staatlicher Eingriff vermag.
    Es gibt keinen Sektor – weder in den USA noch in Deutschland – der stärker reguliert ist als der Bankensektor. „Reguliert“ ist natürlich ein Propagandabegriff, denn es hört sich an, als müsste der Staat uns alle vor Wettbewerb schützen 😉
    Der Staat hat die Bankenkrise in den USA 1. durch den Eingriff in den Zinspolitik und 2. durch Gesetze bei den Immobilienkrediten verursacht.
    Die moralisch nette Idee, dass JEDER sich für einen Hauskredit qualifizieren sollte, ohne dass er kreditwürdig ist – hat Politikern Wahlen gesichert. Dieses Programm wurde in den USA von jeder Regierung in großer Geste JEDES JAHR ausgeweitet – Kredite, die nicht bezahlt werden konnte, wurden von staatlichen Banken (Freddie Mac noch ein Begriff) aufgefangen … Was macht jeder von uns, wenn jemand sagt: egal wieviel Geld ihr verliert, wir bezahlen das?! Natürlich haben die Banken auf Teufel komm raus Geld verliehen – Politiker wollten Macht und dankbare Bürger! Und um fair zu sein: der Bürger spornt Politiker an, so zu handeln, weil er es mit Wählerstimmen belohnt.

    Zu den Kartellen: kein Kartell in der Geschichte konnte sich (ohne Staatlich unterstützung z.B. durch hohe Importzölle, um ausländische Wettbewerber zu verteuern) halten.
    Wenn eine Gruppe von Unternehmen ein Kartell bildet, dann weil alle die gleichen Kosten und Preise haben und hoffen dadurch Mitbewerber von AUSSEN wegzuhalten – aber es hat sich immer gezeigt: findet einer den Weg die Produkte durch zB Innovation billiger anzubieten, wird er einen Dreck tun, sich an Kartellabsprachen zu halten … Denn warum sollte er denn seinen Marktvorteil nicht nutzen? Aus „Solidarität“ ? 😉

    Gleichzeitig: seht euch die Kartellverfahren genau an. Kartellämter sind eine großartige Möglichkeit für Milliardeneinnahmen des Staats – in China ist das sehr evident. Denn da gibt es ständig Verfahren gegen die Deutschen Autohersteller z.B. weil ihre Ersatzteile „zu teuer sind“ 😉 Normalerweise lässt man sowas den Markt regeln – ich fahre z.B. billigere Marke und gehe nicht zur Vertragswerkstatt – Aber China in seiner unendlichen Güten ihrern Verbrauchern gegenüber hat VW Millionenstrafen übergezogen und das ein chinesisches Gericht entscheiden lassen – das hat dann entscheiden können ob China 100 Mio bekommt oder nicht :)))
    Jetzt wisst ihr auch, warum jedes europäisches Land Investitionsschutzabkommen und AUSSERGerichtliche Instanzen will – nämlich absolut zurecht, weil sie nationalen Gerichten nicht traut bei dieser Entscheidung mit so viel Selbstinteresse neutral zu sein.

    Ich bitte euch nur mal drüber nachzudenken, ob das ehemalige Postmonopol und die dadurch bedingte Verknappung der Netze nicht eigentlich das Problem ist –

    also lieber, mehr freiwillige Kooperation zwischen Menschen und Wettbewerb (das stärkste Korrektiv gegen Monopole!) wagen und weniger „gutmeinenden“ Staat mit Gewaltmonopol wagen …

  16. Also ich finde das Video ja Klasse, da es so echt jeder versteht, aber die Internetseite dazu finde ich nicht so gut. Das Mail Widget welches mir eig die ganzen Daten für die Abgeordneten liefern soll funktioniert bei mir im Firefox und Chrome gar nicht. Da kann das Video noch so gut sein, wenn die Leute danach die Seite aufrufen und dann doch sämtliche Email-adressen und Twitteraccounts etc. selbst raus suchen müssen, bin ich der Meinung das sich so gut wie niemand die Mühe macht.

  17. „Es gibt keinen Sektor – weder in den USA noch in Deutschland – der stärker reguliert ist als der Bankensektor.“

    Unfug. Gerade im Bankenwesen sprießt es nach wie vor. Und damit meine ich nicht die Mauerblümchen. Gerade dort hat sich doch gezeigt, dass der Sektor unterreguliert ist. Und aktuelle Zahlen / Entwicklungen zeigen, dass wir in vielerlei Hinsicht einen Stand von 2008 erreicht haben.
    (Und nebenbei bemerkt: Der Energiesektor ist mittlerweile mindestens so stark – um nicht zu sagen stärker – reguliert. Zumindest in Deutschland, aber anderswo auch. Und das ist auch gut so. Stichwort: kritische Infrastruktur.)

    Zurück zum Thema: sehr anschauliches Filmchen zu einem nicht ganz einfachen Thema, wo der Stammtisch nicht fern ist.

    (Ach so, das „Beispiel“ zu den Kartellverfahren ist eines, welches zeigt, dass diese eben _keine_ Abzocke sind. Gerade in Bezug auf Billigprodukte – sei es durch Fälschungen,Preisabsprachen, oder „unmoralische“ Produktion – regelt der Markt rein gar nichts. Ganz im Gegenteil, Du bestätigst das ja eindrucksvoll. Und China als Beispiel für das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren des sogenannten „freien Marktes“ – also bitte…)

  18. @solveigh
    In einem freien Markt hättest du Recht. Leider ist der Markt nicht frei, und ihn frei zu gestallten, ist nur theoretisch möglich. Und damit ist die Realität nicht so einfach, wie sie in einem Modell von Schuhfabrikanten in der Lehre gerne gemacht wird.

    Sowohl die Telefonleitungen als auch die Kabel der Kabelnetzbetreiber wurden von Staatsunternehmen verlegt. Der Markt war also von Anfang an nicht frei.

    Die Banken würden sich auch selbst regulieren, würde man sie, im Falle einer Pleite, pleite gehen lassen. So lange man aber jedem etwas größeren Konzern vom Staat her Unterstützung zusichert, weil ja sonst die auch so geliebten Arbeitsplätze gefährdet wären, ist der Markt nicht frei. Der Markt der Automobil-Konzerne, nicht frei.

    Und irgend jemand muss dafür sorgen, dass der freie Markt für alle Schäden, die er anrichtet, haftet, sonst ist er wieder nicht frei. Wenn der Staat den Müll, den ein Unternehmen hinterlässt, entsorgt, dann ist der Markt nicht frei. Betrachtet man ein AKW: Wenn die Strom produzieren dürfen, indem sie nen Reaktor in die Wiese bauen und ein wenig Uran kaufen, ist der Strom sehr billig zu produzieren. Den Müll und das Risiko eines GAUs müssen sie aber auch bezahlen, sonst wären alle anderen Strom-Erzeugungsmaßnahmen konkurrenzlos zu teuer. Und den strahlenden Abfall kann man ja dann in die Nordsee kippen oder in die Ukraine verkaufen, und wenn das AKW einem um die Ohren fliegt, baut man 300km entfernt ein Neues und produziert weiter Strom. Wer, wenn nicht der Staat, müsste (ich weiß, er macht es nicht hinreichend) den AKW-Betreiber in die Pflicht nehmen, auch die Entsorgung (die technisch noch gar nicht möglich ist, wahrscheinlich auch nie wird) und die Haftung für den Betrieb des AKWs zu übernehmen? Was ist also ein freier Markt, der irgendetwas reguliert?

  19. @solveigh ganz einfaches Beispiel:
    Youtube ist finanziell extrem gut aufgestellt und erkauft sich die schnelle Beförderung ihrer Video-Daten. Ich würde jetzt aber gerne selbst ein Videoportal auf die Beine stellen. Mein Unternehmen hätte doch gar keine Chance erfolgreich zu werden, da ich mir als Entrepreneur die schnellere Beförderung meiner Daten überhaupt nicht leisten könnte. Mein Produkt wäre schon vor Marktstart tot!

    Irgendwelche Lösungsansätze?

  20. solveigh says:

    @saujung
    Immer wenn Dritten Kosten aufgelastet werden z.B. durch Abgase, Müll etc. muss Ausgleich geschaffen werden – dabei ist egal, ob das Unternehmen staatlich oder privat ist. Zudem ist im freien Markt die Gerichtsbarkeit nicht abgeschafft – im Gegenteil, sie sind dafür da Streitfälle im Markt zu lösen.

    Das Argument, dass wir zuviel Staat haben (es gibt Monopole, an denen wir heute noch leiden) damit auflösen zu wollen MEHR Staatseingriff zuzulassen, leuchtet mir nicht ein.

    Fühltest du dich gut geschützt die letzen Jahrzehnte durch das Bahnmonopol, das jedem Busunternehmer verboten hat, dir ein Angebot für eine Strecke zu geben, das weiter unter einem Bahnticket lag?
    Eine kleine Lobby hat sich da auf dem Rücken der Bürger bereichert.
    Das gleiche ist natürlich auch noch durch die letzte Meile der Post gegeben.

    @Jens Köhler

    Welche Chance hättest du denn gegen den Staat? Welche Chance hättest du in einem .de Internet oder einem Europäischen Internet?
    Bitcoin merkt übrigens seit Jahren wie schwer es ist eine alternative zu Banken anzubieten gerade wegen der Regulierungen.
    Deine Chance gegen Google ist größer als gegen den Staat – eine bessere Idee kann Google vernichten. Ein Gesetz kann jede Innovation obsolet machen – so wie ein Busunternehmer sich vor Jahren noch Strafbar gemacht hätte, würdest du dich strafbar machen.
    Das Problem liegt wieder in der Monopolisierung des Netzes.
    Ein „Wahrheitsminsterium“ bzw. ein Neutralitätsgesetz durch die unangefochtene (kein Wettbewerb) Macht einer politischen Gruppe ist nicht die Lösung.

  21. Ihr müsst erstmal googlend was QoS ist um dann hier weiter zu diskutieren. Das wird nämlich gerne mit Netzneutralität verwechselt.

  22. Danke für den Tipp und das Super-Video. Toll gemacht. Habe gleich mal eine E-Mail an einen EU-Abgeordneten verschickt. Schauen wir mal, ob und was passiert. Man sollte IMMER aktiv werden, wenn die Möglichkeit gegeben ist (und wenn man freundlicherweise auf eine solche hingewiesen wird – nicht der einzelne zählt, sondern die Anzahl Gleichgesinnter – und da gibt es mehr als man denkt). Manchmal ist es mühselig, aber es klappt. Via dem „IT-Beauftragten der Bundesregierung“ habe ich es z.B. geschafft (ohne dass diese Internetstelle mir auf eine E-Mail geantwortet hätte, bei meinem De-Mail-Provider T-Online die notwendige PIN zur Einrichtung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu erhalten. In einem geschlossenen System ist es schon schwierig, den Provider zu erreichen, wenn der KEINE eigene de-mail-Adresse angibt… Manchmal muss man eben Umwege gehen: Aber man MUSS auch dran bleiben!

  23. @solveigh
    Mit zu viel staatlichem Eingriff hast du in jedem Fall Recht. Ich gebe nur zu Bedenken, dass in einem Markt, den der Staat geschaffen hat, indem er etwas privatisiert hat, sich nicht selbst regeln kann, da dieser Markt nicht gewachsen ist.

    Hätte man in Deutschland von Anfang an das Telefon- und Kabel-Netz von privaten Investoren aufbauen lassen, würde es heute funktionieren, gewisse Käffer wären bis heute gar nicht angeschlossen, dafür hätten die Ballungsräume eine vernünftige Internet-Versorgung, es gäbe mehrere Anbieter, die über verschiedene Medien (Telefonleitung, Kabel-Fernsehen, Stromversorgung, Gasanschluss) Internet und Telefon unabhängig liefern würden. Das haben wir aber nicht. Und da wir das nicht haben, kann man mit dem freien Markt nicht argumentieren.

    Wie du schreibst: „Zudem ist im freien Markt die Gerichtsbarkeit nicht abgeschafft – im Gegenteil, sie sind dafür da Streitfälle im Markt zu lösen.“

    Richtig, ich hätte auch gar nichts dagegen, wenn ein Gericht entscheidet, dass ein Internet-Anbieter Traffic gleich behandeln muss. Aber auf welcher Grundlage entscheiden Gerichte? Richtig, auf der von Gesetzen. Gesetze werden von der Politik gemacht. Und schon sind wir beim Einfluss der Politik in den freien Markt.

    Wenn es kein Gesetz gibt, dass einen AKW-Betreiber verpflichtet, seinen Müll unschädlich zu machen, muss kein AKW-Betreiber das tun. Da regelt ein freier Markt gar nichts. Und ein Betreiber von Strom-Anlagen kann wegen nichts klagen, wenn der AKW-Betreiber seine Brennstäbe in die Nordsee kippt. Also gibt es ein Gesetzt, was einem Eingriff in den Markt gleichkommt.

    Ich hätte in einem freien Markt nichts dagegen, in dem der Busunternehmer mit der Bahn konkurrieren würden. Der Busunternehmer würde Straßen nutzen, die er mit verstopft, die die Betreiber der Straßen so teuer machen würden, dass die, die auf der Straße fahren, fahren, und nicht im Stau stehen. Die Kosten wären für den Busunternehmer mindestens so hoch wie die, die die Bahn für den Erhalt ihres Schienennetzes aufbringen müsste. Die Preise zwischen Bus und Bahn hätten sich normalisiert, es würde also kein 9€ Angebot von München nach Berlin geben, und auch nicht 139€ kosten, und es würden nur Züge und Busse fahren, wenn es dafür auch Fahrgäste gibt. Die Taktung wäre also nicht einmal / Stunde, sondern eher drei Mal am Tag. Würde für die Flugzeuge der Brennstoff gleich besteuert wie für Fahrzeuge, hätte ich auch gegen deren Konkurrenz nichts. Aber: der Markt ist nicht frei, er war nie frei, und er wird nicht ohne weiteres frei sein.

    Also, im Modell ist das mit dem Markt, der alles regelt, sehr einfach und richtig. In der gewachsenen Realität ist es nicht möglich.

    Natürlich greift die Politik dennoch viel zu sehr ein, vor allem an den falschen Stellen, aber gerade den Internet-Providern muss die Politik leider auf die Finger schauen, da sie diese als große Monopolisten selbst erschaffen hat.

  24. Solange die Leute Nutznießer derer sind die sie mit Füßen treten ( Beispiel Spotify oä. bei der Telekom) wäre jede Teilnahme derer an #SAVETHEINTERNET eine Doppelmoral…

  25. Eins der vielen Probleme ist auch die Regulierungsbehöre. Die Telekom, als Erbe des staatlichen Telefonnetzes und somit Haupteigner des selben, hat zum Beispiel die Kosten für die Netzinstandhaltung zu tragen. Logisch. Gehört ihr ja auch. Da es kein anderes Netz gibt, hat der Staat verfügt, dass die Telekom ihr Netz anderen Anbietern zur Verfügung stellen MUSS. Gleichzeitig darf die Telekom die Mieten der Konkurrenten aber nicht frei bestimmen. Diese sind nach oben hin gedeckelt. Und das bei einer sehr niedrigen Grenze. Die Konkurrenten der Telekom können also sehr günstig Infrastruktur nutzen, deren Instandhaltungskosten sie quasi gar nicht zahlen müssen. Man spart also vor allem teures Personal und Entwicklungskosten, so wie enorme Summen für den Ausbau des Netzes.
    Die Telekom steht nun immer vor der Wahl, das Netz auf ihre Kosten auszubauen, zu modernisieren, weiter zu entwickeln, oder es bleiben zu lassen. Sie lässt es gewöhnlich deshalb bleiben, weil ein ausgebautes Netz an die Konkurrenz vermietet werden muss. Da diese sämtliche oben aufgezählten Aufwendungen nicht haben, können sie in neuen Gebieten schneller und vor allem, wie überall anders auch, günstiger Internetzugang anbieten. In neuen Ausbaugebieten hat also mit großer Wahrscheinlichkeit die Telekom die Kosten für den Ausbau, die sie nicht einmal über die Mietpreise an die Konkurrenz wieder rein holen kann. Welche sicherlich weniger Schwierigkeiten haben dürfte, dort Kunden zu finden, da man ja niedrigere Preise anbieten kann. Der Netzausbau amortisiert sich für die Telekom also nur sehr langsam, weshalb die Telekom aus wirtschaftlich logischer Sicht möglichst den Ausbau vermeidet.
    Die Konkurrenten kratzt das herzlich wenig und nehmen so lange was sie bekommen, also was schon an Netz existiert. Deren Geschäft würde nur dann schwächeln, wenn sie plötzlich selbst gezwungen wären, ein Netz aufzubauen und zu finanzieren. Dann kann nämlich auch eine 1&1 nicht mehr die Tarife anbieten, die sie anbietet.

    Das ist natürlich keine Rechtfertigung dafür, dass die Telekom eine künstliche ‚Verknappung‘ des Internets herbei führt. Die Situation spielt der Telekom eben nur in die Hände und wird genutzt.
    Theoretisch dürften Kabelbetreiber davon sogar gänzlich unberührt sein (bin mir gerade nicht sicher, ob für die auch Regularien wie für die Telekom existieren). Die springen vermutlich nur deshalb auf den Zug auf, weil sie etwas von dem Geldkuchen, den die Telekom im Ofen hat, abhaben wollen.

  26. @ solveigh: Deine Argumentation, dass, weil Monopole schlecht sind, Netzneutralität es auch sein muss – schließlich hat beides mit staatlichen Eingriffen zu tun – ist absurd und funktioniert glaube ich nur in einer libertären Weltsicht des „kleinerer Staat gleich besserer Staat“.

  27. solveigh says:

    @saujung

    Ja, Politik macht Gesetze. Gerichte setzen sie um. Aber sieh dir den Unterschied eines Gesetz an, das die Kernkompetenz des Staats ausfüllt – d.h. den Mensch vor Gewalt zu schützen, also dem Brechen seines Willens (somit auch (umwelt)Kosten, die ihm gegen seinen Willen aufgelastet werden und die nicht Folge einer freiwilligen Kooperation sind) und auf der anderen Seite „wohlmeinenden“ Gesetzen, die selbst Staatsgewalt BENUTZT, um ein „vorteilhaftes“, „neutrales“ „sozial gerechtes“ oder wie auch immer durch hoch subjektiv benanntes Verhalten zu erzwingen.
    Werte sind individuell, nicht kollektiv. Was der eine gut findet, findet der andere schlecht. Und welches System ist wohl am ehesten geeignet, dem Wunsch und den Zielen eines jeden den meisten Raum zu geben („Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden“) – ein System, das auf private Kooperation von Individuen setzt, oder ein System, das einer kleinen Gruppe (Politik) mit Gewaltmonopol erlaubt, ihre Idee von „Neutralität“ zur Not mit der Hilfe der Polizei auf andere zu projizieren?

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