Neon: Digitale Avatare statt künstlicher Menschen

Viel Wind wurde um NEON gemacht, ein AI-Projekt (Künstliche Intelligenz) von dem zu Samsung gehörenden Unternehmen STAR Labs. Nun hat man im Rahmen der CES 2020 in Las Vegas die Katze aus dem Sack gelassen, die Webseite mit ersten Informationen gespickt. Offensichtlich ist das Ganze weniger spannend als gedacht, denn auch Samsung, bzw. das autark agierende Unternehmen Star Labs scheint da kein digitales Abbild eines Menschen mit künstlicher Intelligenz erschaffen zu haben, stattdessen ist NEON in erster Hinsicht ein digitaler Avatar. Und wenn wir ehrlich sind: Haben wir etwas anders geglaubt?

Star Labs hat wohl momentan echte Menschen zu Demonstrationszwecken aufgenommen und mit Computer-Technologie unterfüttert (später sollen diese komplett generiert werden). Das ist mal ein neuer Weg, das in dieser Form etwas besser als andere zu machen, doch bleibt man auch viel schuldig, wenn es um genauere Informationen zu den technischen Details geht. Vage gibt man zu Protokoll, dass die zugrundeliegende Plattform Core R3 Sprünge in „Behavioral Neural Networks, Evolutionary Generative Intelligence und Computational Reality“ bedeutet.

NEON ist ein vom Computer erzeugtes virtuelles Wesen, das wie ein echter Mensch aussieht und sich auch so verhält, mit der Fähigkeit, Emotionen und Intelligenz zu zeigen.

Wenn die Beta von NEON voraussichtlich später in diesem Jahr startet, werden Unternehmen in der Lage sein, NEON als Service zu lizenzieren oder zu abonnieren – beispielsweise als digitaler Infogeber. Star Labs betont aber, dass NEON kein virtueller Assistent oder irgendein Bot ist, sondern eine Art künstlich intelligentes digitales „Wesen“, das mit realen Menschen auf spontane Weise in Echtzeit interagieren kann. Stellt euch vielleicht ein großes Display vor – und vor euch steht im besten Falle ein kluger Avatar, der mit euch interagieren kann. Darüber hinaus ist es bisher unklar, welche Art von Hardware hinter diesen NEON-Avataren steht und welche Software jenseits des Core-R3-Systems eingesetzt wird, um das alles zu realisieren.

Star Labs will später noch eine Präsentation auf der CES zeigen. Und auch wenn meine Bemerkungen negativ klingen: Ich hoffe, dass in diesem Bereich ein Durchbruch gelingt. Nicht, weil uns ein irgendwie realisiertes Skynet vernichten soll, stattdessen sehe ich Anwendungsfälle. Künstliche Intelligenz mit Einfühlungsvermögen als Zuhörer für einsame Menschen beispielsweise. Als Geber von Ratschlägen. Das wird allerdings noch dauern. Sicher nicht nur 5 oder 10 Jahre.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

6 Kommentare

  1. Nee, lass mal.

  2. Und worin besteht der Unterschied zwischen Avatar und künstlichen Menschen? Richtig, es gibt keinen………..
    Ihr solltet solche Werbebeiträge entweder ganz lassen oder kenntlich machen, das es per Copy & Paste übernommen ist von der Marketing-Abteilung.

    • Schlimmster Kommentar heute. Echt. Ich schriebe, dass es Blabla ist – und du behauptest, wir würden ungekennzeichnet Werbung machen. Puh. Da fasse ich mir an die Birne. Denk mal drüber nach, was du uns hier vorwirfst. Mag man fast schon Verleumdung nennen. Wenn du uns das zutraust, solltest du lieber woanders lesen. Wirklich.

      • „Künstliche Intelligenz mit Einfühlungsvermögen als Zuhörer für einsame Menschen beispielsweise. Als Geber von Ratschlägen.“
        Und das findest du ernsthaft erstrebenswert? Haben die „zivilisierten“ Menschen sich nicht sowieso schon zu sehr von der Natur abgekoppelt? Muss man Dinge, die Menschlichkeit erst ausmachen (wie z.B. Empathie) nun auch der Technik überlassen? Welchen Vorteil, außer dass der Industrie noch mehr Arbeitskraft zur Verfügung steht, man noch stumpfsinniger konsumiert (die guten Ratschläge kommen ja jetzt von der KI und nicht mehr von Oma) und man ergo noch leichter manipulierbar wird?
        Ich sehe hier, auch als Technik Nerd, ausschließlich Nachteile.

  3. Alter Sack says:

    Da fallen mir aber auf Anhieb jede Menge Anwendungsmöglichkeiten ein.
    Ich finde es schon recht spannend, wie rasant der technische Fortschritt voranschreitet und welch vielfältige Möglichkeiten sich schon heute abzeichnen. Auch wenn es noch viele Jahre dauern wird bis viele Dinge alltagstauglich sind. Ich bedaure nur, dass ich schon viel zu alt bin um das alles noch erleben zu können. Aber meine Neugier, die werde ich mir bis zum letzetn Tag bewahren…..

  4. Fehlen nur noch Hologramm Projektionen. Oder zumindest leichte AR Brillen …

Schreibe einen Kommentar zu Munto Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bevor du deinen Kommentar abschickst:
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.