Kommentar: Windows 8 – nächste EU-Klatsche für Microsoft?

Zuerst einmal möchte ich mit meinen bekannt sachlichen und mit Bedacht gewählten Worten einen kleinen Kommentar mitgeben, bevor ich zum Thema komme. Ich frage mich oft, was für Klappspaten in Kommissionen und EU-Gerichten sitzen. Was da an Müll verzapft wird – das ist einfach unfassbar. Browserchoice ist mit so ein Ding. Microsoft muss Kunden, die aktuell den Internet Explorer als Standardbrowser verwenden, darüber informieren, dass auch andere Webbrowser zur Nutzung zur Verfügung stehen.

Microsoft hatte man damals aufgebrummt, dass der Anwender die Wahl haben müsse, welchen Browser er installiert und zum Standard macht. Ich klamüsere das hier jetzt nicht alles einzeln auf, nicht nur der Internet Explorer war „damals“ 2009 ein Kriterium, dieses Urteil zu erlassen, sondern auch seine Integration ins Betriebssystem.

2009 war das? Das war das Jahr, in dem der Internet Explorer mit all seinen Versionen zwar immer noch gesamt betrachtet Platz 1 belegte, aber in der Gunst der Konsumenten schon längst weg vom Fenster war. Jeder, der nicht mehr auf dem Baum schläft, der wusste auch 2009 schon, dass man andere Browser installieren hätte können – und wer jenes nicht wusste, der sollte lieber beim Gameboy bleiben….

Wie gesagt, nur meine Sicht der Dinge, eure mag anders sein. Wer sich so etwas ausdenkt, der muss dafür sorgen, dass ich den gleichen Schwurbel auch unter Linux und Mac OS X vorfinde. Und in Zeiten mobiler Systeme muss man natürlich auch Google mit Android und Apple mit iOS verknacken, dass diese mir schon beim Start einen der gefühlt 100 Browser anbieten, die es auf dem Markt gibt.  Und dass man bei iOS nicht einmal einen anderen Standardbrowser außer Safari festlegen kann, wäre sicherlich schon Grund genug für eine EU-Klage mit anschließendem Verkaufsverbot als Urteil. Mindestens 😉

Nun hat Microsoft bei geschätzten 28 Millionen Rechnern die Browser-Auswahl vergessen. Uuuups! Hat bis jetzt keine Sau gemerkt, weil es eben keinen gestört hat. Das lustige Fensterchen muss nun wieder eingeblendet werden und bietet dann so Top-Browser wie RockMelt, Lunascape, Comodo Browser oder SR Iron feil, letztere ein reines Abklatschprodukt von Google Chrome – man hat sich einfach Webkit geschnappt und etwas zusammen gefrickelt.

Die Experten der EU-Kommission haben nun ein neues Untersuchungsverfahren gegen Microsoft eingeleitet, in dem es um den Internet Explorer in Verbindung mit Windows RT geht. Dem Betriebssystem, welches ich momentan die kleineren Chancen einräume (Unterschiede zum normalen Windows 8 hier), da es eigentlich gar kein Windows ist, sondern die Metro UI mit einem eigenes angepassten System. Normale Programme und Co? Laufen nicht, müssen speziell entwickelt werden.

Problem: Unter Windows RT steht dem Internet Explorer eine Art Desktop-Modus zu, der vollen Zugriff auf die APIs von Windows bekommt, im Metro-Modus ist dies nicht möglich. Heißt: der Internet Explorer hat auf der noch nicht veröffentlichten Windows RT-Plattform mit bis dato also NULL Kunden einen Wettbewerbsvorteil. Ich meine: ist ja nicht so, dass Apple auf dem iPad auch keinen anderen Standard-Browser zulässt – des Weiteren können nur Browser benutzt werden, die auf die veraltete Engine zugreifen können, wie sie auch von Safari genutzt wird (dieser aber in der aktuellen & schnelleren Version).

Jedenfalls ist diese Windows API-Geschichte für die Freunde der EU-Kommission mal wieder Grund genug, ein bisschen zu recherchieren. Microsoft ist ja auch Mitte 2012 in allen Belangen noch der große und böse Monopolist, den es zu beschneiden gilt. Google, Opera und Mozilla haben ja bereits frühzeitig ihren Unmut geäußert. Was dies im Endeffekt bedeuten könnte, wenn die EU-Jungs frei drehen?

Sollte die EU entscheiden, dass auch die Desktop-Versionen der Konkurrenz-Browser zugelassen werden müssen, müsste man das gesamte Konzept von Windows RT in die Tonne treten. Im schlimmsten Fall könnte das bedeuten, dass es vorerst überhaupt keine ARM-Tablets für den europäischen Markt gibt, bis die notwendigen Anpassungen vorgenommen wurden.

Nun möchte ich hier nicht „Arschbacken“ mit „Kuchen backen“ vergleichen, Windows RT ist sicherlich etwas anderes, als das oben angesprochene Browserchoice. Da Windows RT in meinen Augen kein echtes Windows-System ist, kann man hier nicht von einer Ausnutzung des Monopols sprechen. Das Monopol beackern fleißig Apple und die zig Android-Versionen. Mich persönlich nervt das alles. (via, via)

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caschy

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47 Kommentare

  1. Die Browser Auswahl ist ja nur für Leute die es nicht besser wissen (z.B. alte Menschen … ich meine das nicht böse)…
    Und wie du schon so schön geschrieben hast ist es wie bei Apple… und da stellt sich niemand an…

  2. Ich fand das Konzept Browserchoice eigentlich sehr richtig. Gibt genug Leute in meinem Bekanntenkreis, die einen immer noch mit leeren Augen anstarrten, wenn man das Wort „Browser“ in den Mund nimmt.

    Aber alles kam zu spät und zu spezifisch auf Microsoft bezogen. Da hast Du recht. Das mit dem iOS-Verbot ist aber eine gute Idee. Da sollte mal jemand Google sagen. Wenn die mal richtig loslegen würden in den Patentkriegen, dann würde Apple sicher häufiger solche Debakel erleiden wie gerade gestern im UK.

  3. Ich habe sowieso nie verstanden, wieso sich damit überhaupt wer befasst und Steuergelder verschwendet. Windows ist von Microsoft – deren Software. Was die damit machen ist doch deren Sache. Genauso ist es doch Googles Sache ob sie eigene Dienste bei den Ergebnissen bevorzugen. Ich bin kein Fan des IE aber ich verstehe nicht mit welcher Begründung eine Komission Microsoft vorschreibt, was sie in deren Betriebssystem machen sollen und was nicht.

  4. Also ich mag ein iPhone und iPad, aber das man dort den Standardbrowser nicht wechseln kann ist nicht nur schwach sondern einfach armselig. Und das ganze vor dem Hintergrund von Browserchoice eine Lachnummer das die EU dagegen nichts macht!

  5. Es wird echt mal Zeit, keine Microsoft, Apple und Google Produkte mehr in der EU zu verkaufen, und sich davor komplett zurückzuziehen. Mal sehen, wie es der EU schmecken würde, wenn sie ihre Programme selbst schreiben müssten. Das wäre wirklich mal eine sehr gute Strafe für die EU. Ich finde auch, dass Microsoft und die anderen Systemhersteller mit ihren Betriebssysteme alles machen dürfen, da es ihr Eigentum ist, aber davon hatte die anscheinend noch nie was gehört. Die sollten sich lieber um ihren politischen Kram kümmern, und sich von der IT fern halten. Denen geht es nur ums Geld und darum Microsoft zu schaden.

  6. Als ich die Browserwahl letztens sah war ich doch sehr überrascht, was da alles angeboten wird. Dann doch lieber nur den IE.

    Interessant ist es natürlich, dass z.B. Apple nicht dazu gezwungen wird, einen anderen Browser bereitzustellen. Man mag natürlich recht sein, von wegen Fairness. Aber ist nicht einfach der „große“ Haken an der Sache, dass Apple eben keine Monopolstellung hat? Lediglich auf dem Tabletmarkt sind die meines Wissens nach vorne dabei. (Wurde doch immer so viel berichtet, wie viel Marktanteil doch Android inzwischen hat!).

    Ich bin bei diesem Thema etwas zwiegespalten. Inzwischen finde ich das ganze von der EU her etwas lächerlich, denn so mächtig und monopolistisch ist Microsoft inzwischen nicht mehr unbedingt, von daher ist sowas doch einfach nur nervig

  7. Also erst einmal heißt es Browserwahl, die eigene Muttersprache sollte doch nicht schwerer sein als eine Fremdsprache.
    Mit Apple kann man das nicht vergleichen. Wie bei jeder Monopolbewertung geht es um den Marktanteil. Apple hat da einen verschwindend geringen weswegen es nicht dazu gezwungen wird.
    Und wenn letztlich das gesamte Windows RT Konzept in die Tonne getreten würde, dann hätten wir alle was davon.

  8. @Fraggle: iOS hat einen geringen Anteil?

  9. @Fraggle: Also dann kannst Du doch bitte „Browser“ auch noch übersetzen. 😀

  10. Browserchoice.. Das ganze Thema ist übertrieben. Wenn ich an Laien denke, die mit dem PC im Internet surfen wollen, dann wollen sie im Internet surfen und Emails abrufen können. Die sind begeistert, wenn es geht. Die wollen nicht wissen, was dahinter steckt oder dass es andere Möglichkeiten gibt, die wollen, dass es geht. Und sie wollen natürlich erklärt bekommen, wie es geht: „Starte Internet Explorer“.

    Für alles andere gibt es uns, diejenigen, die sich intensiver mit allem befassen und wissen, dass es Optionen in Programmen gibt und dass man auch andere Browser nutzen kann, die ihre Einstellungen synchronisieren können etc. Reines Technikgefrickel, dass UNS erst befriedigt. Nicht nur die Tatsache, dass Surfen möglich ist.

    Was ich sagen will: Unabhängig von Microsoft gibt es so viele Systeme mit einer Standardkonfiguration und Standard-Programmen. Auch mein Android-Smartphone ist von Haus aus so eingerichtet, dass ich surfen kann. Das reicht. Wenn ich Firefox will und mir das „hauseigene“ Produkt nicht gefällt, installier ich mir das. Mich stört meist nur die Tatsache, dass ich vorinstallierte Programme nicht mit Bordmitteln bei Bedarf deinstallieren und wieder installieren kann.

    Ich bin kein beruflicher PC-Supportler, aber mich würde mal interessieren, wieviele Leute anrufen: „Da ist jetzt so ein neues Fenster, nachdem ich den Rechner gestartet habe und ich soll da was auswählen wegen Internet.“ Oder denke ich hier total unrealistisch?

  11. @Caschy:
    Bitte etwas genauer recherchieren oder – wenn man’s nicht genau weiß – sein lassen. Der SRWare Iron ist kein Abklatsch in dem Sinne, dass zu Webkit ein eigener Browser gestrickt wurde. Es ist im Gegenteil dazu 99,9% Google Chrome, allerdings wurden einige datenschutzrechtlich bedenkliche Routinen rausgeworfen (zumindest damals, heute hat Google ja selbst teilweise eingelenkt). Zudem gibt es dort eben eine Sache, die Google bis heute nicht leisten will: einen funktionierenden Werbe_blocker_.

    Der Werbeblocker ist zwar nur rudimentär in Form einer Textdatei mit URLs, aber zum einen wird so eine Liste im Web gepflegt, z.B. hier: http://www.srware.net/downloads/adblock.ini
    Zum anderen verhindert man damit, dass die nicht erwünschten Inhalte überhaupt erst geladen werden, ohne dass die Leitung oder die CPU belastet wird.
    Dagegen Chrome: jedes Plugin kann lediglich nach dem Laden aller Inhalte auf die Darstellung Einfluss nehmen, was bedeutet, dass nichts blockiert wird, sondern lediglich versteckt. Außerdem benötigt das teilweise spürbare CPU-Ressourcen im finalen Rendering. Ich merke übrigens an den Computern vieler Kollegen, dass diese – trotz Adblock+ – mit ihrem Chrome doch noch deutlich mehr Werbung sehen müssen als ich. Soviel zur Leistungsfähigkeit einer simplen Textliste.

    Zusammenfassung: SRWare Iron ist kein selbst programmierter Browser, der ein Abklatsch oder ähnliches ist oder sein will. Iron ist Google Chrome – nur ohne Werbung.

    @web:
    Wieso warst Du überrascht? Der Browserchoice hat auf den ersten Blick – ohne Scrollen – genau die fünf Top-Browser. Dazu dann eben noch sieben(?) der nicht so bekannten, die meist aber nur IE-on-top-Software sind.

    @Alex:
    Vielleicht werden da ein paar wenige Steuergelder verholzt, aber wenn ich mich nicht irre, wurde Microsoft in derselben Sache zugleich zu einer Strafzahlung mehrerer hundert Millionen Euro verurteilt. Das sollte den Verwaltungsaufwand doch irgendwie wettmachen …

  12. Ich finde solche Meldungen immer höchst Amüsant.

    Diese ganzen Patentstreitereien oder Hinweis auf alternativen…
    In meinen Augen steht diese ganze totreglemetiererei dem technischen Fortschritt im Weg.

    Vielleicht sind auch die Strukturen überaltert, die solche Entscheidungen treffen?

    Wie Cashy schon schreibt, ich kann doch nicht ein unternehmen zwingen auf seine Konkurenz zu verweisen und bei anderen ist es schnuppe?

    Stellt auch mal vor, der Erfinder des Rasierers hätte sich die Bewegung schützen lassen, müsste jeder mit einer anderen Marke sich im Kopfstand rasieren?

    Oder Browserschoice, Warum steht eigendlich nicht auf jeder Zigarettenschachtel eine Liste mit anderen, alternativen Marken?

    Diese Comedians sollten mal zu Seite gehen und die Entwicklung wieder durch lassen…

  13. Erstens, Caschy, ist der Anteil der ich-habe-keine-Ahnung-von-Computern-Menschen höher, als du es dir in deinen schlimmsten Träumen vorstellen kannst.
    Zweitens wurde das Verfahren gegen MS initiiert, als der IE noch die 98% Monopolstellung hatte (Die Microsoft, die älteren unter uns mögen sich erinnern, ja nicht wirklich astrein erlangt hatte), nur dauern solche Verfahren bei der EU gerne mal etliche Jahre. Daher war der Stern des IE bereits im Sinkflug als es dann rechtsgültig wurde.
    Und drittens ist Apple, nach Marktanteilen gesehen, ein Produzent von Nischenprodukten und von Monopolen (ausser in Technikblogs) meilenweit entfernt.
    Last, but not least, hat MS der Kommission vertraglich zugesichert, dass es in allen Systemen den Browserchoiche anbieten würde. Und dann diesen Vertrag gebrochen. Die Reaktion der Kommission ist also völlig in Ordnung.
    Wäre schön, wenn du bei deinen oft lesenswerten Stories nicht nur meistens sondern immer alle Fakten berücksichtigen würdest.

  14. @Martin: du hast die verlinkten Beiträge gelesen, die unter anderem auf den Fakt eingehen, den du unter „last but not least“ ausführst?

    Und ich wiederhole auch für dich: im Mobilmarkt von Nischenprodukt iOS zu sprechen (welches ich auch oben X Mal anführe), ist ja wohl in keiner Weise angebracht , oder?

  15. Cashy hat mMn völlig Recht. iOS ist im mobilen Sektor der Primus (wenn man die Android Derivate mal einzeln betrachtet)und RT ziehlt eben auf diesen Markt ab. Das Problem ist das man hier PC Betriebssystem und mobile Devices über einen Haufen wirft… Die Browserchoice Geschichte empfand ich schon immer als bullshit… Wenn ich nen Passat kaufe bietet der mir auch nicht das Navi aus nem BMW an…

  16. …und btw. sollten mMn für alle die gleichen Spielregeln gelten, egal ob man Marktführer ist oder nicht…

  17. Also ich finde die Browserauswahl eher total für die Katz.
    Jedenfalls so wie sie momentan aussieht.

    Ich kenne genug Anwender die vom Computer keine Ahnung haben, da geht auf einmal ein Fenster auf und fragt was für einen Browser man verwenden will.
    Der „Noob“ Anwender kennt möglicherweise nicht die Unterschiede zwischen den verschiedenen Browsern. Vorteile/Nachteile.
    Mhhhhh – gibt es da etwa Unterschiede ? Welcher ist denn jetzt besser ?
    Welchen soll ich nehmen?

    Diese Frage wird für meinen Geschmack nicht beantwortet und damit hilft das Browserauswahlfenster nicht den Personen für die, die Browserauswahl gedacht war.

    Jeder etwas erfahrene Anwender wird sich schon direkt den Browser seiner Wahl installieren. Auch ohne Aufforderung.

    Nach diesem Urteil finde ich allerdings, müsste Google sowie Apple mit Android & iOS ebenfalls eine Browserwahl anbieten.
    Weil genau die Anwender, die bisher nur den IE in Windows nutzen, verwenden vermutlich zu 99% auch den Safari (iOS) und den Android Standardbrowser……

  18. der Vergleich Windows – iOS hängt an einer (vermutlich auch für die „Wettbewerbshüter“) entscheidenden Stelle: Apple verkauft Hardware, keine Software. Somit zwingen sie auch niemanden, auf einem Gerät, dass nicht von ihnen stammt, eine Software zu betreiben (oder wie im Fall des Verfahrens gegen Microsoft die Markstellung auszunutzen, um eine Software in den Markt zu drücken). Kann man dann Apple zwingen, die Hardware, die Sie verkaufen, für andere Betriebssysteme zu öffnen? Solange es Wettbewerber gibt, die ein vergleichbares Produkt anbieten und Apple kein Monopol hat, wird das m.E. sehr schwer…

  19. Die Einleitung ist ja mal wieder… urghs… die Browserwahl gabs keineswegs für Leute, die sich schon bewusst für den IE entschieden hat, sondern sollte den Leuten zu einer Zeit, in der „Internet Explorer“ langsam zu einem Synonym für Browser verkam (ähnlich wie googeln zum Synonym für Suche im Web oder Tempo zum Synonym für Papiertaschentücher), also eigentlich genau richtig und vor allem absolut gerechtfertigt. Im Vergleich zu diversen E und N Versionen von Windows für Europa ein durchaus gangbarer, verständlicher Schritt.

    Und Iron entstand zu einer Zeit, als Chrome noch mehr Daten nach Hause sendete, als so mancher Trojaner. Da hat Google ja seitdem viele Schritte zurück gemacht. Im übrigens gibts diverse Custom Chromium-Builds… du musst die nicht mögen, ebenso wenig wie alle anderen hier abgewatschten nicht so bekannten Browser, aber ein Blick über den Tellerrand und darauf, das andere User auch andere Bedürfnisse haben (RockMelt hat ja nun eine eher spezielle Zielgruppe, die aber von den Mainstream-Browsern so auch nicht bedient wird) würde sicher nicht schaden.

    Ansonsten stimme ich in weiten Teilen sogar mit dir überein: bei Windows RT sollte es erstmal Alternativbrowser geben und sich das System überhaupt erstmal durchsetzen, eh die EU-Kommission wieder die Monopol-Keule auspackt und das nachträgliche aufmucken bei Windows 7, wo die Browserwahl durch einen vermeintlichen Bug mit dem Servicepack auch nicht mehr angezeigt wurde, ist nach so langer Zeit einfach lächerlich.

  20. – Die Diskussion bekommt einen anderen slice, wenn man sich nochmal vor Augen hält, dass Microsoft mit dem IE ja nicht nur die anderen Browser töten, sondern auch eigene Webstandards vorbei am w3c-konformen Standard setzen wollte, um sozusagen auch alle Webmaster auf MS-Kurs zu zwängen.

    Das letzte Relikt davon war der IE 6. Wer sich je ernsthaft mit Coden beschäftigt hat, weiß, was das heißt.

    – Der Vergleich mit iOS hinkt, weil dieses Betriebssystem nur auf Apple-Hardware unterwegs ist. Das wäre wie wenn MS einen IE-Zwang nur auf SELBST HERGESTELLTER Hardware eingeführt hätte.

    Das ist meines Erachtens ein anderer Fall. Auf eigenen (Hardware-)Produkten muss es doch möglich sein, bestimmte Software zwingend vorzugeben, sonst könnte man ja nicht mal mehr einen elektronisch gesteuerten Kühlschrank verkaufen.

    Für Android müsste man das natürlich wieder anders sehen.

    – Microsoft im Moment die Krallen zu zeigen, ist richtig.

    Mit Windows 8 werden sie nämlich die IE-Tour wieder durch die Hintertür probieren. Die anderen Browser soll es nämlich nur noch für den Desktop geben, den ich aber nicht default einstellen kann. Auf der Metro-Startoberfläche dagegen ins System integriert nur noch den IE, die anderen nur noch als – extra erst zu installierende – Apps.

  21. @caschy
    Nun, zum Marktanteil von iOS gibts ja ein Statement direkt unter deinem Post. Ergänzend könnte man erweitern, dass sich der iOS-Marktanteil, der ja bekanntlich weiter sinkt, wohl auf 10% einpendeln wird (das wäre analog zur Desktop/Laptop Sparte). Und ja, 10% bezeichnen ein Nischenprodukt. Was ist daran falsch?
    Ich wiederhole mich: Nur weil ein Unternehmen Technologie- und Innovationsmeister ist, die höchsten Gewinnmargen einfährt und diesen unglaublichen Aufmerksamkeitsindex hat ist gefühlte Marktdominanz trotzdem ungleich wahrer Marktdominanz. Die hat im Desktop/Laptop Bereich Microsoft bei Betriebssystemen, HP/Dell bei Hardware und Android/Samsung im Mobil Bereich. Das sind die Fakten.
    Und zum zweiten: Ich erinnere mich noch sehr gut, dass M$ damals jahrelang mit der Kommission gestritten. Letztlich hat Microsoft DANN SELBST einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Den hat die Kommission akzeptiert. Was stimmt also nicht an dem, was ich schrieb?

  22. Ich finde das eh zu geil… Warum verklagt man Autohersteller nicht dazu, die Käufer darauf hinzuweisen, dass auch andere Radios eingebaut werden können? Bzw. die Hersteller, die ein „besonderes“ Format für das Autoradio haben, sodass es nicht einfach ausgetauscht werden kann… warum verklagt man die nicht?

  23. Puh, nervt es, dass es immer noch Leute gibt, die SRIron gut finden; immer noch nicht über die Eskapaden des Entwicklers gestolpert? Z.B. hier: http://neugierig.org/software/chromium/notes/2009/12/iron.html

  24. @Martin: In Deutschland ist aber auch der Anteil von Apple-Produkten erfreulich gering. Genauso wie die Verbreitung des Internet Explorer. Im Rest Europas oder gar in den USA sieht’s schon ganz anders aus.

  25. Klappspaten ist ein schönes Wort 😀

  26. @Martin:
    Es ist fuer mich zugegebenermassen relativ unerheblich wie kleingeistig der Typ ist, der Iron baut, so lang das Produkt okay ist.
    (Ausgenommen waeren natuerlich offen rassistische Einstellungen o.ae.!)
    An meinen paar AdSense-Cents wird er sich kaum gesundstossen koennen und selbst wenn, ist das okay fuer mich. Das ist schliesslich auch Teil von Googles Geschaeftsmodell.

    Man muss halt einfach kein Fan eines Unternehmens/Herstellers/Entwicklers sein, um ein Produkt zu verwenden.
    (Ein Umstand, der manchem quasireligioesen Fanatiker bestimmt etwas seltsam vorkommen mag.)

  27. ——————–
    @caschy

    Der Artikel ist leider sehr fehlerbehaftet, und das fängt schon bei der Umschreibung von SRWare Iron an:
    SRWare Iron ist kein Google Abklatsch, es ist ein befreiter Google Chrome (von der Spionage, die der gewollte Android Nutzer widerstandslos akzeptiert).

    ——————–

  28. Ich kenne genug Leute, die nicht „alt“ sind und nicht wissen, wie sie ins Internet „gehen“. Sie klicken einfach auf ein Symbol auf dem Computer (nicht auf dem Bildschirm!) und dann sind sie im Internet. „Internet-Explorer, Browser?“ Nie gehört. „Was? gibts da noch andere Wege ins Internet?“

    Wir leben mit unsrem Tekki-Know-How in einer Parallel-Welt… Oder die…

  29. Alexander says:

    Ich vermisse ein bischen die Rücksicht auf die Bürokraten-Sichtweise. Wenn ein Produkt eine marktbeherschenden Stellung einnimmt und die Konkurrenz negativ beeinflusst, wird die Politik halt aktiv. Die Politik ist aber kein Verein technisch Interessierter, sondern benötigt juristische Argumente, wenn sie regelnd eingreifen möchte. Bevor ein paar das Wort „möchte“ falsch verstehen: Die Politik hat auch die Aufgabe schädliches Verhalten im Sinne von negative Marktbeeinflussung zu sanktionieren.

    Und das Nachweisen von „negativer Marktbeeinflussung“ geht eben nur über Argumente, wo ein monetärer Nachteil nachweisbar ist. Dass der IE 6 auf Webstandards schei**, ist kein Problem für die Politik, aber für Interessierte eine erhebliche (emotionale) Belastung. Wenn dieser aber mit einem Betriebssystem eng verknüpft ist für das Geld verlangt wird und somit die Konkurrenz auf Abstand gehalten wird, sieht die Sache anders aus.

    Die Browserwahl war also eine Reaktion der Politik. Und so muss man das auch beurteilen. Aus politischer Sicht hat Microsoft dem Markt geschadet und bekommt nun die Rechnung dafür. Und seht es doch mal so: Wie viele Internet-bezogenen Entscheidungen der EU waren so harmlos wie diese hier?

    Die EU soll lieber solche technisch zweifelhaften Sanktionen verhängen, als komplett Internet-feindliche Entscheidungen zu treffen. Und damit meine ich auch Entscheidungen wie das Abkommen über Fluggastdaten mit den USA, ACTA und Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene. Immer wenn die EU sich mit einem Internet-/Datenschutz-/Urheberrechts-Thema auseinander setzt, erwarte ich das schlimmste. Die Browserwahl dagegen ist im schlimmsten Fall bloß ein Witz.

  30. Das Ganze ist eine gute Sache im Sinne des Verbrauchers und richtet sich nicht an User, die wissen, dass es da draußen Alternativen zum IE gibt. Warum Apple sowas in OSX nicht anbieten muss, hallo? Welchen Anteil hat OSX, welchen hat Windows? iOS das gleiche Spiel, Android weit vor iOS, und auf meinem Androiden habe ich die freie Wahl. Aber davon abgesehen stehen Smartphones – noch – nicht so sehr im Fokus wie es etwa der PC tut. Diesem Artikel kann ich daher ausnahmsweise mal gar nichts abgewinnen.

  31. @Marcel

    Apple hat bei Tablets einen Marktanteil von über 60%. Aber anscheint ist den EU Abgeordneten noch nicht aufgefallen das es auf ihren „Dienst“ iPads auch keine Browserwahl gibt.

  32. Dem kann ich nur zustimmen. Ich liebe iOS und Safari, und kann ehrlich gesagt auch keinem der alternativ verfügbaren Browser etwas abgewinnen, finde aber dennoch dass hier Apple auch an’s Bein gepisst gehört, bzw. Microsoft ansonsten in Ruhe gelassen werden sollte.

    Hier unterschätzen wohl einige stark die Verbreitung von iOS auf Smartphones und Tablets. Alleine das iPad hat einen Marktanteil von über (edit) 60%.

  33. Marcel: „[…] und auf meinem Androiden habe ich die freie Wahl“

    Wenn man deiner Logik folgt, dann betrachtest du das hier als freie Wahl…
    „Es gibt einen vorinstallierten Browser, aber man kann sich einen alternativen Browser über den Market runterladen.“ (Android)

    …aber das hier nicht…
    „Es gibt einen vorinstallierten Browser, aber man kann sich einen alternativen Browser übers Internet runterladen.“ (Windows)

    Merkst du was?

  34. Rüdinator says:

    Das iPad hat einen Marktanteil von über 60 Prozent! Und das ist ein Monopol! Zudem: Hier in Europa, wo wir von den zahlreichen Billig-China Tablets und Kindle Fires dieser Welt, verschont geblieben dürfte das iPad noch dominanter sein. Hier in der Schweiz knapp über 75 Prozent!

    Trivialinfo: Wir gehören nicht zur EU, bekommen aber trotzdem die Browserwahl vor die Nase gedrückt!

  35. @Marcel Android ist zwar mittlerweile weiter als IOS verberitet, aber sie machen immer noch ich glaube um 80% des mobilen Traffics aus.
    Wieso stehen Smartphones nicht so im Fokus, wie der PC. Momentan dreht sich doch alles nur um mobile Plattformen.

    Wirklich guter Kommentar Caschy. Dieser Schwachsinn hat mich auch schon aufgeregt.

  36. rene-ka69 says:

    Sorry, nicht ganz zum Thema, aber als ich folgende las:
    Zitat „Jeder, der nicht mehr auf dem Baum schläft, der wusste auch 2009 schon, dass man andere Browser installieren hätte können – und wer jenes nicht wusste, der sollte lieber beim Gameboy bleiben….“
    wurde ich an meinen Job erinnert, denn ich arbeite im Support für einen Notebook-Hersteller und muss täglich erleben wie viele noch auf dem Baum schlafen.

  37. müsste dann MS nicht zu jedem produkt eine alternative anbieten?
    warum gilt das nur für den browser .. dann müsste MS doch ewig viele fenster anzeigen die zb. auch darauf hinweisen, das es auch von anderen herstellern office programme usw gibt. oder?
    und wenn MS das muss, dann müssen APPLE und GOOGLE das mit ihren OS genauso.

  38. Typografix says:

    Die frage ist zwar eigentlich beantwortet und trotzdem stelle ich sie:

    Warum muss Apple kein BrowserChoice anbieten??? Und warum gibt es keinen „BC“ auf den diversen SmartPhones, z.B. unter Android?

    Die Eu-Kommision denkt scheinbar genauso wenig und guckt genauso wenig über den Tellerrand wie Patentbehörden die Apple alles patentieren…

    Es ist zum in Feuerzeug kotzen!

  39. heute geht es nur noch um geld und bevorzugt in der masseinheit milliarde und die eu-kommission hat die macht, um microsoft zu regelmentieren, das ist der kern.
    bedauern kann ich ms aber nicht…

  40. @Martin:
    Die Quelle ist ist über zwei Jahre alt. Zudem gehst Du auch nicht auf mein Argument mit dem funktionierenden Adblocker ein. Bei Firefox z.B. funktioniert Adblock+ tatsächlich so – unter Chrome geht es prinzipiell nur per Verstecken der Werbung. Daher wird das Chromium-Projekt die Patches auch nie annehmen, weil Google das nicht will.

  41. OT: Aus welcher ST:TNG-Folge ist eigentlich das 1. Facepalm-Bild?

  42. Die Ergebnisse mögen Kopfschütteln auslösen, und das ist auch nachvollziehbar. Das liegt daran, dass Browser-Choice eine Stilblüte ist, die Ausdruck eines tieferliegenden Problems mit Microsofts Geschäftsgebaren ist.

    Man darf aber nicht vergessen, warum dies geschieht. Microsoft hat jahrelang IMHO fast mafiös agiert und war (ist?) einer der aggressivsten Firmen überhaupt. In der EU ist man da nicht so betroffen (und daher auch „cooler“), in den USA sind die Verflechtungen natürlich viel stärker. Nicht umsonst waren in den USA Bestrebungen bzw. ein Prozess am Laufen, den ganzen Konzern einfach zu zerschlagen. Lustig, das gerade Microsoft ein solches Verfahren praktisch schadlos überstanden hat… das gelang IMHO keinem anderen relevanten US-Großkonzern, nichteinmal Rockefellers Standard Oil. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    Zudem besteht nachwievor eine so große Windows-Dominanz auf dem Desktop, dass Microsoft mit anderen Maßstäben gemessen wird. Das ist nicht unfair, sondern marktwirtschaftlich sinnvoll und daher auch juristisch gedeckt.

  43. @Viktor: Weil keiner davon eine Marktbeherrschende Stellung hat.

  44. Ich finde du hast recht.

    Ich als Ubuntu Nutzer finde es z.B. doof das ich I-Tunes nicht nutzen kann oder aber Portale wie Maxdome nicht nutzbar sind. Dagegen sollte man was tun!!

  45. Mit x86 hat sich im Desktop-Markt ein gemeinsamer Nenner gebildet. Meinetwegen können wir auf ARM verzichten. Wozu die Fragmentierung?

  46. Microsoft ging es mit der Integration des IE darum, etablierte Browser und Konkurrenten mit dem eigenen OS vom Markt zu putzen. In dieses Vorhaben hat MS große Emtwicklerteams gesteckt und den Browser (angeblich) untrennbar mit dem OS verflochten. Apple bietet seit jeher geschlossenen Systeme und Fremdfirmen können sich die Attraktivität des Marktes vorab ausrechnen. Übrigens ist es ziemlich arrogant, zu behaupten, wer nichts über Browser weiss, lebt auf Bäumen. Es gibt auch noch Leben neben der IT und hochgebildete Leute, denen das Programm für’s Internet einfach s…egal ist.
    Und abgesehen davon gäbe es heute weder den Firefox noch Opera etc., hätte es den gegen MS-Prozess nicht gegeben. Die Browserauswahl selbst war dabei allerdings weniger wichtig als die Planungssicherheit für Mozilla und Co..

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