Google Play Store: Xiaomi, Huawei, Oppo und Vivo wollen Alternative schaffen

Dass es so kommen wird, stand schon lange im Raum. Bisher nur hinter vorgehaltener Hand, wird nun das Kommende auch von der Nachrichtenagentur Reuters kommuniziert. Die großen chinesischen Hersteller wollen sich vereinen und einen Gegenpol zu Googles Play Store schaffen. Die chinesischen Unternehmen Xiaomi, Huawei Technologies, Oppo und Vivo schließen sich demnach zusammen, um eine Plattform für Entwickler außerhalb Chinas zu schaffen, die Apps gleichzeitig in alle ihre App-Stores hochladen können, was laut Analysten die Dominanz von Googles Play Store brechen könnte.

Die so gennante Global Developer Service Alliance (GDSA) soll bereits im März starten, allerdings könnte der Coronavirus dazwischen funken. Laut einer Prototyp-Website soll die Plattform zunächst neun „Regionen“ abdecken, darunter Indien, Indonesien und Russland. Alle vier Unternehmen lehnten es ab, sich zu dieser Geschichte zu äußern.

„Durch die Bildung dieser Allianz wird jedes Unternehmen versuchen, die Vorteile der anderen in verschiedenen Regionen zu nutzen, wobei Xiaomi in Indien, Vivo und Oppo in Südostasien und Huawei in Europa eine starke Nutzerbasis haben“, sagte Nicole Peng, die VP of Mobility bei Canalys.

Da haben sich Große gefunden – und wenn die es richtig machen, kann es richtig scheppern auf dem Markt. Feststeht, dass die Hersteller ja was machen müssen – das Beispiel Huawei wird für alle Warnung genug sein. Die GDSA könnte in der Lage sein, einige App-Entwickler zu locken, indem sie mehr Aufmerksamkeit als der bereits überfüllte Play-Store bietet, und die neue Plattform könnte bessere finanzielle Anreize bieten, so die Analysten.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Kennt sich jemand mit den technischen Details aus, die so ein Dienst im Backend anbieten muss? Wäre mal interessant zu wissen, wie hoch die technischen Hürden sind so was aufzubauen und ordentlich zu Betreiben. Betriebswirtschaftlich gesehen haben die Hersteller ja schon das Potential (Nutzerzahl, Kapital, Zugang zu Märkten, etc).

    App seitig wird der Code sich doch nicht so „viel“ ändern müssen, weil gleiches Android.

    Hoffe dass am Ende Konkurrenz auch hier das Geschäft belebt und vor allem auch Entwickler mehr Geld kriegen, um qualitativ bessere Apps zu programmieren.

    • Die technischen Hürden sind vernachlässigbar. Bei Android kann theoretisch jeder relativ einfach einen App-Store eröffnen. Es gibt ja auch einige: Google Play, Amazon, F-Droid und deutlich mehr. Im Endeffekt braucht es nur eine App, die andere .apks runterlädt und installiert. Wenn das vom Smartphone-Hersteller kommt sollte das Ganze natürlich noch etwas ins System integriert sein und einige gängige Google-Dienste ersetzen (Karten, Zahlungen, etc.) – aber alles kein noch nie da gewesenes Teufelswerk und von denselben Herstellern in China meines Wissens nach ohnehin schon praktiziert.

    • Den Play Store zu ersetzen ist fast schon trivial, löst aber nicht dass Problem dass >90% der „westlichen“ Apps massiv angepasst werden müssen, um auf einem Handy ohne Play *Services* zu funktionieren.

      Google hat viele APIs für Grundfunktionen dorthin ausgelagert. Deswegen sind selbst auf den meisten in China verkauften Smartphones die ohne Google daherkommen auch noch irgendwo eine (meistens ältere) Version der Play Services installiert, oder wird bei installation von bestimmten Apps die dies erfordern nach.

      • Richtig.

        Dasselbe muss ja heute schon gemacht werden, wenn ein Entwickler seine App für das Fire OS von Amazon (läuft auf Fire TV, Fire Tablets und dem u.a. wegen zu weniger verfügbaren Apps geflopptem Fire Phone) bereitstellen möchte. Und soweit ich das mitbekommen habe, hat Amazon es bisher auch nur bedingt hinbekommen, eine gute Alternative für die Google Services APIs zur Verfügung zu stellen.

        Nicht zu verachten ist auch, dass Google natürlich mit Abstand den stärksten Draht zu „westlichen“ Entwicklern hat und das von Ihnen als „offizielle Android-IDE“ beworbene Android Studio bietet von Haus aus eine super Integration in die Welt der Play Services.

  2. chilibrenntzweimal says:

    Da hoffen wir mal das beste, ne gute Alternative zu Google wäre toll. Mal schauen, ob Spotify und andere Dienste das unterstützen werden. Bin auf jedenfall sehr gespannt

    • Wenn es dort zugeht wie in den chinesischen App Stores der genannten Hersteller, dann wird das keine „gute“ Alternative. Trotz „Moderationsystem“ wimmelt es dort von Fake Apps, hoffnungslos veralteten Versionen, und selbst viele legitime Apps wurden modifiziert und zeigen zum Beispiel beim Start mehrsekündige Werbebanner.

      • Ich denke auch, dass das nichts erstrebenswertes ist. Z.B bekommt in MIUI eine App nach Installation keinerlei Rechte. Kein Autostart, kein Internet, keine Benachrichtigung, gar nichts. Muss alles händisch frei gegeben werden. Der Grund liegt in den verseuchten Apps der chinesischen Stores.

  3. Der Store an sich ist ja nur das kleinste Problem – viel wichtiger sind massig genutzte Schnittstellen von Apps die teilweise auch google Exklusive Cloud Services mit sich bringen wie Google Authentifizierung, Payment, Cloud Messaging, code signing usw. Gerade das GCM wird oftmals unterschätzt. Ohne GCM müssten Messenger wie Whatsapp, Threema, Signal usw server Pull verwenden und somit wesentlich mehr Akku brauchen als bei der GCM>Notify(). Hier muss die Alliance einspringen und den Herstellern von Apps es schmackhaft machen eine GCM Alternative direkt zu integrieren.

  4. Kein GPay, keine Banking-App irgend einer europäischen Bank und zweitklassige Navigation über wen auch immer – hört sich nach einem guten Plan an. Nicht.

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