Matter 1.1 ist da: Verbesserungen unter der Haube – keine spannenden Neuerungen

Für den Smart-Home-Überstandard Matter wurde bereits im Herbst der Startschuss erteilt. Version 1.0 stand da auf dem Programm. Seitdem haben bereits einige Gerätschaften eine Zertifizierung und auch Updates auf Matter erhalten, nach wie vor sind Matter-Produkte aber weiterhin eher Mangelware. Amazon hat den Matter mit Thread-Anbindung erst vor einigen Wochen freigegeben und bei Philips Hue fehlt das Update weiterhin. Ihr seht: So richtig in Gang kommt das nach wie vor nicht, gefühlt gibt da derzeit nur Eve Vollgas. Unter dem Strich bleibt die breite Unterstützung und damit ein Erfolg weiter aus.

Die Connectivity Standard Alliance (CSA) hatte im Rahmen des Launch-Events halbjährliche Updates für Matter versprochen. In Aussicht gestellt hatte man neben kontinuierlichen Verbesserungen auch neue Gerätetypen sowie Funktionen.

Mittlerweile wurde Matter 1.1 veröffentlicht und die Neuerungen finden vor allem unter der Haube, sprich Optimierungen und Fehlerbehebungen, statt. Bedeutet: keine neuen Gerätetypen oder nennenswerte neue Funktionen. Die CSA nennt bei den Aktualisierungen von Version 1.1 eine erleichterte Zertifizierung für Entwickler. Zudem habe man auch die Unterstützung für batteriebetriebene Geräte verbessert.

Im Zuge des Updates wurden die Matter-Spezifikationen präzisiert und die Codebasis bereinigt. Damit will man es abermals in erster Linie Entwicklern einfacher machen, zur Matter-Spezifikation etwas beizutragen. Dazu gehören auch bessere Anleitungen für die Unterstützung neuer Gerätetypen.

Wer bereits erste Gehversuche mit Matter unternommen hat, der wird festgestellt haben, dass oftmals Geräte als offline gemeldet werden. Dies war Kategorie-übergreifend bei batteriebetriebenen Geräten (genauer: Intermittently Connected Devices (ICDs)) wie Kontakt-, Bewegungs- und Temperatursensoren der Fall, da diese für eine lange Lebensdauer Strom sparen müssen. Hier hat man Verbesserungen sowie Optimierungen vorgenommen.

Neben den Voraussetzungen für Entwickler sollen auch die Zertifizierungen vorangetrieben werden. Hierzu hat man neue Testanlagen in Betrieb genommen. Bei den Tests geht es um das Produktverhalten in realen Umgebungen mit verschiedensten Produkte, Hubs und Controllern unterschiedlicher Marken. Logisch: Interoperatbilität wird bei Matter großgeschrieben, da soll das Miteinander reibungslos funktionieren.

Das nächste „große“ Matter-Update wird nun für den Herbst erwartet. Schauen wir mal, inwieweit man dann Versprechungen zu Gerätetypen und neuen Funktionen einlösen wird.

Matter:

Matter basiert als Interoperabilitätsstandard auf drei Funkstandards: Bluetooth LE für das Set-up, Wi-Fi für die Benutzung, wenn hohe Bandbreiten erforderlich sind, z. B. Videostreaming über eine Kamera, und das noch junge Protokoll Thread für Bewegungssensoren, etc. in denen wenig Bandbreite benötigt wird (Lampen von Nanoleaf, Eve-Hardware). Für die Thread-Produkte benötigt ihr einen Border-Router (z.B. den HomePod mini, Nest Hub 2 oder Echo 4). Oberflächen von Apps für die Automatisierungen werden arbeiten wie bisher, nur unter der Haube soll bestenfalls alles kompatibel werden. Dafür bringt Matter den Multi-Admin-Modus mit, welcher ein Gerät in mehreren Ökosystemen anmeldet. Ein Thread Border Router genügt, in einem anderen Ökosystem (z.B. Alexa oder Google Home) reicht dann ein Matter Controller (das Gros an smarten Lautsprechern kann diese Rolle übernehmen). Viele der Bestandsprodukte erhalten ebenfalls Matter-Updates, denn Matter unterstützt auch Hubs und somit auch ZigBee-Produkte, wie beispielsweise jene von Aqara mit dem M2-Hub.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Lehrer. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. X; Threads; LinkedIn. Mail: felix@caschys.blog

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4 Kommentare

  1. weiß eigentlich jemand, wie dieses Update jetzt auf die Geräte kommt? Muss dieses jetzt theoretisch von jedem Hersteller (Eve, Signify, nanoleaf usw) jeweils für seine Geräte ausgerollt werden, oder macht das z.B. Apple über die Home App mit einmal für alle Geräte im Netz? Wenn es wirklich jeder Hersteller selbst ausrollen muss, dann wird es doch wieder so ein Krampf mit Updates wie aktuell bei Android.

    • Meine EVE Kontakte musste ich selbst auf Matter per EVE-App bringen. Da EVE bisher nur mit AppleHomeKit verheiratet war, brauchten diese für das Updaten auch einen aktuellen Border von Apple (ich nutzte da die neue AppleTVBox). Aber nach dem ganzen Zirkus – steuert Alexa nun das, was vorher nur über IFTTT zu realisieren war: die Fenster / Tür zu/offen Erkennung meiner TadoThermostate. Ich bin zufrieden; auch weil IFTTT gerade mal wieder die FreeUserAccounts auf zwei Applets ab 23.5. reduzieren will.

    • das darfst du vermutlich alles selbst machen….
      Oder Installiert die Apple auch automatisch die Updates der Fritzbox?

    • Meine EVE Steckdosen sind automatisch über AppleHome aktualisiert worden ohne mein zutun.

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