Nokia: noch im Tal der Tränen

Nokia hat heute die aktuellen Quartalszahlen bekannt gegeben. Man muss kein Hellseher oder besonderer Experte der Szene sein, um zu wissen: Nokia wandelt weiterhin im Tal der Tränen. Man wird nichts anderes erwartet haben und man wird auch im nächsten Quartalen mit enttäuschenden Zahlen rechnen müssen. Kosten eines Umbruchs, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Im vergangenen Quartal gab es ein Minus von 1,4 Milliarden Euro, wie die Finnen ganz aktuell mitteilen. Die Zahlen resultieren logischerweise nicht nur aus dem Smartphonegeschäft, Nokia ist bekanntlich etwas mehr.

Dennoch dürften gerade die Smartphone-Zahlen Nokia nicht begeistern, 10,2 Millionen Geräte konnte man absetzen, dies entspricht einem Minus von 39 Prozent. Umsatz? Fast minus 19 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Gewinnspanne der Smartphone-Sparte? Minus 9,1 Prozent. Die Smartphones? Obwohl immer mehr davon verkauft werden, arbeitet Nokia gegen diesen Trend – der Absatz der Geräte ging um 39 Prozent zurück. Die ganzen Zahlen könnt ihr bei Lust und Laune gerne selber auseinander nehmen. Positiv zu erwähnen dürfte sein, dass Nokias Bestand an barer Münze weniger schnell schmilzt, als generell erwartet, doch stellt sich mir die Frage, wie viel Luft Nokia noch hat – Standorte musste man bekanntlich schon schließen. Aber: man konnte die Zahl der verkauften Lumias verdoppeln – fast 4 Millionen Geräte setzte man ab.

Trotz der sinkenden Zahlen: ich glaube, dass da bei Microsoft und Nokia Leute sitzen, die sich Gedanken machen. Gedanken, wie die Techwelt aussehen könnte. Sofern diese Gedanken richtig waren und beginnen, Früchte zu tragen, dann könnte der Abwärtstrend von Nokia mit dem Erscheinen und dem Verkauf von Geräten mit Windows 8 / Windows Phone 8 gestoppt werden. Könnte. Nokia – ich behalte euch im Auge – meiner Meinung nach bringen eure Geräte frischen (Design-)Wind in den Markt.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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14 Kommentare

  1. Noch 3-4 Quartale, dann war’s das.

  2. Q42011 e million verkaufte lumias @1/2012 2,5 millionen verkaufte Q2/2012 4,3 millionen verkaufte smartphones.
    Alles ist gut!

  3. Ein Unternehmen das nach Finnland auswandert und über Tricks sich Deutsche Subventionen vom Finnischen Staat (Deals) einverleibt, wünsche ich trotz tausender Mitarbeiter die Pleite.

  4. @thomas:
    ich dir auch.

  5. ja ja, sieht nicht gut aus für Nokia… Allerdings ist das Schließen von Standorten überhaupt kein , zumindest kein hartes/wichtiges Indiz für eine Firma Verlust macht. Bei Standortschleißungen/-Verlagerungen zählt ganz anderes: Subventionen, Steuervergünstigungen, Lohnkosten…
    Fast alle anderen Mitwerber fertigen doch eh schon oder schon immer in Asien.
    Ich halte es immer noch für falsch, alles auf Windows Phone zu setzen, es hätte Nokia gut zu Gesicht gestanden, auch Symbian/Linux/MeeGo weiter zu entwickeln. Das zeigt sich schon daran, dass „alte“ Symbian-Geräte im Tests immer noch vor aktuellen WP-Geräten aus gleichem Haus liegen oder daran, das das N9(?) recht erfolgreich ist, obwohl es z.B. in Deutschland weder beworben noch verkauft wird.
    Das muß schon wie ein Schlag ins Gesicht sein: WP zu propagieren und dann zugebeen zu müssen, dass eigenen Geräte mit anderem OS besser/erfolgreicher sind.

  6. @Test, bedauerlicherweise ist meine finanzielle Lage sehr gut, und die Wahrscheinlichkeit das man meinen Berufszweig (und Bildungsgrad) irgendwann nicht mehr benötigt, so wahrscheinlich wie der Weltuntergang dieses Jahr.

    Trotzdem danke.

  7. @dischue: da war aber auch Standort mit dabei an dem entwickelt wurde. Süddeutschland (glaub Raum Augsburg).

  8. Von den Gummistiefeln über die Handys wieder zurück zu den Gummistiefeln.

    So schließt sich der Kreis, so ist es gut.

  9. @San:
    schon möglich -aber warum nicht gleich da entwickeln lassen, wo auch gebaut wird? Von wegen kurzen Wegen in die Produktion. Zumindest ist es allein eben keine Kriterium

    @Thomas:
    Sorry – aber so ziemlich jede Firma wird jede Möglichkeit nutzen, Geld zu verdienen bzw. zu sparen. Vielleicht traurig aber war. Und wenn Nokia die Subventionen nicht genommen hätte – dann jemand anderes. Samsung hat das gleiche in Berlin mit einem Fernsehwerk abgezogen – nur für die, die aus Protest gegen Nokia/Bochum jetzt ein Samsung haben… 😉
    Es ist vielleicht keine Entschuldigung – aber Möglichkeiten, die die Gesetze/Politik bieten, werden genutzt – andernfalls gibt es von den Aktionären eins auf den Deckel.
    Oder glaubst Du, Samsung,Apple, Nokia und alle anderen könnten Geräte zu diesen Preise anbieten (bei gleicher Gewinnspanne 😉 ), wenn die Leute in Asien nicht zu einem Lohn arbeiten würden, für den man hier nicht mal aufsteht?

    Wie viel Geräte würde ein Hersteller verkaufen, der (komplett) in Deutschland fertigen würde? Er kann ja immerhin mit deutschen Arbeitsplätzen werben – aber wie lange hält er das durch? Sicher finden sich auch ein paar Edelmütige, die dann auch freiwillig …1500€ für ein Smartphone aus dt. Produktion zahlen würden… Aber es gibt wohl auch nicht all zu viele, die das überhaupt können…
    Aber klaro, Arbeitnehmern z.B. im Niedriglohnsektor sollte man so ein Gerät vielleicht auch untersagen…. das war sarkastisch gemeint…

  10. Hallo,

    eine meines erachtens interessante Analyse die ich heute gelesen habe: http://derstandard.at/1342139491307/WSJ-Interne-Konflikte-laeuteten-Nokias-Niedergang-ein.

    lg, Gerhard

  11. @Thomas:
    stimmt Hartz4. wird uns alle überdauern. 😉

  12. Das war ja jetzt auch überhaupt nicht vorhersehbar…

    Nokia hat leider so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte, und bekommt dafür gerade die Quittung. Wirklich schade.

  13. Wenn man dem Link von Gerhard folgt, war Nokia nur konsequent: konsequent immer die falschen Entscheidungen getroffen – aber hinterher ist man eben immer schlauer. Ist aber schon irgendwie tragisch: viele Sachen (scheinbar?) richtig angefangen oder in die richtige Richtung geforscht/entwickelt – aber einfach nichts draus gemacht…
    Wobei: wenn die wirklich z.B. das iPad vorwegnahmen – müßten dann nicht irgendwo entsprechende Patente oder Geschmacksmuster vorhanden sein? Kann man zumindest munter klagen – aber da sind sie wohl auch schon etwas dabei…

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